Vorstellung

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Beitragvon ReallyAngry » Montag 23. Februar 2015, 21:17

Guten Abend,
mein Name ist "ReallyAngry". Ich bin 54 Jahre alt und habe MCS. Da meine Erkrankung auf Schadstoffbelastungen in einem Schulgebäude zurückzuführen ist, möchte ich euch gerne unter dem Forum "Umwelterkrankungen, Sick Building Syndrom, verseuchte Schulen" einiges berichten.
Hier nur soviel: erstmals im Juni 2009 wurde ich durch meinen Hausarzt mit der Diagnose T78.4 arbeitsunfähig geschrieben.
Was danach kam, kennen die meisten von euch aus eigener leidvoller Erfahrung und rückblickend wundere ich mich manchmal, dass ich immer noch die Kraft habe, mich irgendwie zu wehren.
Ich habe zur Zeit drei Sozialgerichtsverfahren am "Hals":
1.Klage 2011 auf Anerkennung eines Arbeitsunfalls gegen die Betrugsgenossenschaft (plötzlicher Gasausbruch im Klassenzimmer unbekannter Ursache und chemischer Zusammensetzung). Mittlerweile beim LSG - wird vermutlich abgeschmettert. (ohne Anwalt)
2. Klage auf Anerkennung einer Schwerbehinderung ...seit 2012 tut sich außer Begutachtungen (2) und Abwehr seitens des Versorgungsamtes mit nichtssagenden Floskeln wenig. (ohne Anwalt)
3. Klage gegen die Krankenkasse wegen Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug vor Ablauf der 78 Wochen. (mit "Hilfe" des DGB Rechtsschutz)

Die DRV hätte ich auch noch am liebsten verklagt, ebenso meinen Arbeitgeber und einige (nicht)behandelnde Ärzte sowie das Arbeitsamt, aber das hätte ich nicht durchgehalten. Die Krankheit macht genug Probleme und da wären weitere Verfahren einfach nur kontraproduktiv gewesen.
Mittlerweile bin ich bis 2016 befristet Empfänger der vollen Erwerbsminderungsrente (weniger als €350) und sehe nun mit *Ironie an* mit Freuden *Ironie aus* meinem finanziellen Ruin und möglicher Obdachlosigkeit entgegen. Noch gehört mir mein Haus, aber ich kann die Raten nicht mehr bezahlen und die Restschuld ist hoch.
Und das alles, weil mein damaliger Hausarzt folgenden Zusatz auf die damalige AU-Bescheinigung schrieb: Umweltschadstoffe am Arbeitsplatz zu vermuten und es mit der "in Deutschland ungewollten Diagnose" T78.4 codierte.
LG
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Re: Vorstellung

Beitragvon mod13 » Montag 23. Februar 2015, 22:10

Herzlich Willkommen im Forum ReallyAngry :)
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Re: Vorstellung

Beitragvon ReallyAngry » Mittwoch 25. Februar 2015, 16:32

Hallo mod 13,
danke für den Willkommensgruß hier. Ich bin die nächsten paar Tage nicht zu Hause. Ich brauche Frischluft!
LG
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Re: Vorstellung

Beitragvon nora » Samstag 28. Februar 2015, 19:33

Ein herzliches Willkommen auch von mir.
Hier wirst du einige interessante Infos finden, die von Betroffenen eingestellt wurden.
Mir hat es damals oft Kraft gegeben, weil der Alltag für uns doch ziemlich eingeschränkt ist.
Auch ich bin mit Anwalt und Gerichten derzeit zugange.
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Re: Vorstellung

Beitragvon Twei » Samstag 28. Februar 2015, 20:16

Hi ReallyAngry,

danke, dass Du uns von Deinem Kampf berichtest. Es ist wirklich sehr schwierig mit einer MCS-Erkrankung "einigermaßen" Recht und Ruhe in unserer Gesellschaft zu bekommen. Ich drücke Dir beide Daumen und wünsche Dir viel Kraft und Erfolg für Deinen Weg .... und natürlich viele gesunde Momente :)


...und sehe nun mit *Ironie an* mit Freuden *Ironie aus* meinem finanziellen Ruin und möglicher Obdachlosigkeit entgegen. ...


Geld ist nicht alles; wenn Du jetzt schon weißt, dass Deine jetzigen Lebensverhältnisse Dich aufzehren, dann nutze doch die Gelegenheit vorausschauend zu handeln.
Das Paradies auf Erden wird man mit MCS wohl kaum finden .... aber nicht unter die Räder zu kommen, halte ich für wichtiger - vielleicht findest Du hier ein paar Anregungen:

Brainstorming: plötzlich MCS und nun? - viewtopic.php?f=37&t=18986

mfg Twei
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Re: Vorstellung

Beitragvon ReallyAngry » Mittwoch 4. März 2015, 07:33

@Twei & Nora,
danke für euer Willkommen hier im Forum.
Ich bin schon länger "stiller" Mitleser hier und auch im CSN/EMM Blog. Neben den sehr guten Infos, die man hier erhält, hat es dazu geführt, dass ich verstanden habe, dass ich nicht die Einzige bin, der in diesem Land wegen einer Krankheit merkwürdige Dinge widerfahren.

Man denkt im ersten Moment "Wow, das (Diskriminierung, Verletzung der Patienten/Persönlichkeitsrechte, Fehlbehandlung, etc.) kann es nur einmal geben. Warum passiert das mir? Was habe ich falsch gemacht? Was mache ich falsch?"
Und dann stellt man plötzlich fest: Es gibt viele, viele Menschen, denen es nicht anders ergangen ist als mir. Und dann erkennt man das, ich nenne es mal "kranke System", welches dahinter steckt. Das hilft!
LG
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Re: Vorstellung

Beitragvon WILMA » Samstag 18. April 2015, 02:08

ein hartes los ,ein haus zu haben,arbeitslos durch mcs.


ein hartes los,ich hatte nie ein haus,aber lebe schon lange von grundsicherung.
und weiss wie man haushalten muss. und wie man oft zuwenig hat bei krankheit.
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Re: Vorstellung

Beitragvon Leckermäulchen » Samstag 18. April 2015, 13:57

@ReallyAngry = echt passender Nick ;)

...und es hilft außerdem sogar, trotz allem zu verstehen, dass es für das, was "normalerweise" in Sachen

Umweltkrankheit haben,
Arzt suchen,
schließlich finden,
diagnostizieren lassen,
therapieren, Leben umstellen,
Anträge stellen, darauf hoffen, dass ihen stattgegeben wird,
selbst noch ansatzweise an den Rechtsstaat glauben (irgendwann MÜSSEN die es doch kapieren... :? )
Fehlern im System passiert, die zwar zunächst :x vorstellbar, aber eigentlich nicht tolerabel sind,

scheinbar selbst über einen jahrelangen Zeitraum kein Ende der Fahnenstange gibt, :evil: :evil: :evil:

nämlich weil das System längst dem Mammon geopfert ist.

Übrigens:
Ich lese gerade ein hochinteressantes Buch, Titel: "Enteignet" (das t des Wortes ist ein fettes rotes Kreuz)von Sonia Mikich, die viele Jahre im TV Monitor moderierte, worin das Krankenhausunwesen erschreckend genau beschrieben ist, wobei zwar keine Umweltkranken darin eine Rolle spielen, aber der Trend mehr als deutlich aufgezeigt ist.
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