Lutz Geue ist Fachtierarzt und Mikrobiologe am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Im FR-Interview spricht er über die Epidemie, über die Gefahren von Ehec und die Suche nach der Quelle.
Sie beobachten seit mehr als zehn Jahren, wie sich Ehec-Keime bei Rindern ausbreiten?
Wir haben zwei Langzeitstudien gemacht und jeweils drei Jahre lang wöchentlich Proben von Rindern genommen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Keime – bei Rindern nennen wir sie VTEC (Verotoxin-bildende Escherichia coli) – bei 80 Prozent der Rinder im Darm vorkommen. Sie sind wohl natürliche Darmbewohner der Tiere und machen sie nicht krank. Darüber hinaus haben wir beobachtet, dass es VTEC-Stämme gibt, die nur kurzzeitig bei den Tieren auftauchen und andere, die sich über Monate in den Herden festsetzen.
Sind das die Bösewichte?
Das könnte sein. Wir wollen jetzt herausfinden, welche besonderen Merkmale sie haben und ob man ihnen vielleicht irgendwie zu Leibe rücken kann. Das könnte langfristig das Risiko für die Übertragung der Bakterien auf den Menschen stark reduzieren. Noch stehen wir aber ganz am Anfang.
http://www.fr-online.de/panorama/-vielleicht-gibt-es-noch-ein-ehec-reservoir-/-/1472782/8517178/-/index.html