Keimfreier Salat durch Plasma . Mahlzeit!
dradio.de
"Die Leibniz-Institute in Potsdam-Bornim und Greifswald entwickeln gerade eine neue Konservierungsmethode, die die physikalischen Vorgänge in der Sonne nutzt. Materie kommt in vier verschiedenen Zuständen vor. als Feststoff, als Flüssigkeit und als Gas. Hier geht es um den vierten Aggregatszustand, der nach der gasförmigen Phase erreicht wird: das Plasma.
Es gibt Neues aus der deutschen Lebensmittelforschung: Eine Methode, die es endlich ermöglichen soll, Obst und Gemüse zu entkeimen. Das ist von großer Bedeutung, denn sie sind neben Muscheln und Meeresfrüchten wichtige Ursachen von Lebensmittelinfektionen. Die Keime rühren vor allem von fäkalen Verunreinigungen, namentlich durch Naturdünger. Bisher gibt es keine befriedigenden Verfahren zur Hygienisierung, auch weil die chemischen Methoden Rückstände hinterlassen.
Nicht zufällig kommt die Idee vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Damit der empfindliche Kopfsalat bei der Behandlung nicht verwelkt, verwendet man statt des millionengradheißen Sonnenplasmas lieber ein irdisches, ein kaltes Plasma. Ein solches dürfen wir Erdlinge übrigens in Form des Polarlichtes bewundern.
Beim Plasma werden die Moleküle ionisiert, beispielsweise durch hohe Temperaturen und hohen Druck. Wenn beides vermieden werden muss, dann tun es auch Blitze mit zehntausend Volt. Oder Mikrowellen mit einigen Kilowatt Leistung. Dabei werden ein paar der Luftmoleküle zerlegt. Es entstehen freie Radikale aus Sauerstoff oder Stickstoff, es bildet sich Ozon und Wasserstoffperoxid, dazwischen schwirren freie Elektronen herum.
Es genügt bereits, wenn ein verschwindend geringer Anteil der Luft ionisiert wird. Diese Mischung macht Keimen aller Art den Garaus - egal ob Bazillen, Viren oder Schimmelpilze. Es wirkt in Sekundenschnelle.
Über kurz oder lang wird sich diese Technologie etablieren - nicht nur zur Hygienisierung von Frischobst und Gemüse sondern auch von vielen anderen Lebensmitteln. Experimentiert wird mit Nüssen, Getreide, Eiern, Käsescheiben, Milchpulver und Geflügel. Gleichzeitig wird die Anwendung des kalten Plasmas in der Medizin geprüft. Dort soll es Wasser und Seife ersetzen. "
06.02.2011
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1380687/
"Die Leibniz-Institute in Potsdam-Bornim und Greifswald entwickeln gerade eine neue Konservierungsmethode, die die physikalischen Vorgänge in der Sonne nutzt. Materie kommt in vier verschiedenen Zuständen vor. als Feststoff, als Flüssigkeit und als Gas. Hier geht es um den vierten Aggregatszustand, der nach der gasförmigen Phase erreicht wird: das Plasma.
Es gibt Neues aus der deutschen Lebensmittelforschung: Eine Methode, die es endlich ermöglichen soll, Obst und Gemüse zu entkeimen. Das ist von großer Bedeutung, denn sie sind neben Muscheln und Meeresfrüchten wichtige Ursachen von Lebensmittelinfektionen. Die Keime rühren vor allem von fäkalen Verunreinigungen, namentlich durch Naturdünger. Bisher gibt es keine befriedigenden Verfahren zur Hygienisierung, auch weil die chemischen Methoden Rückstände hinterlassen.
Nicht zufällig kommt die Idee vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Damit der empfindliche Kopfsalat bei der Behandlung nicht verwelkt, verwendet man statt des millionengradheißen Sonnenplasmas lieber ein irdisches, ein kaltes Plasma. Ein solches dürfen wir Erdlinge übrigens in Form des Polarlichtes bewundern.
Beim Plasma werden die Moleküle ionisiert, beispielsweise durch hohe Temperaturen und hohen Druck. Wenn beides vermieden werden muss, dann tun es auch Blitze mit zehntausend Volt. Oder Mikrowellen mit einigen Kilowatt Leistung. Dabei werden ein paar der Luftmoleküle zerlegt. Es entstehen freie Radikale aus Sauerstoff oder Stickstoff, es bildet sich Ozon und Wasserstoffperoxid, dazwischen schwirren freie Elektronen herum.
Es genügt bereits, wenn ein verschwindend geringer Anteil der Luft ionisiert wird. Diese Mischung macht Keimen aller Art den Garaus - egal ob Bazillen, Viren oder Schimmelpilze. Es wirkt in Sekundenschnelle.
Über kurz oder lang wird sich diese Technologie etablieren - nicht nur zur Hygienisierung von Frischobst und Gemüse sondern auch von vielen anderen Lebensmitteln. Experimentiert wird mit Nüssen, Getreide, Eiern, Käsescheiben, Milchpulver und Geflügel. Gleichzeitig wird die Anwendung des kalten Plasmas in der Medizin geprüft. Dort soll es Wasser und Seife ersetzen. "
06.02.2011
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1380687/