Darmflora als Auslöser bei MS

Darmflora als Auslöser bei MS

Beitragvon Juliane » Montag 16. Januar 2012, 12:13

Natürliche Darmflora als Auslöser bei MS


Max-Planck Gesellschaft / Nature, 27.10.2011


"Nützliche Bakterien können bei erblich Vorbelasteten die Autoimmunkrankheit verursachen Unsere natürliche Darmflora ist wahrscheinlich der lange gesuchte Auslöser der Multiplen Sklerose: Die unter normalen Bedingungen unschädlichen Bakterien können bei genetisch vorbelasteten Menschen eine Überreaktion des Immunsystems auslösen. Das berichten deutsche Forscher im Fachmagazin "Nature". Als Folge greife die köpereigene Abwehr das eigene Nervensystem an und löse damit die Multiple Sklerose aus. ........

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass auch die Darmflora des Menschen bei entsprechender genetischer Veranlagung multiple Sklerose hervorrufen kann. Die neuen Erkenntnisse könnten bedeuten, dass der Ernährung eine zentrale Rolle bei der multiplen Sklerose zukommt. Denn was wir essen, bestimmt maßgeblich, welche Bakterien den Darm besiedeln. „Veränderte Essgewohnheiten könnten beispielsweise eine Erklärung dafür sein, warum die multiple Sklerose in asiatischen Ländern in den letzten Jahren zugenommen hat“, erklärt Hartmut Wekerle, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie und einer der Autoren der Studie.

Aktivierung von Abwehrzellen im Darmtrakt
Die Forscher gewannen in ihrer Studie auch erste Einsichten dazu, wie die Darmflora zum Ausbruch der Multiplen Sklerose führen könnte: „Offenbar wird das Immunsystem in zwei Phasen aktiviert: Zunächst werden T-Zellen in den Lymphgefäßen des Darmtrakts aktiv und vermehren sich", erklärt Studienleiter Gurumoorthy Krishnamoorthy, ebenfalls vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie.

Mögliche Auslöser für die Aktivierung dieser Abwehrzellen könnten Clostridien sein, mutmaßen die Forscher. Diese Bakterien seien Bestandteil einer gesunden Darmflora und träten häufig in direkten Kontakt mit der Darmwand. Bei genetisch für MS veranlagten Menschen könnte dieser Kontakt die T-Zellen aktivieren. Dieser Schritt löse dann eine Reihe von Prozessen aus, die letztlich zu den für Multiple Sklerose typischen Entzündungsreaktionen im Gehirn führen, erklären die Forscher.

Nach Ansicht der Forscher löst diese Erkenntnis auch ein seit langem bestehendes "Henne-Ei"-Problem: Bisher war unklar, ob das Nervensystem oder das Immunsystem den Ausbruch der Krankheit auslöst. "Die Frage nach Ursache und Folge beschäftigt die multiple Sklerose-Forschung seit langem. Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass das Immunsystem die treibende Kraft ist“, sagt Wekerle.


Welche Bakterien am Ausbruch der Autoimmunerkrankung beteiligt sind, ist aber noch unklar......"

http://www.g-o.de/wissen-aktuell-14042-2011-10-27.html



Darmbakterien aktivieren Immunzellen
http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2011/11/04/darmbakterien-aktivieren-immunzellen.html
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Re: Darmflora als Auslöser bei MS

Beitragvon Kira » Donnerstag 18. September 2014, 07:46

Google-Übersetzung
Intestinale Barriere Dysfunktion entwickelt zu Beginn der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis, und kann durch adoptiven Transfer Auto-reaktive T-Zellen induziert werden

Sonika Nouri, Anders Bredberg, Björn Weström, Shahram Lavasani


Veröffentlicht: 3. September 2014

Abstrakt

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems mit einer Pathogenese mit einer dysfunktionalen Blut - Hirn-Schranke und Myelin-spezifisch, autoreaktive T-Zellen. Obwohl die Kommensale Microbiota Einfluss auf die Krankheitsentstehung scheint, bleibt Verordnung der Wechselwirkungen zwischen luminalen Antigene und Schleimhaut immun Elemente unklar. Hier wir geprüft, ob die Darm-Schleimhaut-Barriere auch bei dieser Krankheit ausgerichtet ist. Experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE), die prototypische Tiermodell der MS, wurde eine aktive Immunisierung oder durch adoptiven Transfer autoreaktive T-Zellen isoliert von diesen Mäusen ausgelöst. Wir zeigen erhöhte intestinale Permeabilität, eine Überexpression von der engen Kreuzung Protein Zonulin und Veränderungen im Darm Morphologie (erhöhte "Crypt" Tiefe und Stärke der Submukosa und Muscularis Schichten). Diese intestinale Symptome wurden nach 7 Tagen gesehen (d. h. das Auftreten von neurologischen Symptomen preceding) und 14 Tage (d.h. in der Phase der Lähmung) nach Immunisierung. Wir zeigen auch eine erhöhte Infiltration der Proinflammatory Th1/Th17-Zellen und eine geringere regulatorische T-Zell-Reihe in den Darm Lamina Propria, Peyer Patches und mesenterischen Lymphknoten. Adoptiven Transfer auf gesunde Mäuse Encephalitogenic T-Zellen, isoliert von EAE-kranke Tiere, führte zu Darm Änderungen aus der Immunisierung Verfahren ähnlich. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Störungen der intestinalen Homöostase einer frühen und immun-vermittelte Veranstaltung in EAE. Wir schlagen vor, dass diese intestinalen Dysfunktion kann handeln, um das Fortschreiten der Krankheit zu unterstützen und somit mögliche therapeutisches Ziel in MS vertreten. Insbesondere kann ein wachsendes Verständnis der Regelung von tight Junctions an der Blut - Hirn-Schranke und in der Darmwand entscheidend für die Gestaltung der Zukunft innovative Therapien sein. ...


Original

Intestinal Barrier Dysfunction Develops at the Onset of Experimental Autoimmune Encephalomyelitis, and Can Be Induced by Adoptive Transfer of Auto-Reactive T Cells
Mehrnaz Nouri, Anders Bredberg, Björn Weström, Shahram Lavasani


Published: September 03, 2014

Abstract

Multiple sclerosis (MS) is a chronic inflammatory demyelinating disease of the central nervous system with a pathogenesis involving a dysfunctional blood-brain barrier and myelin-specific, autoreactive T cells. Although the commensal microbiota seems to affect its pathogenesis, regulation of the interactions between luminal antigens and mucosal immune elements remains unclear. Herein, we investigated whether the intestinal mucosal barrier is also targeted in this disease. Experimental autoimmune encephalomyelitis (EAE), the prototypic animal model of MS, was induced either by active immunization or by adoptive transfer of autoreactive T cells isolated from these mice. We show increased intestinal permeability, overexpression of the tight junction protein zonulin and alterations in intestinal morphology (increased crypt depth and thickness of the submucosa and muscularis layers). These intestinal manifestations were seen at 7 days (i.e., preceding the onset of neurological symptoms) and at 14 days (i.e., at the stage of paralysis) after immunization. We also demonstrate an increased infiltration of proinflammatory Th1/Th17 cells and a reduced regulatory T cell number in the gut lamina propria, Peyer's patches and mesenteric lymph nodes. Adoptive transfer to healthy mice of encephalitogenic T cells, isolated from EAE-diseased animals, led to intestinal changes similar to those resulting from the immunization procedure. Our findings show that disruption of intestinal homeostasis is an early and immune-mediated event in EAE. We propose that this intestinal dysfunction may act to support disease progression, and thus represent a potential therapeutic target in MS. In particular, an increased understanding of the regulation of tight junctions at the blood-brain barrier and in the intestinal wall may be crucial for design of future innovative therapies....

http://www.plosone.org/article/info%3Ad ... ne.0106335
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Re: Darmflora als Auslöser bei MS

Beitragvon Kira » Samstag 7. März 2015, 10:25

Basics Zelluläres Immunsystem von TH1 TH17

Veröffentlicht am 30.08.2013

https://www.youtube.com/watch?v=9mhBeUF ... e=youtu.be
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