Prof. Walter Willett über die Kartoffel

Prof. Walter Willett über die Kartoffel

Beitragvon Juliane » Sonntag 2. September 2012, 23:21

"Die Kartoffel ist in Amerika ein religiöses Gut", sagt Professor Walter Willett, Ernährungswissenschaftler an der Harvard University. Er lehrt "Epidemiologie und Ernährungswissenschaft", er studiert die Folgen von falschem Essverhalten und hat dazu ein Standardwerk geschrieben.

1992 hatte er in einer Studie über Frauengesundheit festgestellt, dass übermäßiger Kartoffelkonsum zu Diabetes führen könne. Es war ein Anfangsverdacht damals, aber je intensiver Willett forschte, desto mehr Gewissheit bekam er. "Wer Kartoffeln isst, produziert mehr Insulin als beim Konsum von purem Zucker", sagt er. "Das erzeugt Hunger." Früher, als sich die Menschen mehr bewegten, war das kein Problem. Heute führt das zu Übergewicht, zu Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzinfarkt......

Professor Willett hat einen Termin bei den National Institutes of Health in Bethesda nahe Washington. Ein kleiner Kreis von Experten, Medizinern, Ernährungswissenschaftlern ist gekommen, Willett will sie auf die dritte Auflage seines Buchs "Ernährungsepidemiologie" vorbereiten. Es ist ein wichtiges Ereignis, die dritte Auflage seines Buchs, der Bibel der Branche. Es rechtfertigt eine eigene Veranstaltung in der wichtigsten Behörde für biomedizinische Forschung in der Welt. Es habe viele neue Erkenntnisse gegeben, sagt Willett, die dritte Auflage werde erheblich umfangreicher werden als die zweite, und nicht alles, was neu sei, passe ins Buch. Aber an der Struktur, an den Kapiteln habe sich nicht viel geändert. Nur ein Kapitel hat er eingefügt. Kapitel 16.

"Es ist leider nötig geworden", sagt er.

Es handelt nicht von Ernährung. Es handelt von der Politik.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-86752099.html
Juliane
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