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Neuer Skandal in der Fleischwirtschaft

BeitragVerfasst: Freitag 23. Februar 2007, 07:57
von Kai Uwe
Aktuelle Recherchen von foodwatch haben einen neuen Skandal der Fleischwirtschaft ans Licht gebracht: Einen unkontrollierten Handel mit tierischen Abfällen und den illegalen Schmuggel mit Tiermehl. Auf einer äußerst gut besuchten Pressekonferenz hat foodwatch gestern die Untersuchungen veröffentlicht. Zeitgleich wurde eine neue Mitmach-Aktion gestartet, bei der jeder Bürger Minister Horst Seehofer dazu auffordern kann, die Missstände zu beseitigen.

Die Recherchen, die foodwatch über ein Jahr lang betrieben hat und die die Ermittler bis nach Vietnam führten, beweisen, dass die Regelungen für den Umgang mit Schlachtabfällen im großen Maßstab missachtet wurden. Allein im Jahr 2005 haben deutsche Unternehmen Tausende von Tonnen Tiermehl exportiert in Länder mit denen kein entsprechendes Abkommen besteht. Es gibt Hinweise, dass sie dort an landwirtschaftliche Nutztiere verfüttert wurden, was seit der BSE-Krise in der Europäischen Union (EU) verboten ist. Auf diese Weise können die Abfälle zurück in die Nahrungskette gelangen – und womöglich zurück in die EU und nach Deutschland. foodwatch hat Strafanzeige gegen verdächtige Firmen, unter anderem die PHW-Gruppe (Wiesenhof-Hähnchen) und zuständige Kreisbehörden in Niedersachsen gestellt. Sie waren nach Auffassung von foodwatch an dem illegalen Export von tierischen Abfällen beteiligt.

Viele Radio- und auch Fernsehsender berichteten am Tag der Pressekonferenz, heute ist der Skandal in vielen Zeitungen, Onlinemedien und Radiosendern Thema. Ein Vertreter des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums hat im ZDF-Fernsehen im "heute journal" vom 21.02.2007 den Verstoß gegen EU-Recht eingeräumt, die Exporte sollen gestoppt worden sein.

foodwatch fordert den Bundesverbraucherminister und derzeitigen EU-Ratspräsident Horst Seehofer auf, für sichere Regelungen bei tierischen Abfällen zu sorgen. Es kann nicht sein, dass Computerschrott und Autos kontrollierter entsorgt werden müssen, als Abfälle der Fleischwirtschaft. foodwatch hat dazu eine neue Protest-Aktion gestartet, jede Stimme zählt!

JETZT im Internet mitmachen unter:

http://foodwatch.de/kampagnen__themen/fleisch/tiermehl_schmuggel/mitmach_aktion/

In der Rubrik "Tiermehl-Schmuggel" finden Sie auch den Bericht vom "heute journal" mit Statements von foodwatch-Campaigner und Veterinärmediziner Matthias Wolfschmidt, weitere Medientipps sowie Fotos von der Pressekonferenz. Außerdem ausführliche Hintergrundinformationen und die Strafanzeigen sowie den foodwatch-Report „Die Tiermehl-Schmuggler“ kostenlos als PDF-Dokument zum Herunterladen.

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das foodwatch-Team