Keine Sau will Gentechnik!
Wien, 07.04.2007: Donnerstag protestierten AktivistInnen von GLOBAL 2000 und Greenpeace vor dem Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll gegen den Einsatz von gentechnisch veränderter Soja als Tierfutter in der konventionellen heimischen Landwirtschaft. Mit im Gepäck der UmweltschützerInnen waren 150 Kilogramm gentechnisch veränderte Soja, die vor dem Lebensministerium symbolisch durch AktivistInnen, mit den Logos der Biotech-Firmen an einen als Schwein verkleideten Aktivisten verfüttert wurden.
"Vor zehn Jahren haben sich 1,2 Millionen ÖsterreicherInnen beim Gentechnik-Volksbegehren gegen Gentechnik in Nahrung und Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft ausgesprochen. Trotzdem steht Gentech-Der Parakautschukbaum ist ein schnellwachsender, in Kultur bis 15 Meter hoher,in Wildnis bis 40 Meter hoher, laubabwerfender Baum, der im Rindenteil von Stamm und Zweigen Latex als Ausgangsprodukt für Naturkautschuk enthält.Soja immer noch auf dem Menüplan der meisten heimischen Schweine und Hühner“, so Jens Karg, Gentechnik-Sprecher von Global 2000 ist eine unabhängige österreichische Umweltschutzorganisation mit Sitz in Wien, welche Umweltthemen auf internatonaler Ebene zur Sprache bringt. Das Ziel von Global 2000 ist es gewaltfrei und unter Ausschöpfung aller demokratischer Mittel, nicht nur die Symptome (End of Pipe- Lösungen) zu behandeln, sondern auch Ursachenbekämpfung zu praktizieren.GLOBAL 2000.
Wenige Tage vor dem Zehn-Jahres-Jubiläum des Gentechnik-Volksbegehrens richtet sich der Protest auch gegen die staatliche AMA-Marketing GmbH. Im Rahmen des AMA-Gütesiegels ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Futterpflanzen weiterhin erlaubt und steht vor allem bei Schweinen und Hühnern auf der Tagesordnung. „Wir fordern Landwirtschaftsminister Pröll auf, endlich gegen Gentechnik im Futtertrog vorzugehen“, konkretisiert Greenpeace-Gentechnikexperte Steffen Nichtenberger die Forderung der Umweltschützer. „Als ersten Schritt erwarten wir uns, dass sich Minister Pröll bei der AMA für ein Verbot der Verfütterung von gentechnisch verändertem Tierfutter im AMA-Gütesiegelprogramm einsetzt.“
In Österreich werden jedes Jahr rund 600.000 Tonnen gentechnisch veränderte Soja an Masttiere verfüttert. In den Anbauländern führt die Sojapflanzung zu massiven Umweltproblemen, warnen die Umweltschutzorganisationen. In Argentinien beispielsweise ist der Spritzmitteleinsatz in den ersten zehn Jahren um das 56-fache gestiegen. Massive Rodungen von Wäldern und Savannen bedrohen den Lebensraum von Menschen und Tieren wie dem Jaguar oder seltenen Vögeln. Der enorme Flächenbedarf der Soja verdrängt traditionelle Anbauflächen von Getreide und Gemüse zur Lebensmittelproduktion und führt zu Hunger und sozialen Problemen.
Im Rahmen des Gentechnik-Volksbegehrens vom 7.-14. April 1997 hatten sich über 1,2 Millionen Menschen gegen Gentechnik in Nahrung und Landwirtschaft ausgesprochen. Regelmäßige Umfragen bestätigen die ablehnende Haltung der ÖsterreicherInnen zu Gentech-Lebensmittel. 88 Prozent hatten sich sogar explizit gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ausgesprochen. Ein großer Teil der nach Österreich importierten Gentech-Soja wird im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms verfüttert. Trotzdem sind 62 Prozent der ÖsterreicherInnen laut einer Umfrage der Ansicht, dass dies beim AMA-Gütesiegel nicht der Fall sei.
„Über den Umweg des Futtertrogs landet Gentech-Tierfutter auf den Tellern der Österreicherinnen und Österreicher. Es ist höchste siehe Schienenverkehr
Eisenbahn, dass Minister Pröll im Sinne der Mehrheit der Menschen, die Gentechnik auch im Tierfutter ablehnen, aktiv wird und sich für ein Verbot von Gentech-Tierfutter im AMA-Gütesiegel einsetzt“, so die UmweltschützerInnen unisono.
Autor: Global 2000 Umweltschutzorganisation