" Kupfer im Biolandbau
„Beim Obst- oder Gemüsebau wird mehr gespritzt als auf konventionellen Flächen, noch dazu mit schädlicheren Chemikalien. … Bioäpfel werden zwölf- bis achtzehnmal mit Kupfer und Schwefel gespritzt. ... Kupfer ist ein Schwermetall, das wir nie wieder aus den Böden kriegen. Es schädigt massiv das Bodenleben ... “ (Pollmer auf http://www.cicero.de)
Das Schwermetall Kupfer ist (anders als Quecksilber oder Kadmium) ein essenzielles Spurenelement und wirkt erst in höheren Dosierungen giftig. Es ist neben Schwefel das einzige Mittel, das Ökobauern gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau einsetzen dürfen. Auch konventionelle Bauern verwenden es immer noch, wenn synthetische Fungizide versagen oder um Resistenzen bei Schädlingen vorzubeugen.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes verbraucht der Ökolandbau in Deutschland 20 Tonnen Kupfer im Jahr, die konventionelle Landwirtschaft 300 Tonnen. Eingesetzt wird Kupfer insbesondere beim Anbau von Hopfen, Weintrauben, Kartoffeln und Obst. Aus der konventionellen Landwirtschaft, wo Kupfer früher in Mengen von 35 bis 40 Kilogramm je Hektar (kg/ha) eingesetzt wurde, ist bekannt, dass sich das Schwermetall im Boden anreichern und negativ auf das Bodenleben, insbesondere auf Regenwürmer, auswirken kann. Deshalb ist der Einsatz von Kupfer für Ökobauern streng limitiert.
Obstbauern (auch ökologische) dürfen Kupfer generell nur vor der Blüte einsetzen. Je nach Blütezeit und Wetter sind das zwei oder drei, selten mehr Spritzungen. Biobauern dürfen laut EU-Öko-Verordnung insgesamt pro Jahr maximal 6 kg/ha Kupfer ausbringen. Die deutschen Anbauverbände haben diese Menge auf 3 kg/ha (Hopfen 4 kg/ha) halbiert. Dadurch ist sichergestellt, dass es nicht zu einer kurzfristigen Anreicherung im Boden kommt. (Lesen Sie hierzu auch das Interview)
Zur Abschätzung: Natürliche Böden enthalten zwischen 2 und 40 mg/kg Kupfer, im Schnitt also etwa 20 mg/kg. Der oberste Meter Boden enthält auf einem Hektar Fläche im Schnitt rund 280 kg Kupfer (Bodengewicht 1400 kg/m3). Davon wird ein kleiner Teil über das Erntegut ausgetragen."
http://www.schrotundkorn.de/2008/200809b13.html