Elektrosensibler kämpft um mein Funkloch

Elektrosensibler kämpft um sein Funkloch

Beitragvon Clarissa » Montag 14. Dezember 2009, 13:33

St. Märgen
Kampf ums letzte Funkloch

Aus Protest gegen Elektrosmog haben Mobilfunkgegner in St. Märgen einen Funkmast verhüllt. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei löste die Kette einer Aktivistin, die auf dem Mast über mehrere Stunden lang ausgeharrt hatte.
Vier Mobilfunkgegner rückten am Mobilfunkmast bei St. Märgen im Hochschwarzwald an und besetzten ihn. Eine Aktivistin der Initiative „AB-StrahL e.V.“ kletterte auf die Spitze eides Mastes und kettete sich in einer spektakulären Aktion an. Als Motiv gab sie an, sie habe den ebenfalls anwesenden mutmaßlichen Handy-Strahlen-Allergiker Ulrich Weiner unterstützen wollen im Kampf um „sein“ Funkloch. Drei Männer befanden sich, eben falls mit einem „Schutzanzug“ bekleidet, am Boden vor dem Sendemast.

Der Betrieb des Mastes war dadurch nicht mehr möglich. Der Mobilfunkbetreiber forderte daraufhin die Wiederinbetriebnahme. Während amtliche Studien, wie zuletzt eine umfassende Ergebung im Auftrag des Bundesumweltministeri ums, feststellen, dass Gesundheitsrisiken durch Mobilfunkstrahlen nicht nachweisbar seien, kämpft Ulrich Weiner weiter für die Sache der „Elektrosensiblen“.

Der heute 32-Jährige ist seit acht Jahren auf der Flucht vor dem Elektrosmog der Mobilfunkstrahlung. Er werde, so Weiner, schwer krank und kollabiere, wenn er ungeschützt in das Strahlungsgebiet eines Sendemastesgerät. Seitdem lebt er in einem Wohnmobil, das eine spezielle Isolierung gegen Handystrahlung hat. Außerhalb seines mobilen Heims trägt er meist einen Schutzanzug. Nur in einem Funkloch kann er sich wie ein normaler Mensch bewegen. Doch diese selten gewordenen Refugien liegen außerhalb von Ortschaften.

So beträgt die offizielle Netzabdeckung inzwischen 99,1 Prozent. Dann muss Weiner, der seit 2004 krankgeschrieben ist und in seinem Wohnwagen von Erspartem Lebt, von Helfern mit Lebensmitteln versorgt werden und selbst das Trinkwasser aus einem Bach schöpfen. In seinem Wohnwagen hängt ein Tropf mit einem Medikamentencocktail, falls er trotz aller Vorsicht in den Einflussbereich eines Mobilfunkmastes gerät. Ein Parkplatz nahe St. Märgen ist nun schon seit vier Jahren sein Überwinterungs-Quartier.

Doch der neue Sendemast in der Nähe stört seit letztem Winter seinen letzten Rückzugsort – in anderen Funklöchern kann er nach Angaben der Unterstützer nicht regelmäßig versorgt werden. Außerdem wird er nur in St. Märgen geduldet – andernorts droht ihm eine Anzeige wegen wilden Campings. Deshalb waren insgesamt drei Unterstützer und Ulrich Weiner in strahlendichten Schutzanzügen selbst zum Handy-Mast gekommen, um gegen den Betrieb des örtlichen Senders zu protestieren. Vorher hatten sie nach Angaben von „AB-StrahL“ den Mobilfunkkonzern aufgefordert, den Mast aus Rücksicht auf „elektrosensible Menschen und solche, die es nicht werden wollen“ abzuschalten – ohne Erfolg.

Die Aktivistin, die am Freitagnachmittag den Mast bestieg, deckte den Sender mit einer speziellen Folie ab und fesselte sich selbst mit einem Schloss an dem Turm. Auf diese unbequeme Weise trotzte sie auch dem zweitweise einsetzenden starken Schneefall. Die Streifenpolizei konnte dagegen nichts ausrichten – erst das aus Göppingen herbeigerufene Sondereinsatzkommando der Polizei SEK konnte die Ketten lösen und die Frau herunterholen. Gegen die Aktivisten wird wegen „Störung von Telekommunikationsanlagen“ ermittelt.

Quelle: http://www.suedkurier.de/news/baden-wuerttemberg/bawue/art1070,4079767
- Editiert von Clarissa am 14.12.2009, 12:33 -
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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