Parlament fordert Vorsorgeprinzip bei Elektrosmog

Parlament fordert Vorsorgeprinzip bei Elektrosmog

Beitragvon Electra » Donnerstag 2. April 2009, 19:19

EU-Koordination - 02.04.2009

Elektrosmog

Parlament fordert Vorsorgeprinzip ein

http://www.eu-koordination.de/index.php?page=23&vorlage=fuenfb&id=948

Das EU-Parlament hat heute gefordert, die europäischen BürgerInnen besser vor Elektrosmog zu schützen, die Forschung über dessen Auswirkungen zu fördern sowie den Strahlenschutz zu vereinheitlichen. Der Bericht der belgischen Europaparlamentarierin Frédérique Ries von den Liberalen zur "Gesundheitsproblematik im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern" wurde mit großer Mehrheit (559:22:8) angenommen.

Das Parlament fordert, dass die potenziellen Gesundheitsrisiken aktiv erforscht und die aus dem Jahr 1999 stammenden Grenzwerte überprüft werden. Von der EU-Kommission erwarten die Abgeordneten einen jährlichen Bericht über das Ausmaß der elektromagnetischen Strahlung in der EU. Außerdem müssten endlich einheitliche hohe Schutzstandards gelten und Leitlinien für die Mitgliedstaaten erlassen werden. Mindeststandards könnten zum Beispiel auch Verbote enthalten, sodass keine Sender mehr in unmittelbarer Nähe von Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheimen oder Krankenhäusern errichtet werden dürfen.

Der Ries-Bericht enthält darüber hinaus die Forderung nach öffenltich zugänglichen Informationen und Karten über die Lage von Hochspannungsleitungen und Sendemasten. Produkte müssten in Zukunft ebenfalls gekennzeichnet werden, wieviel Strahlungsemissionen von ihnen ausgehen.

Die Europaabgeordnete Hiltrud Breyer (Deutschland, Grüne) kritisierte, dass es nicht gelungen sei, strengere Grenzwerte zu fordern, sondern lediglich eine Überprüfung der Grenzwerte. Das sei "Augenwischerei", da der betroffene Ausschuss gerade erst eine Stellungnahme abgegeben habe, die die Schwelle für den Nachweis von Gesundheitsgefahren sehr hoch legt. Diese Methodik werde von anderen Wissenschaftlern angezweifelt. Somit gelte weiterhin in den verschiedenen Mitgliedstaaten ein unterschiedliches Schutzniveau für die menschliche Gesundheit. Für "unterstützenswert" hält Breyer die Forderung, "dass die EU-Mitgliedsstaaten Elektrosensibilität wie in Schweden als Behinderung anerkennen, damit diese Menschen angemessen geschützt werden können". [jg]

Ries-Bericht
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A6-2009-0089&language=DE

Homepage von Hiltrud Breyer
http://www.hiltrud-breyer.eu/
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