Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Wieder Raumluft-MessungenSchule Nideggen

Beitragvon Juliane » Samstag 26. Februar 2011, 11:55

Nachrichten aus Aachen und der Euregio vom 25.02.2011

Nideggen: Wieder Raumluft-Messungen im Schulzentrum (11:41 Uhr)
Neue Messungen im Schulzentrum Nideggen sollen zeigen, ob dort Schadstoffe in der Raumluft sind. Darauf hat sich ein Runder Tisch bei Bürgermeisterin Margit Göckemeyer geeinigt. Bis vor drei Jahren hatten Schüler und Lehrer immer wieder über Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen und andere Beschwerden geklagt. Vor Gericht erkämpften Eltern sogar einen Schulwechsel ihrer Kinder. Die Ursachen der Beschwerden blieb trotz vieler Gutachten umstritten. Die Firma, die den Bodenbelag hergestellt hatte, zieht nun bei den neuen Untersuchungen mit. Sie hat im Ruhrgebiet nach ähnlichen Vorfällen kürzlich eine Schule saniert und will in Nideggen ebenfalls Klarheit haben. Die Messungen soll demnächst ein Umweltinstitut aus Bremen übernehmen.





Nachrichten aus Aachen und der Euregio vom 25.02.2011

Nideggen: Wieder Raumluft-Messungen im Schulzentrum (09:57 Uhr)
Im Schulzentrum Nideggen soll erneut gemessen werden, ob es Schadstoffe in der Raumluft gibt. Die Firma, die vor zehn Jahren den Bodenbelag im Schulzentrum verlegt hat, will so Gesundheitsgefahren ausschließen. Jahrelang hatten Schüler und Lehrer über Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und andere Beschwerden geklagt. Die Ursache dafür blieb aber umstritten. In einem ähnlichen Fall im Ruhrgebiet hat die Firma kürzlich eine Schule saniert


http://www.wdr.de/studio/aachen/nachrichten/index.html
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Beitragvon Tohwanga » Sonntag 6. März 2011, 15:14

Neue Luftmessungen im SCHULZENTRUM

Die Mitglieder eines Runden Tisches bei Bürgermeisterin Margit Göckemeyer haben sich am Donnerstag darauf geeinigt, mit neuen Messungen der Raumluftproblematik am Nideggener Schulzentrum noch einmal auf den Grund zu gehen.
Mit im Boot sitzt auch die Firma, die den Bodenbelag hergestellt hat. Sie hat in Hagen nach ähnlichen Vorfällen wie am Nideggener Schulzentrum eine Schule saniert.
Zunächst wird jetzt ein Umweltinstitut aus Bremen die Messungen vornehmen, die dann von einem Toxikologen ausgewertet werden.
Teilnehmer des Runden Tisches berichten von einer sehr sachlichen und guten Gesprächsatmosphäre. (sis)

Quelle: Dürener ZEITUNG vom 26.2.2011


Neue Messung in der REALSCHULE

An der Nideggener Realschule wird es eine neuerliche Untersuchung auf eine mögliche Schadstoffbelastung der Raumluft geben. Das ist das Ergebnis einer von Bürgermeisterin Margit Göckemeyer einberufenen Runde aller beteiligten Vertreter. Über Jahre hinweg hatten Lehrer und Eltern eine Sanierung der Realschule gefordert, weil die Raumluft Belastungen aufweise, die zu Krankheiten führe. Diverse Untersuchungen hatten allerdings nie eindeutige Beweise erbracht.

Bürgermeisterin Göckemeyer will diese Frage nun abschließend geklärt wissen:
„Es geht nicht darum zurück zu schauen, sondern wir wollen nach vorne blicken. Gemeinsam mit allen Beteiligten haben wir ein Institut ausgesucht, das eine neue Messung der Schadstoffe vornehmen wird. Wenn es Handlungsbedarf gibt, werden wir handeln. Ich will das Thema endgültig abschließen.“ (bugi)

Quelle: Dürener NACHRICHTEN vom 26.2. 2011
- Editiert von Tohwanga am 07.03.2011, 09:51 -
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Beitragvon Kira » Samstag 9. Juli 2011, 07:00

Keine erhöhten Schadstoffe in der Raumluft der Schulen

Von Burkhard Giesen 07.07.2011
Nideggen. Seit zehn Jahren wird in Nideggen ein erbitterter Streit ausgefochten: Gibt es in den Räumen von Grund- und Realschule für den Menschen gefährliche Substanzen, die die Gesundheit schädigen?

Der Streit ist seit Donnerstag beigelegt und die Antwort lautet: Nein. Mit einer Einschränkung.

Seit dem Jahr 2001 wurde immer wieder die Raumluft in beiden Schulen untersucht, die derzeit von zusammen 573 Schülern besucht werden. Mit den unterschiedlichsten Ergebnissen, die dann auch noch unterschiedlich interpretiert wurden. Nach neuerlichen Klagen einer Lehrerin der Grundschule im vergangenen Jahr hatte sich Bürgermeisterin Margit Göckemeyer entschieden, alte Interessensgruppen an einen Tisch zu holen, um die nach wie vor offene Frage, ob es in der Raumluft Schadstoffe gibt, abschließend, aber vor allem einvernehmlich zu klären.

Ende April hat das Bremer Umweltinstitut erneut Messungen in den Schulen durchgeführt. Das Ergebnis: Alle Grenzwerte werden unterschritten - untersucht wurden immerhin 200 Stoffe. «Die Raumluftwerte sind insgesamt vorbildlich», sagt Jürgen Karger vom Unternehmen Nora Systems, das Ende der 1990er Jahre in den Schulen Kautschukbodenbeläge verlegt hatte, die in früheren Untersuchungen für eine mögliche Schadstoffbelastung mit verantwortlich gemacht wurden.

«Die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchungen sind für uns sehr beruhigend», sagt Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Allerdings fällt ein Wert im Rahmen der neuerlichen Untersuchungen aus dem Rahmen. In vier von sieben untersuchten Räumen wurde eine erhöhte Konzentration von Dichlormethan gemessen. Ein Stoff, der sich vorwiegend in Klebern findet. «Auch für diesen Stoff werden die Grenzwerte eindeutig unterschritten. Trotzdem möchten wir der Ursache auf den Grund gehen», so Göckemeyer. Karger: «Die Auffälligkeit in diesem Fall ist, dass ein flüchtiger Stoff überhaupt da ist - trotz Belüftung.»

Die Experten stehen auch deshalb vor einem Rätsel, weil Dichlormethan nur in einzelnen Räumen nachgewiesen werden konnte, alle Räume von der Bausubstanz aber einheitlich sind. Selbst in Bodenproben konnte der flüchtige Stoff nachgewiesen werden, obwohl er in diesen ursprünglich nicht drin war. Mit Ausschlussuntersuchungen will man nun die Suche nach der Quelle aufnehmen. So soll ein Raum komplett leer geräumt und dann erneut gemessen werden. Ist die Quelle dann noch nicht entdeckt, müssen Decken und Böden entfernt werden. Nicht ausschließen können die Experten, dass die Stoffe von außen in die Räume gelangen. Theoretisch könnte sogar Klebstoff, der in Bastelstunden genutzt wird, verantwortlich sein.

Parallel soll eine toxikologische Bewertung aller Ergebnisse erfolgen. Damit soll endgültig sichergestellt werden, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann.
http://www.an-online.de/lokales/dueren-detail-an/1742091?_link=&skip=&_g=Keine-erhoehten-Schadstoffe-in-der-Raumluft-der-Schulen.html
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Beitragvon Kira » Samstag 9. Juli 2011, 14:37

Wie kann eine Bürgermeisterin von "beruhigenden Ergebnissen" sprechen, wenn bei Raumluftmessungen und Bodenproben "Dichlormethan" in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen wird und die Experten nicht wissen, wo die Quelle ist?

Welch eine Augenwischerei.

Wenn Bastelkleber die Ursache sein sollten, müssten solche Kleber sofort aus dem Verkehr
gezogen werden. Dann würden ja wohl in allen Schulen und Kitas die Kinder mit
"Dichlormethan" vergiftet.

Aber: Wie sollte Dichlormethan aus Bastelklebern in den Fußboden gelangen?
Wenn das der Fall sein sollte, müssten ja in allen Schulen und Kitas, wo Kinder mit Klebern basteln, die Fußböden mit Dichlormethan verseucht sein.
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Beitragvon Amazone » Samstag 9. Juli 2011, 15:41

Daunderer über Dichlormethan:

http://www.toxcenter.de/stoff-infos/d/dichlormethan.pdf

Zitat:
Beschaffenheit
Dichlormethan ist eine farblose, äußerst flüchtige, nicht entflammbare, süßlich riechende Flüssigkeit, die mit
organischen Lösemitteln gut, mit Wasser nur schlecht mischbar ist. Methylenchlorid ist chemisch sehr beständig.
Die Photooxidation führt zu Kohlensäure (CO2) und Salzsäure (HCl) und zu Phosgen (Gerritsen et al., 1960). Mit
Alkali- und Erdalkalimetallen, Natriumamid und mit verschiedenen Metallpulvern reagiert es heftig. Mit
Salpetersäure bilden sich explosible Verbindungen. Mit Wasser bildet es ein Hydrat (CH2Cl2 · 17 H2O), das bei
Temperaturen oberhalb von 1,6°C zerfällt. Bei höheren Temperaturen verseift das Gemisch.
....."
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Beitragvon Palau » Samstag 9. Juli 2011, 15:56

Dank an Amazone für den Hinweis.

Und was ist mit den "schlechten Entgiftern", also denjenigen, die DICHLORMETHAN aufgrund fehlender Entgiftungsenzyme nicht abbauen können?
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Beitragvon Palau » Sonntag 10. Juli 2011, 11:02

Bei Recherchen stieß ich nochmals auf den damaligen Monitor Beitrag bezüglich der Schadstoffproblematik in der Schule Nideggen.

Gefunden habe ich den Beitrag unter folgendem Link:

http://www.buergerwelle.de/pdf/monitor_30_09_04.htm

Folgende Textstellen in diesem Beitrag lassen aufhorchen: Es geht um den im oben erwähnten Zeitungsartikel erwähnten Schadstoff: DICHLORMETHAN

"Klaus Ladwig:

"Diese Blutergebnisse besagen halt dann letztendlich, dass Lia zum Beispiel 263,7 myg pro Liter TOLUOL Im Blut hat.
Normalwert wäre kleiner als fünf.

Und sie hat DICHLORMETHAN 397,5 myg pro Liter im Blut.

Der Referenzwert sagt, es dürfte gar nichts im Blut sein. Und das war dann letztendlich für uns ausschlaggebend, irgendwas zu unternehmen. Das konnten wir nicht mehr mitmachen."

Auch über 30 anderen Schülern wurde Blut abgenommen.

In jeder dritten Probe fanden sich weit überhöhte Werte der Giftstoffe TOLUOL und DICHLORMETHAN.

Die Behörden reagierten. Nicht mit Sanierung, sondern mit einem weiteren Gutachten. Das gab Entwarnung: Kaum Toluol, kaum Dichlormethan. Also keine Gefahr?

Ein weiteres Gutachten, das zeitgleich vom Landgericht Aachen in Auftrag gegeben wurde, kam zu ganz anderen, besorgniserregenden Ergebnissen:

Hier fand man TOLUOL - und auch DICHLORMETHAN sowie eine Vielzahl weiterer Schadstoffe in deutlich überhöhter Konzentration - bis zu drei mal so hoch wie empfohlen.

Diese Stoffe bezeichnet das Gutachten als "gesundheitsschädlich und entwicklungsschädigend".

Darüber spricht man bei den Behörden allerdings nicht so gern.
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Beitragvon Palau » Montag 11. Juli 2011, 21:45

Der Eintrag von KIRA bezüglich der gestrigen Sendung von Westpol gehört auch hierin.
Nämlich: Wieder wurde von der Schadstoffschule Nideggen berichtet

Anbei ein Auszug:

Kira

WDR - Westpol - 10.07. - Schadstoffe in Schulen - 11.07.2011, 08:36:25

http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2011/0710/chemie-cocktails.jsp

Chemie-Cocktails in Kitas und Klassenzimmern
a.. Sonntag, 10. Juli 2011, 19.30 - 20.00 Uhr .

Giftige Dämpfe - ein ätzendes Phänomen

Ein ätzendes Phänomen: Giftige Dämpfe im Klassenzimmer sprengen den Unterricht, machen Schulen zum Sanierungsfall. Auch Kindertagesstätten sind betroffen. Ursache sind oft beim Bau verarbeitete chemische Stoffe.
Für sich genommen sind sie häufig ungefährlich. Zusammen mit anderen können sie unberechenbar reagieren.

Beispiel 2: Das Schulzentrum Nideggen

Seit mehr als zehn Jahren "stinkt es" im Gebäude.
Viele Schüler, auch Lehrer sind erkrankt.
Die Ursache wird im Boden vermutet, konnte aber nie nachgewiesen werden.

Und so unternahm die Kommune als Schulträger nichts, obwohl es weiter stank. Die neue Bürgermeisterin Margit Göckemeyer will nun endlich Klarheit und hat noch mal in Klassenräumen messen lassen.
Aber auch mit diesen Ergebnissen ist die Ursache nicht gefunden.
Und damit sieht die Stadt keinen Anlass zu sanieren.

Der Schadstoff-Sachverständige Wolfgang Lorenz kennt solche Fälle.
Er warnt davor, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen.
"Ich kann mich als Gutachter rein auf die Messergebnisse stützen. Wenn ich nichts finde, heißt das ja nicht, dass nichts da ist.
Und was mich dann immer sehr stört ist, wenn es stark riecht, also unangenehm riecht bis stinkt, dass man dann sagt:
'Ich finde nichts in der Luft, also ist alles in Ordnung.'
Dann muss ich trotzdem den Fall sehen und sagen, ich finde die Ursache zwar nicht, aber es stinkt trotzdem.
Also haben wir ein Problem."Gefordert: Verbindliche Anwendungstests
Wie wirken Materialkombinationen? Chemie-Cocktails aus verschiedenen Baustoffen und Feuchtigkeit lassen sich oft nicht nachweisen.
Der Experte fordert deshalb verbindliche Anwendungstests, bevor etwa ein neuer Bodenbelag zugelassen wird.
"Man muss einerseits die Kombinationen testen und herausfinden, was passiert, wenn drei Stoffe kombiniert werden.
Und dann müsste man sehr gründlich darüber nachdenken, wie der Untergrund geprüft wird", so Wolfgang Lorenz.

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Gruß Kira
Palau
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Beitragvon Kira » Dienstag 12. Juli 2011, 00:07

und das hier habe ich noch gefunden:
http://www.1a-krankenversicherung.de/nachrichten/gift-daempfe-in-der-schule-gefaehrden-gesundheit-11935
Gift-Dämpfe in der Schule gefährden Gesundheit
Montag, 04. Jul 2011, 12:35
Die Luft in vielen Schulen im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist offenbar mit schädlichen Stoffen belastet: Die gefährlichen Verbindungen können zu gesundheitlichen Schäden führen, was Schüler daran hindert, am Unterricht teilzunehmen. Neue Regelungen sollen Sanierungen von betroffenen Schulen ermöglichen.

Gefährliche Gase können Gesundheit der Schüler belasten
In der Stadt Nideggen in Nordrhein-Westfalen ist eine Schülerin wegen gefährlicher Gift-Dämpfe erkrankt. Toxikologen erklären, dass es sich bei den Gasen um kohlenstoffhaltige Stoffe handelt, die leicht verdampfen, sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC). Laut RP-online vermuten Toxikologen, dass in der Grundschule “Burgblick” in Nideggen der neue Bodenbelag die giftigen Gase verursacht hat. Sigrid Beer, Landtags-Abgeordnete in NRW, erklärt, dass der Klebstoff, der für das Verlegen benutzt wurde, eine gefährliche chemische Verbindung mit dem Boden eingegangen ist. Messungen zeigen, dass bundesweit rund ältere 5.000 Schulgebäude mit Umweltgiften wie PCB oder Asbest belastet sind, immer häufiger aber auch neue Schulen.

Gefährliche Giftstoffe gelangen in die Luft
Experten des Umweltbundesamtes erklären, dass bereits bei niedrigen Temperaturen kohlenstoffhaltige Stoffe als Gas in der Luft vorliegen können. Laut Ärzten und Toxikologen seien Schadstoff-Cocktails am gefährlichsten: Wegen unzureichender Daten sind aber die gesundheitlichen Folgen nicht exakt einzuschätzen. Laut Innenraumlufthygiene-Kommission sollten VOC-Werte von einem bis drei Milligramm pro Kubikmeter nicht überschritten werden.

Vergiftete Luft kann krank machen
Bei einigen Schülern wurde eine sogenannte “Multiple Chemikalienunverträglichkeit” diagnostiziert, was durch die VOC-Gase in der Umgebungsluft ausgelöst wurde. Eltern bemerkten einen auffälligen Geruch in den Haaren ihrer Kinder und Hautausschläge. Außerdem leiden Betroffene an grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und leichtem Fieber. Normalerweise sind die VOC-Konzentrationen in der Luft sehr gering und führen selten zu gesundheitlichen Problemen. Das Umweltbundesamt erklärt, dass insbesondere nach Bau- und Renovierungsarbeiten gefährliche Gase entstehen können, die der Gesundheit schaden. Geruchsbelästigungen oder Reizungen sind Symptome einer gefährlichen Verbindung. Die Chemikalien-Verbotsverordung sorgt dafür, dass diese Stoffe nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Gefahrenstoffe reduzieren
Die NRW-Politiker der Grünen fordern, dass die Landesregierung die Regeln für die Gefahrenstoffe überarbeitet: Insbesondere sollen spezielle Grenzwerte für Heranwachsende festgelegt werden. Das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen arbeitet derzeit an einem landesweiten “Masterplan Umwelt und Gesundheit”: Umweltminister Johannes Remmel erklärt, dass der Schutz der Kinder vor Belastungen und schädlichen Gefahrenstoffen in Innenräumen in den Mittelpunkt der Betrachtung treten müsse.

Sanierungen der Schulen zu teuer
Obwohl in vielen Schulen toxikologische Messungen gefährliche Giftstoffe in der Umgebungsluft bestätigten, setzen sich Städte und Gemeinden nicht immer für eine Sanierung der Schulen ein, da Renovierungsarbeiten u.a. zu teuer wären. Bürgermeisterin der Stadt Nideggen, Margit Göckemeyer, erklärte, dass sich aus den Gutachten und Messungen kein Grund für eine Sanierung ergeben hätte. Die Bezirksregierung Köln reagierte ähnlich und schiebt die Verantwortung auf den Schulträger. Nun sollen neue Messungen Klarheit bringen.
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Beitragvon Kira » Mittwoch 13. Juli 2011, 21:48

Im Fall der Schadstoffbelastungen im Schulgebäude Nideggen hat sich vor einigen Jahren der leider viel zu früh verstorbene kompetente Umweltmediziner Dr. Fabig in einem Brief an den in die Problematik Nideggen involvierten Prof. Ewers folgendermaßen geäußert:

"In einem Klassenraum wird DICHLORMETHAN nachgewiesen.

Die Klasse hat 25 Schüler.

Dieser Stoff wird unter gleichen Bedingungen - täglich - immer wieder in gleicher ("niedriger") Konzentration gemessen. Diese konstante Konzentration löst bei 20 Schülern die ganze Zeit über keine Beschwerden aus. Diese 2o sind wahrscheinlich Konjugierer.

Sie besitzen das Enzym Glutathion-S-Transferase T1, das zur Metabolisierung und Auscheidung von Mono- und Dihalomethanen notwendig ist.

Fünf Schüler haben jedoch zunehmende Atemwegsbeschwerden und Befindlichkeitsstörungen. Sie sind Nicht-Konjugierer.

Sie können Dichlormethan nicht metabolisieren.

Sie kumulieren wahrscheinlich diesen Stoff, den sie nur ungenügend ausscheiden können.

Etwa bei 20 % liegt der normale Anteil der Nicht-Konjugierer in unserer Bevölkerung.

Der Umgang mit Betroffenen und Patienten kann nicht allein davon bestimmt werden, welche Grenzwerte gerade existieren oder auch nicht oder warum sie wieder einmal heruntergesetzt werden mussten.

Auch ich warte nicht auf den Tag, an dem das zunehmende Wissen über Polymorphismen im Fremdstoffmetabolismus die Grenzwerte relativieren oder sogar abschaffen wird.

Ich muß jetzt entscheiden.

Und das jetzige Wissen sagt mir: Beschwerden sind möglich. Dem muß nachgegangen werden."
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Beitragvon Palau » Donnerstag 14. Juli 2011, 21:42

hallo Kira,

das ist aber eine wichtige Information.

Recht herzlichen Dank für diesen Eintrag.
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Beitragvon Kira » Samstag 16. Juli 2011, 07:52

Amtliche Bekanntmachung der Stadt Nideggen
Die Bürgermeisterin informiert:

".... Die Ergebenisse der im April 2011 im Schulzentrum Nideggen durchgeführten Raumluftuntersuchungen liegen jetzt vor.
Die aktuellen Messwerte zeigen, dass die gemessene Raumluft keine auffälligen Emissionsraten aufweist.
Zulässige Richtwerte der gemessenen Stoffe werden unterschritten. Das ist eine gute Nachricht für das Schulzentrum!
Es erfolgt nun noch eine toxikologische Bewertung aller Messergebnisse. Hierbei soll auch die Ursache für die etwas erhöhten Werte von Dichlormethan in den Klassenräumen ermittelt werden.
Dichlormethan ist eine äußerst flüchtige Substanz.
Es ist für alle Fachleute sehr erstaunlich, dass dieser Stoff in einigen Klassen vorhanden ist, in anderen aber nicht.
Alle Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Stoff nicht von dem verlegten Bodenbelag ausgeht.
Eine Gefahr für das Schulpersonal und die Schüler besteht nicht und der Schulbetrieb geht weiter......"

http://www.nideggen.de/
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Beitragvon Kira » Samstag 16. Juli 2011, 08:07

Gift-Dämpfe in der Schule gefährden Gesundheit
bei http://blog.sentinel-haus.eu/2011/07/gift-dampfe-in-der-schule-gefahrden-gesundheit/

Kommentar von Dr. Rainer Bruns (Baubiologe)
\"Zum gleichen Thema steht auf der Internetseite der Rheinischen Post ein Artikel. Darin finden sich auch die im obigen KV-Bericht erwähnten Ausflüchte der lokalen Entscheidungsträger in Nideggen.
Zitat: “Mir lagen verschiedene Messungen, Gutachten und Ergebnisse vor, aus denen sich kein rechtlicher Handlungsbedarf ergab”, erklärt Margit Göckemeyer, Bürgermeisterin der Stadt Nideggen. Auch die Bezirksregierung Köln sah keinen Grund, aktiv zu werden. “Die Klärung des Falls liegt ganz klar beim Schulträger”, erläutert eine Sprecherin. Zitat Ende
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Gift-Daempfe-machen-Schueler-krank_aid_1012651.html

Eigentlich unglaublich: Schüler werden krank und der Amtsschimmel beruft sich lediglich auf Gesetze und Verordnungen. Oder erklärt sich für nicht zuständig.
Nicht nur beim normalen Verbraucher, auch in den Amtsstuben muss ein Umdenken stattfinden. Deshalb ist die NRW-Initiative zu begrüssen.\"
- Editiert von Kira am 16.07.2011, 09:08 -
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Beitragvon Kira » Dienstag 19. Juli 2011, 07:37

Zitat: "Zulässige Richtwerte der gemessenen Stoffe werden unterschritten. Das ist eine gute Nachricht für das Schulzentrum!"

Die Politik versucht eine Problematik von Schadstoffbelastungen in Schulgebäuden immer wieder zu verharmlosen und herunterzuspielen mit den Hinweisen: Die zulässigen Grenz- bzw. Richtwerte werden "unterschritten".
Hätte die Bürgermeisterin sich einmal mit der Problematik von Schadstoffen in Schulgebäuden auseinandergesetzt, hätte sie in Erfahrung gebracht, dass Grenzwerte/Richtwerte nur für Einzelstoffe gelten. Bei Schadstoffbelastungen in Innenräumen von Schulgebäuden liegt jedoch immer eine Misch-exposition vor.


Zitat: "Eine Gefahr für das Schulpersonal und die Schüler besteht nicht und der Schulbetrieb geht weiter......"

Woher weiß eine Bürgermeisterin, die weder Medizinerin, Umweltmedizinerin oder Toxikologin ist, dass keine Gefahr (gemeint ist hier wohl "Gesundheitsgefahr") für Schulpersonal und Schüler besteht? Ist das nicht Amtsanmaßung?

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Schadstoffe nicht nur additiv, sondern meist sogar gegenseitig verstärkend wirken(Kombinationswirkungen). Insbesondere Schadstoffe aus einem VOC-gemisch, wirken bekanntlich vorrangig gegenseitig verstärkend.

Auch Einzelschadstoffe, die "unterhalb" der sog. Grenzwerte/Richtwerte liegen, können aufgrund von Kombinationswirkungen somit schon "gesundheitsschädlich" sein.
Zudem muss bei der Beurteilung von Schadstoffkonzentrationen ebenfalls berücksichtigt werden, dass es genetisch bedingt "gute" und "schlechte" Entgifter gibt (s. Beitrag oben)
Selbst im Niedrigdosisbereich müssen Langzeitemissionen berücksichtigt werden, denen Lehrpersonal und Schüler/innen ausgesetzt sind.

In einem Schadstoff-gemisch ist nun im Schulgebäude Nideggen auch noch das Gift "Dichlormethan" nachgewiesen worden, ein Stoff, der aufgrund seiner nachweislich gesundheitsschädlichen Wirkung und der Tatsache, dass er im Verdacht steht, Krebs auzulösen, in Abbeizern verboten ist und seit etwa 1990 nicht mehr als Treibmittel in Haarsprays enthalten ist.
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Beitragvon Stier » Donnerstag 1. März 2012, 15:30

Folgender Artikel bezüglich der Finanzlage der Stadt Nideggen wurde mir heute zugemailt:



Pest, Cholera und der Sparwille



Von Burkhard Giesen 29.02.2012, 17:35


Nideggen.


Das Ziel ist klar umrissen: Bis zum Jahr 2016 muss die Stadt Nideggen in der Lage sein, ihre Ausgaben jährlich um vier Millionen Euro zu senken. Wie das gelingen soll, dürfte derzeit nicht nur Verwaltung und Politik schleierhaft sein.

Ein Szenario haben in der Ratssitzung am Dienstag die Vertreter der Gemeindeprüfanstalt vorgelegt:

Um die notwendige Summe einzusparen, müsste die Stadt ihre Grundsteuer B - also die Abgabe auf Wohneigentum - von derzeit 450 Prozentpunkten auf 1850 Prozentpunkte im Jahr 2021 steigern. Ein Szenario, bei dem die versammelten Ratsvertreter blass wurden und es auch nur begrenzt half, dass der GPA-Prüfer sich beeilte den Satz «Genau dieses Szenario wollen wir verhindern helfen» hinterher zu schieben.

Am Stärkungspakt des Landes muss die Kommune teilnehmen. Als Gegenleistung für die enormen Sparanstrengungen wird die Stadt bis 2016 jährlich einen Zuschuss in Höhe von 850 000 Euro erhalten.

Wie begrenzt dieser Zuschuss die Kommune unterstützt, zeigt der Haushaltsentwurf für 2012, den Bürgermeisterin Margot Göckemeyer zur Ratssitzung vorgelegt hat: Das Minus liegt inklusive Zuschuss bei vier Millionen Euro und wird nach der bisherigen Planung bis 2016 eher ansteigen.

«In NRW gibt es nur noch elf Kommunen mit einem echten Haushaltsausgleich. Wir wollen uns nicht dem Sparwillen verweigern, aber trotz aller Maßnahmen auch schon in den letzten zwei Jahren ist es uns nicht möglich, Einnahmen und Ausgaben unter einen Hut zu bringen», betonte Göckemeyer.

«Wir diskutieren viel über Griechenland - wir müssen in Deutschland aber auch dringend über die Finanzausstattung für die Kommunen sprechen», forderte Göckemeyer weiter, die von einem Verlust des kommunalen Handlungsspielraumes spricht. Den hingegen bemühen sich die GPA-Prüfer besonders zu betonen. «Letztlich sind Sie im Rat in der Verantwortung. Sie treffen die Entscheidung, wo zu sparen ist», so der GPA-Vertreter.

Dass es eher die Entscheidung zwischen Pest und Cholera ist, spielt offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Deutlich wurde die Crux zwischen dem Anspruch zu sparen und dem Willen, kommunal handlungsfähig zu bleiben, bei der Diskussion über die Prioritätenliste für 2012.

Genau 30 Investitionsmaßnahmen hat die Verwaltung in der zu beschließenden Liste aufgeführt.

Unglücklich sei das, man solle die einzelnen Posten der Liste noch mal diskutieren und schauen, wo noch gespart werden könne, argumentierte die Politik einhellig - noch geschockt von dem Grundsteuer-Szenario. Eine halbe Stunde später wurden dann 25 von 30 Punkten durchgewunken. Lediglich bei der Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge erkannte man erneuten Diskussionsbedarf. Hier will man nun schauen, ob nicht auch gebrauchte Fahrzeuge gekauft werden können.
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Beitragvon Jens R » Sonntag 4. März 2012, 16:36

Mir ist zu Ohren gekommen, dass mittlerweile die toxikologische Bewertung bezüglich der letzten Messungen im Schulgebäude Nideggen vorliegen soll.
Auf diese Bewertung war schon im Juli 2011 in einem Zeitungsartikel hingewiesen worden.

\"Die Ergebnisse der im April 2011 im Schulzentrum Nideggen durchgeführten Raumluftuntersuchungen liegen jetzt vor.\"
....\"Es erfolgt nun noch eine \"toxikologische Bewertung\" aller Messergebnisse.
Hierbei soll auch die Ursache für die etwas erhöhten Werte von Dichlormethan in den Klassenräumen ermittelt werden.
Dichlormethan ist eine äußerst flüchtige Substanz. \"


Mich würde einmal interessieren, ob es bezüglich dieser toxikologischen Bewertung schon eine Pressemitteilung gibt.
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Beitragvon Mia » Montag 5. März 2012, 08:00

Vielleicht ist es auch entscheidend, ob das Meßinstitut unabhängig arbeitet oder an eine Universität angeschlossen ist!
Meine Erfahrung läßt mich das vermuten. Raumluft- und Haustaubuntersuchungen im Rahmen einer Nachuntersuchung eines privaten Gebäudes wurden anders und sogar mit einem Hinweis vorab in psychologischer Richtung (Unterstellung, dass die Symptome rein psychologisch seien) durchgeführt.
Als unabhängiges Institut sah das Jahre vorher noch gnz anders aus. Mag sein, dass
ich unrecht habe, aber für mich bleibt dieses Unbehagen, das auf ernste Hinweise der Bewohner nicht eingegangen wurde.

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Beitragvon Stier » Dienstag 3. April 2012, 21:58

Heute wurde mir folgender Zeitungsartikel bezüglich der Finanzlage der Stadt Nideggen zugemailt:

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/dueren-detail-an/2261612?_link=&skip=&_g=Die-letzte-Chance-Sparen-als-Kraftakt.html

Die letzte Chance: Sparen als Kraftakt


Von Burkhard Giesen 02.04.2012, 18:16

NIDEGGEN

Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, die den Nideggener Politikern durchaus eine «sachliche Gesprächskultur» attestieren. Dr. Klaus-Peter Timm-Arnold und Olaf Schwickardi von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) müssen den Nideggener Politikern quasi berufsbedingt auf die Finger klopfen.

Timm-Arnold ist Leiter der so genannten Task Force «Stärkungspakt Finanzen», also der Abteilung, die in NRW 32 klamme Kommunen bei dem Unterfangen berät, so viel Geld einzusparen, dass sie allerspätestens in zehn Jahren die Verschuldungspolitik gestoppt haben und wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können. Schwickardi leitet die Gruppe der Berater in Nideggen, die alle Einnahmen und Ausgaben der Stadt auf den Prüfstand stellt und dann die entsprechenden Empfehlung für die Politiker im Stadtrat abgibt.

«Ich war überrascht, dass über alle Parteigrenzen hinweg auch zu strittigen Fragen die sachliche Ebene in der Diskussion nicht verlassen wurde», berichtet Schwickardi von der ersten Beratungsrunde. Ein eindeutiges Lob. Dabei haben die Gemeindeprüfer, die sich in diesem Sondereinsatz als Berater verstehen, keinen leichten Job. Immerhin drängt die Zeit.

Bis zum 30. Juni muss Nideggen der Bezirksregierung einen Haushaltssanierungsplan vorlegen, mit dem deutlich wird, wie die hoffnungslos überschuldete Kommune das Haushaltsdefizit abbauen will. Nicht leicht wird der Job aber auch deshalb, weil die Berater schnell in die Rolle des Buhmanns gedrängt werden könnten. Im Jahr 2007, als die GPA die Finanzsituation der Stadt letztmals untersuchte, warfen die Prüfer eine einfache Frage auf: Muss eine finanziell klamme Kommune 18 Spielplätze, fünf Sportplätze, drei Sportheime, neun Friedhöfe, sechs Leichenhallen, fünf Sporthallen, sechs Feuerwehrgerätehäuser, fünf Bürgerhäuser und zwei Lehrschwimmbecken unterhalten?

Die Antwort aus GPA-Sicht lag auf der Hand. «Mindestens die Hälfte der Themen wird wieder auf unserer Liste stehen», sagt Olaf Schwickardi. «Unpopulär sind aber alle Maßnahmen, die wir vorschlagen.» Wohl gemerkt: Es sind nur Vorschläge, entscheiden muss die Politik selbst. «Für viele Kommunen ist das die letzte Chance, in einem geordneten Prozess die Handlungsfähigkeit zurück zu erlangen», sagt Dr. Klaus-Peter Timm-Arnold. Vielleicht ist das mit eine Aufgabe der Berater: Den Zeigefinger zu heben und deutlich zu machen, wie ernst die Lage ist.

Schwickardi und Timm-Arnold geht es in vielen Fällen um Grundsatzbeschlüsse, die den Weg zur Konsolidierung ebnen sollen. Schwickardi: «In einer Diskussion ist jedem klar, dass eine Vielzahl an Trauerhallen und Sportplätzen allein aufgrund der demografischen Entwicklung auf Dauer nicht mehr genutzt werden.» Soll heißen: Sobald man ins Detail einsteigt besteht die Gefahr, dass diese Erkenntnis ignoriert wird, weil jeder den eigenen Sportplatz behalten will.

Fertige Lösungen haben die Berater der Gemeindeprüfungsanstalt nicht parat. «Man muss quer denken, kreativ denken», sagt Schwickardi und nennt ein allgemeines Beispiel. «Man muss heute darüber nachdenken, welche Schulen wir in fünf bis zehn Jahren noch brauchen.» Draus könnte man zum Beispiel ableiten, ob es nicht sinnvoller wäre, alle Grundschulen in einer zusammenzufassen, oder Grundschulen mit Kindergärten in einem statt in zwei Gebäuden unterzubringen.

Dass der Abbau von Infrastruktur problematisch sein kann, darüber sind sich die Berater im Klaren. Schwickardi: «Natürlich ist es nicht sinnvoll, wenn eine Kommune, die gezielt um junge Familien wirbt, gleichzeitig viele Spielplätze abbaut.» Aber: «Wenn die Bevölkerung immer weiter schrumpft, muss sich das auch im Abbau der Infrastruktur niederschlagen.»

Zumindest dann, wenn eine Kommune sich die Infrastruktur nicht mehr leisten könne. Zumal die Alternative auch nicht verlockend klingt. «Man kann jetzt in einem Kraftakt mit Rat und Verwaltung die Handlungsfähigkeit wiederherstellen», sagt Timm-Arnold. Und: «Die Alternative, dass der Sparkommissar kommt, kann niemand wollen.»
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Wieder Raumluft-MessungenSchule Nideggen

Beitragvon Palau » Montag 30. April 2012, 21:39

Hallo Jens,
auch mir ist mittlerweile zu Ohren gekommen, dass eine toxikologische Bewertung vorliegen soll. Und zwar soll der Toxikologe schon im Februar persönlich in Nideggen gewesen sein und seine Bewertung vorgetragen haben.
Er soll zu dem Ergebnis gekommen sein, dass die Werte für Dichlormethan (sie wurden in den vorherigen Zeitungsartikeln bereits erwähnt)zu hoch seien und dass möglichst bald nach den Quellen gesucht und diese entfernt werden müssten.
Dies liegt nun schon zwei Monate zurück, aber eine Pressemitteilung bezüglich dieser Informationen soll es noch nicht gegeben haben. Auch soll noch nicht bekannt sein, ob mittlerweile schon nach den Quellen gesucht worden ist.
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Beitragvon Palau » Mittwoch 6. Juni 2012, 21:04

Heute wurde ich auf folgenden WDR Beitrag aufmerksam gemacht:

http://www.wdr2.de/nrw/studios104.html

Nideggen

Rätselhafter GIFTSTOFF im Schulzentrum

Mehr als zehn Jahre nach den ersten Klagen über Raumluftbelastungen im Schulzentrum Nideggen gibt es erneut Probleme.

In einigen Räumen sind Spuren von DiChlorMethan und zwei anderen Schadstoffen gefunden worden.

DiChlorMethan steht im Verdacht, Krebs zu erregen und das Erbgut zu verändern.

Experten sagen jedoch, es bestehe keine „akute“ Gesundheitsgefahr in Nideggen.

Dennoch müsse man die QUELLE finden und beseitigen, um langfristig Gesundheitsschäden auszuschließen.

Schon bei Untersuchungen 2003 waren Spuren des Giftstoffes in der Raumluft gefunden worden, später sogar in Blutproben.

Warum DiChlorMethan immer noch in der Schule gefunden wird, ist völlig unklar.

Die Stadt will weiter suchen.
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Wieder Raumluft-MessungenSchule Nideggen

Beitragvon Kira » Donnerstag 7. Juni 2012, 07:10

Schule Nideggen: Neue Messungen nach Dichlormethan
Nideggen. Das Thema Raumluft in Räumen von Grund- und Realschule beschäftigte Nideggens Politiker und Verwaltung bereits vor elf Jahren. Jahrelang lieferten Gutachter von unterschiedlichen Institutionen mit unterschiedlichen Verfahren unterschiedliche Messergebnisse, die allerdings von keinem akzeptiert wurden.
..........
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren-detail-az/2456426?_link=&skip=&_g=Schule-Nideggen-Neue-Messungen-nach-Dichlormethan.html
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Palau » Donnerstag 7. Juni 2012, 12:54

Danke für den Eintrag, Kira.

Unter dem Zeitungsartikel gibt es bisher nur wenige, aber kritische Kommentare.

Einer hat mir besonders gut gefallen:

Wenn von einem Toxikologen eine Empfehlung ausgesprochen wird, nach der Quelle für einen Schadstoff (hier: Dichlormethan), der in Abbeizern verboten ist, da er u.a.krebserregend und erbgutverändernd sein soll, zu suchen und diesen zu entfernen, würde ich mir als Eltern eines dort eingeschulten Kindes oder als dort tätige Lehrperson Gedanken machen. Wie erzählt wird, soll der Gutachter sich dahingehend geäußert haben, dass die Konzentrationen von Dichlormethan auffällig erhöht seien und dass aufgrund der hohen Toxizität die Quellen dringend gesucht und entfernt werden sollten. Weiterhin sollten wohl zudem auch aufgrund erhöhter Konzentrationen die Quellen für Nonylphenol (ein hormonell wirkender Stoff) und Essigsäure (schleimhautreizend) ermittelt und entfernt werden.
Meiner Meinung nach liegt hier durchaus eine Gesundheitsgefährdung vor.
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 13. Juni 2012, 01:00

http://www.aachener-zeitung.de

Schule Nideggen: Neue Messungen nach Dichlormethan

"Das Bremer Umweltinstitut und ein Toxikologe stellten fest: Keine Gesundheitsgefährdung. Sie empfahlen aber, dem Dichlormethan auf die Spur zu kommen."


http://www.aachener-zeitung.de/artikel/2456426

Dazu gibt es weitere Informationen:


1. Das Bremer Umweltinstitut soll nur die Messungen im Schulgebäude durchgeführt und über die Messergebnisse informiert haben. Die Messergebnisse soll es weder bewertet noch Empfehlungen ausgesprochen haben. Diesbezüglich soll von einem Arbeitskreis Raumluft extra ein Toxikologe beauftragt worden sein, ein Gutachten zu erstellen.
Dieser Toxikologe soll im Februar vor Ort im Arbeitskreis in Nideggen gewesen sein und dort seine Bewertungen vorgetragen haben.

2. Der Toxikologe soll aus wichtigen Gründen empfohlen haben, dem Dichlormethan auf die Spur zu kommen.


Feststellungen und Forderungen des Toxikologen als Zitat:

"..... stellt die gemessene Raumluftbelastung hinsichtlich der 'chlor-freien' Stoffe 'kein Gesundheitsrisiko' für die Raumnutzer dar.

In Anbetracht der in der Raumluft gemessenen 'hohen Dichlormethankonzentrationen' gilt meine 'Unbedenklichkeitsaussage nicht'.

Aufgrund der 'hohen Toxizität' des Methylenchlorids ( Synonym für Dichlormethan) 'müssen' die Ursachen aufgespürt und beseitigt werden.

Die erhöhte Konzentration des äußerst leicht flüchtigen Methylenchlorids im 'Fußbodenbelag mit Kleber' in der Prüfkammer ist erstaunlich und kann von mir ohne weitergehende Information nicht erklärt werden.
Ich halte es für dringend notwendig, die Dichlormethanquellen aufzuspüren.
In der Regel wird bei einer erzielbaren Nachweisgrenze von 1µg/m³ "kein Dichlormethan in Innenräumen" gefunden, da die Anwendung von dem Lösemittel aufgrund seiner hohen Toxizität drastisch zurückgegangen ist.

(Anmerkungen: Laut meiner Recherchen sollen bei den letzten "Raumluft-Messungen" in einigen Räumen des Schulgebäudes (Sommer 2011) noch DICHLORMETHAN-Konzentrationen über 100 µg/m³ ermittelt worden sein, und dass mehr als 10 Jahre nach Bezug des Neubaus und sanierten Altbaus Zudem sollen auch in einer 'Materialprobe' von Boden/Kleber noch erhöhte Konzentrationen von Dichlormethan festgestellt worden sein.
Wie hoch mögen die Dichlormethan-Konzentrationen wohl in den Jahren zuvor gewesen sein?)

Ebenfalls sind die Quellen für die "Nonylphenolbelastung" (erhöht) und für die 'Essigsäurebelastung' (überraschend hohe Konzentration) zu suchen.

Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge müssen in der Schule Nideggen nachhaltig die Quellen für die Raumluftbelastungen durch 'Dichlormethan, Nonylphenol und Essigsäure' gesucht werden, damit dauerhaft die von mir hergeleiteten Toleranzwerte unterschritten werden.

Erst dann liegen 'unbedenkliche' Raumluftbelastungen vor."
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Beitragvon Maus 22 » Mittwoch 13. Juni 2012, 10:51

Zitat:
In Anbetracht der in der Raumluft gemessenen 'hohen Dichlormethankonzentrationen' gilt meine 'Unbedenklichkeitsaussage nicht'.

Aufgrund der 'hohen Toxizität' des Methylenchlorids (Synonym für Dichlormethan) 'müssen' die Ursachen aufgespürt und beseitigt werden.


Also muss doch die Schule eigentlich geschlossen werden... oder sehe ich das falsch ?
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Beitragvon Juliane » Samstag 16. Juni 2012, 21:37

@ Maus

Das sollte man meinen. Kranke Kinder und Lehrer gibt es schon genug.

Leider kann ich dir nicht einen Bericht des ZDF verlinken. Das Video ist nicht mehr auf youtube verfügbar:

Nicht mehr auf youtube erreichbar das Video mit dem Bericht über eine Schülerin aus Nideggen:

37° Ich kann dich nicht riechen - Wenn Alltagsdüfte krank machen

https://http://www.google.de/#hl=de&output=search&sclient=psy-ab&q=37%C2%B0+Ich+kann+dich+nicht+riechen+-+Wenn+Alltagsd%C3%BCfte+krank+machen&oq=37%C2%B0+Ich+kann+dich+nicht+riechen+-+Wenn+Alltagsd%C3%BCfte+krank+machen&aq=f&aqi=&aql=&gs_l=hp.12...2546.2546.0.3975.1.1.0.0.0.0.132.132.0j1.1.0...0.0.ZXJj0KgkkQQ&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&fp=7382df0aaa324644&biw=1024&bih=630
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Juliane » Samstag 16. Juni 2012, 21:42

@Maus


Ich veröffentliche hier nochmals einen Einblick, warum man gerade im Bereich Innenraumschadstoffe in öffentlichen Gebäuden mit einer konzertierten Aktion des Widerstands zu rechnen hat.
Die Gesundbeter der Nation treffen sich regelmäßig und man erarbeitet ein Risikomanagement zur Schadensabwehr.

12. Konferenz der Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin (GHU)
3. bis 5. Oktober 2004 Halle/Saale

“[P 28] Management gebäudebezogener Gesundheitsstörungen durch das Gesundheitsamt am Beispiel Nideggen

G. Heuser, M. Hoff-Gehlen, Gesundheitsamt Kreis Düren

Erst 6 Monate nach Bezug des Neubaus des Schulzentrums Nideggen wurde das Gesundheitsamt Kreis Düren wegen Geruchsbelästigung und SBS-Symptomatik eingeschaltet. Die Ermittlungen ergaben 600 bis 700 & 956;g/m3 TVOC, eine mäßige Geruchsbelästigung in einzelnen Gebäudeteilen sowie schlechte raumklimatische Verhältnisse. Das vom Gesundheitsamt als Problemlösung vorgeschlagene optimierte Lüftungsverhalten
wurde nicht akzeptiert. Trotz Risikokommunikation am sogenannten runden Tisch hielt eine sich gebildete Elterninitiative die Gesundheitsgefährdungsfrage mit immer neuen potenziellen Verursachern
(z.B. VOC, SVOC, Toluol, Dichlormethan, Phthalate, Aldehyde, Nonylphenol,) und Forderungen (z.B. besondere Untersuchungsbedingungen) in Diskussion mit dem unbedingten Ziel einer Bodenbelagssanierung (Ursachenvermutung).

Wegen mangelnder Akzeptanz zog das Gesundheitsamt frühzeitig externe Berater (z.B. GUVV, Hygieneinstitut des Ruhrgebietes, ÖGD, Universitätsklinikum Aachen) hinzu, denen aber seitens der Elterninitiative auch überwiegend nicht getraut wurde.

Im Management problematisch waren die frühzeitige Politisierung der Angelegenheit und die Verarbeitung in den Medien.
Zudem trugen beteiligte Gutachter durch Fehlmessungen/Messwertfehlinterpretationen, öffentliche Auftritte selbsternannter “Experten”, welche die Raumluft als “gesundheitsgefährdend und leistungsmindernd” bezeichneten, sowie Meinungsunterschiede behandelnder Ärzte zu Verunsicherungen bei. Ein durch besorgte
Eltern über die Hausärzte bei ihren Kindern veranlasstes Human-Biomonitoring ergab in Einzelfällen extrem erhöhte Toluol- und Dichlormethankonzentrationen, deren Ursache bisher ungeklärt blieb, da die Mehrzahl der Betroffenen sich an einer Ursachensuche nicht beteiligte. Neu aufgenommenen Schülern wird eine einseitige bis falsche schriftliche Darstellung der Sachlage zusammen mit einem Katalog von Symptomen, die in kausalem
Zusammenhang mit dem Besuch der Schule stehen sollen, gegeben. Zuletzt ist ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung noch nicht abgeschlossen.

Aus den Erfahrungen kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass ein erfolgreiches Management gebäudebezogener Gesundheitsstörungen nur im Konsens aller Beteiligten möglich ist. Unbegründeten Forderungen sollte begründet nicht nachgegeben werden. Kann eine Vertrauensbasis nicht geschaffen
werden, sollte frühzeitig ein in Risikokommunikation erfahrener Supervisor einbezogen werden.”

Nachlesbar hier: http://www.ecomed-medizin.de/sj/ufp/Pdf/aId/6886
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Juliane » Samstag 16. Juni 2012, 21:45

http://www.rundblick-rureifel.de

"Die Bürgermeisterin informiert

Unsere Gebäude kommen in die Jahre. So auch die Hauptschule Nideggen. Nach 40 Jahren gibt es Schäden am Flachdach, die nicht mehr ausgebessert werden können. Eine Grundsanierung ist notwendig. Die Angebote sind angefordert. Überlegungen zu einem Solardach werden geprüft. So wird das Schulzentrum zukunftsfähig für unsere Kinder gemacht.
Das Thema „Raumluft in der Grundschule und Realschule Nideggen" beschäftigt die dazu einberufene Arbeitsgruppe seit Anfang 2011.
Nachdem die ersten Messergebnisse des Bremer Umweltinstituts im Sommer 2011 vorlagen, stand fest „Die zulässigen Richtwerte für flüchtige organische Verbindungen werden im Schulzentrum Nideggen unterschritten".
Das ergaben nach vorgesehenen Methoden in sieben Räumen vorgenommene Messungen des Bremer Umweltinstituts.
Selbst unter ungelüfteten, aufgeheizten Bedingungen seien die Ergebnisse als eher unauffällig zu bezeichnen.
Ungewöhnlich sei allerdings, dass in den verschiedenen Räumen des Schulgebäudes der Stoff Dichlormethan nachgewiesen wurde.
Dichlormethan ist eine äußerst flüchtige Substanz.
Auch für diese Verbindung werden die zugehörigen Richtwerte noch unterschritten.
Die Messergebnisse sind einem Toxikologen zur Bewertung vorgelegt worden."



Dr. Kruse kommt zu folgendem Ergebnis:



„Wird in der Raumluft die Konzentration von ca. 1000 ug/m³ für die Summe der flüchtigen organischen Verbindungen dauerhaft überschritten, ist mit Gesundheitsstörungen zu rechnen. Erst bei unterschreiten einer Raumluftbelastung von 300 ug/m³ werden in der Regel keine Gesundheitsstörungen beobachtet.

Da diese Beobachtung für die Messungen der flüchtigen organischen Verbindungen an der Schule im Jahr 2011 zutrifft, stellt die gemessene Raumluftbelastung hinsichtlich der chlorfreien Stoffe kein Gesundheitsrisiko für die Raumnutzer dar.
Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge rät Herr Dr. Kruse die Quellen für Dichlormethan, Nonylphenol und Essigsäure zu finden.
Auf dieser Basis werden weitere Schritte zur Quellensuche veranlasst."
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 8. August 2012, 18:00

"Ich halte es für dringend notwendig die Dichlormethanquellen aufzuspüren."

Zitat Dr. Kruse aus seiner toxikologischen Stellungnahme, die er bereits im Januar 2012 verfasst hatte (siehe auch Eintrag vom 13.6.2012 oben)


Hier nun neue Informationen aus Recherchen:

http://www.aachener-zeitung.de

"In den Sommerferien finden nun weitere Messungen statt, um die Quelle des Stoffes Dichlormethan zu finden und dann auch zu beseitigen."

Wenn in einer toxikologischen Stellungnahme im Januar eine Quellensuche als "dringend notwendig" erachtet wird, ist es schon ein langer Zeitraum, wenn diese Quellensuche erst in den Sommerferien stattfinden soll. Wie lange wird es dann wohl noch dauern, bis diese Quellen dann endgültig entfernt sein werden?

Wie man hört soll die Quellensuche nun erst in den Herbstferien stattfinden.


http://www.aachener-zeitung.de/artikel/2456426

Schule Nideggen: Neue Messungen nach Dichlormethan

06.06.2012, 18:07


Nideggen. Das Thema Raumluft in Räumen von Grund- und Realschule beschäftigte Nideggens Politiker und Verwaltung bereits vor elf Jahren. Jahrelang lieferten Gutachter von unterschiedlichen Institutionen mit unterschiedlichen Verfahren unterschiedliche Messergebnisse, die allerdings von keinem akzeptiert wurden.
Schüler und Lehrer klagten über gesundheitliche Probleme. Die Politiker stritten. Irgendwann aber schien die Luft raus zu sein. Nach der Wahl von Margit Göckemeyer zur Bürgermeisterin von Nideggen kam das Thema wieder zur Sprache. Eine Arbeitsgruppe, in dem auch die für den Bodenbelag zuständige Firma vertreten ist, wurde gebildet, um den Ist-Zustand zu erfassen, um der Lösung des Problems näherzukommen.

Das Ergebnis der neuen Messreihe: Die Konzentrationen von flüchtigen organischen Verbindungen sind eher als unauffällig zu bezeichnen, die Richtwerte werden unterschritten. Auch konnten keine auffälligen Emissionsraten dem Bodenbelag zugeordnet werden. Schließlich konnte die Quelle für den Stoff Dichlormethan, einem eigentlich sehr flüchtigen Stoff, der aber dennoch in Räumen vorkommt, nicht nachgewiesen werden. Das Bremer Umweltinstitut und ein Toxikologe stellten fest: Keine Gesundheitsgefährdung. Sie empfahlen aber, dem Dichlormethan auf die Spur zu kommen.

Mit dem Thema Raumluft beschäftigte sich nun der Bildungsausschuss in einer Sondersitzung.
Die MfN-Fraktion hatte sie beantragt. Ihr Vorsitzender Erwin Fritsch kritisierte Arbeitsgruppe, ihre Zusammensetzung und wollte wissen, wie es weitergeht.

Es folgten sachliche Erläuterungen und Diskussionen, aber auch die obligatorischen Nideggener Zwistigkeiten und Nachkartereien.
In den Sommerferien finden nun weitere Messungen statt, um die Quelle des Stoffes Dichlormethan zu finden und dann auch zu beseitigen.
Außerdem sollen die Klassenräume besser belüftet werden.
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Stier » Donnerstag 9. August 2012, 13:15

Dank an Juliane für den letzten Eintrag.

Das ist ja wohl ein Hammer, was da bezüglich der im Schulgebäude von Nideggen vorliegenden Schadstoffbelastungen seit mehr als 10 Jahren immer noch läuft.

Es ist unverantwortlich von den Verantwortlichen, eine schon im Januar vom Toxikologen als "dringend notwendig" erachtete Quellensuche erst in den Herbstferien stattfinden zu lassen.

Diese Hinhaltetaktik grenzt schon an vorsätzliche Körperverletzung.
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Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Palau » Sonntag 13. Januar 2013, 18:14

Mir ist zu Ohren gekommen, dass bis heutezu in der schadstoffbelasteten Schule Nideggen immer noch keine Quellensuche nach Dichlormethan, Nonylphenol und Essigsäure stattgefunden hat, von einer Entfernung der Quellen, wie vom Toxikologen Dr. Kruse schon vor einem Jahr als dringend gefordert, ganz zu schweigen.

Stattdessen soll es seitens der Bürgemeisterin mal wieder eine neue "Lüftungsanweisung" an die Lehrerschaft gegeben haben.
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Re: Wieder Raumluft-Messungen Schule Nideggen

Beitragvon Kira » Sonntag 15. September 2013, 07:57

Am Montag, den 16.09. , kommt im WDR (Sendung MARKT) um 21.00 Uhr ein Beitrag zum Thema:
Innenraumschadstoffe in Schulen
Ein Fallbeispiel wird mal wieder die Schadstoffschule Nideggen sein.

Sendung über PCB in Klassenräumen bei markt-WDR
viewtopic.php?f=64&t=19880
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Stadt Nideggen will auf die Messungen verzichten

Beitragvon Kira » Mittwoch 30. November 2016, 18:14

siehe auch

Re: Dachverbandinitiative kritisiert Dr.Merz, Dr.Tamm viewtopic.php?f=91&t=5878&p=126577#p126576

und viewtopic.php?f=91&t=5878&p=126577#p126577
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Nideggen:Streit um Raumluftmessung treibt seltsame Blüten

Beitragvon Kira » Samstag 11. Februar 2017, 08:06

Streit um Raumluftmessung treibt seltsame Blüten



Von: bugi
Letzte Aktualisierung: 6. Februar 2017

Nideggen. Gibt es für die Stadt eine rechtliche Verpflichtung, am Nideggener Schulzentrum in regelmäßigen Abständen die Schadstoffbelastung der Raumluft untersuchen zu lassen?

Genau diese Frage wollte Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) geklärt wissen und kündigte deshalb in der Ratssitzung im Dezember an, die Frage dem Düsseldorfer Schulministerium zu stellen. Eine Antwort auf sein Schreiben hat er bis heute nicht bekommen. Und wird sie wohl auch nicht bekommen – weil genau diese Frage schlicht fehlte.
...

https://www.aachener-zeitung.de/lokales ... -1.1550131
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