Schadstoffbelastungen in einem Bankgebäude?

Schadstoffbelastungen in einem Bankgebäude?

Beitragvon Palau » Freitag 27. April 2012, 20:54

Was einem so alles passieren kann, wenn man als Arbeitnehmer behauptet, durch Schadstoffe im Gebäude am Arbeitsplatz krank geworden zu sein.
Dies war heute in der Presse zu lesen:

http://www.echo-online.de/region/ruesselsheim/Prozess-um-Kuendigung-Eine-Seite-luegt;art1232,2833398

27. April 2012 | Von Hans Dieter Erlenbach


Prozess um Kündigung: „Eine Seite lügt“

Deutsche Bank – Gericht kommt nach fast siebenstündiger Verhandlung zu keinem Urteil

Einige Infos aus dem Artikel:

Dem Filialleiter war im August vergangenen Jahres fristlos gekündigt worden, nachdem drei Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsleitung erklärt hatten, ihr Chef habe sie aufgefordert, mehrere Wochen krankzufeiern, als es galt, den Beweis für die von ihm angemahnte "Gesundheitsschädigung durch Giftstoffe in der Raumluft" zu erbringen.

...So einen Prozess hat der Vorsitzende Richter am Arbeitsgericht in Frankfurt nach eigenen Angaben noch nicht erlebt.

....Die drei Mitarbeiter der Deutschen Bank, die ihren früheren Chef beschuldigen, sie zum Krankfeiern aufgefordert zu haben, glichen sich in ihren Aussagen und in ihrer Wortwahl auffällig oft

....Zwei der Zeugen wollen am 3. Mai gegen 15 Uhr mit dem früheren Filialleiter auf dem Parkplatz hinter der Bank in einem weißen Fiat gesessen haben,als dieser sie zum Blaumachen angestiftet habe.

....Seltsam nur: Den weißen Fiat gibt es schon seit 2010 nicht mehr. Die Frau des Filialleiters fährt seit November 2010 einen dunkelgrauen Fiat mit rotem Dach.
„Das waren abgestimmte Aussagen“, urteilte der Anwalt des Klägers.

...Erstaunlich auch, wie detailliert sich die als Zeugin geladene Mutter des Angeklagten an diesen 3. Mai erinnert. Ihr Sohn habe am fraglichen Tag zur angegebenen Zeit gar nicht auf dem Parkplatz der Bank gewesen sein können, sagte sie, denn sie sei mit ihm in einem Mainzer Vorort bei einer Ärztin gewesen, wo er im April und Mai 2011 Infusionen bekommen habe, um seinen Körper zu entgiften.
Gegen 15 Uhr sei sie mit ihm zu Hause angekommen. Er sei nach diesen Infusionen so schwach gewesen, dass er sich sofort hingelegt habe. Wochenlang sei er gar nicht in der Lage gewesen, Auto zu fahren. Das sagte auch die Frau des Angeklagten unter Tränen aus.
Palau
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Schadstoffbelastungen in einem Bankgebäude?

Beitragvon Clarissa » Samstag 28. April 2012, 01:49

na das nenne ich mal heftig, ich hoffe das da die wahrheit heraus kommt und die lügner heftig einen über gebügelt bekommen.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Schadstoffbelastungen in einem Bankgebäude?

Beitragvon Kira » Samstag 28. April 2012, 08:24

@Palau,
danke für die interessante Info - bin gespannt wie das endet.
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Schadstoffbelastungen in einem Bankgebäude?

Beitragvon Palau » Samstag 28. April 2012, 14:08

WEnn man mal googelt, findet man zur Raumluftproblematik der Deutschen Bank in Rüsselsheim so allerhand.
Sehr auffällig sind die total gegensätzlichen Behauptungen von Gutachtern.


Am 29. Juni 2011 war zu lesen:

„Keinerlei Beanstandungen der Räumlichkeiten“

Auszug:


„Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Deutschen Bank sehr wichtig.
Vermutungen, die Arbeitsumgebung könne sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken, wurden von einem Expertenteam umgehend geprüft. Besorgte Mitarbeiter können sich über ihren behandelnden Arzt auch an die Verwaltungsberufsgenossenschaft wenden sowie an den betriebsärtzlichen Dienst der Bank.
Zwei unabhängige Gutachten haben keinerlei Beanstandungen der Räumlichkeiten ergeben.


29. Juni 2011

„Ein muffiger, kalkiger Geruch“

Gutachter: Empfehlung: Räume der Bank nur unter Schutzmaßnahmen betreten

Auszug:

Der Toxikologe Axel Tubbe von Gaea Umweltconsulting hat den Räumen der Deutschen Bank in einem der Redaktion vorliegenden Gutachten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.
„Derzeit wird von einer Nutzung des Obergeschosses aufgrund der mikrobiellen Raumluft-Belastung und der dringenden Besorgnis gesundheitlicher Schäden ohne Schutzmaßnahmen dringlich abgeraten“, schreibt er in seinem Protokoll.

... Der Gutachter analysierte nicht nur Proben verschiedener Baumaterialien, sondern auch den Staub in der Filiale. Seine Befund: „Auffällig und toxikologisch kritisch.“

... In dem Staub wurden nach seiner Analyse deutlich erhöhte Werte von Arsen und Nickel, aber auch Weichmacher, Flammschutzmittel und andere Stoffe gefunden, die der Gesundheit abträglich sind.
Eine Begutachtung des Gebäudes förderte im Untergeschoss eine deutliche Feuchtigkeit zutage.

... Bei seiner Untersuchung fand der Gutachter zahlreiche Köder zur Nagerbekämpfung, die womöglich schon jahrelang hinter Wandverkleidungen lagen. Er diagnostizierte „eine nicht fachgerechte Anwendung von Nagerbekämpfungsmitteln“.

... Weiterhin stellt er eine deutlich erhöhte Belastung mit Arsen, Lösungsmitteln, erhöhte Keimmengen und einen deutlichen Schimmelpilzbefall fest.
Palau
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