Empfehlungen für Hausbau

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Beitragvon frufli » Donnerstag 4. November 2010, 00:33

Ich richte mich nochmals mit ein paar Fragen an die Erfahrenen unter Euch.

Wir bauen 2011 ein Haus (Massivhaus, ybeton). Im Bezug auf die Türen stellen sich mir noch ein paar Fragen. Für den Wohn- und Essbereich haben wir uns nun für Glas entschieden.
Die Schlafzimmertür hätte ich gern aus Holz (unbehandelt). Aber Holz dünstet wohl auch aus.

Die Fussbodenheizung haben wir schon abgeschrieben. Wir werden auf Heizkörper (Guss) zurückgreifen. Die Fußböden fliesen, Kalkputz und Kalkfarbe.

Gibt es Vorschläge für verträgliche Baustoffe? Ich denke da an einen "verträglicheren" Ersatz für Fliesenkleber, Silikon etc.

Ich würde mich über alle Vorschläge und Erfahrungen freuen. Ich reagiere auf diverse stoffe.

Danke im Voraus von Frufli.
frufli
 

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Beitragvon Juliane » Donnerstag 4. November 2010, 08:13

Heizkörper besser nicht aus Guss, denn der muss lackiert werden.
Besser Edelstahl.

Die Fliesen kann man auch ins Mörtelbett legen lassen, das erspart den Fliesenkleber.
Allerdings braucht man einen Handwerker, der das noch kann.

Bei Silikon kann man auf ein Bad zurückgreifen, das es bei Pure Nature im Online Shop gibt.

Oder auch Hornbach Küchensilikon.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Donnerstag 4. November 2010, 08:16

ybeton muss man gut austrocknen lassen, vor allem dann, wenn es während der Rohbauphase regnet.

Früher hat man Rohbauten ohne Fenster über Winter trocknen lassen.

Auch beim Estrich ist vorsicht angesagt.

Am Besten vor dem verlegen des Fußbodens die Feuchte messen lassen.

Die große Gefahr bei massiven Neubauten ist der Schimmel.
Juliane
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Beitragvon Tohwanga » Donnerstag 4. November 2010, 09:28

ich würde keine Heizkörper einbauen (für mich ein Hauptprovokant, daher leben wir im Winter ohne Heizung) und mich über Wandheizung erkundigen:

http://www.naturbo-lehmputz-lehmbauplatten.de/integrierte-wandheizung.html?gclid=CLek88_chqUCFUUYzQodbn5aNg

http://www.wandheizung.de/

Warum habt ihr Fußbodenheizung abgeschrieben? Was war der Grund?

Fliesenkleber, früher wurde in Zementmörtel verlegt. Das schreibt Ökotest über Fliesenkleber: http://www.öko-test.de/cgi/index.cgi?artnr=66571;bernr=01;co=

Hallo @ Karlheinz du baust doch an deinem Haus. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Hast du Tips.
Tohwanga
 

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Beitragvon Juliane » Donnerstag 4. November 2010, 10:01

VA-Therm Edelstahlheizkörper
Gmehling + Knapp GbR
Burkhardt-Weber Straße 57
72760 Reutlingen

Technische Beschreibungen
Stand 2010
Webimpressum

Telefon: 07121 / 31 07 97
Telefax: 07121 / 31 08 34
E-Mail: info@va-therm.de
Internet: http://www.va-therm.de
Juliane
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Beitragvon frufli » Donnerstag 4. November 2010, 10:26

ein herzliches dankeschön für die hilfreichen empfehlungen sowie links.

ich hatte angst, wenn der fussboden erwärmt wird (durch die Fußbodenheizung), dass so estrich usw. ausgasen könnten.

außerdem wird fussboden nicht empfohlen, wenn man wohl zu krampfadern neigt. vielleicht täusche ich mich auch.

kann man bei fliesen etwas falsch machen wegen eventuell blei?

in dem fachgeschäft wollten sie mir fliesen aus china verkaufen, aber da bin ich vorsichtig. sie sind zwar breiswerter, aber meine leber war schon einmal vergiftet, als ich medizinischen chin. Tee getrunken hatte.

alles liebe frufli. warum ist edelstahl eigentlich besser als guss? bzgl. der wandheizung werde ich mich erkundigen!ist eine gute idee!
frufli
 

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Beitragvon frufli » Donnerstag 4. November 2010, 10:30

...entschuldigt, so ist es, wenn man auf die schnelle etwas schreibt.

ich meine natürlich in der 3. zeile "fussbodenheizung"...

und es heisst natürlich in der 5. zeile "preiswerter" ;0)

bb, frufli
frufli
 

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Beitragvon carbo_m » Donnerstag 4. November 2010, 11:20

Hallo frufli,

wir haben in unserem neuen Haus Buchenvollholztüren die vorlackiert waren, also versiegelt sind. Die machen keine Probleme außer dass das Holz ziemlich arbeitet bei Feuchteschwankungen. Müssen mehrfach nachjustiert werden. (Sind allerdings auch recht teuer.)
Ein Baubiologe in I.O. hat sich Metalltüren (gibt es preisgünstig für Keller) entschieden. Und es sieht weis gestrichen (Farbe kenn ich nicht) gar nicht so schlecht aus.

Fliessen kann man direkt in das feuchte estrichbett legen, dazu nutzt man breitere Bretter für die Begehbarkeit. Alternativ einen Fliesenkleber aus Trasszement und Sand selber anrühren. - Der Fliesenleger sollte es kennen oder schon mal gemacht haben.

Die Randfugen bei Fliesenböden (also an der Sockelleiste) habe ich außer im Bad statt mit Silicon mit Acryl setzen lassen. Ist auch nicht ideal habe ich aber deutlich besser vertragen.

Sinnvoll für mcs-kranke sind Aluleisten statt Dichtmittelfuge. Die werden vor dem Fliesenlegen gesetzt später die Randfliesen eingeschoben.
Riesiger Vorteil: Keine Dichtmittel nötig. Alu dichtet zusätzlich gut gegen Ausdünstungen aus dem Bereich unter den Fliesen ab (z.B. Kunststoffe aus dem Fliesestrich oder Grundierungen oder Feuchtesperren).
Gibt es von SchlüterSystems. http://www.schlueter.de . Sollte der Fliesenleger kennen – oder sich mit vertraut machen.

Ich habe die Fusbodenheizung in der Wohnung meiner Mutter selbst nach 10 Jahren noch nicht vertragen. Da war einfach zu viel Kunstoff und Weichmacher im Boden. (Rohrleitungsystem, Fliesestrich mit hohem Kunststoff anteil...).

(Bin zwar kein Rutengänger kann mir aber vorstellen, dass die Flüssigkeitsdurchströmten Röhren überall im Boden nicht von jedem vertragen werden).

Meinst du mit ybeton Yton. Wenn ja, der hat anfangs einen deutlichen Eigengeruch (hauch mal einen Stein an und rieche dran.) Soll allerdings bald verschwinden habe ich hier im Forum vor einiger Zeit gelesen. Ist halt sehr offenporig und kapillar und saugend.

Yton soll bei Regen mit Folie abgedeckt werden (Paletten und gemauerte ungeschützte Wände), weil der sich so vollsaugt. Das ist aber bei Handwerkern sehr schwer durchzusetzen.
Unbedingt den Kleber beachten, testen. Da habe ich noch keine Lösung. LM21 will ich wegen der Polymere nicht verwenden.

Habe meinen Bau (Wohnraum auf der Garagenplatte) auch noch nicht angefangen, weil die Materialrecherche für uns wirklich nicht einfach ist (trotz Unterstützung von Sentinel).

Für welche Feuchtesperre (auf der Bodenplatte unter dem Estrich) habt ich Euch entschieden?? Doch sicherlich nicht Bitumen – oder?

Vielleicht können wir uns mal weiter austauschen – wie Eure unsere Lösungsideen aussehen. Wir lernen auch wegen der Zusammenarbeit mit Baubiologen und Sentinel ständig dazu.

lg carbo
carbo_m
 

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Beitragvon carbo_m » Donnerstag 4. November 2010, 11:36

@frufli,

Volkmar Hintze hat ein mcs gerechtes Wohnhaus für seine mcs-kranke Frau gebaut.
Hat eine gute Doku ins netz gestellt. http://www.oeko-logo.eu .
Allerdings hat er auch nicht alles dort dokumentiert. Ich war einige Zeit mit ihm telefonisch in Kontakt. Seine Frau verträgt das neue Haus gut. Hatte allerdings auch eine Bauzeit inkl. trocknen und Lüften von fast drei Jahren.
Von nahezu jedem Material haben sie sich Proben kommen lassen und auf verschiedene Arten getestet. (beim Arzt, pendeln, riechen ...).

Weiss nicht wie empfindlich du bist - falls ja, sollte man sich ggf. proffessionelle Hilfe holen. Mit Hilfe von Sentinel hätten wir ganz andere juristische Verträge mit der Baufirma, den Handwerkern abschliessen können - und sie hätten sich an die Vorgaben halten müssen oder bei Fehlern rückbauen müssen. Auch wären sie vorher geschult worden, damit sie wissen, dass bei mcs wirklich anders vorzugehen ist als bei einem Standardbau.


Gruß
carbo
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Beitragvon Detlef » Donnerstag 4. November 2010, 13:45

Abhängig von der schwere Deiner Erkrankung, halte ich 'konventionelles' Bauen für ein unkalkulierbares Wagnis. ALLE konventionellen (Industrie-) Baustoffe dürften weitgehend Chemiebomben sein, bis hin zur Sondermüllentsorgung in Zementbrennöfen, studiere den Link:
'Gift und Dreck in modernen Baustoffen':
http://www.konrad-fischer-info.de/20bau02.htm

Wenn Du wirklich sichergehen willst, würde ich 'moderne' Baustoffe so gut es geht meiden, möglichst traditionell bauen, gebrannte Ziegel, nachweislich giftfreien Zement, Kalk oder noch besser Lehm.
Mein Favorit wäre ein 'Strohballenhaus':
http://www.das-strohballenhaus.de/
http://www.shaktihaus.de/bauen-mit-strohballen.html

Fliesen:
Frei von Uran, Blei und Rotschlamm, vom Hersteller schriftlich bestätigen lassen.

Silikon:
'Küchen' od. 'Bad' Qualität enthält Fungizide.
'Aquariumsilikon' ist giftfrei, Essiggeruch ist nach spätestens 24 Std. abgelüftet. Gibt es aber wohl nur transparent und schwarz.
Detlef
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Beitragvon frufli » Donnerstag 4. November 2010, 23:27

ich werde weiter forschen. ich meine natürlich ytong. soll bei nässe wohl wie keks sein.

meine unverträglichkeiten beziehen sich hauptsächlich auf luftprobleme, infekte, kopfschmerzen und so weiter.

viele dinge muss man wohl auch selbst austesten.

ich danke euch und werde erstmal die links sichten. wir sind nicht gerade die besten handwerker und meine diagnose ist relativ neu.

deshalb versuchen wir den hausbau noch in die richtige richtung zu lenken.

bb, frufli.
frufli
 

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Beitragvon Karlheinz » Samstag 6. November 2010, 08:46

Von den o.g. Edelstahlheizkörpern würde ich mittlerweile abraten. Waren anfangs wunderbar, nach ca. 2 Jahren merkte ich aber, dass die auch irgendwas abdampfen. Unterschiedlich stark. Zumindest auf die eine "Sorte" habe ich aber erfreulicherweise nicht reagiert. Auf einen anderen Hk schon. Hab ich wieder abgeschafft. Ist mir zu riskant (vom gelegentlich wahrnehmbaren Geruch nicht zu reden).

Unlackierte Gußheizkörper sollten wenn nicht weiter kontaminiert kein Problem sein. Dürfte nichts rosten und wenn doch wärs ja auch kein echtes Problem.

Ich stelle ggw. auf Wandheizung um. Wollte ich ursprünglich fliesen, funktionieren jedoch zu meiner Überrschung bisher auch so problemfrei (Kalkputz und Lehm). Wäre meine Empfehlung. Auch recht einfach und preiswert selbst einbaubar, auch nachträglich.

Zum Fliesen kleben wie a.a.O. gesagt, 1RT Zement + 1RT Quarzmehl (letzteres z.B. von Kreidezeit). Damit halten bei mir bis jetzt auch Feinsteinzeugfliesen problemlos. (Im Gegensatz zu zwei früher "professionell" verlegte, die mittlerweile knirschen (kann aber auch mit einer nachträglich eingebauten Zarge zun tun haben, hat vielleicht gedrückt)).
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Beitragvon alena-norge » Sonntag 7. November 2010, 19:13

Hallo Ffrufli,
wenn du moechtest kann ich dir gerne Bilder von unserem hausbau senden, oder vielleicht schreibt Silvia im Blog darueber?

Wir haben sehr lang geplant und ich hatte von mehrere MCS betroffene Infos ueber Hausbaubekommen.
Bei denn meisten war es leider so das die fast 1 Jahr lang nur Krank waren in neuem Haus ein andre Teil musste am Anfang draussen schlafen.
Ich denke wir haben wirklich das beste fuer uns ausgesucht bei Hausbau.
Wir wohnen jetzt seit 2 Wo. in neuem Haus und ich finde es ist fast perfekt bis einpaar kl. Faehler die wir doch gemacht haben.

Das ist eine Holzrahmenbauweisse mit Lehmstein, Lehmplatten und Lehmwandheizung.
Auf dem Boden haben wir Vollholzfussboden Esche und Bad,Flur Fliessen.Das Holz esche roch ueberhaupt nicht. Faehler haben wir gemacht bei Oelen:(
Kreidezeit Fliessenkleber und Fugen kann ich nur empfhelen.Auch Lehmputz und Lehmfarbe ist von Kreidezeit.Silikon haben wir in ganzem Haus nicht benutzt.
Leider haben wir fuer unsere Schneckendusche andre kleber benutzt und das macht mir immer noch Probleme von PN habe ich das Afm Versiglung bestellt ich hoffe das hilft.
Alles in allem ist das Haus wirklich perfekt.Und fuer Neubau vertrage ich es bis aufs Bad sehr gut.
Einpaar Neumoebel das wir schon vor 6 mon. gekauf haben und es schon ganze Zeit in der Garage war zum ausgassen mussten wir wieder raus schmeissen.Hat immer noch gestunken.Ein paar kl. aus Esche,Buche oder Birke unbehandlet war ok.so wie Metal auch.
Neu Kueche macht mir noch Probleme ,nur innen ...dachte ich versiegle es mit afm Lack.Muss gehen oder?
Granit platte kann ich nur weiter empfhelen.
Treppe haben wir aus Buche , auch ueberhaupt kein Problem.Fenster sind aus Vollholz lackiert es riecht aber ueberhaupt nicht und ich vertrage es sehr gut.
Decke haben wir aus Vollholz isoliert mit Hampf und Lehmschuetung, AUCH SEHR GUTE Trittschalldaemhung.
Ich dachte die Decke wird sicher nach Nadelholz riechen und ich werde es nicht vertragen.Bin sehr ueberacht das es wirklich ueberhaupt nicht riecht genau so wie es der Baubiologe versprochen hat da es nur noch ca. glaube das war 8% Reestfeuchte hat.

>>LG Alena
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Beitragvon frufli » Montag 8. November 2010, 18:06

eure beiträge und empfehlungen haben uns schon etwas weitergeholfen.

alena, verträgst du vollholz? ich hatte diesbzgl. meine bedenken. meinst du ich könnte holztüren verwenden? welches holz?

naturstein müsste sehr gut verträglich sein! was meint ihr zu feinsteinzeug?

die treppe wäre bei uns auch aus buche!

lieben gruss von frufli.
frufli
 

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Beitragvon alena-norge » Donnerstag 11. November 2010, 17:18

Nadelholz vertrage ich ueberhaupt nicht aber fast alle andre Holzarten. Ahron,Esche,Eische,Buche...
am besten eine Tuerkaufen und testen ob du es vertraegst.
alena-norge
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Beitragvon Tohwanga » Donnerstag 11. November 2010, 18:36

Harthölzer sind im allgemeinen terpenfrei.

Zu den Harthölzern zählen:
Schwarzkiefer, Hasel, Ahorn, Birke, Ulme, Esche, Eiche, Buche, Robinie, Zerreiche und Hainbuche
Quelle: http://www.inaro.de/deutsch/ROHSTOFF/industrie/HOLZ/Darrdichte.htm

wir hatten das Thema schon mal: viewtopic.php?t=7862

und hier steht auch viel Info: http://www.csn-deutschland.de/schlafz.htm

diese Seite http://www.mcs-haus.ch/page15.htm ist auch empfehlenswert
Tohwanga
 

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Beitragvon Josef » Freitag 12. November 2010, 07:20

Wir vermeiden grundsätzlich allgemein gehaltene "Empfehlungen" "definitiver"Produkte bei MCS, da sich die Krankheit und damit die "Sensitivitäten" in der Tat fast bei jedem Betroffenen unterschiedliche darstellen. So hatten wir beispielsweise schon Einzel-Fälle (!) besserer Verträglichkeit von "Kunststofffenstern" (emissionsgeprüft, keine Weichmacher) als von Holzfenstern, besseres Ertragen eines konventionellen Fliesenklebers als von sogeannten "Naturprodukten". Obwohl "anstrengend" und zeitaufwändig empfehlen wir stattdessen das individuelle Austesten aller raumluftrelevanten Produkte.(Anleitungen/Anforderungen an diese "Testmuster" stellen wir gerne zur Verfügung)
Grundsätzlich gilt bei MCS natürlich - geruchsintensive Produkte (bei Holz: terpenreiche Nadelhölzer können ein höheres individuelles Sensibilierungspotential besitzen als Harthölzer - damit stimme ich dem Beitrag von Tohwanga vollkommen zu) sollten möglichst vermieden werden.

Vor allem gerade Naturproduktlieferanten (insbesonders die meisten Farbenhersteller) vermeiden leider sehr oft die Offenlegung eminenter Produktinformationen - meist erhält man außer großartig beworbener "Volldeklarationen" (selbst erstellt und kaum überprüfbare Rohstoffquellen, und Sicherheitsdatenblättern - Ziel: Vermeidung gesundheitlicher Risken für "gesunde" Verarbeiter")keinerlei Informationen zum tatsächlichen Emissionsverhalten im verarbeiteten Zustand.

Auch "Gütezeichen" ohne entsprechender Offenlegung der Kriterien, Prüfmethode und vor allem der definitiven produktbezogenen Einzelwerte (es geht bei MCS [b]nicht[/b] um die Einhaltung von "Grenzwerten" von Risikostoffen, sondern um die Kenntnis auch eventuell nur in geringen Mengen individuell sensibilierender Inhalte) sind relativ wenig nützlich. Ebenso Aussagen wie "lösemittelfrei" (es geht bei dieser Bezeichnung leider nur um die gesetzlich zu deklarierenden Lösemittel/ etwaige "Höhersieder" mit Langzeitemissionen müssen hier nicht angegeben werden) sind keineswegs ein Garant für MCS-Verträglichkeit.

Betroffene sollten daher Baustoffhändler und Handwerker veranlassen, von den Herstellern wesentlich umfangreichere Informationen (auch dazu beraten wir als gemeinnütziger Verein gerne auf unserer kostenlosen wöchentlichen "Hotline" http://www.sentinel-haus-stiftung.eu/service/ ) als bisher teilweise üblich - zur Verfügung zu stellen.

Aus diesem Grunde versuchen wir seit Jahren eine umfassende Emissionsdatenbank für Baustoffe aller Art aufzubauen - der Widerstand seitens zahlreicher Hersteller ist beachtenswert und sicherlich "begründet".
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Beitragvon Tohwanga » Freitag 12. November 2010, 09:15

Vielen Dank Herr Spitzendorfer für Ihr Einloggen und Ihren wertvollen Beitrag. Mir war bis lang nur http://www.sentinel-haus.eu/ bekannt.
Das sind ja wunderbare Informationen. Darf ich Ihre Homepages weiterempfehlen an den Fachbereich Architektur: Barrierefreies Planen und Bauen der FH-Frankfurt?
Siehe hierzu Thread: viewtopic.php?t=14125
Tohwanga
 

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Beitragvon Josef » Freitag 12. November 2010, 11:08

Natürlich sehr gerne - der Sentinel-Haus Stiftungs e.V. sieht einen wesentliche Aufgabe in der "Sensibilierung" der Bauakteure (Architeklten, Bauunternhmer, Handwerker, Baustoffhandel)- so hielt ich erst am Wochenende eine halbtägige Gastvorlesung für den Masterkurs Architektur und Umwelt der Universität Wismar zum Thema "Produktauswahl".

Eine Sensibilisierung von Planern und Architekten ist der erste Schritt, für MCS betroffene Bauherren mehr Verständnis bei Ihren Bauproblemen insgesamt zu schaffen. Die Produktauswahl und Planungsregeln alleine sind allerdings nur ein Teil, noch schwieriger ist es, den Handwerkern auf der Baustelle ein entsprechendes Verhalten (Rauchverbot, Staubvermeidung, sofortiges Entsorgen von Leergebinden, Verpackungsmaterial, Verzicht auf Benzinbetriebene Werkzeuge....) "vorzuschreiben" - besser noch - sie davon überzeugen zu können. Auch dies funktioniert nur im Zusammenspiel mit dem Planer, Architekten.
Es wäre toll, wenn die FH Frankfurt das Thema "Wohngesundheit - Schadstoffminimierung" als Bestandteil zum Begriff "barrierefrei" sehen würde.
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Re: Empfehlungen für Hausbau

Beitragvon Lilli » Mittwoch 8. Januar 2014, 20:13

@Alena-Norge: Hi Alena-Norge, von welcher Firma sind Deine Dielen aus Eschenholz? Dann bist Du also zufrieden mit Deinen Dielen? Ich bin auf der Suche nach einem Vollholzfußboden für meine neue Wohnung, der möglichst emissions- & geruchsarm ist. Haben Deine Dielen von Anfang an nicht gerochen oder wie lange hat es gedauert bis sie geruchsneutral waren?
Vielen Dank schon mal für Deine Hilfe!
Liebe Grüße Lilli
Lilli
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