Wohnungsverseuchung durch Spot On

Wohnungsverseuchung durch Spot On

Beitragvon Sileah » Sonntag 18. April 2010, 08:20

Bei einem Befall von mehr als fünf Zecken pro Woche oder bei einem geplanten Urlaub in einer "gefährlichen" Gegend sollten Sie Ihr Tier vielleicht besser doch durch zusätzliche, chemische Mittel schützen. Sie lassen sich einteilen in vier Kategorien:

1.......2.......

3) Spezielle, ebenfalls verschreibungspflichtige Floh – Zecken Sprays , mit denen der gesamte Hund bzw. die gesamte Katze eingesprüht wird. Das Mittel darf nur mit behandschuhten Händen gesprüht werden und braucht einige Stunden, bis es getrocknet ist. In dieser Zeit darf das Tier sein Fell nicht lecken und es darf auch nicht gestreichelt werden. In Haushalten mit Kindern ist die Anwendung daher nur in Ausnahmefällen (d.h. bei einem Befall von 5 und mehr Zecken pro Tag) zu empfehlen. Es gibt dieses Mittel auch als Tropfen, die in das Fell geträufelt werden. Sie sind bitte nicht zu verwechseln mit den

4) Zeckentropfen nur für Hunde, die die Inhaltsstoffe "Permethrin", "Pyrethroide" oder "Chrysanthemenwirkstoffe" enthalten. Sie töten zwar sehr viele Zecken ab, sind aber trotzalledem ein Nervengift, das die Insekten, aber eben auch alle Arten von Nerven (nämlich vielleicht auch Ihre!) angreift. Für Katzen sind diese Mittel tödlich, also bitte niemals einen Rest auf einer Katze "zweckentfremden"! In meiner eigenen Praxis werden diese Wirkstoffe, wenngleich zwar gegen Zecken gut wirksam, nicht eingesetzt. Warum?

Es geht mir dabei vor allem um Ihre eigene Gesundheit und um die Ihrer Familie!

Permethrine oder Pyrethroide (das sind die Wirkstoffe in den besagten Tropfen) sind Anti- Parasiten – Gifte, die Nervenschäden aller Art verursachen können. Diese Nervenschäden sind für Zecken tödlich, die Gifte unterscheiden aber nicht zwischen menschlichen und tierischen Nerven. Pyrethroide werden deshalb verantwortlich gemacht als eine der Ursachen für z.B. die Parkinson'sche Krankheit oder für das „Multiple Chemical Sensitivity“ Syndrom (MCS = vielfache Chemikalienüberempfindlichkeit), das vor allem in den USA als umweltmedizinisches Krankheitsbild ausführlich beschrieben ist.

Die als „harmlose Tropfen gegen Zecken“ verwendeten, synthetisch hergestellten Pyrethroide ähneln dem in Chrysanthemen vorkommenden Pyrethrum. Sie sind aber ungleich viel giftiger, wirksamer und langlebiger. Nach ihren Halbwertzeiten wird in Kurz- und Langzeitpyrethroide unterschieden. Letztere sind gesundheitlich kritischer zu bewerten, weil ihre Rückstände nach Aussage des Bundesministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz (bgvv) in Innenräumen gesundheitliche Probleme verursachen können.

Für die menschliche Gesundheit gibt es Richtwerte:

* 1 - 3 Milligramm (tausendstel Gramm) Permethrin pro Kilogramm Hausstaub sind unbedenklich
* 30 Milligramm Permethrin pro Kilogramm Hausstaub sind mittelmäßig belastend und
* mehr als 100 Milligramm Permethrin pro Kilogramm Hausstaub gelten als äußerst bedenklich und hoch belastend (Quelle z.B.: http://www.baubiologie-jaletzke.de/pyrethroide.htm).

Die Dosis für einen mittelgroßen Hund (so groß wie ein Cocker Spaniel) beträgt 1500 Milligramm Wirkstoff , die, damit eine ausreichende Wirkung gegen Zeckenbefall besteht, alle 4 Wochen erneut aufgetragen werden. Da der Hund bei seiner ganz natürlichen Hauterneuerung immer wieder Hautschuppen verliert, sinkt mit diesen Hautbestandteilen auch das eingelagerte Gift auf den Boden.

Angenommen, Ihr Hund verliert nur die Hälfte seiner Hautschuppen draußen, die andere aber in Ihrer Wohnung, dann haben Sie pro Monat insgesamt etwa 750 Milligramm Permethrin in der Wohnung. Bei nur einem einzigen Hund!! Das heißt aber auch, dass eben pro Tag 25 mg Permethrin in Ihre Wohnung rieseln (750:30 Tage =25), in 4 Tagen wären dies also schon die für Ihre eigene Gesundheit als bedenklich geltenden 100 Milligramm giftiges Permethrin im Haus. Und die erreichen Sie schon ganz allein durch die zweifelhafte Langzeitbehandlung gegen Zecken auf einem einzigen, mittelgroßen Hund.

Ein größerer Hund, z.B. ein Golden Retriever, beschert Ihnen diese hochgefährliche Dosis schon nach zwei Tagen. Und dabei haben Sie alle anderen möglichen Belastungen durch Teppich - Konservierungsmittel, Pflanzenspray, Ameisenmittel, Insektenkiller etc. noch gar nicht berücksichtigt!

Natürlich saugen Sie regelmäßig Ihre Wohnung, so dass ein Teil der Hautschuppen Ihres Hundes im Staubsaugerbeutel verschwindet. Aber sie erreichen nicht alle Schuppen. Da sich Gifte im Teppich ansammeln, steigt die Konzentration außerdem mit jeder erneuten, so einfach erscheinenden Behandlung Ihres Hundes stetig an. Übrigens: Schon extrem geringe Mengen Permethrin reichen aus, um eine Katze zu töten. Wenn Sie also auch noch Katzen haben, bringen Sie diese vielleicht einfach durch die Ablagerungen in Ihrer Wohnung um, nur damit Ihr Hund ein paar Zecken weniger hat.

Das alles möchte ICH nicht verantworten, und deshalb verkaufe ich diese Art Medikamente in meiner Praxis nicht!

Trotzdem aber gilt: Diese Medikamente sind normale, ordnungsgemäß zugelassene Arzneimittel, die jede Tierarztpraxis, die die Verordnung verantworten möchte, auch verkaufen darf. Sie allein entscheiden, was Ihnen für Ihr Tier und für Ihre eigene Gesundheit wichtiger ist, Gift in der Wohnung oder ein paar Zecken auf Ihrem Hund.

Übrigens: Hier noch eine Überlegung, falls Sie immer noch nicht überzeugt sind, dass es gesünder ist, gelegentlich ein paar Zecken von Ihrem Hund zu entfernen und sich dafür besser nicht der Vergiftungsgefahr auszusetzen:

Die Aufnahme von Pyrethroiden in den menschlichen Körper erfolgt vor allem über die Einatmung von Feinstaub, z.B. dann, wenn Sie mit Ihrem Hund spielen. Können Sie immer die Luft anhalten, wenn Sie oder Ihre Familie mit Ihrem Hund schmusen?

Quelle: http://people.freenet.de/sindern/zecke.html
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Beitragvon Kira » Sonntag 18. April 2010, 09:21

@Sileah,
danke für deinen Beitrag, es ist auch meine Meinung in punkto Zecken.
Denke, das es bei vielen einfach nur der Beqemlichkeitsfaktor ist und nicht weiter nachgedacht wird, was man dem Tier und auch sich selbst letztendlich antut!!
Bist du Tierärztin, wenn ich einmal fragen darf? [url=http://www.crazypics.de/][img]http://www.crazypics.de/smilies/froehlich/0525.gif[/img][/url]

Gruß Kira
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Beitragvon Sileah » Sonntag 18. April 2010, 09:47

[quote]
Bist du Tierärztin, wenn ich einmal fragen darf? [url=http://www.crazypics.de/][img]http://www.crazypics.de/smilies/froehlich/0525.gif[/img][/url] [/quote]Nein, private Hundetrainerin :o)
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Beitragvon Kira » Montag 19. April 2010, 21:04

Fein zu wissen,
sollte ich mal ein Problem mit Hund oder Kater haben werde ich dich fragen :)[url=http://www.crazypics.de/][img]http://www.crazypics.de/smilies/froehlich/0475.gif[/img][/url]

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Beitragvon Sileah » Mittwoch 21. April 2010, 08:35

Katze weniger ;o)

Ich bin eigentlich für Hunde zustandig (außer bei Vergesellschaftung, das geht auch mit Katzen).

Besonders den Pasus finde ich interessant:

[i] Permethrine oder Pyrethroide (das sind die Wirkstoffe in den besagten Tropfen) sind Anti- Parasiten – Gifte, die Nervenschäden aller Art verursachen können. Diese Nervenschäden sind für Zecken tödlich, die Gifte unterscheiden aber nicht zwischen menschlichen und tierischen Nerven. Pyrethroide werden deshalb verantwortlich gemacht als eine der Ursachen für z.B. die Parkinson'sche Krankheit oder für das „Multiple Chemical Sensitivity“ Syndrom (MCS = vielfache Chemikalienüberempfindlichkeit), das vor allem in den USA als umweltmedizinisches Krankheitsbild ausführlich beschrieben ist.
[/i]
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Beitragvon Christiane » Sonntag 1. August 2010, 15:39

Hallo zusammen,

ich bin gerade auf der Suche nach einer Entwurmung für meine Katzen, die ich für mich und meine Katzen vertreten kann.
Ich habe wohl auch durch das Spot on gegen Flöhe und Zecken erhöhte Pestizide im Körper gehabt - in einem wirklich hohen Bereich, mein Arzt war äusserst verblüfft.
Naja, ich gebe zu, ich habe mir vor MCS (und das weiß ich erst seit Mai) nicht wirklich ganz soviele Gedanken gemacht. Oder eigentlich schon, aber nicht intensiv. Also nur oberflächlich, mit dem Gedanken, dass wohl alles was verkauft wird, auch irgendwie zu vertreten ist.

Okay, das war absolut falsch und dumm. Ich schüttel auch echt den Kopf über mich, aber ändern kann ich es leider nicht mehr.

Aber nun zum Problem. Weiß einer, wie ich meine Katzen Flohfrei bekommen, sollte es mal zu einem Befall kommen.
Und hat einer einen Tipp, womit ich meine Katzen entwurmen kann. Da haben wir die letzten Male auch so Pipetten in den Nacken geträufelt - ich weiß aber nicht mehr, wie das Zeugs hieß.

Ich sag mal danke im voraus :-)
Christiane
 

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Beitragvon Yol » Sonntag 1. August 2010, 17:26

Bevor ich mich entschied einen Hund zu haben, habe ich mich über die vielen Möglichkeiten zur Floh- und Zeckenabwehr informiert.
Ich bin hier auch auf Frontline gestossen, das "den Raum abdeckt" bezw. auch die Möbel usw. usw.

!!!Das hat mich stutzig gemacht und ich habe angefangen zu denken.
Wenn das Zeug auch den Raum und Gegenstände mitsamt dem Hund abdeckt - ja dann ist ja alles vergiftet wo der Hund passiert. Und nicht nur das - auch andere Tiere und Menschen die dem Hund mit Frontline im Pelz begegnen - sie werden miteingedeckt!? Ich habe Bedenken meinen Hund mit anderen Hunden umhertollen zu lassen - aus diesem Grunde!!!

Sileah oder Schnaufti, ist das aus meiner Sicht korrekt gesehen?

Ich habe mittlerweile einen Hund, seit er eine Metallplakette tic-clip trägt ist es wesentlich ruhiger mit Zecken geworden. Muss er immer tragen - ausser nachts zum schlafen nicht, sollte aber in der Nähe gelagert werden. Mittlerweile gibt es auch Tierärzte die von einer positiven Resonanz hinsichtlich dieses Medaillons berichten.

Ansonsten denke ich sollte man sich nicht von dem allgemeinen Trend alles gegen alles schützen zu können oder zu müssen anstecken lassen.

Es ist einzig darauf ausgerichtet mit viel Gift viel Geld zu machen - Nebenwirkungen und Kollateralschäden sind für den Anwender, nicht für den Geschäftemacher, der auch hier die Angst als Verkaufsargument benutzt. Wir sollten mittlerweile weiser geworden sein und uns eine sehr gute Zeckenzange besorgen. Schliesslicht bietet das gesamte Leben keine Versicherung auf Unversehrtheit, es ist mit einem Sack voll Risiken verbunden und so bleibt es auch - mit Gift noch viel mehr als ohne...
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Beitragvon Christiane » Sonntag 1. August 2010, 17:45

Also gegen Zecken möchte ich das Zeug auch nicht einsetzen.
Da gibt es mittlerweile reichlich Meinung, dass das eh nichts bringt.
Und da fahre ich mit meiner Zeckenzange auch sehr gut.

Aber entwurmen muss ich nun mal und wenn es einen Flohbefall gibt, muss ich dagegen auch was tun. Und da wollte ich hier nachhören, ob jemand Erfahrungen gemacht hat.
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Beitragvon Clarissa » Sonntag 1. August 2010, 19:04

na dann hilft dir vielleicht das hier weiter: http://www.padvital.de/tiergesundheit/katzen-wurmkur.html
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Christiane » Sonntag 1. August 2010, 20:12

Vielen Dank für den Link. Habe sofort dort bestellt. Und das schönste, sie hatten ein Spielzeug, wo unser kleiner Kater früher im Tierheim so gerne mit gespielt hat und wir es aber nie gefunden haben :-)))
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Beitragvon Mia » Montag 2. August 2010, 07:02

Sileah: "1-3 mg Permetrin im Hausstaub sind unbedenklich.."

Es gibt bei Pyrethroiden keine "unbedenkliche" Menge! Das sind Angaben, die nicht berücksichtigen, dass diese Insektengifte sich an den Hausstaub binden und mit jedem Atemzug in den Blutkreislauf der Bewohner gelangen.
Eine chronische Aufnahme auch kleiner Mengen dieser Gifte reichert sich im Körper des Menschen an. Vor allem Personen, die bereits vorgeschädigt sind, schaden auch kleinste Mengen dieser Gifte.
Dazu liegt mir eine schriftliche Aussage einer Amtsärztin vor.

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