verständliche Erklärung für Raucher

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Beitragvon Anna-Lena » Sonntag 26. Oktober 2008, 15:38

Hallo zusammen

Ich habe ein großes Problem:
Eigentlich war abgemacht, dass nur noch auf der Terrasse bzw. im Keller geraucht wird. Irgendwie hätte ich mir denken können, dass sich nur so lange an die Abmachung gehalten wird, wie es noch schön warm und gemütlich draußen ist.
Nun ist es wieder kalt draußen und ich habe meinen Vater die letzten Tage mehrmals dabei gesehen, wie er im Wohnzimmer geraucht hat.
Es zieht alles nach oben, sodass ich auch in meinem Zimmer nicht mehr sicher davor bin.

Wie vielleicht einige von Euch wissen, lebe ich noch bei meinen Eltern und habe keine Möglichkeit, woanders zu wohnen. Meine Schwester, die nebenan wohnt, ist ebenfalls extreme Raucherin und ich halte es in ihrer vollgequalmten Bude keine Sekunde aus. Und meine andere Schwester benutzt in ihrer Wohnung exzessiv Raumdüfte, Duftkerzen, Aromaöle etc.

Meine Mutter ist extrem gegen mich und will mich aus dem Haus haben. Sie glaubt nicht an meine MCS, solange ich keine ärztliche Bescheinigung habe und lästert mit den anderen Familienmitgliedern über mich, damit auch sie glauben, ich wäre eine Hypochonderin. (Die Tests laufen gerade, aber es dauert noch einige Wochen und das Gerauche muss unbedingt sofort aufhören.)

Ich schreibe das nur, um zu verdeutlichen, wie schwer die Situation gerade ist, in der ich mich befinde.
Denn ich muss meinem Vater dringend in einfachen, verständlichen Worten erklären, warum seine Zigaretten und Zigarillos so extrem giftig für mich sind, ohne dass ich wieder in eine Diskussion verwickelt werde, in der ich die Verliererin bin, weil ich keine ärztliche MCS-Bescheinigung habe.

Am besten wäre eine mechanische Erklärung, wie bei einer Gebrauchsanweisung, die verdeutlicht, was der Qualm in meinem Hirn anrichtet, was genau geschädigt wird, und warum es mich immer kränker macht, wenn er auf mich keine Rücksicht nimmt.

Hat vielleicht jemand von Euch solch einen Text parat?
Es ist wirklich super dringend.

Liebe Grüße
Anna-Lena
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Beitragvon Clarissa » Sonntag 26. Oktober 2008, 15:58

Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
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Beitragvon sunday » Sonntag 26. Oktober 2008, 17:41

hallo,

du kannst doch die tür deines zimmers abdichten, so daß kein qualm reinkommt. ich hab das hier mit der wohnungstür gemacht, weil es im flur oft extrem nach parfüm riecht. ringsum tesa-moll o.ä. und unten ein holzbrett, das etwas höher ist als der türspalt und eine fußmatte drauf, damit man nicht drüber stolpert.

falls du ein bißchen geld für den zug hast (es gibt ja sonderangebote), könntest du auch zu dr. binz nach trier fahren. der würde dir in dem fall sicher sofort eine bescheinigung für deine eltern geben, daß du mcs hast und keinem qualm ausgesetzt sein darfst.

lg
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Beitragvon Maria Magdalena » Sonntag 26. Oktober 2008, 21:56

Brief an den Vater von Anna-Lena

Sehr geehrter Herr Vater von Anna-Lena,

ich habe früher auch geraucht und vor 13 Jahren damit aufgehört,
weil es mich krank machte. Ich weiß, wie es ist Raucher zu sein,
und ich weiß ebenso aufgrund meiner jetzigen Unverträglichkeit
gegenüber Zigaretten, wie es ist, wenn Zigarettenrauch einem
das Leben zur Hölle macht. Doch auch als Raucherin damals habe ich
auf Nichtraucher Rücksicht genommen und bin immer und überall
rausgegangen, um andere damit nicht zu belasten. Das war für mich
selbstverständlich. Ihre Tochter wird durch den Zigarettenrauch krank,
weil sie bestimmte darin enthaltene Stoffe ( Formaldehyd, Cadmium u. a. )
nicht verstoffwechseln, neutralisieren kann. Diese Stoffe reichern sich
in ihrem Körper an, belasten und reizen ihn. Deshalb reagiert er
so stark darauf. Das ist eine sehr unangenehme Sache, von der zahlreiche
Menschen betroffen sind. Diese Menschen sind auf das Verständnis der
Raucher angewiesen. Sie, lieber Herr Vater von Anna-Lena, haben dieses
Kind in die Welt gesetzt und haben bestimmt kein Interesse daran,
dass sie leidet. Ich bitte Sie, glauben Sie Ihrem Kind, hören Sie
auf Ihr Herz, seien Sie ein lieber und guter Vater und rauchen Sie
nicht mehr im Haus, oder wenn, dann so selten wie möglich, und zwar nur
in einem Raum bei geschlossener Tür und weit geöffnetem Fenster.
So habe ich es früher auch gemacht. Nehmen Sie großmütig diese
Einschränkung auf sich und tun Sie Ihrem eigenen Kind diesen
großen Gefallen. Sie hat ein Anrecht darauf und sie wird es Ihnen
bestimmt sehr danken.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank im Voraus!
Maria Magdalena
- Editiert von Maria Magdalena am 08.11.2008, 01:04 -
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Beitragvon Clarissa » Montag 27. Oktober 2008, 06:12

Auch wenn es sehr unglaubwürdig klingt, aber man kann auch mit dem rauchen aufhören.
Ich habe bis zu meinem 38 Lebensjahr 20 Jahre Raucherkarriere hinter mir, zuletzt lag mein Verbrauch bei 60-80 Zigaretten und nochmal 10-20 Zigarillos. Es waren keine leichten Marken sondern wirklich so das härteste was es auf dem deutschen Markt gab.

Ich habe innerhalb von 2 Wochen mich bis auf 0 runter geraucht und habe es geschafft und bin jetzt seit 16 Jahre rauchfrei. Ich wusste damals noch nichts von MCS ich hätte mit großen staunenden Augen dagestanden, wenn mir jemand davon etwas erzählt hätte.

Blödsinn, soll sich nicht so anstellen etc. pp. ja so ignorant war ich auch einmal.
Was glauben Sie, wie lange haben Ärzte gebraucht um heraus zu finden was mit mir los ist, als ich plötzlich das Shampoo, das Deo, die Düfte anderer Menschen, Zigarettenrauch, Autoabgase, Grillfeuer nicht mehr vertrug und es mir immer schlechter ging? Ich wurde 4 Jahre lang auf alles mögliche untersucht und behandelt, sogar Psychopharmaka hat man mir verabreicht bis ich Wahnvorstellungen hatte!
Ich wüsste heute noch nicht was mir ist, wenn da nicht im TV ein Bericht über eine MCS-Kranke Person gewesen wäre wo ich dachte die berichten über mich, ich konnte es kaum fassen was ich da sah.
Ich benötigte dann noch über 1 Jahr bis ich endlich eine Arzt fand (160 km entfernt) der sich damit aus kannte und mich erst einmal aufklärte. Möchten Sie gerne wissen was er als Therapie anbot? "Vermeiden sie ALLES was ihnen Probleme bereitet, verbannen sie alle duftenden Sachen aus ihrem Haushalt, trauen sie ihren Wahrnehmungen!"

Ja das war es, ich lebe nun gezwungener weise sehr einsam, Freunde, Familie, sie wollen alle nicht verstehen das sie mir mit ihren Düften, ihrem Rauch sehr weh tun und schaden, ich bekomme Muskelkrämpfe, Herzschmerzen, Nervenentzündungen, der Hals schwillt zu, der Kopf dröhnt, die Beine wollen nicht mehr etc. pp und das von einem Hauch Duft oder ein bisschen Rauch.

Ich kann Sie nur bitten, wenn Sie ihr Kind lieben, nehmen Sie Rücksicht auf sie, es ist ihr Kind oder hassen Sie sie so das sie ihr Schmerzen zufügen wollen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie und ihre Familie einen Weg finden würden der es ermöglicht das ihre schwer kranke Tochter ein Leben ohne unnütze Schmerzen führen könnte.

mfg
Clarissa
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Beitragvon Anna-Lena » Montag 27. Oktober 2008, 08:21

Liebe Maria Magdalena, liebe Clarissa

Ich bin so gerührt, habt vielen Dank für Eure Texte. Ihr habt Euch so viel Mühe damit gegeben.
Wenn ich an der Stelle meines Vaters wäre und man mir Eure Texte zu lesen gäbe, würde ich weinen. Sie sind wirlich herzerweichend geschrieben.
Nochmals vielen Dank dafür, ich selber wäre nicht dazu in der Lage gewesen, so etwas zu Papier zu bringen.

Liebe Grüße
Anna-Lena
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Beitragvon Clarissa » Montag 27. Oktober 2008, 10:35

liebe anna-lena ich habe nur die reine wahrheit geschrieben, daran ist kein wort übertrieben eher noch a bisserl geschönt.

druck es aus und verteile es an deine familie und sag ihnen das ICH sie bitte das zu lesen und und in einer stillen Mminute das zu überdenken.

Mensch das sind doch erwachsene Menschen, heute kann man sich fast überall informieren.

Liebe Eltern von Anna-Lena, ich kann Sie nur bitten, nehmen Sie Rücksicht auf ihr Kind, es tut das nicht um Sie zu ärgern, es tut dies um sich vor schweren gesundheitlichen Problemen zu schützen, helfen sie ihr.
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Beitragvon Monja » Montag 27. Oktober 2008, 11:40

Hallo an Vater und Geschwister von Anna-Lena,
ich bin selbst MCS- Betroffene und dadurch anerkannt "schwerbehindert".
Nur weil Ihre Tochter dieses eine Stück Papier noch nicht in Händen hält,
was die MCS bestätigt, geht es ihr trotzdem nicht besser als mir !

Mein Leben, unser Leben mit MCS ist eine tagtägliche Hölle von den Gerüchen
her, wir nehmen sie etwa um das hundertfache mehr wahr, als jeder Gesunde.
Das kann sich zwar keiner vorstellen, aber es ist in Labors messbar, es gibt
kaum so feine Aparate, die das überhaupt nachmessen können, so extrem stark
ist unser Geruchssinn ausgeprägt.

MCS gehört zu den schwersten chronischen Erkrankungen überhaupt und wird
mit jeder Giftbelastung immer schlimmer, Gifte wie Rauch und Duftstoffe. Es
gibt viele MCS- Erkrankte, die sich umgebracht haben, weil kein einziger
Atemzug mehr zu ertragen ist. Bitte informieren Sie sich hier in unserer
Galerie, in der sie Fotos von Betroffenen finden mit ihren Berichten über
MCS. Da wir Medikamente kaum vertragen, schließlich sind sie chemisch, muss
Punkt 1 unserer Genesung die Giftvermeidung sein, ansonsten wird MCS immer
und immer schlimmer und auch Ihre arme Tochter kann eines Tages nur noch wie
viele von uns in einem kahlen Wohnwagen leben mitten im Wald.

Wollen Sie "Ihrem Kind" wirklich ein so furchtbares Leben zumuten? Ich trenne
mich ganz konsequent von Menschen, die keine Rücksicht auf mich nehmen oder
sich weigern, MSC zu verstehen, indem sie sich die Informationen durchlesen.
MCS ist unheilbar, selbst für Millionäre und schon allein dieses Wissen ist
für uns ein ganz schweres Los. Es gibt nur Möglichkeiten, die dutzenden von
Beschwerden ein wenig zu lindern, und das ist in erster Linie Saubere Luft
zum Atmen.
Herzliche Grüße Monja
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Beitragvon Anna-Lena » Dienstag 28. Oktober 2008, 23:00

Vielen Dank, liebe Monja.
Auch Deinen Text finde ich sehr gut geschrieben.
Ich weiß nicht, ob ich ihm alle Texte geben kann. Vielleicht werde ich alles zusammenfassen, sonst kommt es ihm wahrscheinlich wie ein Bombardement vor.
Er lässt leider auch absolut keine Kritik an seiner person zu (zumindest von mir), daher muss ich mir sehr gut überlegen, wie ich vorgehe. Sonst kommt bald der nächste Knaller. Der letzte war, dass ich mir von nun an mein "Spezial-Essen" selbst von meinem Taschengeld kaufen muss.

Liebe Grüße
Anna-Lena
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Beitragvon Monja » Dienstag 28. Oktober 2008, 23:07

Nimm dir doch ne kleine Wohnung, dann hast du all diese
unerträglichen Probleme von der Backe. Ich hab auch mit
17 zuhause gekündigt und es nie bereut. Warum kannst du
da nicht ausziehen? Ist doch alles Horror, was du schreibst
und eine Familie, die ein krankes Mitglied nicht mit allen
Mitteln unterstützt, sondern nur bekämpft und schädigt, die
braucht man zu MCS obendrein nicht auch noch, finde ich jedenfalls.
Herzlichst Monja
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Beitragvon Anna-Lena » Dienstag 28. Oktober 2008, 23:29

Hallo Monja

Ich würde sehr gerne sofort hier weg, aber es würde sich nicht lohnen, jetzt so einen Aufstand zu machen.
Mein Partner ist gerade bei seiner Abschlussarbeit, und ich muss mich noch ein wenig gedulden.
Wenn alles reibungslos klappt und er möglichst schnell einen Job findet, bin ich schon sehr bald hier weg.

Eine andere Möglichkeit habe ich nicht, da ich kein Einkommen habe und meine Eltern mich nicht unterstützen werden.
Sozialhilfe bekomme ich prinzipiell nicht, da ich ja mein Studium abgebrochen habe und ohne Abschluss keinen Anspruch auf Sozialhilfe habe.
Und wenn ich bei den Behörden mit meiner MCS argumentiere, zieht sich alles extrem in die Länge (die MCS-Bescheinigung habe ich ja auch noch nicht), und es ist ungewiss, ob man sich überhaupt darauf einlässt.
Deshalb spare ich mir die Mühe und versuche, hier die restlichen Wochen zu "überleben".
Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und meine Eltern werden einsichtig.

Das größte Problem ist wahrscheinlich, dass ich als Einzige behaupte, dass ich krank bin und dass man es von außen nicht sieht. (Und dass ich mich nicht durchsetzen kann.)

Liebe Grüße
Anna-Lena
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Beitragvon Maria Magdalena » Mittwoch 29. Oktober 2008, 00:24

Hauptsache es ist genug Geld für Zigaretten da.

Übrigens, ich finde die Briefe alle sehr freundlich und ohne Vorwürfe geschrieben.

Die Angst vor Kritik oder Selbstkritik ist ein Zeichen für Schwäche und Minderwertigkeitsgefühle.

Liebe Anna-Lena, es wird schon weiter gehen. Diese Probleme haben viele, und sie müssen irgendwie zurechtkommen. Man lernt dabei viel. Auch stark zu sein. Man muss es nur wollen. Ich wünsch Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei der Bewältigung dieser Lebensaufgabe.

Wenn nötig, kann ich diesen Beitrag löschen, falls Dein Vater das lesen soll.

Ich hatte bisher oft ein seltsames Erlebnis. In Situationen, in denen Menschen mir nicht geglaubt haben, wenn ich ein Problem hatte oder es mir schlecht ging, oder mich ungerecht behandelt haben, ist immer wieder folgendes passiert, diese Menschen bekamen die gleichen Probleme. Einmal konnte ich ein paar Wochen lang sehr schlecht hören, nach einem Flug. Ich wurde deswegen von einer dummen Person richtig unfreundlich angemeckert. Wenige Minuten später bekam diese Person dasselbe Problem. Sie sagte dann zu mir: \" Komisch, auf einmal kann ich ganz schlecht hören, meine Ohren sind richtig taub geworden. \" Ähnliche Erlebnisse in verschiedenen Variationen hatte ich schon so oft, dass ich irgendwann angefangen habe zu glauben, das kann kein Zufall sein.

Liebe Grüße
Maria Magdalena
- Editiert von Maria Magdalena am 30.01.2009, 16:15 -
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Beitragvon Mia » Mittwoch 29. Oktober 2008, 00:32

Liebe Anna-Lena,

Deine Situation ist wirklich sehr schwer! Ich wünsche Dir, daß Du noch durchhalten kannst, bis Deine Lage sich ändert! Vielleicht ist es Dir möglich, Dich viel draußen aufzuhalten und spazierenzugehen. In manchen Gemeinden gibt es Gemeindehäuser der Kirchen, in denen man sich oft gut aufhalten kann. Erkundige Dich doch einfach mal bei den Pfarrbüros, ob Du Dich tagsüber dort aufhalten kannst, wenn die Räume für Dich geeignet sind. Eine Bekannte hat gerade an einer Fortbildungsveranstaltung in so einem Haus der evang. Kirche teilgenommen und es ging ihr dort ganz gut; vor allem die Küchen sind oft sehr "clean" ausgestattet. Vielleicht findest Du dort ein offenes Ohr für Dein Problem und es kann Dir jemand weiterhelfen. Das Verhalten Deiner Familie ist sehr intolerant; für erkrankte Augen oder Ohren hat jeder Verständnis. Warum sollte/n nicht auch der Geruchssinn bzw. die Riechzellen krank werden können. Versuche, Ihnen Deine Beschwerden so anschaulich wie möglich zu machen, falls Du auf Besserung ihres Verhaltens hoffst.
Ich erkläre meine Symptome mit Brennen im Rachen, in der Luftröhre usw., mit Kopfschmerzen (kennt jeder) usw. . Alles Gute!

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Beitragvon Marina » Mittwoch 29. Oktober 2008, 17:25

Liebe Anna-Lena,

vielleicht kannst Du ja versuchen, wenigstens Deine Schwester auf Deine Seite zu bringen. Sie hat doch ein kleines Kind. Das muss der Frau doch irgendwie beizubringen sein, dass das auch für das Kind nicht gut ist, diesem ewigen Gequalme hilflos ausgesetzt zu sein. Vielleicht läßt sich mit ihr ja eher über Dein Problem reden. Habt Ihr beiden denn früher nicht auch zusammengehalten, wenn ihr als Kinder irgendwas angestellt habt? Sie ist noch jung, kennt sich bestimmt mit PC aus. Da kann sie doch auch mal hier und bei PureNature im Forum und im Blog lesen und sich aufklären lassen, was es mit Schadstoffen auf sich hat. Vielleicht will sie uns ja mal hier schreiben, warum sie sich so verhält. Oder es lässt sich über den Kinderarzt Deiner Nichte etwas bewegen. Vielleicht glaubt sie dem ja eher als Dir. Frag sie mal, wo die Geschwisterliebe bei ihr abgeblieben ist. Sie soll Dir helfen und nicht grob fahrlässig handeln. Zu zweit lassen sich dann Deine Eltern bestimmt besser überzeugen. Das ist ja auch ganz schön ungerecht, dass keiner zu Dir hält. Hast Du denn keine sonstigen Freunde oder Verwandte, die Dich mit Unterkunft oder mit einfühlsamen Gesprächen bei Deinen Eltern unterstützen könnten. Was ist mit Deinen Großeltern? Könntest Du von denen Hilfe erhalten? Oder Kontaktpersonen Deiner Eltern, von denen Du weißt, dass sie sich gut verstehen und evtl. deren Ratschläge annehmen würden?

Weiterhin viel Glück
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Beitragvon Anna-Lena » Mittwoch 29. Oktober 2008, 17:58

Hallo Marina

Leider ist es auch mit meiner Schwester sehr schwierig.
Sie hatte sich furchtbar darüber aufgeregt, dass ich ihr gesagt habe, dass ich ihren Qualm durchs Fenster nebenan riechen kann.
Aber sie hat nicht mit mir darüber geredet, sondern hat sich bei meinen Eltern beschwert. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, dass sie das so sehr nervt. Und ich hatte es auch nicht aggressiv gesagt oder irgendwie angreifend.
Jedenfalls haben sich dadurch alle zusammen gegen mich verbündet.
An besagtem Tag haben alle zusammen über mich gelästert und alles auf den Tisch geworfen, was ihnen so an Negativem über mich eingefallen ist. Es wurden viele Dinge gesagt, die nicht stimmen.
Ich weiß davon, weil mein Vater mir einen Tag später erzählt hat, dass meine Mutter und meine Schwester sich über mich beschwert haben (und was sie gesagt haben).
Dann kam er halt damit an, dass ich mir ab jetzt mein Spezial-Essen selber kaufen soll (wohl als Strafe für die Lügen, die die Anderen übr mich verbreitet haben).

Und da meine Schwester bei meiner Geburt bereits 14 1/2 war, war auch nie ein richtig geschwisterliches Verhältnis da. Sie ist auch gleich ausgezogen, als ich 4 oder 5 war.

Ich gehe nicht davon aus, dass sie in irgendeiner Hinsicht Verständnis zeigen wird.
Sie ist ein völlig anderer Mensch als ich, kümmert sich nicht um ihre Gesundheit oder die irgendeiner anderen Person.
Sie tut viele schädliche Dinge und lässt sich da auch überhaupt nicht reinreden. Ich habe schon zu einigen Dingen dezente Anmerkungen gemacht (z.B. giftige Haartönungen), aber das stört sie offensichtlich nicht.
Alle paar Monate werden die Wände im Kinderzimmer neu gestrichen, zu Weihnachten als Überraschung soll es schon wieder gestrichen werden.
Ihre Zigarettenstummel liegen überall im Blumenbeet herum, rauchen tut sie \"nur im Büro\" (dort wo sie immer am PC sitzt), aber die Tür ist immer offen. Direkt nebenan ist das Kinderzimmer.
Außerdem hat sie auch während der Schwangerschaft geraucht.

Achso, ich hatte meiner Schwester auch eine E-Mail geschrieben, in der ich sie darauf hinwies, wie schlecht für mich ihre Zigaretten und ihr Parfüm ist und ich hatte einige Vorschläge gemacht, wie wir diese Probleme lösen könnten. Außerdem hatte ich ihr auch den Link zu CSN gegeben.
Sie hat sich darauf nie gemeldet und die Mail einfach ignoriert.

Meine andere Schwester (die 1 1/2 Jahre älter ist als die andere) ist auch kein leichter Fall.
Sie nimmt die Raucher sehr in Schutz, bezeichnete mich schon vor Ausbruch meiner MCS, weil ich immer abhaute, wenn geraucht wurde, als \"extrem\" etc. und sie benutzt exzessiv Parfüm, wenn sie Mittwochs hierher kommt, obwohl sie bereits mitbekommen hat, dass ich es nicht vertrage. Über meine Schutzmaske macht sie sich lustig, ich würde angeblich aussehen wie Michael Jackson.

Ich werde von ihnen nicht ernst genommen, das ist das Problem.
Hätte irgendjemand anderes aus meiner Familie diese Krankheit (z.B. meine rauchende Schwester), würden garantiert alle Rücksicht auf sie nehmen, denn sie hat einen höheren Status als ich, weil sie arbeitet und ein Kind alleine erzieht und außerdem setzt sie sich und ihre Belange extrem stark durch.

Freunde habe ich seit Jahren nicht mehr. Das hat sich irgendwie alles im Sand verlaufen. Richtig gute Freunde hatte ich auch seit meiner Kindheit nicht mehr, ich habe leider viele schlechte Erfahrungen mit sogenannten \"Freundinnen\" gemacht.
Außerdem habe ich glaube ich schon eine leichte Soziophobie. Beim Gedanken daran, mit irgendwjemandem Freundschaft zu knüpfen bzw. mich mit jemandem zu verabreden wird mir richtig übel.

Ich sehe diese Dinge einfach als Prüfung an, die ich überwinden muss.
Außerdem habe ich einen ganz wunderbaren Menschen gefunden, mit dem ich mein Leben verbringen möchte.
Es dauert zwar noch ein wenig, bis wir endlich zusammen leben können, aber die Vorfreude darauf bringt mich über den Tag.
Und meinen Optimismus lasse ich mir von niemandem nehmen. Ich bin keine Schwarzmalerin, auch wenn sich meine Beiträge so anhören.
Ich kenne es ja nicht anders, diese Ablehnung etc. und habe gelernt, damit zu leben.
Manche Menschen sind halt so, und manchmal hat man solche Menschen halt auch in der Familie.

Mein Text ist viel zu lang geworden, bitte entschuldigt.
Aber es tut gut, sich mal alles von der Seele zu reden :)

Liebe Grüße
Anna-Lena
- Editiert von Anna-Lena am 29.10.2008, 17:09 -
- Editiert von Anna-Lena am 29.10.2008, 17:10 -
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Beitragvon Clarissa » Mittwoch 29. Oktober 2008, 18:12

Liebe Anna-Lena das ist doch vollkommen okay, ab und zu muss es raus und hier hast du viele die dich verstehen und teilweise selber das erlebt haben wie du. Dein Beitrag hat mich sehr an mich erinnert nur das ich eigentlich die Ältere bin und mein Bruder 3 Jahre jünger ist. Er ist heute noch immer die Nr. 1 ich kann machen was ich will ich bin immer nur die Nr.5 denn mein Bruder ist die 1, mein Cousin Nr. 2, mein Vater die 3, meine Mutter die 4 und ich laufe ausserhalb der Familie.
Wie ich endlich wusste was ich habe und darum bat das man bitte Rücksicht nimmt, wurde mir Hypochondrie unterstellt und es wurden überall Duftsachen versteckt und es wurde nur noch im Haus geraucht, ist heute noch so.
Hätte ich einen Arm ab, wäre hohl im Kopf, säße im Rollstuhl ja dann wäre ich behindert und man würde Rücksicht nehmen aber so, mache ich das ja nur im andere zu schikanieren.

Ich bin mittlerweile 54 aber es ändert sich nichts. es hilft dir zwar leider nicht weiter aber du siehst das Verhalten deiner "Familie" ist fast "normal."
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
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Beitragvon Marina » Mittwoch 29. Oktober 2008, 18:39

Anna-Lena, Dein Text war nicht zu lange. Es stimmt es tut gut, sich so manches von der Seele zu schreiben oder zu reden.

Als bei mir MCS ausbrach, wohnte ich schon mit meinem Lebensgefährten zusammen. Er nimmt zum Glück, so gut es geht Rücksicht. Meine Familie hat das ganze Ausmaß noch nicht so richtig begriffen. Man kann mit ihnen auch keine langen ausführliche Gespräche darüber führen. Alles andere scheint immer wichtiger zu sein und ich sehe sie zu selten. Rücksicht? Na ja, geht so. Sie sind aber zum Glück Nichtraucher. Teilweise sind sie sogar selbst Allergiker. Im Großen und Ganzen möchte ich mich aber nicht beschweren, außer bei meinen Arbeitskollegen, die wollen auch nichts verstehen. Wenigstens ist das Rauchen am Arbeitsplatz verboten.

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Beitragvon Maria Magdalena » Mittwoch 29. Oktober 2008, 18:55

Man kann süchtige Menschen in der Regel nicht dazu bringen, vernünftig zu denken und zu handeln. Die Sucht ist viel stärker und macht alles und jeden zunichte. Das ist die traurige Wahrheit. Man kann auch niemanden zu seinem Glück zwingen. Süchtige Menschen sind abhängig aufgrund ihrer Sucht. Das erklärt, warum sie sich anscheinend entgegen jeder vernünftigen Logik verhalten und sich gerne der Verantwortung entziehen.

Würden die Familienangehörigen von Anna-Lena ihr Recht geben und auf sie Rücksicht nehmen, würden sie zugeben müssen, dass sie eine Menge falsch machen und ihre und die Gesundheit ihrer Kinder und anderer Familienmitglieder aufs Spiel setzen. Deshalb wundert mich ihre sture Reaktion nicht im geringsten, auch wenn sie ihnen letztendlich schadet und zum Verhängnis wird.
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Beitragvon Erbsenprinzessin » Donnerstag 6. November 2008, 19:32

Es tut mir Leid Leute, ich kann nicht so viel Verständnis aufbringen.

Wenn ich den Bericht von Anna-Lena lese werde ich wütend.
Die Familie verdient nicht diese Bezeichnung.
Es sind nur Feiglinge und Egoisten in meinen Augen.
Zu feige sich und anderen etwas einzugestehen weil sie zu egoistisch sind etwas zu ändern.

Und keine Kritik zu ertragen ist auch feige und egoistisch.

Anna-Lena ich würde begeistert sein wenn Du ihnen alle Meinungen ausdruckst, und auch diese hier.

Mann, wie es mir reicht !
Immer so soft und verständnisvoll tun gegenüber solchen \'Mitmenschen\'...
Man gewöhnt sich wohl an, solche Leute mit einigem Verständnis zu sehen, weil man unterbewusst weiss, dass man keine andere Chance hat wenn man überleben will mit ihnen.

Die wissen ganz genau was sie tun !

Jeder in dieser Kultur, auch ein Analphabet, weiss dass Rauchen schadet.
Und sie können sich belesen über MCS !

Ich habe auch mal geraucht, sehr lange her.
Und als ich schwanger wurde habe ich SOFORT aufgehört.
Und als ich später etwas mehr wusste über schädliche Stoffe, da habe ich mir und anderen nie irgendwie geschadet.
Obwohl ich noch kein MCS hatte.
Und das ist das Normale, die meisten Leute handeln so, ich bin da keine Ausnahme.
Eine Frau, die in der Schwangerschaft raucht, ist einfach nur assozial und herzlos, das ist absolut nicht normal.
Und eine Familie, die ihrer Tochter sowas antut wie in Deinem Fall, auch.

Man muss also nicht so sein wie Deine Familie.

Anna-Lena Du bist viel zu ängstlich.
Heiz Deiner Familie mal richtig ein.
Das habe ich mal gemacht, ich bin richtig ausgeflippt, ganz doll, alle Gefühle sind hochgekommen.
Nicht wegen MCS-Problemen und ihrer Behandlung deswegen, sondern anderen Sachen.
Und was meinst Du wie sie geguckt haben ?
Das hat gesessen und was bewirkt.
Zumindest ihre Sicht etwas erschüttert, und sie gefühlsmässig berührt.
Endlich mal etwas wenigstens Mitgefühl gehabt.
Bei solchen Leuten fehlt das Herz und der IQ.

Niemand kann sein Leben lang sowas in sich reinfressen ohne Schaden.



Hugh, Erbsenprinzessin hat gesprochen.





- Editiert von Erbsenprinzessin am 06.11.2008, 18:36 -
- Editiert von Erbsenprinzessin am 06.11.2008, 18:43 -
- Editiert von Erbsenprinzessin am 06.11.2008, 18:52 -
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Beitragvon Maria Magdalena » Donnerstag 6. November 2008, 21:35

Hallo Anna-Lena,

der einzige Mensch, der die anderen dazu bringen kann, Dich endlich ernst zu nehmen, bist Du.
Versuche es. Es ist leichter als Du denkst. Ich habe diese Erfahrung auch gemacht. Du musst nicht unbedingt als erstes ausflippen. Es reicht, wenn Du damit anfängst, Dich selbst innerlich freier und selbstbewusster zu fühlen und es auch auszustrahlen. Es spielt keine Rolle, was die anderen besser machen oder nicht, Du brauchst Dich nicht mit ihnen zu vergleichen. Du bist ein Mensch mit bestimmten Qualitäten und das alleine zählt. Lass Deiner Kreativität freien Lauf. Scheibe einen Brief an Deinen Vater oder an die ganze Familie und bitte Deinen Vater oder Deine Schwester, ihn allen vorzulesen. Sag ihnen, wie es Dir geht und was Du brauchst, damit Deine Gesundheit nicht noch schlechter wird und Du noch eine Chance auf Besserung und damit auch eine berufliche Chance hast. Sag auch, was Du Dir wünschst und zwar höflich, aber ohne zaghaft zu sein. Du musst ja nicht gleich aggressiv werden, wie vielleicht andere in Deiner Familie zu sein pflegen. Das würde auch gar nicht zu Dir passen, wenn Du es bisher nicht gewesen bist. Du solltest aber vielleicht mehr fordern als bitten, natürlich in einem möglichst höflichen Ton. Was meinst Du dazu?
- Editiert von Maria Magdalena am 06.11.2008, 20:36 -
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verständliche Erklärung für Raucher

Beitragvon Yol » Samstag 8. November 2008, 00:25

@ Anna-Lena,

Schliesse mich Erbsenprinzessin und Maria Magdalena an.
Was eigentlich riskierst Du, wenn Du die elementare Rücksicht einklagst, auf die jeder Mensch Anrecht hat? Dies umso mehr, wenn ein Mensch durch die bewusste Rücksichtslosigkeit anderer (Familie sind auch andere) gesundheitlich geschädigt wird.
Es ist an sich selbstverständlich seinem gesunden natürliche Egoismus gemäss zu leben, bei MCS ist es obendrein überlebenswichtig.
Familie sucht man sich nicht aus, die hat man, aber ihr unangepasstes Benehmen gegenüber Deiner sehr ernsten Krankheit, das möchte ich lieber hier nicht öffentlich kommentieren, aber akzeptieren werde ich es auch nicht können.
Auch wenn Du momentan abhängig bist, ist das kein Grund für diese Familie, Dir den Boden unter den Füssen weg zu ziehen. Auch ich weiss sehr genau wovon die Rede ist (scheinbar die Mehrzahl der andern auch), weiss auch dass man andere nicht grundlegend ändern kann.
Nur das Verhalten anderer kann man ändern, dies durch das eigene Verhalten. Solange Du die Psychospielchen gewähren lässt, geht das Spiel auch weiter.
Setz all Deine Möglichkeiten ein das zu stoppen. Zögere nicht Deiner Familie den ganzen Ausmass dessen aufzuzeigen, was ihr Verhalten für Deine Gesundheit bedeutet. Sie dürfen nicht davon verschont bleiben, informiert zu werden, dass sie mitverantwortlich dafür sind, dass sich MCS bei Dir so nicht bessern aber verschlechtern wird. Frag nach, ob ihnen das nichts ausmacht, Du als Tochter, Schwester?
Vor dreissig Jahren hatte ich einem sehr nahen Familienmitglied gesagt:" Wenn Deine einzige Freude darin besteht, mir weh zu tun, dann wirst Du in Zukunft nicht mehr sehr viel Freude haben, denn Du erreichst mich auf dieser Ebene nicht mehr." Und seither habe ich mich und mein Überleben als Priorität angesehen und demgemäss gehandelt.
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verständliche Erklärung für Raucher

Beitragvon Anna-Lena » Samstag 8. November 2008, 00:46

Hallo Ihr Lieben

Ich möchte mich noch einmal für die vielen lieben Worte bedanken.
Vorgestern hatte ich versucht, meinem Vater klar zu machen, dass es mir in der jetzigen Situation nicht gut geht.
Aber er ist mir immer wieder über den Mund gefahren, hat mir jedes Wort im Mund herum gedreht und nun weiß ich endgültig, wie er und meine Mutter von mir denken und was ich in ihren Augen bin.

Er sagte mir, meine Mutter sei völlig mit den Nerven am Ende gewesen, als ich die parfümierten Sachen aus dem Badezimmer geräumt habe (dass ich sie lediglich vorübergehend in einer großen Tüte deponiert und durch verträgliche Sachen ersetzt habe, ist natürlich irrelevant).
Er fragte mich, ob ich, wenn jemand aus der Familie plötzlich eine Katzenallergie bekäme, meine Katze weggeben würde.
Dieses \"hätte, wäre, wenn\" ist natürlich ein tolles Spielchen, bei dem man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann, aber fair ist das nicht, ein absolut liebenswertes Lebewesen mit ersetzbaren Gegenständen zu vergleichen.

Es besteht keine Hoffnung mehr für mich, dass sich da noch irgendetwas ändert.
Die Lage ist einfach viel zu verzwickt. Für sie bin ich psychisch krank.
Dann sollen sie halt so über mich denken.
Ich hatte sowieso nie richtige Eltern.

Sobald ich die Bescheinigung habe, dass ich an MCS erkrankt bin, geht\'s auf direktem Wege zum Sozialamt.

Liebe Grüße
Anna-Lena
- Editiert von Anna-Lena am 07.11.2008, 23:47 -
- Editiert von Anna-Lena am 07.11.2008, 23:48 -
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Beitragvon Maria Magdalena » Samstag 8. November 2008, 01:50

Ich drück Dir ganz fest die Daumen, Anna-Lena! Sei nicht traurig, schau nach vorne und mach das Beste aus Deinem Leben. Und lass Dich durch nichts und niemanden verunsichern und entmutigen. Deine Familie wird eines Tages eines Besseren belehrt. Hoffentlich findest Du doch noch auch gute Freunde. Ich wünsche es Dir jedenfalls. Vielleicht solltest Du Deinem Vater, natürlich bei passender Gelegenheit, doch noch unsere Briefe zeigen. ;-) Kompliment, dass Du trotz allem mit Deinem Vater gesprochen hast. Auch wenn es auf den ersten Blick nichts gebracht hat, dieses Gespräch wird trotzdem einen Sinn gehabt haben.

Liebe Grüße
Maria Magdalena

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Beitragvon Marina » Samstag 8. November 2008, 14:16

Liebe Anna-Lena,

am liebsten würde ich durch den PC kriechen und Dich mal drücken. Fühle Dich von uns hier umärmelt. Gib nicht auf, weiterhin stark zu sein, auch wenn es schwer fällt. Und denk immer daran, dass bestimmt auch mal wieder bessere Zeiten kommen werden. Gib die Hoffnung nicht auf und male Dir lieber aus, wie Du in dem neu zu gründenden Haushalt mit Deinem Freund leben willst. Das vertreibt vielleicht die negative Stimmung, die zur Zeit bei Dir zu Hause herrscht.

Aber eines muss ich noch loswerden:
Vielleicht kannst Du Deine Eltern auch mal fragen, ob sie es auch noch toll finden würden, wenn Du durch Ihre Rücksichtslosigkeit so sehr an Deiner Gesundheit geschädigt wirst, dass Du ein Pflegefall wirst und ihnen für immer auf der Tasche liegst.
Aber wahrscheinlich bewirkt das alles absolut garnichts bei denen und es ist wirklich sinnvoller für Dich nach vorne in Deine "neue Zukunft" mit Deinem verständnisvolleren Freund zu schauen.

Sei lieb gegrüßt

Marina
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Beitragvon Yol » Montag 10. November 2008, 15:52

Anna-Lena,

Du hast, so wie Du es hier schreibst, alles versucht die Gefühle und die Vernunft Deiner Familie zu erreichen. Wenn das dann nicht ausreicht, wenn es nicht möglich ist, soweit zu ihnen vorzudringen, dann ist es wohl besser Deine verbleibende Energie ausschliesslich für Dein Überleben und Deine Zukunft einzusetzen.
Es ist traurig, wie das für Dich läuft, ändern kann wohl niemand das ausser den betroffenen Familienmitglieder.

Manchmal ist ein Ende mit Schrecken die bessere Lösung, Du hast das klar erkannt. Leicht wird es nicht sein Deinen Weg zu gehen, aber leicht ist auch jetzt nicht zusammen mit anderen, die gefühlsmässig und mental nicht in der Lage sind oder sein wollen auf Deinen Gesundheitszustand soweit einzugehen, dass ein Zusammenleben machbar ist.

Vielen von uns geht/ging es so. Irgendwann hat man den Punkt erreicht wo die Meinung ALLER Andern keinen Stellenwert mehr beinhaltet. Man ist nur noch froh darüber, frei davon zu sein, sich VERTEIDIGEN ZU MÜSSEN, für eine Krankheit, die man meist nicht selbst zu verantworten hat.

Vielleicht ist die Haltung der meisten die NICHTVERSTEHENWOLLEN einfach Angst, Angst vor der Wahrheit, dass der Modern Style of Life jeden dahin bringen könnte, wo wir schon sind. Die Angst, sich bezw. etwas am Lebenstil ändern zu müssen, damit es auf dieser Erde wieder lebensmöglich sein kann, das muss mit allen Mitteln verdrängt werden. Und wenn ich sage mit allen Mitteln, dann sind tatsächlich alle Mittel gemeint - wirklich ALLE.

Bleib so mutig wie bisher, denk prioritär an Dich.

Alles Gute, das Beste zuerst.
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Beitragvon Yol » Montag 10. November 2008, 15:54

P.S.: Auch ich bin/war immer ein Fremdling in meiner Familie. Durch MCS ist es nur klarer geworden.
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