Giftstoffe nach Schulbau

Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon Jack Schwager » Dienstag 10. Januar 2017, 21:50

Hallo liebe Community!

Ich bin neu hier, bin selbst leicht von MCS betroffen und gehe noch zur Schule.

Mein Problem ist, dass Teile unserer Schule vor wenigen Jahren neu gebaut wurden, und es dort auch dementsprechend z.B. in den Fluren noch stark nach Lösungsmitteln riecht.
Im Flur hält man sich nicht lange auf, aber im Klassenraum, der leider mit Spanplatten gedämmt wurde. Beim Betreten fliegt einem also der typische stechende Formaldehydgeruch in die Nase, und v.a. im Winter, wenn kaum gelüftet wird, ist es extrem.
Ich gehe noch einige Jahre in diese Schule, möchte es mir und den anderen aber nicht zumuten, jeden Tag Gift einzuatmen, wobei ich ja auch noch Kopfschmerzen davon bekomme( andere unbewusst auch?)
Meine Frage ist, ob ich z.B. die Schulleitung dazu auffordern kann, Informationen über die Schadstoffe der Spanplatten zu geben( es gibt ja auch Spanplatten mit wenig Formaldehydgehalt), oder ob die Schule "Schadstofftests" in bestimmten Teilen der Schule zu machen? Ich erwäge auch eine Petition zu schreiben, befürchte aber dass das Problem bagatellisiert wird, und ich als Minderjähriger nicht ernst genommen werde...

Danke im Voraus! :)
Jack Schwager
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon Elke » Mittwoch 11. Januar 2017, 11:37

Hallo Jack,

ich denke, das einzig sinnvolle wird sein, die Klassenzimmer auf Schadstoffe prüfen zu lassen. Erst wenn bewiesen ist, dass Schadstoffgrenzwerte überschritten werden, kannst du (hoffentlich) etwas bewirken.

Auf die Herstellerangaben der Spanplattenhersteller würde ich mich nicht verlassen. Ich habe in einem Fertighaus gewohnt, das aus "schadstoffarmen" Platten gebaut wurde. Auf dem Dachboden haben sogar unempfindliche Personen Atemprobleme bekommen, da lagen die Platten auf dem Boden und an den Wänden frei...

Liebe Grüße und alle Gute
Elke
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon PappaJo » Mittwoch 11. Januar 2017, 12:26

Da gibt es doch Behörden und Ämter an die man sich wenden kann, Bauamt o.ä. Gerade in so öffentlich sensiblen Bereichen sollte es doch möglich sein, auf eine Beschwerde hin einen Test machen zu lassen. Da kannst Du die Schulleitung mal eben übegehen wenn die blocken!
Wenn das so akut ist würde eine Petition nur Zeit kosten. Informiere dich welche Stelle dafür zuständig ist, mal bei der Stadtinfo anfragen oder beim Gesundheitsamt. Daruf hinweisen das Du davon und evtl. noch andere Kopfschmerzen, Übelkeit etc. davon bekommen. Wenn die nicht handeln machen die sich strafbar. Dann hilft nur ein Weg zum Anwalt und Klage einreichen, also Deine Eltern sind dann gefragt.

Es ist immer einfacher und schneller wenn man sich direkt an die daruber stehenden Hierarchien wendet.

Es muß nicht unbedingt Formaldehyd http://www.schadstoffberatung.de/formalde.htm sein, es gibt eine Vielzahl von Schadstoffen die übel riechen. Es wurden ja bestimmt auch Kleber, Dichtmittel, Farbe etc. verwendet.
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon Jack Schwager » Mittwoch 11. Januar 2017, 19:26

VIelen Dank für die beiden schnellen Antworten.
Ich werde mich mit den oben genannten Organisationen Kontakt aufnehmen, um Schadstofftests durchführen zu lassen, und ich, wenn es neues gibt, auf dem Laufenden halten.

Bis dahin, beste Grüße
Jack Schwager
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon lilly » Mittwoch 11. Januar 2017, 23:19

Ich weiß nicht, ob das in allen Bundesländern so ist, aber in Berlin ist für Schadstoffmessungen das Gesundheitsamt zuständig. Wenn es um Schulen und Kindergärten geht, zahlt das der Staat. Hoffe du hast Glück mit der zuständigen Person.

LG Lilly ;)
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon Spritzendorfer » Freitag 13. Januar 2017, 07:16

In den letzten Jahren hatte ich Kontakt zu zahlreichen schadstoffbelasteten Schulen (Eltern. Lehrer aber auch Behörden) - die Reaktionen der Behörden, Gesundheitsämter und Amtsärzte sind leider sehr unterschiedlich. Vonr der Androhung disziplinarischer Maßnahmen für "kritische Lehrer" (Mittenwald, Nideggen) bis hin zu sofortiger Reaktion der Behörden (Salzgitter- Sanierung) hängt es immer von Einzelpersonen ab, wie reagiert wird - viele Lehrer wagen es nicht, zusammen mit "aktivierten" Elternvertretern in die Öffentlichkeit zu gehen. In manchen Fällen helfen sogar regionale Medien den Schulträgern, Schadstoffprobleme zu minimieren. Meist ist es eine Kostenfrage - es fehlt das Geld für notwendige Sanierungen, sehr oft fehlt aber auch das Fachwissen von Amtsärzten, Gutachtern, Bauamtsleitern.

Natürlich ist die Empfehlung einer Schadstoffprüfung optimal - allerdings sollte aufmerksam gemacht werden, dass dies nur mit Genehmigung des Schulträgers erfolgen darf (sonst Besitzstörung!)! Wenn dieser sich weigert oder eine Messung (selbst auf Eigen-Kosten der Betroffenen) verbietet, bleibt nur der Weg in die Öffentlichkeit (Presse, Rundfunk)- in manchen Ländern auch der Weg zur Lehrergewerkschaft, die dem "Melder" Anonymität zusichern kann(!). Auf unserer Homepage finden sich unter "Schadstoffbelastungen in Schulen" zahlreiche Empfehlungen und Erfahrungsberichte. Seit Jahren bieten wir Betroffenen kostenlose Beratung.
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Re: Giftstoffe nach Schulbau

Beitragvon Twei » Freitag 13. Januar 2017, 10:46

Siehe zu obigen Beitrag z.B. auch:

Auflistung von "Schadstoffbelastungen" in Schulen und Kitas - http://www.eggbi.eu/beratung/rechtliche ... und-kitas/
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