Aus Angst vor Diskriminierung MCS verschweigen

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Beitragvon Betty Zett » Samstag 17. Oktober 2009, 16:22

Ich muss etwas loswerden was ich jetzt immer öfter von MCS Kranken gehört habe.
Sie sagen, dass sie ihre MCS verschweigen und ihre Symptome auch.
Das tun sie, damit sie in der Familie und in der Gesellschaft nicht anecken.
Fast alle waren irgendwann Patienten in einer bestimmten Umweltklinik.
Sie reagierten mit völligem Unverständnis und fast agressiv, als ich sagte,
dass sie sich damit selbst schaden und nur kränker werden.
Sie beharrten darauf nichts zu sagen egal wie dreckig es ihnen von einem Haarspray der eigenen Mutter, etc. geht.

Was ist los mit diesen Kranken? Warum Masochismus auf Kosten der Restgesundheit bis nichts mehr geht?
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Aus Angst vor Diskriminierung MCS verschweigen

Beitragvon Maria Magdalena » Samstag 17. Oktober 2009, 16:37

Sie haben Angst vor Psychiatrisierung und noch mehr Peinigung durch ihre Mitmenschen. Ich selbst verschweige nicht, dass ich MCS habe, doch ich kann nachfühlen, warum ein Teil der MCS-Patienten es tut- weil wir de facto in einer Gesellschaft leben, die egoistisch und brutal ist.

Das Verständnis wird etwas später kommen, wenn es genügend Kranke gibt, denn der Mensch wird nur durch eigenes Leiden einsichtig und mitfühlend. Und da unsere chemische Durchseuchung immer rasanter vor sich geht, könnt ich euch denken, wann ungefähr es so weit sein wird.
- Editiert von Maria Magdalena am 17.10.2009, 17:38 -
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Beitragvon Moriko » Montag 19. Oktober 2009, 10:24

Aber wie verschweigt man Schmerzen und Kollaps?
Nein Leute, macht das nicht mit Euch, Ihr werdet nur noch kränker.

Ich habe den ganzen Krempel weggeworfen und durch ungiftige Sachen ersetzt.
Wenn ich dass nicht gemacht hätte, wäre ich in Wut durch die Chemie sicher schon völlig ausgerastet.
Haarspray, Weichspüler und manches Parfüm machen mich derart agressiv, das möchte ich meiner Familie
nicht antun. Das bin ich nicht.

Schweigt nicht, sagt was Euch krank macht und handelt,
Moriko
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Aus Angst vor Diskriminierung MCS verschweigen

Beitragvon Monja » Montag 19. Oktober 2009, 10:37

Ich kann es auch nicht nachvollziehen, MCS zu verschweigen,
aber kenne durchaus MCS- Betroffene, die das tun. Hauptgrund:
Damit die Nachbarn, wenn es zu Streitigkeiten kommt, keine
Macht mit Parfüm und dergleichen über sie haben. Sie wollen
um jeden Preis anonym bleiben - was ja aber auch bedeutet,
dass die "Dunkelziffer" der MCS- Betroffenen ziemlich hoch
sein dürfte. Allerdings lebt keine von ihnen allein, sie haben
auch noch den Schutz durch Partner, sonst wäre das wohl nicht
möglich. Und die, die ich kenne, haben auch genug Geld für Haus,
Auto, Privat-Ärzte, Behandlungen aller Art, sind selbstständig usw.

Herzlichst Monja
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Aus Angst vor Diskriminierung MCS verschweigen

Beitragvon Kaloo » Montag 26. Oktober 2009, 17:36

Das Verschweigen kommt durch die Täterhaltung in die wir gedrückt werden.
Wir brauchen uns nicht zu verstecken und unsere Krankheit auch nicht.
Ich wette die allermeisten von uns haben im Job durchgehalten bis zum Umfallen.
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Beitragvon Maria Magdalena » Montag 26. Oktober 2009, 20:22

Na ja, für viele ist Job=Existenz.
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Aus Angst vor Diskriminierung MCS verschweigen

Beitragvon Moriko » Montag 26. Oktober 2009, 20:55

und man ist pflichtbewusst. Krank, das habe ich mir nie gegönnt.
Ich bin hingekrochen und am Wochenende war ich dann komplett platt.
Dann war hat im Bett liegen angesagt um Montags wieder arbeiten zu können.
Bis zum Umfallen im wahrsten Sinne des Wortes.
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Beitragvon Dundee » Dienstag 27. Oktober 2009, 17:38

Es ist die Existenz und am Anfang kann man es selbst nicht fassen was mit dem Körper abgeht.
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