Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Clarissa » Sonntag 26. Juli 2009, 19:40

Eine Antitabak-Kampagne vom Bundesamt für Gesundheit der Schweiz ist sehr umstritten. Auf einer Zigarettenschachtel ist eine Heroinspritze abgebildet, in der eine halbe Zigarette steckt. Darunter steht: "Rauchen macht sehr schnell abhängig".

Das Raucher hier mit Fixern gleichgestellt werden, finden sogar Nichtraucher sehr erschreckend. Die SVP-Nationalrat Christian Miesch (61) geht davon aus, dass durch diese Kampagne in der Schweiz etwa ein Drittel der rauchenden schweizer Einwohner diskriminiert würden.

In der Schweiz müssen bis 2010 alle Zigarettenschachteln mit abschreckenden Bildern versehen werden, darum werden jetzt die alten Bestände aufgebraucht. Der Markt wird derzeit mit Billigangeboten überschwemmt.
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Maria Magdalena » Montag 27. Juli 2009, 00:15

Ja, das ist zugegeben etwas zu krass. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass Raucher und Drogenabhängige sucht-kranke Menschen sind, die Mitleid und medizinische Hilfe verdient haben. Für mich haben Fixer und alle übrigen Süchtigen genauso ein Anrecht auf Respekt vor ihrer Menschenwürde wie andere Menschen. Daher sehe ich es nicht als Diskriminierung an, sondern als abschreckendes Beispiel. Übrigens, ich finde, dass Fixer genauso Menschen sind wie Raucher, und dass es Diskriminierung bedeutet, wenn man sie als schlechtere Menschen hinstellt.
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Clarissa » Montag 27. Juli 2009, 05:33

Liebe Maria Magdalena;
Nun werde ich radikal, NIEMAND wurde gezwungen, sich eine Nadel in die Venen zu stechen, keine(r) wurde gezwungen zu Rauchen oder sich mit Alkohol zu zuschütten. Ich kenne niemanden der dazu gezwungen wurde, es war immer die FREIE Entscheidung der jeweiligen Person.

[b]Wir wurden gezwungen, wir hatten keine FREIE Wahl, wir sind UNSCHULDIG, wir sind krank gemacht worden, wir bekommen KEINE HILFE, wir sind KRANK, warum bekommen Menschen die ihr Leiden selbst verursacht haben alle möglich Hilfe, warum werden wir verhöhnt, verspottet, müssen um allereinfachste Hilfsmittel vor Gericht kämpfen - falls wir uns das leisten können. [size=20px]WARUM?[/size][/b]
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Maria Magdalena » Montag 27. Juli 2009, 09:52

Liebe Clarissa,

ich kenne Deine Stellung schon aus einer früheren Diskussion im Forum und kann die voll und ganz verstehen. Es geht mir in diesem Fall nur allgemein um das Recht jedes Menschen auf Menschenwürde.

Ich habe diesen Vergleich aus der Schweiz als abschreckendes Beispiel verstanden. Ich kenne viele Raucher, die, obwohl sie Lungenkrebs haben, nicht aufhören zu rauchen. Das kostet viel Geld und es ist auch schrecklich, wie sie an der Sucht und am Krebs leiden und qualvoll sterben, weil die Sucht stärker ist. Wir wissen ja, wer an der Sucht dieser Menschen verdient.

Deshalb finde ich es gut, wenn die Raucher auf diese extreme, aufrüttelnde Art und Weise, wie im obigen Beispiel, auf ihre Sucht angesprochen werden. Und ich halte es nicht für eine Diskriminierung. Es ist nun mal leider Gottes eine verhängnisvolle Sucht, die viel Leid bringt und viel Geld kostet.
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Mia » Montag 27. Juli 2009, 10:15

Auch ich halte Alkoholismus, Kettenrauchen und Drogenkonsum für selbstgewählte Übel, die sich vermeiden ließen. Ich kennen Alkoholiker, die von einer Sucht zur anderen wechseln; wenn nicht Alkohol, dann Tabletten, die beim geringsten Frust geschluckt werden. Oder es wird in Geschäften gestohlen, wenn das Leben zu eintönig wird. Oder es werden Schulden gemacht, sobald sich niemand ständig um die erwachsene Person kümmert. Das kann es doch nicht sein.
Wieviel Disziplin und Opfer müssen wir Umwelterkrankten jeden Tag aufbringen, um zu überleben.
Wer sich mit Alkohol, Nikotin oder Drogen umbringen will und etliche Therapien ohne Erfolg durchlaufen hat, sollte irgendwann die Verantwortung für sich selbst übernehmen.
Zum Thema Komasaufen Jugendlicher ein Nachsatz: Wenn die Eltern die Arzt- und Krankenhauskosten für ihre Kinder bezahlen müßten, wäre ganz schnell Schluß mit lustig. Dafür würden die Eltern dann, endlich, sorgen.

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Beitragvon Maria Magdalena » Montag 27. Juli 2009, 10:20

Gerade deshalb finde ich diese Antitabak-Kampagne in Ordnung. Und übrigens ich fühle mich von den Rauchern gesundheitlich mehr belästigt als von den Fixern.
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Marion » Montag 27. Juli 2009, 11:01

Ich schliesse mich voll Clarissas Meinung an.

Diese sogenannten Abhängigkeitskrankheiten sind auf freiwilliger Basis entstanden, ich betrachte sie nicht als Krankheiten sondern als selbst gewähltes Übel. Bei einem neuen Programm werden wieder Millionen für Fixer ausgegeben:

http://www.report-k.de/content/view/20365/

Und das was in Köln stattfindet, wird auch überall in Deutschland angewendet. Da frage ich mich warum? Wir müssen für jeden Cent streiten, werden förmlich im Regen stehen gelassen.

Und die sogenannten Alkoholkranken, hier gibt es ein paar Ecken, da stehen sie tagtäglich, so ein widerliches, aggressives Volk, pöbeln die leute an, werden gewalttätig etc. Mitleid mit sowas? Nein danke.

Und dann zur allerschlimmsten Gruppe, die Raucher, die schädigen nciht nur sich selbst sondern auch andere, betreiben also tagtäglich Körperverletzung.


Grüsse marion
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Clarissa » Montag 27. Juli 2009, 12:23

Sorry ich möchte hier jetzt kein lager gründen aber mir kommt immer die galle hoch wenn ich sehe wieviel geld für so etwas ausgegeben wird und wir stehen da wie die begossenen pudel.
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Schweiz: Raucher werden mit Fixern gleichgestellt

Beitragvon Monja » Montag 27. Juli 2009, 13:07

Hallöle
Aus meiner früheren Drogenarbeit als Streetworker weiß ich,
dass viele ganz allein durch kalten Entzug wieder clean ge-
worden sind, ohne jede Hilfe von außen, haben heute Familie,
Firma etc. Viele sind an-ge-fixt worden, ganz besonders junge
Mädchen, sie hatten keine Wahl. Auch bei mir hatte man es in
sehr jungen Jahren versucht, zum Glück hatte ich ein sehr freches
Mundwerk, was mich schützte.

Was den Entzug betrifft, man weiß inzwischen, dass es fast genau so
schwer ist, von den Kippen loszukommen, wie von der Nadel. Niemand hat
uns als junge Menschen gewarnt, was durch Rauchen auf uns zukommt, denn
die Erwachsenen, besonders Eltern, haben ja auch geraucht. Und damals
gabs ja auch noch im TV Zigaretten- Werbung und alle in den Filmen waren
am qualmen. Wie soll ein junger Mensch wissen, dass das alles Kranke sind?

Anders sieht es für mich jedenfalls aus mit der Sauferei und der Tabletten-
sucht, Säufer gehören für mich zwangsweise weggesperrt und zur körperlichen
Arbeit verdonnert, bis sie aufhören. Aber nee, der Staat schenkt ihnen ja
die Droge mit dem Sozialgeld und den Gesetzen.

Aber so hat eben jeder seine Favoriten und eigenen Meinungen, die man wohl
akzeptieren muss. Ich habe auch oft genau wie Clarissa geschimpft, wir haben
unsere MCS schließlich nicht selbst verursacht. Aber ich denke, viele Süchtige
haben auch am Anfang nicht gewusst, was sie da tun.

Wenn der Staat oder die Krankenkassen oder wer auch immer, mal eine ECHTE
Hilfe anbieten würden, z.B. vom Nikotin loszukommen, dann weiß ich auf Anhieb
dutzende Leute, die aufhören würden. Aber wer diese Sucht hat weiß, dass die
Nerven durchgehen über viele Wochen oder Monate, wenn man den Glimmstengel weg
lässt. Bei mir ist jedenfalls MCS ausgebrochen während eines langen Nikotin-
Entzugs; das nur mal so am Rande.

Zeigt deutlich, dass es nicht zu unterschätzen ist, was da beim Entzug passiert.
Mein Beweggrund war aber nicht nur Vernunft, sondern weil ich meine Amalgamzähne
ziehen lassen wollte und es mir peinlich gewesen wäre, dabei nach Kippe beim
Zahnarzt zu riechen und auch, damit die Zahnwunden sich nicht entzünden.

Tja, das ist leider nach hinten losgegangen. Alles hat seine zwei Seiten,
immer gut, wenn man beide betrachtet. Ich glaube inzwischen jedenfalls an ein
vorbestimmtes Karma/Schicksal, ich kann einfach nicht mehr anders. Dazu gehört
für mich auch Sucht oder Krankheit und überhaupt alles, auch alles Schöne. Naja,
das Thema GLAUBE haben wir ja in Seelchens Thread schon. Ich sehe auch die zweite
Seite der MCS oder jeder schweren Krankheit. Es passiert eine gewaltige Ent-
wicklung in einem, egal ob negativ oder posetiv, auf jeden Fall ganz und gar
anders, als wäre man gesund geblieben. Und das muss meines Erachtens einen Sinn
haben. Für mich den Sinn zu kämpfen und eine große Liebe für die kranken Geschöpfe
der Erde zu entwickeln. Wer weiß, vielleicht wäre ich ohne MCS auch eine von diesen
nichtswissenden Parfüm- Tussis geworden, oberflächlich und außen- bezogen, ego-
istisch und geldgeil.

Ich werde nie den Satz meiner damals großen Liebe vergessen, ein weitaus jüngerer
Mann, als ich sagte: wenn ich im Alter faltig werde, dann habe ich 2 Möglichkeiten,
entweder mich liften zu lassen oder in Würde weise zu werden. Er antwortete:
Ich hoffe, letzteres. Diesen Wunsch möchte ich ihm erfüllen, daran arbeite ich.
Bin noch
weit entfernt davon, aber habe zumindest schonmal den Weg eingeschlagen. MCS ist
für mich auf diesem Weg nur eine weitere Stufe, die es zu erklimmen gilt. Man
kann keine Reife und Weisheit entwickeln aus dem Nichtstun heraus, man muss schon
kämpfen, jeden Tag aufs neue, und versuchen besser zu werden, Stück für Stück.
Und Rückschläge gehören auch dazu, sonst wäre es ja zu einfach. Was sind schon
leicht errungene Siege? Schnell vergessen und nicht hart erkämpft.

Herzlichst Monja
niemals aufgeben, alles versuchen...!


- Editiert von Monja am 27.07.2009, 14:35 -
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