Krank in den USA

Krank in den USA

Beitragvon Juliane » Mittwoch 29. Juli 2009, 06:13

"Heute ist wieder Weihnachten in Wise County. Zum zehnten Mal hat die Hilfsorganisation Remote Area Medical (RAM) in dem abgelegenen Grubenrevier der Appalachen-Berge Virginias ihr Feldlazarett aufgeschlagen. Unter einer weißen Zeltplane stehen graue Klappliegen in schier endlosen Reihen. Zahnärzte beugen sich in drückender Juli-Hitze dicht an dicht im Akkord über offene Münder. Ein mobiler Röntgenwagen brummt. Nebenan werden alte Spenderbrillen angepasst.

In einer verwitterten Scheune trennen Planen schmale Behandlungsräume ab. Dazwischen wie auf einem Jahrmarkt Hunderte Menschen, mit roten, blauen und gelben Armbändern, mit schwarzen Nummern auf den Handrücken. Wer nicht früh um fünf Uhr vor den Toren stand, um sich für eine Behandlung registrieren zu lassen, muss es morgen wieder versuchen. Nur 1600 Patienten haben täglich Einlass. "Wir mussten mehr Leute wegschicken als je zuvor", bedauert Krankenschwester Teresa Gardner, "es kommen einfach jedes Jahr mehr."

Acht Autostunden entfernt in Washington streitet Amerika wieder mal über eine Gesundheitsreform. Hier auf der sattgrünen Wiese von Wise sind die Gründe zu besichtigen: surreale Szenen, die man eher irgendwo im fernen Dschungel erwarten würde als in einem der reichsten Länder der Erde.

Tatsächlich rief RAM-Gründer Stan Brock das Hilfswerk einst ins Leben, um den ärmsten Völkern der Welt zu helfen. Das offene Khakihemd, die sonnengegerbte Haut verraten den Abenteurer, der einst bei den Wapishana-Indianern am Amazonas lebte. "Vor 20 Jahren waren wir in Mexiko und Guatemala", erzählt Brock, "heute sind zwei Drittel unserer Einsätze in den Vereinigten Staaten." Vor allem in den ländlichen Armutsgegenden von Kentucky, Tennessee und Virginia. Im August aber zieht die Helfer-Karawane in die schillernde Metropole Los Angeles"

http://www.fr-online.de/top_news/1855853_USA-Entwicklungsland-Virginia.html
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Krank in den USA

Beitragvon Lilienblüte » Mittwoch 29. Juli 2009, 16:15

Ein kollabiertes Gesundheitssystem ist sehr schockierend.
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Krank in den USA

Beitragvon Arnfried » Sonntag 2. August 2009, 20:57

Heute sah ich im TV einen Bericht über Kuba. Dort werden US-Amerikaner kostenlos zu Ärzten ausgebildet, aber sie müssen sich dafür verplichten, für einige Jahre in einem Gebiet mit ärztlicher Unterversorgung zu arbeiten. Entwicklungshilfe :-)
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Krank in den USA

Beitragvon Rilla » Montag 3. August 2009, 17:10

Da kann man nur hoffen. Jeder der die Ausbildung macht, tut dies dann aus Berufung. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass ein Arzt der seine Arbeit als Berufung sieht viel einfühlsamer ist. Hoffentlich profitieren dann später auch Menschen mit unseren gesundheitlichen Problemen davon.
Rilla
 


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