von Konstantin » Samstag 18. August 2007, 21:32
Etwas Geschichtliches über den ICD-10 und was T beim Diagnoseschlüssel T78.4 für MCS bedeutet:
1948 dehnte die WHO die alte Systematik auch auf Krankheiten und Verletzungen aus – das Ergebnis: ICD-6. Bis zur 9. Ausgabe des ICD im Jahr 1976 (ICD-9) mussten etwa alle zehn Jahre komplette Revisionen vorgenommen werden. Der Fortschritt in der Medizin machte umfangreiche Änderungen und Ergänzungen notwendig.
Die Arbeit an der letzten, zehnten Revision (ICD-10) begann 1983 und wurde 1992 abgeschlossen. Eine ICD-11 ist derzeit nicht vorgesehen, stattdessen soll ICD-10 jährlich auf den neuesten Stand gebracht werden.
Von A00 bis Z99
Jedem Buchstaben werden maximal 100 Zahlen zugeordnet, also A00 bis A99 oder B00 bis B99. Jeder ICD-Klasse wird ein bis zu fünfstelliger Code zugeordnet. Ein Beispiel: A82 steht für Tollwut, A82.0 für die Wildtier-Tollwut, während A82.1 die Haustier-Tollwut bezeichnet. Es gibt aber auch beispielsweise F40.01 (Phobische Störungen kombiniert mit Panikattacken).
Die großen Diagnosegruppen sind jeweils hinter einem Buchstaben zu finden. Und so sieht das aus:
Buchstabe
Diagnosegruppe
A, B Infektionserkrankungen und parasitäre Krankheiten
C00 bis D48 Gut- und bösartige Tumore
D50 bis D90 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems
E Hormon-, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
F Psychische und Verhaltensstörungen
G Krankheiten des Nervensystems
H Krankheiten von Auge und Ohr
I Krankheiten des Kreislaufsystems
J Krankheiten der Atmungsorgane
K Krankheiten der Verdauungsorgane
L Krankheiten der Haut und der Unterhaut
M Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
N Krankheiten der Harnausscheidungs- und Geschlechtsorgane
O Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
P Zustände, die ihren Ursprung um die Geburt herum haben
Q Angeborene Fehlbildungen
R Symptome und Krankheitsanzeichen
S, T Verletzungen und Vergiftungen
U Schlüsselnummern für besondere Zwecke
V, W, X, Y Äußere und gesellschaftliche Ursachen von Krankheit und Ableben
Z Faktoren, die krank machen und zum Arzt führen
Der Nutzen
In Deutschland gibt es für die ICD-10 zwei wesentliche Einsatzbereiche:
Verschlüsselung von Todesursachen: Die ICD-10 ist somit die Grundlage der amtlichen Todesursachenstatistik.
Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung.