Moose verringern die Feinstaubbelastung

Moose verringern die Feinstaubbelastung

Beitragvon Karlheinz » Freitag 3. August 2007, 06:45

Moose verringern die Feinstaubbelastung.
Forscher der Universität Bonn wollen Feinstäuben in der Luft mit Moosen zu Leibe rücken. Wie ein biologisches Mikrofaser-Staubtuch schluckten die Pflanzen große Mengen der gefährlichen Luftpartikel, teilte die Universität Bonn heute mit. Moose hielten die Partikel nicht nur fest - sie nähmen den Staub über ihre Blätter auf und verdauten ihn. Zudem dienten viele Abgas-Bestandteile den Moosen als Nahrung; andere würden durch Bakterien abgebaut, die auf den Moosblättchen leben. Vorraussetzung sei allerdings, dass das Moos ausreichend feucht sei - trockenes Moos entfalte kaum Wirkung. In Bonn sollen Moose jetzt erstmals auch zur Straßenbegrünung eingesetzt werden. [mawi]

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Moose verringern die Feinstaubbelastung

Beitragvon Karlheinz » Samstag 4. August 2007, 07:30

Teil 2. Dass das im Freien ausreichend funktioniert glaube ich nur wenn ich's "sehe". Aber der letzte Absatz über Anwendungen im Innenraum ist interessant. Vielleicht Lehmwände mit Moosbewuchs.


dradio.de
URL: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/654090

FORSCHUNG AKTUELL

03.08.2007 · 16:35 Uhr

Gegen Feinstaub aus dem Auspuff helfen Moosmatten. (Bild: AP Archiv)

Verwendung für Feinstaub
Moose wandeln Schwebstoffe aus der Luft in Biomasse um
Umwelt. - Feinstaub ist seit dem vergangenen Jahr ein Problem in europäischen Städten. Damals führte die EU Grenzwerte für die Belastung der Luft mit den unsichtbaren Schwebstoffen ein. Regelmäßig gibt es seitdem Alarm an Hauptverkehrsstraßen. Bonner Wissenschaftler bringen jetzt Moose als Feinstaubfilter ins Gespräch, die besonders an neuralgischen Stellen angepflanzt werden könnten. Der Mooskundler Professor Jan-Peter Frahm erklärt im Gespräch mit Arndt Reuning den Sinn des Vorschlags.


Reuning: Herr Professor Frahm, wie funktioniert denn Moos als Staubfänger?

Frahm: Die Moose auf den Matten nehmen ihre Nährstoffe und das Wasser über die gesamte Oberfläche auf. Da muss man als Laie einmal umdenken. Man denkt immer, dass Pflanzen Wasser und Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen. Das stimmt zwar für Blütenpflanzen, aber nicht für Moose. Die nehmen das über die Blätter auf. Und um an ihre Nährstoffe heranzukommen, müssen Sie diese Nährstoffe erst einmal festhalten können. Und das machen sie nach dem Prinzip des Mikrofaser-Staubtuches auf elektrostatische Weise. Da der Feinstaub jetzt aber nun einen Schwebstaub ist, der festgehalten werden muss, um zu sedimentieren, besitzen diese Moose also das Patent, diesen Staub aus der Luft anzudocken, sozusagen festzuhalten. Es kommt hinzu, dass etwa 40 Prozent des Feinstaubes aus Ammoniumnitrat besteht. Und die Moose leben unter anderem von Ammoniumnitrat, so dass sie den Feinstaub, erst festhalten, anschließend sogar verstoffwechseln. Das heißt, sie halten ihn nicht nur fest, sondern sie können ihn in der Biomasse umwandeln.

Reuning: Wie groß müssten denn die Flächen seien, die man mit diesen Matten belegen muss, um die Feinstaubkonzentration der Luft wirklich deutlich zu senken?

Frahm: Das ist überhaupt gar kein Problem: Unsere Versuche haben ergeben, dass ein einmaliger Versuch, bei dem Feinstaub auf einem Moos gebracht wird und eingewaschen wird, mehr Feinstaub absorbiert, als in einem ganzen Jahr dort draußen in der Natur an Feinstaub überhaupt niedergeht. Also die Frage nach der Begrenzung des Systems stellt sich gar nicht.

Reuning: Wo muss man denn diese Matten überhaupt anbringen? Direkt an der Quelle, oder irgendwo weit entfernt?

Frahm: Also das Feinstaubproblem stellt sich hauptsächlich an den Verkehrsknotenpunkten, an denen die Überschreitung der europäischen Grenzwerte erfolgt. Und das ist an innerstädtischen Plätzen, an Straßen, aber auch an Autobahnen der Fall. Und dort kommt es zu diesen Überschreitungen, die eine entsprechende Geldstrafe von der EU nach sich ziehen. Wir haben allgemein in Deutschland eine sehr hohe Feinstaubbelastung, eine beinahe natürlich hohe, und diese Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte, die passieren nur an gewissen Knotenpunkten, an gewissen Brennpunkten sozusagen. Würde man solche Moosmatten an schluchtartig angelegten Autobahnrändern, an Autobahnenkreuzen, in den Städten an Betonwänden et cetera anbringen, dann könnte es dazu führen, dass die Überschreitung dieser Werte an diesen Stellen unterbleibt.


Reuning: Feinstaub gibt es ja auch in der Wohnung. Könnte man sich vorstellen, mit Moos die Luft in Räumen zu reinigen?

Frahm: Das wird sogar schon gemacht. In Japan - Sie sprachen es ja schon an, dass man in Japan ein ganz anderes Verhältnis zu Moosen hat - kennt man Raumteiler beispielsweise, die mit lebenden Moosen bepflanzt sind. Sie haben einen herrlichen Einfluss auf das Raumklima beispielsweise, indem sie Feuchtigkeit abgeben, indem sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und dann allerdings auch Keime in der Luft, Pilzsporen, Bakterien, die im Aerosol in der Luft herumschwirren, an sich binden und inaktivieren. Sie verbessern also auch das Klima der Luft in Innenräumen und entkeimen diese Luft.

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Moose verringern die Feinstaubbelastung

Beitragvon Didi » Samstag 4. August 2007, 17:45

Lieber Karlheinz,

vor zwei Wochen hat mich eine Bekannte auf die Seite
http://www.fub-ag.ch aufmerksam gemacht. Eigentlich dachte ich, hier würde ich die aktuellen Luftmessungsdaten finden, um so erstaunter war ich, als ich dort auch etwas über Moos lesen konnte.

Zitat: Insbesondere Moose sind in vielen Habitaten verlässliche Indikatoren für verschiedenste Umwelteinflüsse (N-Eintrag, Naturnähe, Wasserhaushalt etc.).

Und nun noch deine Zeilen, das könnte vielleicht doch eine viel versprechende Forschungsrichtung sein, wenn man an der Uni Bonn bereits solche Aussagen machen kann.

Eine Mooskultur auf meinen Lehmwänden kann ich mir jedoch weniger vorstellen. Aber warum nicht Moos vor den Fenstern und beim Eingang? Schliesslich weiss man von einigen Pflanzen, die einen guten Einfluss auf das Raumklima haben. Besonders in Büroräumen werden gewisse Grünpflanzen empfohlen. Eine Art Mooslandschaft zur Raumabgrenzung könnte ich mir da sehr gut vorstellen.

Ein schönes Wochenende wünscht
Heidi
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