Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Tüpfelponcho » Montag 1. Mai 2017, 10:52

Blog von Inge Hannemann:

11. April 2013
Meine Auseinandersetzungen um „altonabloggt“ und den Akteuren


Der Startschuss des Hartz IV kritischen Blogs „altonabloggt“ fiel im April 2012.

Meine Motivation lag darin begründet, öffentlich auf die Missstände in den Jobcentern, aus der Sicht einer Arbeitsvermittlerin, aufmerksam zu machen. Dieses tat ich unter meinem eigenen Namen. Damit wollte ich, neben der Veröffentlichung dieser Missstände, auch eine offene und konstruktive Kommunikation mit den beteiligten Akteuren provozieren. Dieses gelang bis heute nicht. ...

https://altonabloggt.com/2013/04/11/mei ... -akteuren/
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Re: Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Tüpfelponcho » Montag 1. Mai 2017, 11:14

14. April 2012

...Bild: Arbeitsamt - heute Agentur für Arbeit oder Jobcenter...

https://altonabloggt.com/2012/04/14/kri ... -gestarkt/

Kritische Mitarbeiter von Jobcenter werden durch den Europäischen Gerichtshof gestärkt


...Die Straßburger Richter wollen sogenannte „Whistleblower“ besser schützen. Dabei handelt es sich um Arbeitnehmer, die auf Missstände in Unternehmen oder Institutionen öffentlich aufmerksam machen.


Der Fall kam ins Rollen, als die couragierte Altenpflegerin Brigitte Heinisch öffentlich über die Zustände des Berliner Altenheimes ‚Vivanes‘ berichtete. Folge: fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber.
Nachdem drei deutsche Instanzen die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber höher bewerteten als die Meinungsfreiheit resp. die Veröffentlichung der Missstände, klagte sie vor dem Europäischen Gerichtshof (EGMR). Und die gaben ihr am 20. Juli 2011 Recht.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass nicht Heinisch für den schlechten Ruf des Unternehmens verantwortlich sei, sondern der Tatbestand der beschriebenen Situation.
Arbeitgeberverbände laufen nun Sturm und drängen die Bundesregierung zur Berufung. ...



...Der Fall erinnert an die Französin Fabienne Brutus, die öffentlich die Missstände der Agentur für Arbeit in Frankreich anprangerte. Daraufhin schrieb die französische Gewerkschaft der Agentur für Arbeit Sud-APNE eine Erklärung zur beruflichen und  bürgerlichen Ethik:

„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, gezwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.


Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mit zu beachten.


Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichung.

Wir verweigern uns auch, der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung, anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können.


Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.


Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte.“


...Ein Traum für Beschäftige der Jobcenter in Deutschland – sehen die Gewerkschaften bei solchen Missständen doch lieber weg.

Solch eine Solidarität unter den Mitarbeitern ist in Deutschland eine Utopie – besonders bei jährlichen Befristungen von Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit. 


https://altonabloggt.com/2012/04/14/kri ... -gestarkt/


:!: :!:

Besondere Betonung nochmal auf:

...Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, ...

...Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.

Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren

und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte."
...

https://altonabloggt.com/2012/04/14/kri ... -gestarkt/

:!: :!:
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Re: Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Nachtigall » Dienstag 9. Mai 2017, 18:01

07.05.2017

Arbeit im Jobcenter
Wie verheerend die Arbeitsbedingungen in Jobcentern sind
Befristungen, Überstunden, Gewalt: Die Arbeitsbedingungen in Jobcentern sind verheerend - mit Folgen für das Personal. Ein ehemaliger Mitarbeiter erzählt.

von Marie Rövekamp
...

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/a ... 37004.html
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Re: Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Tüpfelponcho » Montag 31. Juli 2017, 21:35

Vielen Dank!

25. Februar 2014
Entwicklung des Widerstands gegen das Hartz-Regime...

...Bevor Hartz IV 2005 in Kraft getreten ist, entwickelte sich ein breiter Widerstand in der Bevölkerung. Bis zu einer halben Millionen Menschen waren bundesweit auf den Straßen. Und das ohne einen Aufruf der Gewerkschaften. ...

... „Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ (Bertolt Brecht)

https://kritischerkommilitone.wordpress ... tz-regime/

1. Januar 2014
Der Hartz IV – Regelsatz: Zu wenig Geld um die Grundbedürfnisse zu decken...

...Laut der Jura-Professorin Anne Lenze sind die Verbrauchsausgaben des ärmsten Bevölkerungsteils kein objektiver Maßstab, um das menschenwürdige Existenzminimum zu ermitteln. Damit werden die Regelsätze von der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung entkoppelt. ...

...Als Beispiel einmal die Kategorie Nr. 1/2 „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“: pro Monat sind dafür ca. 85€ (bis 5 J. Kinder) bis ca. 139€ (Alleinstehende) vorgesehen. Das sind pro Tag 2,80€-4,56€. Es ist eindeutig, dass dieses Geld nicht für eine gesunde Ernährung reicht! ...

https://kritischerkommilitone.wordpress ... zu-decken/

30. Januar 2014

Bundesagentur für Arbeit schasst kritischen Studenten der Hochschule...

...Überraschend kam es nicht: die fristlose Kündigung des „kritischen Kommilitone“ Marcel Kallwass an der Hochschule Mannheim der Bundesagentur für Arbeit (HdBA). Eher ist es eine Retorte, welche planmäßig nach zwei zuvor erteilten Abmahnungen gegen diesen kritischen Studenten ausgesprochen wurde. ...

...Mutig und offen wäre es gewesen einen Kreis von Studenten und Dozenten zu bilden, in dem die Kritikpunkte von Kallwass angesprochen werden und welche Alternativen es geben könnte. Dass jedoch ist nicht gewünscht und so wird auch Kallwass in eine Ecke gedrängt, der ihn zum Querulaten abstempelt. Eine didaktorische Totschlagwaffe, um jeglicher Diskussion aus dem Weg zu gehen. ...

...Stärke zeigt sich dadurch, dass man sich den Kritiken stellt und sei es mit allen Achs und Wehs. Es geht hier nicht mehr nur um Einzelfälle bei den Leistungsberechtigten nach Arbeitslosengeld I oder II, sondern um eine Gesellschaft, die auch Dank Behördenstruktur mehr und mehr verroht.

Fast könnte man meinen, eine Verrohung die von Oben gewünscht ist. Mundtote lassen sich scheinbar leichter lenken. Wenn sich da mal die Bundesagentur für Arbeit nicht irrt. ...

https://altonabloggt.com/2014/01/30/bun ... ochschule/
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Re: Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Tüpfelponcho » Dienstag 1. August 2017, 13:08

Donnerstag, 1. August 2013
...Schon vor etlichen Jahren hatten zwei Kollegen und ich in einem (genauer: in unserem damaligen) jobcenter als Fallmanager eine interne Petition erstellt und Unterschriften bei den Kolleg_innen gesammelt. Anlaß hierzu waren die desolaten Arbeitsbedingungen. Und: nein. Es ging uns nicht darum, mehr Zeit zum Kaffeetrinken zu haben.

Die Arbeitsbelastung lag seit dem ersten Tag, seit dem 01.01.2005 (und bis heute) je nach Rechenweg zwischen mindestens 200 % bis hin zu 400%. Dies bei einer immer mehr ausufernden und an Skurrilität zunehmenden EDV – Dokumentationspflicht (einer der beiden Ersteller der Software, so wurde uns berichtet: die Firma Toll Collect …!) http://de.wikipedia.org/wiki/Toll_Collect

dies bei immer engeren Vorgaben, bei immer praxisferneren Kennzahlen und Anforderungen.

Nachdem mehr als zwei Drittel der Fallmanager_innen unterzeichnet hatten, reichten wir das Schriftstück bei der Führung, bei den Mitarbeitervertretungen von Arbeitsagentur, Stadtverwaltung, etc. ein, informierten die Gewerkschaften, usw. Auch bei einer Mitarbeiter_innen – Versammlung war dies ein größeres und öffentlich von uns vorgetragenes Thema. Konkret erbracht hatte dies seinerzeit im Endeffekt nichts. Immerhin hatten wir nicht geschwiegen. ...

...Allerdings standen damit auch drei Menschen im Rampenlicht. Das sollte noch Folgen haben. Doch dazu andernorts mehr.

Den endgültigen Anstoß für die Errichtung dieses Blog, für die Nutzung meines Rechtes auf freie Meinungsäußerung, gab mir die so genannte „Presseerklärung“ der BA, die sich gegen Frau Hannemann richtete. ...

von Burkhard Tomm-Bub
http://tombbloggt.blogspot.de/2013/08/v ... chten.html
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Re: Jobcenter Insider berichten und geben Rat

Beitragvon Tüpfelponcho » Freitag 11. August 2017, 12:01

Weiterführung der Themen, die Insider gegeben haben:

30. Dezember 2016
„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ – Ein Interview

Die Hartz-Gesetze stehen synonym für ein System aus Lohnsenkungen, Verarmung, Entrechtung und den Kampf gegen Arme statt gegen Armut. ...

https://kenfm.de/wenn-unrecht-zu-recht-wird/
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