Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Pianist » Donnerstag 25. November 2010, 17:18

Duogynon-Opfer klagen gegen Bayer Schering

PROZESSBEGINN: 30. November, 15 Uhr
ORT: Landgericht Berlin, Zivilkammer 7, Tegeler Weg 17-21

Das Magazin stern berichtet in seiner heutigen Ausgabe über eine Klage von Medikamenten-Opfern gegen die Firma Bayer Schering. Die Betroffenen fordern Einsichtnahme in alle Unterlagen des Konzerns zum Präparat Duogynon. Der Konzern lehnt dies wegen angeblicher Verjährung ab.

Spiegel Online weist heute nach, dass bei Schering schon 1967 intern über die Risiken diskutiert wurde. In einem Brief eines Mitarbeiters an die Schering-Zentrale heißt es: "Die offenkundige Korrelation zwischen der Zunahme angeborener Missbildungen und dem Verkauf des Schwangerschaftstests erscheint ziemlich alarmierend."

Andre Sommer, einer der Kläger: „Warum tauschten die Herren sich intern aus und schwiegen in der Öffentlichkeit?“. Allein bei Sommer meldeten sich bislang mehr als 180 Geschädigte. Rechtsanwalt Jörg Heynemann, der die Betroffenen vertritt, ergänzt: „Bayer argumentiert damit, dass das strafrechtliche Ermittlungsverfahren im Jahr 1982 eingestellt worden sei. Doch auch die Contergan-Geschädigten hatten sich strafrechtlich nicht durchsetzen können. Dennoch zweifelt heute niemand ernsthaft daran, dass die Betroffenen durch die Contergan-Einnahme ihrer Mütter geschädigt wurden. Es ist sehr bedauerlich, dass Bayer nicht die Offenheit und Transparenz zeigt, die Ursachen der Schädigungen ergebnisoffen aufzuklären.“

Tausende von Kindern hatten in den 60er und 70er Jahren schwere Fehlbildungen durch hormonelle Schwangerschaftstests erlitten. Die von der Firma Schering unter den Produktnamen Duogynon, Cumorit und Primodos vertriebenen Präparate führten unter anderem zu Herzfehlern, fehlenden Gliedmaßen, Gaumenspalten und Nierenschäden. Nach Angaben von Anwalt Heynemann ist die „statistische Signifikanz eines Zusammenhangs der Geburt behinderter Kinder und der Einnahme von Duogynon durch die Mütter ebenso offensichtlich wie im Fall der Contergan-Tragödie.“

Bis heute steht eine Entschädigung der Opfer jedoch aus. Ein erster Prozess gegen Schering war 1980 eingestellt worden. In der damaligen Urteilsbegründung hieß es kaltschnäuzig, die Schädigung eines Fötus stelle keinen Straftatbestand dar, da „ein Angriff gegen die Gesundheit eines Menschen im Rechtssinn“ nicht vorliege. Philipp Mimkes vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): „Die Justiz ist gefordert, dieses skandalöse Urteil zu revidieren. Schließlich hat Schering selbst in den siebziger Jahren auf jeder Packung einen Warnhinweis anbringen lassen, laut dem Duogynon wegen der Gefahr von Fehlbildungen nicht in der Schwangerschaft eingenommen werden darf. Und in den 70er Jahren hat Schering betroffenen Eltern ein Vergleichsangebot gemacht – unter der Bedingung, dass diese ihre öffentliche Kritik unterlassen.“

Schering war im Jahr 2006 vom Leverkusener Bayer-Konzern übernommen worden. Auf Einladung der CBG hatten im April mehrere Betroffene in der BAYER-Hauptversammlung vor Tausenden von Aktionären gesprochen.

Wissenschaftler hatten schon 1967 vor den Gefahren bei Frühschwangerschaften gewarnt. Ende der 60er Jahre forderten selbst Schering-Mitarbeiter einen Verkaufsstopp. Mehrere Länder nahmen daraufhin hormonelle Schwangerschaftstests vom Markt, nicht aber Deutschland. Dabei waren seit Anfang der 70er Jahre völlig ungefährliche Urintest auf dem Markt und der Einsatz von Duogynon spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr notwendig. Schering hingegen beließ das Präparat auf dem Markt und sandte keinerlei Warnungen an die Ärzte.

weitere Informationen:
· Artikel stern: http://www.cbgnetwork.org/downloads/stern48_Duogynon.pdf
· Kampagne der Coordination gegen BAYER-Gefahren: http://www.cbgnetwork.de/3431.html
· Informationen der Betroffenen http://www.Duogynonopfer.de
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Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Pianist » Donnerstag 25. November 2010, 17:19

Den Opfern wünsche ich dass Gerechtigkeit siegt!
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Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Juliane » Montag 3. Januar 2011, 10:53

Und Bayer ist immer wieder auffällig:




Angesichts des jüngsten Todesfalls in der Schweiz fordert die Coordination gegen BAYER-Gefahren ein Verbot der Antibaby-Pillen Yasmin, Yaz, Yasminelle und Petibelle. Die Einnahme der Kontrazeptiva ist mit einem erhöhten Thrombose- und Embolie-Risiko verbunden. Die Schweizer Aufsichtsbehörde Swissmedic hatte am Freitag bekannt gegeben, dass Mitte September eine junge Frau an einer Lungenembolie gestorben war; sie hatte zuvor zehn Monate lang das Präparat Yaz eingenommen. Bis Ende Oktober will Swissmedic eine Untersuchung zu den Risiken von Yaz und Yasmin vorlegen......



„Fatal an dieser Pille ist, dass sie sich gezielt an junge Mädchen richtet. Die erste Packung kommt in einem schicken, silberfarbenen Schächtelchen mit Schminkpinsel daher. Zusammen mit dem angeblichen Vorteil, dass man nicht an Gewicht zunimmt, erhöht das die Akzeptanz bei jungen Frauen natürlich enorm.
.......




Nach Angaben des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kam es in Deutschland zu „sieben Todesfällen im Zusammenhang mit der Anwendung des Arzneimittels Yasmin“. Schon bei der Zulassung hatte die Fachzeitung arznei-telegramm von einer Anwendung abgeraten. Auch der „Berufsverband der niederländischen Allgemeinärzte“ warnt seine Mitglieder ausdrücklich vor einer Verordnung. In den USA hatte Yasmin wegen der zu befürchtenden Risiken und Nebenwirkungen schon bei der Zulassung Probleme. Mittlerweile wurden in den USA mehrere Sammelklagen gegen BAYER eingereicht, bis zu fünfzig Todesfälle werden dort mit Yasmin in Verbindung gebracht. Der Konzern erlöste mit der Yasmin-Produktgruppe im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro, BAYER ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei hormonellen Verhütungsmitteln



http://www.cbgnetwork.org/3067.html


Siehe auch

viewtopic.php?t=10808


viewtopic.php?t=13539
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Re: Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Kira » Montag 7. September 2015, 08:34

shortnews.de
05.09.15

Bayer wegen gefährlichen Nebenwirkungen von Antibaby-Pille vor Gericht

Schon in den USA stand der Pharmakonzern Bayer vor Gericht und musste wegen den gefährlichen Nebenwirkungen seiner Antibaby-Pillen Yasmin, Yaz und Yasminelle 1,9 Milliarden US-Dollar an Geschädigte zahlen. Jetzt muss sich das Unternehmen auch in Deutschland verantworten.

Am 5. November 2015 wird das Landgericht Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) den Zivilprozess eröffnen. ...

http://www.shortnews.de/id/1170517/baye ... ign=150905

Gefährliche Antibaby-Pillen

http://www.cbgnetwork.org/3113.html
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Re: Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Kira » Donnerstag 17. März 2016, 19:32

siehe auch

Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering viewtopic.php?f=52&t=14461&p=78653

Bayer hat seinen neuen Arzneimittelskandal viewtopic.php?f=33&t=13539

Gefährliche Antibaby-Pillen viewtopic.php?f=35&t=10808
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Vergleiche in den USA:Yasmin kostete Bayer bereits über 2 Mi

Beitragvon Kira » Donnerstag 17. März 2016, 19:36

deutsche-apotheker-zeitung.de
16.03.2016
von Thorsten Schüller


Vergleiche in den USA

Yasmin kostete Bayer bereits über zwei Milliarden Dollar

Bayers Ausgaben für angebliche Gesundheitsschäden durch Verhütungsmittel steigen weiter. Bislang hat sich der Konzern in den USA mit 17.500 Frauen geeinigt, etwa 2300 Fälle sind noch anhängig. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Verfahren.


Die Auseinandersetzungen mit Frauen in den USA um die Verhütungspillen Yasmin® und Yaz® ( Ethinylestradiol / Drospirenon) sowie deren generische Versionen kosten Bayer bereits mehr als zwei Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen in seinem Jahresabschluss 2015 mitteilt, habe es bis zum 25. Januar 2016 in den USA ohne Anerkennung einer Haftung mit etwa 10.300 Anspruchstellerinnen Vergleiche im Volumen von rund 2,04 Milliarden US-Dollar geschlossen. Ein Jahr zuvor lag die Vergleichssumme für Erkrankungen infolge von venösen Blutgerinnseln wie tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien noch bei 1,9 Milliarden US-Dollar.
...

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... den-dollar
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Der Skandal um das Hormonpräparat Duogynon - Das Erste

Beitragvon Kira » Mittwoch 30. November 2016, 19:44

Mo, 28.11.16 | 22:45 Uhr
Das Erste

Der vertuschte Skandal – Ein Pharmakonzern und sein Hormonpräparat

Die Story im Ersten

Für viele ist es ein Pharma-Skandal, ein Fall vergleichbar schlimm wie damals die Folgen von Contergan. Für André Sommer ist es ein Kampf um Gerechtigkeit. Er will erreichen, dass ein Pharmakonzern endlich zu seiner Schuld und Verantwortung steht. Und er will Gewissheit haben: die Gewissheit, dass nicht eine Laune der Natur für seine Missbildungen – und die Tausender anderer – verantwortlich ist, sondern ein Pharmakonzern, der fahrlässig gehandelt hat.


Viele Fälle von Missbildungen
...

http://www.daserste.de/information/repo ... l-100.html

Die Story im Ersten: Der vertuschte Skandal

28.11.2016 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 28.11.2017 | Quelle: Das Erste


Für Viele ist es ein Pharma-Skandal, ein Fall vergleichbar schlimm wie damals die Folgen von Contergan. Für Andre Sommer ist es ein Kampf um Gerechtigkeit. Er will erreichen, dass ein Pharmakonzern endlich zu seiner Schuld und Verantwortung steht.

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage ... d=39208522

https://www.youtube.com/watch?v=JlTQFK1KAfU

Risiken und Nebenwirkungen
Der Skandal um das Hormonpräparat Duogynon
Sie haben Herzfehler, Wasserköpfe, offene Rücken. In den 60er und 70er Jahren wurden in Deutschland hunderte missgebildeter Kinder geboren. Allen war gemeinsam, dass ihre Mütter Duogynon als Schwangerschaftstest verwendeten.

Von: Christian Stücken

Stand: 28.11.2016
...

http://www.br.de/nachrichten/dyogynon-skandal-100.html
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Re: Duogynon- Opfer klagen gegen Bayer Schering

Beitragvon Kira » Sonntag 4. Dezember 2016, 18:10

1. Dezember 2016
vonAndreas Kappler

Der Duogynon-Skandal: An Risiken und Nebenwirkungen – will niemand schuld sein

Inhaltsverzeichnis [hide]
1 Zwischen Ohnmacht und Wut
2 Vertuscht und todgeschwiegen
3 Trifft die Ärzte eine Mitschuld?
4 Schweigen statt Verantwortung
...

http://www.theintelligence.de/index.php ... -sein.html

Kontrovers
BR Fernsehen
Deutschland 2016
Mittwoch, 30.11.2016
21:00 bis 21:45 Uhr

...
Medizinskandal: der Pharmariese und die Duogynon-Opfer
Viele Kinder kommen in den 60er und 70er Jahren mit Missbildungen auf die Welt. Ihre Mütter haben Duogynon verschrieben bekommen. Hersteller war das Pharmaunternehmen Schering. Dessen Nachfolger Bayer verweist darauf, dass die Schädigungen der Kinder längst verjährt sind. "Kontrovers" hat immer wieder über den Duogynon-Skandal berichtet. Jetzt versuchen die Betroffenen, in Großbritannien Recht zu bekommen. Denn dort sind die Verjährungsfristen länger.

http://www.br.de/br-fernsehen/programmk ... 79424.html

Medizinskandal
Der Pharmariese und die Duogynon-Opfer
30.11.2016, 21:00 Uhr, BR Fernsehen
5 Min.

http://www.br.de/mediathek/video/sendun ... r-100.html


Stand: 20.01.2016

Die Akte Duogynon
Verzweifelter Kampf um Aufklärung
Die Suche nach Antworten begann vor mehr als 40 Jahren. Hat eine Tablette, die werdende Mütter in den 60er- und 70er-Jahren nahmen, zu Missbildungen bei ungeborenen Kindern geführt? Was wusste der Hersteller von möglichen Risiken? Jetzt sind brisante Dokumente aufgetaucht …

Seit vielen Jahren kämpft der Pfrontener Andre Sommer um Gerechtigkeit: Er kam mit schweren Missbildungen auf die Welt. Verantwortlich dafür ist seiner Meinung nach das Hormonpräparat "Duogynon", das der Pharamkonzern Schering (heute Bayer) in den 1960er-Jahren auf den Markt brachte. Es wurde damals unter anderem als Schwangerschaftstest eingesetzt. Sommer und Hunderte weitere mutmaßliche "Duogynon"-Opfer sind der Überzeugung, dass der Konzern von der Gefahr durch das Medikament wusste, es aber dennoch nicht vom Markt nahm.

Jetzt sind brisante Dokumente aufgetaucht, die die Frage nach der Schuld wieder aufwerfen. Es sind ...

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen ... n-100.html
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