CSN trauert um Brigitte Stockhausen

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Beitragvon weisser Magier » Dienstag 21. Juli 2009, 12:38

Liebe CSN-Community,

gänzlich unvermutet hat sich Brigitte heute das Leben genommen. Wieder ist ein wertvoller Mensch von uns gegangen, der schwer MCS-krank war, hoch elektro- und duftsensibel.

Unser Mitgefühl gilt in allererster Linie Ihrem Ehemann Heinz. Er hatte die Hoffnung nie aufgegeben, dass Brigitte stabilisiert werden kann, um ein etwas angenehmeres Leben zu leben.

Unsere Bemühungen, Brigitte in Thüringen in elektrofreier Umgebung unterzubringen, um die quälenden Schmerzen zu lindern, waren nicht ausreichend. Zwar hat sich dieser eine Zustand gebessert, aber die neurologischen Schmerzen waren für sie offensichtlich unerträglich. Sie hat kein Land mehr gesehen.

Meine Frau, die Ihre beste Freundin verloren hat, und ich werden Brigitte in liebevoller Erinnerung behalten. Jetzt müssen wir Ihrem Mann helfen, der in dieser Situation nicht allein gelassen wird.

Bea & Michael
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 21. Juli 2009, 13:34

Es tut weh wen man so etwas lesen muss. Liebe Brigitte ich wünsche dir das dein Leiden endlich vorbei ist und du deinen Frieden gefunden hast.

Ich selber kann es nach vollziehen, ich habe selber Nervenschmerzen und geeignete Medikamente vertrage ich nicht und so manches Mal sehne ich den Tot herbei nur um nicht mehr diese wahnsinnigen Schmerzen zu ertragen.

[center]Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der zurückbleibende leidet.[/center]

Henry Wadsworth Longfellow

amerikanischer Schriftsteller (1807 - 1882)
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Silvia K. Müller » Dienstag 21. Juli 2009, 14:25

Es ist ein ganz lieber Mensch von uns gegangen.
Noch vor Kurzem sprach ich ein paarmal lange mit Brigitte und versuchte ihr Hoffnung zu geben.
Sie war extrem elektro- und chemikaliensensibel, sie vertrug fast nichts mehr zu essen.
Kein Arzt sah sich im Stande ihr zu helfen. Ihr Mann, Bea und Michael standen ihr zur Seite
und gaben was sie konnten.


Liebe Brigitte, wir werden Dich stets in Erinnerung und in unserem Herzen behalten.
Wir verstehen das Leid, dass Du mitgemacht hast gut und wünschen Dir Frieden.

Für Heinz wünschen wir viel Kraft und bringen unser tiefes Mitgefühl zum Ausdruck,
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Beitragvon Kobold » Dienstag 21. Juli 2009, 18:14

Meine aufrichtige Anteilnahme möchte ich allen Familienangehörigen und Freunden von Brigitte aussprechen.
Es tut weh, wieder einen lieben Menschen aus unserer Mitte verloren zu haben.
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Beitragvon Marina » Dienstag 21. Juli 2009, 18:28

Ich bin erschüttert. Schon wieder ist ein lieber Mensch von uns gegangen.

Liebe Brigitte, ich bin tief traurig und hoffen, dass Du gutbehütet in der friedlicheren anderen Welt ankommst.

Lieber Heinz, mein Beileid und ganz viel Kraft.

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Beitragvon Lucca » Dienstag 21. Juli 2009, 21:30

Ich finde keine Worte, es ist so erschütternd.
Wann hilft uns endlich einer? Warum müssen Menschen wie Brigitte medizinisch unversorgt leiden?
Warum werden MCS Kranke in Deutschland so behandelt?

Den Angehörigen möchte ich mein tiefes Mitgefühl entgegenbringen.

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Beitragvon Juliane » Dienstag 21. Juli 2009, 22:47

Splitter im Auge und erstarrte Herzen


“Es war einmal ein böser Kobolt, einer der allerärgsten…Eines Tages war er guter Laune, denn er hatte einen Spiegel gemacht, der die Eigenschaften besaß, dass alles Gute und Schöne, was sich darin spiegelte, fast zu nichts zusammenschrumpfte, aber das, was nichts taugte und schlecht war, hervortrat und noch ärger wurde …Alle, die die Koboltschule besuchten -denn er hielt Koboltschule- erzählten, dass ein Wunder geschehen sei, nun könne man erst sehen, meinten sie, wie die Welt und die Menschen wirklich aussähen. Sie liefen mit dem Spiegel herum und zuletzt gab es kein Land und keinen Menschen mehr, gar nichts mehr, was nicht verdreht darin gewesen wäre. Nun wollten sie auch zum Himmel hinauffliegen … Höher und höher flogen sie … Da erzitterte der Spiegel so fürchterlich … , dass er aus ihren Händen fiel und zur Erde stürzte, wo er in … Billionen und noch mehr Stücke zersprang. Und nun verursachte er noch größeres Unglück als zuvor, denn einige Stücke waren kaum so groß wie ein Sandkorn und diese flogen nun in der weiten Welt herum und wo sie jemand ins Auge bekam, da blieben sie sitzen und da sahen die Menschen alles verkehrt … Einigen Menschen drang sogar ein Spiegelsplitter in das Herz, dann war es ganz entsetzlich: Das Herz wurde zu einem Klumpen Eis…”

Wir haben Eis-Zeit in diesem unserem Land. Nehmt es nur wörtlich Eis-Zeit. Alles erstarrrt.

In Kreisgesprächen versichern sich die selbsternannten Experten gegenseitig ihre Märchen. Dass das täglich Menschenleben kostet, interessiert dabei nicht. Egal, ob es um die Opfer der Chemikalien oder die des Klimawandels geht.

Diese Art der Herrschaft ist die gewalttätigste, die die Menschheit je erlebt hat.

Brigitte Stockhausen ist ein Opfer dieser Gewalt.

Nein, man kann niemand zur Rechenschaft ziehen. Alle, waschen ihre Hände in Unschuld. Wir kennen es ja schon. Selbst tapfere Staatsanwälte werfen angesichts dieser Gewalt das Handtuch. Wie lange soll das noch weitergehen?


Lieber Heinz,

mein herzliches Beileid für die Familie und die Freunde der Verstorbenen Brigitte Stockhausen.

Liebe Grüße Juliane
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Beitragvon Mia » Dienstag 21. Juli 2009, 22:58

Tief erschüttert möchte ich dem Ehemann und der ganzen Familie
meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen.

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Beitragvon Maria » Mittwoch 22. Juli 2009, 08:17

Auch ich bin zutiefst betroffen über Brigittes Tod.
Allen Hinterbliebenen von Brigitte möchte ich mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.
Ich bin sehr traurig über Brigittes Tod, ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft,

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Beitragvon Seelchen » Mittwoch 22. Juli 2009, 10:05

Meine Augen sind voller Tränen-mein Herz ist tieftraurig.
noch vor kurzer Zeit habe ich mit ihr telefoniert,als sie in Fulda in einem Haus der Anthroposophen Zuflucht gesucht hat und dann ist sie Nach Thüringen ins Haus f.Allergiker.
Ich habe mit ihr gesprochen.sie getröstet.hätte sie so gerne hier gehabt im Wald zum Erholen....aber es klappte nicht..

Für Heinz,der so viel mitgemacht hat mein größtes Mitgefühl und bitte,wenn du ein Gespräch brauchst ,bitte melde dich bei mir...
Für den Freund,der sie gefahren hat...allen Dank..

Wir konnten es nicht aufhalten und fühlen uns machtlos..

Aber das darf nicht sein..nein..und wieder die Frage:

Warum gibt es immer noch keine Notzimmer in unsrem Land für uns Schwerstbetroffene!!!?????
Warum Warum Warum....damit wird man nicht fertig;ich jedenfalls nicht!!!!

Warum können wir nicht alle aus dem Forum zusammenlegen und
solch ein Notbehelf bauen...warum nicht?????

Wenn irgendetwas geplant wird oder auch nach Sponsoren gesucht wird..ich bin dabei!!!

Es ist unglaublich..wirklich unglaublich...dasssolche wertvollen Menschen wie Brigitte aus dem Leben gehen müssen...nein es ist unfassbar!!!!!
Seelchen
 

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Beitragvon weisser Magier » Donnerstag 23. Juli 2009, 22:34

Liebe MCS-Community,
gerade aus Thüringen zurück möchten wir uns für Eure Worte, Gefühle, Gedanken und Emotionen recht herzlich bedanken. Dieses große Dankeschön kommt nicht allein von uns, sondern auch von Heinz, Brigittes Ehemann. Er ist – ganz liebevoll formuliert – „ein etwas älteres Baujahr“, das mit Computern und dem Internet ‚nichts am Hut hat‘.

Was können wir hinzufügen? Wir denken, dass es Zeit ist, Brigitte zu Wort kommen zu lassen. Das hätte Sie selbst gern getan, wenn nicht... Das Martyrium, das Sie beschreibt, ist eine schallende Ohrfeige für alle diejenigen, die noch immer versuchen, MCS-Kranke zu psychiatrisieren. Unter uns leben sehr schwer kranke Menschen, denen geholfen werden könnte, wenn es in diesem Land nur gewollt wäre. Keiner hat die Leiden verdient, die Brigitte in Ihrem Abschiedsbrief an meine Frau beschreibt. Ich zitiere auszugsweise und versichere, dass die fehlenden Passagen nicht sinnentstellend sind:

„Liebe Bea!
Ich erleide Höllenqualen, ich bin verzweifelt, habe unendliche Schmerzen. Mein Körper richtet sich gegen sich selbst. Meine eigenen Berührungen lösen Schmerzen aus. […] jedes Geräusch bedeutet Schmerzen. Selbst wenn ich esse, habe ich Schmerzen.

Ich habe Heimweh wie verrückt, aber ich habe kein Zuhause mehr, ich weiß nicht einmal wohin. Ohne Maske kann ich nicht raus. In den Wald kann ich nicht, soweit kann ich nicht gehen.

[…] Ich kann mit niemanden sprechen, tut auch schon weh und alle haben irgendeinen Duft an sich.
Nachts läuft die Hölle auf Hochtouren. Panik! Dann stehe ich im Fensterrahmen und will springen. Ich kann nichts dagegen tun, es läuft automatisch ab. Zittern ohne Ende und Schmerzen. Schreien ins Kissen, weil ich es nicht mehr aushalten kann. […]“

Brigitte Stockhausen schied am 21. Juli 2009 gegen 11:00 Uhr aus dem Leben.


Wir hoffen, dass kein lieber Mitmensch mehr in entsetzlicher Angst, tiefer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, heimlich, einsam und von der Gesellschaft im Stich gelassen diesen schrecklichen Weg wählen muss, um diesen unendlichen Qualen zu entkommen.

In Erinnerung an Brigitte und alle anderen, die schon durch diese Hölle gehen mussten!
- Editiert von weißer Magier am 25.07.2009, 08:06 -
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Beitragvon Seelchen » Sonntag 26. Juli 2009, 10:22

Oh,es gibt noch viele,die diese Verzweiflung und diese Hoffnungslosigkeit jeden Tag spüren müssen.
Sie leben im Wald...in einem alten Wohnwagen...in einem gefliessten Badezimmer...in einem Hausflur...umgeben von Angehörigen,die sie nicht verstehen..sie nicht akzeptieren...sie lächerlich machen..und vieles mehr.
Und das muss aufhören,denke ich.
Aber wie???????
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten,wie es auch in der Schweiz geschieht.
Ich bekam gestern eine Mail v.Christian Schifferle,der ja hier bei uns auch im Fernsehen war und er hat mit der Stadt Zürich nun eine
Wohngenossenschaft gegründet.
Warum können wir keine Stiftung gründen???
In Bayern gab es einmal eine MCS-Stiftung vor einigen Jahren..
Chr.Schifferle schrieb..es liegt fast nur am Geld,um etwas für die Betroffenen zu tun.
Warum finden wir keine Sponsoren?
lasst uns gemeinsam suchen...damit sich das Elend von Brigitte nicht immer wieder wiederholt.
Danke!
Seelchen
 

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Beitragvon Silvia K. Müller » Mittwoch 29. Juli 2009, 20:44

Am Freitag ist Brigittes Trauerzeremonie (Beisetzung erfolgt später).

Wir wollen an diesem Tag Brigitte mit Beiträgen im CSN Blog gedenken.
Ihr könnt Euch mit Gedichten, netten Zeilen, Gedanken im Kommentarbereich einbringen wenn Ihr möchtet.
Wir möchten diesen Tag nicht schweigend vorbeigegehen lassen.
Das was passiert ist, soll nicht wieder passieren müssen.
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Beitragvon kf-forum » Donnerstag 30. Juli 2009, 13:43

Diesen Abschiedsbreif sollten alle Ärzte und Psychiater als Pflichtaushang in Ihren Praxen aufhängen müssen - zur ständigen Erinnerung an ihren geleisteten Eid!!!
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Beitragvon Thommy the Blogger » Freitag 31. Juli 2009, 10:09

Heute und die nächsten Tage gedenken wir im Blog Brigitte.


Der heutige Blog erscheint mit Absicht am Tag und zur Stunde der Trauerfeier. Er soll uns daran erinnern, dass das Leiden von Brigitte S. und ihr Tod nicht umsonst sein dürfen.


In Gedenken an Brigitte S.
http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/07/31/in-gedenken-an-brigitte-s/
Thommy the Blogger

Bloggen statt Schweigen
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Beitragvon Mary Poppins » Freitag 31. Juli 2009, 13:30

NEIN - wir werden nie vergessen

NEIN - wir werden nie verstummen

NEIN - wir nehmen Diskriminierung nie wieder an

Wur werden sprechen, schreiben und wenn es sein muss "schreien"
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Beitragvon Schnaufti » Freitag 31. Juli 2009, 14:29

Es ist einfach schrecklich, mein aufrichtiges Beileid an
alle Hinterbliebenen.
Es tut weh, wenn man miterlebt, dass ein armer Mensch keine
Aussicht auf ein ertragbares Leben hat.
Warum muß es nur soweit kommen?

Schnaufti
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