Zwangsstreichung in Whg. , was tun ?

Zwangsstreichung in Whg. , was tun ?

Beitragvon satca » Montag 6. August 2012, 23:08

Hallo,

ich weiß in meiner Situation nicht mehr weiter und vielleicht kann mir jemand etwas raten oder hat ähnliches erlebt. Bei mir brach MCS vor ca. 1 1/2 Jahren stark aus, als ich aus Verzweiflung einen Job in einem neu eröffneten Ikeahaus angenommen hatte. Trotz eines schlechten Gefühls wegen schon vorher bestehender Allergien und Problemen mit Chemikalien, hatte ich die Hoffnung so eigenständig aus meiner verseuchten Wohnung ausziehen zu können ,ohne ein "Verbot" durch das Jobcenter.

Nach vier Tagen hatte ich starke Angina, Nierenschmerzen und schleimigen, blutigen Durchfall. Dazu war ich geistig völlig benebelt und verwirrt und konnte nicht mehr klar denken und formulieren, was am beängstigendsten war. Dies war der Anfang von meinem Alptraum, der bis heute nicht aufgehört hat.

Seit es in meiner Wohnung einen starken Wasserschaden gab (einige Monate vor Ikea) (verursacht in der Wohnung über mir), kann ich mein Badezimmer nicht mehr betreten, außer um auf Toilette zu gehen und auch dass nur unter Beschwerden. Ich habe kein Fenster im Badezimmer und schon wenige Tage nach dem Vorfall war die Luft/Geruch für mich unerträglich und hatten sich Schimmelflecken gebildet. Es wurde getrocknet und der Schimmel abgemacht bzw. bepinselt. Den Schimmel sehen konnte man daraufhin nicht mehr, der Geruch blieb aber und die Luft ist für mich nach wie vor unerträglich. Dies streitet meine Hausverwaltung rigoros ab. Ich müsse es beweisen, da allein ein nur von mir wahrgenommener Geruch kein Anhaltspunkt sei. Ich habe nun kein Geld für ein Gutachten etc. ,mit Hartz 4 und meinen Unverträglichkeiten, kann ich froh sein, wenn ich den Monat überstehe. Ich habe auch versucht, mich beraten zu lassen, laut Anwälten gibt es nur zwei Möglichkeiten: ausziehen oder es selbst beweisen. Ich weiß nicht, wie ich mit meinen finanziellen und anderen Einschränkungen je eine andere Wohnung finden soll, mal abgesehen vom Jobcenter.

Meine Hausverwaltung hält mich zum Narren und hat vor einigen Wochen zum 3. Mal jemanden geschickt, der sich die Fußbodenentwässerung ansieht und ich wurde zum x.ten Mal belehrt, dass eine Geruchsentwicklung ganz normal sei, wenn man lange in der Wanne kein Wasser laufen lässt.

Da ich immer wieder darauf gedrängt habe, dass erst das Schimmelproblem im Badezimmer (auch wenn man es nicht sehen kann) beseitigt wird, bevor Instandsetzungsarbeiten (Schließen der Löcher in der Decke, malern; was sowieso nicht geht u. wovor ich immer Angst hatte) stattfinden, möchte meine Hausverw. nun wohl der Sache ein Ende setzen. Vor einigen Wochen habe ich eine Abmahnung erhalten wg. verspäteter Mietzahlungen, nicht akzeptierter Mietminderungen (dies auch wg. Probleme mit Jobcenter wg. noch ausstehender Zahlung von früherem Arbeitg. etc.), es kam alles zusammen, zusätzlich wurde ich aufgefordert ,notwendige Arbeiten nicht mehr länger zu behindern und den Handwerkern Zutritt zu meiner Wohnung zu verschaffen.

Da auch in meinem Zimmer mittlerweile Flecken aufgetaucht waren, hatte man mir gesagt, dass ein Maler kommen würde, die Decke schließen würde und sich besagte Flecken ansieht, aber diese mit einer "Blockfarbe" gegen Schimmel bestrichen werden müssen. Wir konnten uns Gott sei Dank einigen, dass das "ästhetische" Streichen weggelassen wird, weil ich es nicht vertrage u. es erstmal nicht unbedingt notwendig ist. Da ich nun eingeschüchtert war wg. Abmahnung etc. und mir nicht mehr anders zu helfen wusste, musste ich die "Blockfarbe" für die kleinen Bereiche akzeptieren.

Seitdem es nun wieder so warm ist, habe ich aber wieder starke Probleme mit der hohen Luftfeuchtigkeit in meiner Wohnung und offensichtlich besteht da ein Zusammenhang mit den Flecken, denn diese haben sich nun stark vermehrt und nun sind sie an allen Wänden. Somit wäre ja nun die Behandlung mit der Farbe für all diese Bereiche angezeigt. Es ist immer ein Rätselraten, weil ich selbst nicht richtig beurteilen kann, was mit der Wohnung genau nicht stimmt, kein Geld habe für eine unabhänige Expertenmeinung und die Hausverwaltung mir zu ihrem Gunsten das Blaue vom Himmel runterlügt. Z.B. auch, dass es in ihren Häusern überhaupt keine Probleme mit zu hoher Luftfeuchtigkeit gibt. Da kann ich nur lachen.

Was könnte ich noch tun, um mich gegen eine großflächige Behandlung oder überhaupt gegen den Einsatz von "Blockfarbe" od. anderen belastenden Maßnahmen, während ich nur das eine Zimmer habe und hier schlafen muss, zu wehren ?
Ärztlicherseits habe ich bis jetzt nur einen Laborzettel mit Nachweis von Nuss- und Hausstaubmilbenallergie. Meine Versuche bisher von "normalen" Ärzten Hilfe zu bekommen od. wenigstens ein Verständnis für meine Beschwerden, waren mehr als erfolglos, sodass das Thema Arzt für mich schon lange komplett erledigt ist. Nur duch eigene Maßnahmen hat sich mein Zustand etwas verbessert.

Leider kann ich nicht gut zusammenfassen, vielleicht weiß trotzdem jemand einen Rat.
Danke und viele Grüße, satca
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Beitragvon Mia » Montag 6. August 2012, 23:48

Luftfeuchtigkeit kann mit Sicherheit messen. Verbraucherzentralen müßten darüber Auskunft geben können, wo man diese Geräte evtl. ausleihen kann.
Feuchtigkeit in Wänden läßt sich mit einem Gerät messen, dass Baubiiologen anwenden. Ich würde mir Auskünfte bei Baubiologen einholen, wie Du messen kannst.
Hats Du guten Kontakt zum Gesundheitsamt deines Landkreises? Auch dort muss man sich um feuchte Wohnungen mit Schimmelbildung kümmern und ggf. messen diese die Wände usw. aus.

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Beitragvon satca » Dienstag 7. August 2012, 00:13

Hallo,

die Luftfeuchtigkeit messe ich ja schon immer, ist kein professionelles Hygrometer, ein Kombigerät mit Thermometer. Demnach beträgt die Luftfeuchtigkeit im Sommer immer zwischen 67-80 %. Wenn ich z.B. lüfte ,geht es oft wenigstens auf 60 %, aber eine halbe Stunde später ist es wieder fast 70 %. Wenn ich richtig informiert bin, sollte die Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft über 60 % sein, bzw. das ist schon die Grenze, besser darunter.

Das mit den Baubiologen kann ich probieren, aber ob diese auch Auskünfte geben, ohne direkten Termin bzw. ohne Bezahlung ? Das glaube ich eher nicht.

Ich wohne ja in Berlin und hier ist vieles nicht so toll. Bei meinem zuständigen Gesundheitsamt, steht ausdrücklich, dass sie nicht in Wohnungen kommen, Messungen durchführen etc. wegen Schimmel, sondern nur im Amt selbst über die allgemeinen Gefahren aufklären. Das können se sich auch schenken.

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Zwangsstreichung in Whg. , was tun ?

Beitragvon Clarissa » Dienstag 7. August 2012, 08:37

Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Zwangsstreichung in Whg. , was tun ?

Beitragvon Yol » Dienstag 7. August 2012, 14:41

Infos auch bei http://www.enius.de

Infos über Schimmel bezw. alles am Bau. Ist ein Ingenieurbüro das sehr zuverlässige Informationen hat. Auch im Net einzusehen.
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Beitragvon satca » Donnerstag 9. August 2012, 12:00

Hallo,

danke für die Links. Die Informationen sind teilweise interessant. Leider weiß ich einerseits im Moment nicht, wovon ich den Test bezahlen soll, andererseits bin ich mir nicht sicher, inwieweit dieser anerkannt wird von möglichen öffentlichen Stellen, Gericht, Jobcenter oder auch nur meiner Hausverwaltung. Obwohl ich denke, darauf müsste schon reagiert werden.

Gruß, satca
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Zwangsstreichung in Whg. , was tun ?

Beitragvon Cosi » Donnerstag 9. August 2012, 12:04

Unabhängig von allem würde ich versuchen bei Freunden oder der Familie ein Notquatier zu bekommen, falls es ganz schlimm wird.
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