Gewinner und Verlierer

Gewinner und Verlierer

Beitragvon Leckermäulchen » Sonntag 13. Dezember 2009, 15:11

Der Herr Professor Doktor Blind
Sagt uns, wie heut die Menschen sind
Er spricht von Psychosomatik
Hat den ultimativen Blick
Der ihn sehr überzeugt sein lässt
Und daran glaubt er steif und fest
Dass unser Land und die Chemie
Für Ängste sorgen wie noch nie

Denn Blind heißt er, weil er nicht sieht
Was unsrer Erde heut geschieht
Er sieht sie noch als Scheibe an
Weil er noch nicht begreifen kann
Dass sie durch Gifte wird zerstört
Die Mahner werden nicht erhört
Die seit Jahrzehnten zeigen auf
Die Störungen im „Ökolauf“

Gemeinhin ist das anerkannt
Doch eine dicke „Geisteswand“
Marionetten trennt ganz klar
Von echten Denkern, gut und rar
Das ökologische System
Ist für den Mammon unbequem
Es ist fragil. Nicht Gold noch Geld
Ist, was Natur zusammenhält

Doch lässt dies den Professor kalt
Er ist ja schon recht „klug“ und alt
Und weiß noch, wie es früher war
Da waren Diagnosen klar
Unangefochten, zweifellos
Korrekt! – und wer verständnislos
Auf diese reagierte dann
Den schlug gesellschaftlicher Bann

Das Mittelalter kommt zurück
Zerstört das Leben Stück für Stück
Mit akademisch hohem Grad
Ist dies an der Natur Verrat
Der sicherlich vergolten wird
Von jemandem, der unbeirrt
Und unbestechlich alles sieht
Zerstörern bald die Bremse zieht

Studieren kann zwar nützlich sein
Wenn unbestechlich, lauter, rein
Des Menschen Geist dabei auch bleibt
Damit, was er heut niederschreibt
Auch deutlich und wahrhaftig ist
Und niemals ihn die Lobby frisst
Man findet solche Menschen kaum
Sie fallen schließlich nicht vom Baum

In dieser korrumpierten Welt
Stabilität von einst zerfällt
Wer das schon längst gesehen hat
Und vor den Mund nie nimmt ein Blatt
Auf sein Gewissen achtet gut
Der findet oft genug den Mut
Zu sagen, was er wirklich denkt
Weil er nicht industriegelenkt

Doch ist bedroht er ziemlich schnell
Dann in der Welt existentiell
Und die Finanz- und Machtstruktur
Verloren ist auf weiter Flur
Wenn man sich ihr doch unterstellt
Ist ziemlich klar, dass nicht das Geld
Des Lebens Rad beständig treibt
Und die Natur vergiftet bleibt

Wer lächelt denn „den blinden Mann“
Mit seinem „Titel“ trotzdem an?
Denn schließlich gibt es ein Gesetz
Dass, wer die „Hausordnung“ verletzt
Mit Konsequenzen rechnen muss
Dann ist mit solchen Störern Schluss
Im „Haus“ – der Erde – räumt bald auf
Der Schöpfer selbst, verlasst euch drauf!

Er achtet sehr auf Redlichkeit
Und ebenso auf Schädlichkeit
Gebärdet wer als „Schädling“ sich
Und weiß, was heißt „Jüngstes Gericht“
Dann hat ein solcher keine Chance
Auch dann nicht, wenn er in Phalanx
Mit Gleichgesinnten vor IHM steht
Für diese ist es dann zu spät.
Leckermäulchen
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Beitragvon Maria Magdalena » Sonntag 13. Dezember 2009, 15:33

Hallo Leckermäulchen,

super gutes Gedicht!

Erstaunlich, wie Du es schaffst, in Versform auf grundlegende gesellschaftliche Probleme und Notwendigkeiten mit treffenden Stilmitteln aufmerksam zu machen.

Und mit köstlicher Ironie und stechender Satire die Ungerechtigkeit und die Verantwortlichen anzuklagen.

Du hast wirklich Talent. Danke für das tolle Gedicht!

Maria Magdalena


- Editiert von Maria Magdalena am 13.12.2009, 15:40 -
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Beitragvon Sina » Sonntag 13. Dezember 2009, 17:05

Dem, was Maria Magdalena sagt, kann ich nur zustimmen. Und wie lang es geworden ist.

Viele Grüße von Sina
Sina
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Beitragvon Leckermäulchen » Montag 14. Dezember 2009, 11:36

Heute füge ich noch den Teil 2 an, um ein "rundes" Ende zu haben. Das war gestern doch zu abrupt...



Da hilft kein Stammeln, Stottern, Schrei’n,
Noch nicht mal Schwören Stein und Bein:
„Das haben wir doch nicht gewollt“
Wenn Gottes Zorn dann mächtig grollt
Gerechtigkeit er führt herbei
Er macht bestimmt die Schöpfung frei
Von allem Abfall, Gift und Dreck
Er fegt die Bösen wirklich weg

Dann atmen die Gerechten auf
Sie freuen sich schon jetzt darauf
Gesundheit herrscht dann überall
Und man bricht aus in Jubelschall
Von wegen: so fragil wie Glas
Dann macht das Leben endlich Spaß
Die Flora, Fauna und auch wir
Vor Freude strotzen für und für
Leckermäulchen
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Beitragvon Leckermäulchen » Montag 14. Dezember 2009, 11:57

So ist es übersichtlicher (alle 12 "Strophen")

Der Herr Professor Doktor Blind
Sagt uns, wie heut die Menschen sind
Er spricht von Psychosomatik
Hat den ultimativen Blick
Der ihn sehr überzeugt sein lässt
Und daran glaubt er steif und fest
Dass unser Land und die Chemie
Für Ängste sorgen wie noch nie

Denn Blind heißt er, weil er nicht sieht
Was unsrer Erde heut geschieht
Er sieht sie noch als Scheibe an
Weil er noch nicht begreifen kann
Dass sie durch Gifte wird zerstört
Die Mahner werden nicht erhört
Die seit Jahrzehnten zeigen auf
Die Störungen im „Ökolauf“

Gemeinhin ist das anerkannt
Doch eine dicke „Geisteswand“
Marionetten trennt ganz klar
Von echten Denkern, gut und rar
Das ökologische System
Ist für den Mammon unbequem
Es ist fragil. Nicht Gold noch Geld
Ist, was Natur zusammenhält

Doch lässt dies den Professor kalt
Er ist ja schon recht „klug“ und alt
Und weiß noch, wie es früher war
Da waren Diagnosen klar
Unangefochten, zweifellos
Korrekt! – und wer verständnislos
Auf diese reagierte dann
Den schlug gesellschaftlicher Bann

Das Mittelalter kommt zurück
Zerstört das Leben Stück für Stück
Mit akademisch hohem Grad
Ist dies an der Natur Verrat
Der sicherlich vergolten wird
Von jemandem, der unbeirrt
Und unbestechlich alles sieht
Zerstörern bald die Bremse zieht

Studieren kann zwar nützlich sein
Wenn unbestechlich, lauter, rein
Des Menschen Geist dabei auch bleibt
Damit, was er heut niederschreibt
Auch deutlich und wahrhaftig ist
Und niemals ihn die Lobby frisst
Man findet solche Menschen kaum
Sie fallen schließlich nicht vom Baum

In dieser korrumpierten Welt
Stabilität von einst zerfällt
Wer das schon längst gesehen hat
Und vor den Mund nie nimmt ein Blatt
Auf sein Gewissen achtet gut
Der findet oft genug den Mut
Zu sagen, was er wirklich denkt
Weil er nicht industriegelenkt

Doch ist bedroht er ziemlich schnell
Dann in der Welt existentiell
Und die Finanz- und Machtstruktur
Verloren ist auf weiter Flur
Wenn man sich ihr doch unterstellt
Ist ziemlich klar, dass nicht das Geld
Des Lebens Rad beständig treibt
Und die Natur vergiftet bleibt

Wer lächelt denn „den blinden Mann“
Mit seinem „Titel“ trotzdem an?
Denn schließlich gibt es ein Gesetz
Dass, wer die „Hausordnung“ verletzt
Mit Konsequenzen rechnen muss
Dann ist mit solchen Störern Schluss
Im „Haus“ – der Erde – räumt bald auf
Der Schöpfer selbst, verlasst euch drauf!

Er achtet sehr auf Redlichkeit
Und ebenso auf Schädlichkeit
Gebärdet wer als „Schädling“ sich
Und weiß, was heißt „Jüngstes Gericht“
Dann hat ein solcher keine Chance
Auch dann nicht, wenn er in Phalanx
Mit Gleichgesinnten vor IHM steht
Für diese ist es dann zu spät.

Da hilft kein Stammeln, Stottern, Schrei’n,
Noch nicht mal Schwören Stein und Bein:
„Das haben wir doch nicht gewollt“
Wenn Gottes Zorn dann mächtig grollt
Gerechtigkeit er führt herbei
Er macht bestimmt die Schöpfung frei
Von allem Abfall, Gift und Dreck
Er fegt die Bösen wirklich weg

Dann atmen die Gerechten auf
Sie freuen sich schon jetzt darauf
Gesundheit herrscht dann überall
Und man bricht aus in Jubelschall
Von wegen: so fragil wie Glas
Dann macht das Leben endlich Spaß
Die Flora, Fauna und auch wir
Vor Freude strotzen für und für
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Beitragvon Leckermäulchen » Dienstag 15. Dezember 2009, 14:49

Ihr lieben Gedichteleser,

wie findet ihr denn solche Zukunftsaussichten, eher von weit hergeholt, utopisch?

Oder wäre das nach eurer Meinung unter Umständen realistisch? Wenn ja, was denkt ihr, was ist der größte Hemmschuh, der beseitigt werden müsste? Wer könnte das machen? Und wie ließe sich verhindern, dass dann alles wieder von vorne losgeht?

Wären das nicht spannende Diskussionsfragen?

LG
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Beitragvon Sina » Mittwoch 16. Dezember 2009, 20:15

@ Liebes Leckermäulchen,

Du stellst Fragen. Da fällt mir gerade wirklich nichts drauf ein. Hab Dir halt trotzdem geschrieben.

Viele liebe Grüße von Sina
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