Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Beitragvon CanaryBird » Dienstag 25. Februar 2014, 15:22

Hallo Leidensgenossen,

ich kenne euer Forum schon längere Zeit vom Mitlesen, aber nun habe ich mich auch einmal registriert, da ich ab jetzt ziemlich individuelle Beratung brauche.

Ich habe MCS seit meinen ersten Gymnasialjahren und bin nun 23.

Ich schlage mich innerhalb der Zivilisation seit etwa 8 Jahren durch; durchschnittlich mussten wir 1 Mal im Jahr umziehen und früher war meine MCS noch harmlos verglichen zu heute.

Ich kann so gut wie nie auch nur das Fenster öffnen und rausgehen kann ich seit ein paar Monaten mittlerweile fast gar nicht mehr, da ich keinen Meter finde, an dem ich nicht irgendetwas Chemisches in der Luft rieche (Ein Brei aus sämtlichen Ausdünstungen der Menschen hängt für mich über allen Ortschaften – In großen Städter schlimmer als in kleinen Orten), obwohl ich nicht einmal in einer großen Stadt sondern in einem kleinen Ort wohne. Die herkömmliche Wohnung an sich ist natürlich auch in kleineren Mengen giftig genug, sodass bloß hier drin zu sitzen auch nicht gut sondern bloß das kleinere Übel ist.

Außerdem frage ich mich, wie soll ein Mensch, der nur zwischen 4 weißen Wänden, die täglich alles sind, was er sieht, denn überhaupt gesund werden? Es ist bereits erwiesen, dass Patienten in Kränkenhäusern mit Blick aufs Grüne nach OPs schneller wieder gesund werden als Patienten, die nur Beton sehen, aber raus könnte ich in so einer Wohnsituation in einer Stadt/Dorf nun gar nicht mehr.
Ich muss also irgendwo hin, wo ich aus dem Zimmer auch raus gehen und mich bewegen kann, denn allein von nur im Zimmer sitzen kann man auch ohne MCS schon körperlich oder psychisch krank werden. Ich ertrage es psychisch auch gar nicht mehr förmlich in einen Raum gesperrt zu sein.

Ich weiß und habe lange darüber nachgedacht, es muss eine endgültige Lösung her. Ich möchte die beste Möglichkeit auf eine dauerhaft stabile Gesundheit, die mir zur Verfügung stehen könnte und ich denke, das Umfeld ist der erste Schritt dazu.
Damit auch eine Therapie anschlagen kann, muss – was so gesehen, so sagt man ja, die wichtigste „Therapie“ bei MCS ist – das Umfeld stimmen, möglichst schadstoffarm sein. Das haben mir die Erfahrungen vieler anderer MCS-Kranker zusätzlich bestätigt. Auch möchte ich mit einem so geringen Risiko auf Rückfälle wie möglich mein restliches Leben verbringen.

Damit das dauerhaft gewährleistet ist, möchte ich ein Haus bauen/kaufen + umbauen. Ich habe nun finanzielle Mittel innerhalb meiner Verwandtschaft gefunden.

Ich stehe noch allerdings mit nichts da. Hier möchte ich Ideen sammeln.

Als erstes möchte ich grundlegende Fragen wie "DEN STANDORT" und ob man grundsätzlich ein Haus bauen muss oder es auch kaufen und renovieren kann.

- WO sollte man ein Grundstück kaufen und ein Haus bauen? Es ist mir vollkommen egal, in welchem Teil Deutschlands oder ob im Ausland (sofern ich im Ausland auch irgendwelche Gelder zum Überleben bekommen kann) Hauptsache der Ort ist gesund.
- Sind Orte bekannt, an denen es anderen schwer betroffenen MCS-Kranken nach dem Umzug mit der Zeit bloß immer besser und besser ging?

- Welche Voraussetzungen muss der Ort erfüllen? Die folgende Liste soll ergänzt werden:
Keine Nachbarn/abgeschieden (in welchem Umkreis?)
Keine gespritzte Landwirtschaft (in welchem Umkreis?)
Keine Fabriken in der Umgebung (in welchem Umkreis?)
Keine Schnellstraßen/Autobahnen (in welchem Umkreis?)
Keine Strahlungsquellen (Strommasten und -leitungen Überland, LTE, Tetra, Mobiltürme, Richtfunkstrecken, Militäranlagen, Fernsehfunkanlagen, Flughäfen … was noch alles? Und in welchem Umkreis?)
Kann man Bio-Nahrung kaufen/liefern lassen?

- Ist es grundsätzlich besser ein neues, besonders MCS-gerechtes Haus zu bauen oder ist es auch möglich ein bereits vorhandenes Haus KOMPLETT AUSDÜNSTUNGS FREI und auch möglichst Elektrosmog frei zu renovieren, gleich einem neuen Spezialhaus?
Es sollen nicht nur akute Reaktionen ausbleiben sondern der Körper dauerhaft mit so wenig schädlichen Molekülen wie möglich in Kontakt kommen, da nicht IRGENDEINE Verbesserung sondern die höchst möglichste gleich einer Genesung(<= solange man den sicheren Ort nicht verlässt, meine ich) auf dauerhafter Basis erwünscht ist – genau, es wird hier nach einer endgültigen Lösung gesucht, wie oben bereits erwähnt. Wenn möglich, wie wäre ungefähr der preisliche Unterschied?

So, ich hoffe, ihr könnt mir helfen! :)
CanaryBird
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Re: Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Beitragvon Twei » Dienstag 25. Februar 2014, 20:42

Hallo CanaryBird,

entscheidend ist auch, dass Du einen Wohnort findest, der bei Dir selbst keine allergische Reaktionen hervorruft. Jeder MCS-Erkrankte hat unterschiedliche Allergien. Wenn z.B. jemand/e einen Heuschnupfen hat, wäre ein Wohnen mitten in einer Gräserlandschaft eine erhebliche Minderung des Wohlbefindens.
In ländlichen Gegenden gibt es häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit/Nebel, sodass Pollen nicht ordentlich abziehen können.

So käme dann eine Waldlandschaft eher in Betracht .... jedoch gibt es auch MCS-ler, welche allergisch gegen Nadelbaumausdünstungen reagieren oder andere Pflanzen, wie z.B. die Wasserbalsamine...

Freiwillig an eine Autobahn oder Hauptstraße wird wohl keiner hinziehen ... demnach ist die Antwort darauf wohl überflüssig. Fabriken sind nicht alle Chemieschleudern ... davon sollte man aber möglichst einen Abstand halten ... landwirtschaftliche Flächen mindestens 2 km ... Strommasten und Funktürme sind individuell unterschiedlich zu betrachten - es kommt auch darauf an ob man Elektrosensibel ist ... aber so mindestens ca. 200 Meter Abstand (bzw. 5 mal Masthöhe) wünsche ich mir so schon als einer, welcher keine EHS hat; bei Funktürmen ist sogar eher die Ausrichtung der Funkwellen entscheidend - so ist beim Wohnen im Erdgeschoss vermutlich mit weniger Belastung zu rechnen als bei höheren Etagen....

Letztendlich gibt es kaum einen geeigneten Ort zum Wohnen mit einer MCS ... man sollte jeden Ort zuvor individuell prüfen .. es gibt auch kaum eine Sicherheit für die Zukunft. Je ländlicher es wird, um so mehr wird meist mit fossilen Brennstoffen geheizt, was die Atemluft extrem belastet...

Wenn ich ausreichende Finanzmittel zur Verfügung hätte, würde ich auf jeden Fall eine Gegend bevorzugen, die mir mindestens 100m Abstand zu Nachbarn gewährleistet, die mit "Duftstoffen" arbeiten!

Eine "gute" Luft für mich (wirklich nur auf mich bezogen) habe ich im Allgäu hoch oben auf einer Berghütte erlebt ... keine Pollenflut, keine Menschendüfte, keine landwirtschaftlichen Betriebe mit Pestiziden, keine Autos usw... - allerdings ist man im Winter dort vom Schnee eingeschlossen, es gibt keinen Räumdienst und man kommt dann nirgendswo hin zum Einkaufen - eventuell sogar für Wochen nicht :o - und es ist dort absolut einsam :roll:

Entscheidend aber finde ich den Mut zu haben einen Ort auszutesten sowie zu versuchen dort zu bleiben und bei Problemen entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ich möchte Dich auch gerne noch auf folgenden Thread hinweisen:

Brainstorming: plötzlich MCS und nun? - viewtopic.php?f=37&t=18986
Zuletzt geändert von Twei am Mittwoch 26. Februar 2014, 16:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Beitragvon Clarissa » Mittwoch 26. Februar 2014, 08:36

Den Ort wird es kaum geben, ich kenne nur einen Ort wo es vielleicht gut wäre. In Arizona am Rande der Wüste.
Dort gibt es eine MCS-Siedlung. Kein Mobilfunk, keine Heizungsabgase, kein Duft, keine Schimmelpilze ...

Verträgliches Wohnen ist auch ein Problem, optimal wäre ein Airstrem mit Emailauskleidung, Einrichtungsgegenstände aus Stahl, Glas, Bambus. Für Beleuchtung nur Niederspannungsgleichstrom.

Du siehst es ist gar nicht so einfach, wenn nicht fast unmöglich.

Städte haben einen Vorteil, dort gibt es kaum Ofenheizungen und keine Landwirtschaft, keine Freileitungen.

Dörfer, haben auch Vorteile aber auch div. Nachteile, Tierhaltung, Felder, Ofenheizung, Menschen die sich einen Sch.... drum kümmern und alles was auch nur irgendwie brennt in den Ofen packen oder in einer Blechtonne im Garten verbrennen.

Auf der Alm wäre noch etwas aber da kannst du auch nicht das ganze Jahr wohnen, gut wäre ein Einödhof wo ringsherum Bio-Landwirtschaft betrieben wird. Wohngebäude alte Häuser die aus Feldsteinen gebaut wurden, können so gut wie keine Schadstoffe aufnehmen bzw. abgeben. Ich kenne solche Häuser und habe sie auf belgischem Gebiet nahe der deutschen Grenze kennen gelernt.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Beitragvon CanaryBird » Dienstag 11. März 2014, 00:08

Danke für Infos.
Ich habe sie nun alle durchgearbeitet und Hilfreiches aufgeschrieben.
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Re: Wenn man Geld hat ein Haus zu bauen/kaufen: Wo? Wie?

Beitragvon Flaunt » Sonntag 16. März 2014, 12:07

Ein bestehendes Gebäude zu kaufen und zu perfektionieren halte ich für das sinnvollste Unterfangen.
Erst die Gegend aussuchen und dann Erkundungstouren machen und ggf. einen Makler mit einschalten wenn die eigene Kraft fehlt.
Wenn ein Objekt gefunden wurde Probewohnen für ein paar Tage vereinbaren und wenn es dann noch passt, dann eine Schadstoffanalyse
vor dem Kauf durchführen lassen.
Flaunt
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