Vor ein paar Tagen war ich bei einem Osteopathen. Dieser Osteopath hat außerdem die Ausbildung als Physiotherapeut und eine Ausbildung als Heilpraktiker. Was ich dort erlebt hatte, hat mich mehr als überrascht.
Normalerweise gehen wir zu einem Arzt und erzählen ihm unsere Beschwerden und der glaubt uns nicht so recht.
Beim Osteopathen erging es mir ganz anders. Da brauchte ich kein einziges Wort zu sagen und ER erzählte mir alles, was ich habe und was ich in der Vergangenheit mal gehabt hatte, obwohl er mich nicht kannte und noch nie gesehen hatte. Das lag sicher nicht nur daran, dass er blind ist, sondern dass ich ca. eine Dreiviertelstunde Autofahrt von ihm entfernt wohne.
Durch leichtes Abtasten des Körpers erkannte er eine Schilddrüsenerkrankung, die behandelt werden müsste. Gut, dass kann ein Schulmediziner oft auch noch. Dann erkannte er, dass ich mindestens eine Nierenbeckenentzündung im Leben gehabt haben muss, womit er richtig lag, nur war das Ganze schon 27 Jahre her. Meinen leichen Schmerz in der Lendenwirbelsäule, den ich mir einen Tag zuvor beim Bücken zugezogen hatte, der eigentlich schon fast wieder abgeklungen war, ertastete er und sprach mich darauf hin an.
Was mich aber am allermeisten verwunderte war, dass der Osteopath mich nach dem Abtasten meiner Leber fragte, ob ich mal mit Lösungsmitteln gearbeitet hätte, die Veränderungen meiner Leber würden darauf hindeuten. Auch damit lag er völlig richtig. 10 Jahre tägliches Arbeiten mit Lösungsmitteln.
Wie ist das nun möglich? Unsere meisten Ärzte finden angeblich absolut keine Erklärung für unsere Beschwerden. Oder wollen sie keine finden? Selbst wenn sie uns jahrelang kennen und über unsere beruflichen Tätigkeiten Bescheid wissen?
Hier komme ich nun zu einem Osteopathen, der mich nicht kennt, aber der mir auf den Kopf zusagt, was meine Krankheit ist? Mir fehlten fast die Worte und ich bin beeindruckt von solch einem Wissen.
Auch wenn dieser blinde Mann wahrscheinlich nicht die Möglichkeit hat, die MCS zu heilen, so hat er mir doch einiges raten können (Lebermedikament Mariendiestel, Verzicht auf Zucker u. ä.), was sicher meinen jetzigen Zustand etwas verbessern kann. Dazu setzte er irgendwelche Reize auf die inneren Organe, damit sie besser entgiften können. Wie und ob das wirkt, dass werde ich erst in einiger Zeit einschätzen können. Trotzdem denke ich, können unsere heutigen Ärzte viel von diesen Osteopathen lernen. Zumindest geht man dort nicht mit Psychopharmaka nach Hause, sondern mit einem Medikament, das den Regenerierungsvorgang unserer Entgiftungsorgane bewirken soll.
Mich würde interessieren, ob noch jemand hier Erfahrungen mit einem Osteopathen gemacht hat und ob sie ähnlich waren?
Liebe Grüße
Anne