Schweinepeitschenwurm Trichuris suis
Würmer auf Rezept
Eine Hamburger Medizin-Firma hat die Würmer bereits im Angebot. Sie werden weltweit gegen chronische entzündliche Darmerkrankungen eingesetzt. Der Ursprung dieser Autoimmunerkrankungen ist – wie bei einer Allergie - ebenfalls eine gestörte Abwehr.
In Berlin arbeitet Prof. Richard Lucius mit Zellkulturen, denen man Wurmsubstanzen hinzufügt. Mäuse bekommen diese Wurm-Proteine gegen ihr Asthma. Auch in Bochum schlucken Mäuse Wurmeier. Dort beginnt 2009 eine Studie an der Kinderklinik: Kinder mit Heuschnupfen, Asthma und/oder Nahrungsmittelallergie sollen eine Saison lang eine Wurmtherapie machen. Derzeit prüft die Ethikkommission das Anliegen, denn die wissentliche Infektion von Kindern mit Würmern muss genehmigt werden. Aber der leitende Arzt, Prof. Eckard Hamelmann, kann beruhigen. Es werden keine ausgewachsenen Würmer eingesetzt, nur Wurmeier. Daraus schlüpfen kleine Würmer. Diese wachsen aber nicht heran, sondern werden nach kurzer Zeit wieder ausgeschieden.
Und selbst wenn man lebende Würmer schlucken würde: Die eingesetzten Spezies machen uns nicht krank und vermehren sich auch nicht in unserem Körper. Und vielleicht wird man sich einst mit diesem „Ekel“-Faktor gar nicht mehr herumärgern müssen. Denn Immunologen haben bereits einige Eiweiße der Würmer identifiziert, von denen die vor Allergie schützende Wirkung ausgehen könnte. Und wenn man diese dann isoliert, könnte am Ende ein „normales“ Medikament dabei herauskommen.
Stand: 12.05.2009
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0512/004_allergien.jsp