http://wissen.dradio.de/chronobiologie-die-innere-uhr.88.de.html?dram:article_id=7154
Ein Vortrag von Russell G. Foster, in Kooperation mit dem Einstein Forum in Potsdam.
Unser Lebensalltag ist bestimmt von Uhren und Zeitmessungen: dem Wecker, der uns aus dem Schlaf reißt, der minutengenauen Abfahrtszeit des Busses, Arbeitsbeginn um 9 Uhr, Tagesschau um 20 Uhr.
Dabei werden unser Körper und unser Gehirn in Wirklichkeit von inneren Uhren bestimmt. Die legen unsre Körpertemperatur und unseren Blutdruck fest und bestimmen, wann wir munter und wann wir müde sind. Gespeist werden diese inneren Uhren vor allem über unsere Augen - durch den Wechsel von Licht und Dunkel. Unser Leben folgt einem so genannten „zirkadianen“, das heißt einen Tag-langen, 24-stündigen Rhyhthmus.
Die Erforschung dieses zirkadianen Rhythmus ist der Arbeitsschwerpunkt des Chronobiologen und Neurowissenschaftlers Russell G. Foster, er ist Professor an der Universität von Oxford. Zu seinen wichtigsten Forschungsergebnissen zählt die Entdeckung, dass auch blinde Augen über Rezeptoren verfügen, die unsere innere Uhr mit Informationen über den Tag-Nacht-Rhythmus versorgen.
In seinem Vortrag berichtet Foster von dieser Entdeckung und erzählt, was für Folgen es hat, gegen den natürlichen Tagesrhythmus unseres Körpers zu leben.
Seinen Vortrag "Light, Biological Clocks, and the Healthy Brain“ hat Foster am 1. Dezember 2010 im Einstein Forum in Potsdam gehalten.
http://wissen.dradio.de/index.86.de.html?dram:broadcast_id=17&sid=
"Die Zeit regiert unser Leben, und wir benutzen wiederum die Zeit, um unser Handeln zu organisieren. Der Digitalwecker, der uns morgens aus dem Schlummer reißt, oder die Armbanduhr, die uns unerbittlich unsere Verspätung signalisiert, sind artifizielle Uhren. Unsere Biologie hingegen gehorcht dem Takt einer uralten Uhr, die vermutlich bereits sehr früh in der Evolution zu ticken begann und deren Bauplan in die genetische Struktur allen Lebens eingeschrieben ist. Sie folgt einem 24stündigen, sog. zirkadianen Rhythmus, der den Ablauf unseres Schlafes, die Wachphasen, unsere Munterkeit, Laune, körperliche Leistungskraft, unseren Blutdruck und vieles mehr steuert. Normalerweise nehmen wir in 24 Stunden einen Wechsel von hell und dunkel wahr, und dieser Lichtwechsel beherrscht auch unsere biologische Uhr: Abends fällt die Körpertemperatur, der Blutdruck sinkt, die Aufnahmefähigkeit schwindet und unsere Müdigkeit steigt mit dem Blick auf die vorgerückte Stunde auf dem Ziffernblatt. Bei Anbruch der Dämmerung und in den früheren Morgenstunden kehren sich die Vorgänge wieder um. In dem Vortrag werden nicht nur die biorhythmischen Abläufe und ihre Ursachen beschrieben, sondern auch die Folgen von Störungen des zirkadianen Rhythmus etwa durch Schichtarbeit oder aufgrund von Erkrankungen (z.B. Schizophrenie) aufgezeigt.
Russell G. Foster lehrt und forscht in der Abteilung für Ophthalmologie der Medizinischen Fakultät der Universität Oxford....."
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