SchweinepeitschenwurmTrichuris suis auf Rezept

SchweinepeitschenwurmTrichuris suis auf Rezept

Beitragvon Juliane » Donnerstag 27. Januar 2011, 00:34

Schweinepeitschenwurm Trichuris suis

Würmer auf Rezept

Eine Hamburger Medizin-Firma hat die Würmer bereits im Angebot. Sie werden weltweit gegen chronische entzündliche Darmerkrankungen eingesetzt. Der Ursprung dieser Autoimmunerkrankungen ist – wie bei einer Allergie - ebenfalls eine gestörte Abwehr.

In Berlin arbeitet Prof. Richard Lucius mit Zellkulturen, denen man Wurmsubstanzen hinzufügt. Mäuse bekommen diese Wurm-Proteine gegen ihr Asthma. Auch in Bochum schlucken Mäuse Wurmeier. Dort beginnt 2009 eine Studie an der Kinderklinik: Kinder mit Heuschnupfen, Asthma und/oder Nahrungsmittelallergie sollen eine Saison lang eine Wurmtherapie machen. Derzeit prüft die Ethikkommission das Anliegen, denn die wissentliche Infektion von Kindern mit Würmern muss genehmigt werden. Aber der leitende Arzt, Prof. Eckard Hamelmann, kann beruhigen. Es werden keine ausgewachsenen Würmer eingesetzt, nur Wurmeier. Daraus schlüpfen kleine Würmer. Diese wachsen aber nicht heran, sondern werden nach kurzer Zeit wieder ausgeschieden.

Und selbst wenn man lebende Würmer schlucken würde: Die eingesetzten Spezies machen uns nicht krank und vermehren sich auch nicht in unserem Körper. Und vielleicht wird man sich einst mit diesem „Ekel“-Faktor gar nicht mehr herumärgern müssen. Denn Immunologen haben bereits einige Eiweiße der Würmer identifiziert, von denen die vor Allergie schützende Wirkung ausgehen könnte. Und wenn man diese dann isoliert, könnte am Ende ein „normales“ Medikament dabei herauskommen.


Stand: 12.05.2009

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0512/004_allergien.jsp
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SchweinepeitschenwurmTrichuris suis auf Rezept

Beitragvon Juliane » Donnerstag 27. Januar 2011, 11:00

"Ein Befall mit diesen Parasiten löst die Bildung von sogenannten IgE-Antikörpern aus, die auch bei allergischen Reaktionen vermehrt entstehen", sagte Schaible. Forscher, unter anderem am Bernhard- Nocht-Institut und am Forschungszentrum Borstel, suchen nun nach Wurm-Eiweißen. Die Idee dahinter ist, dass diese Stoffe möglicherweise Menschen mit Allergien oder chronischen-entzündlichen Darmerkrankungen helfen könnten.

Andererseits würden die Immunantworten gegen Wurminfektionen bewirken, dass weitere Reaktionen des Immunsystems geschwächt werden, was beispielsweise negativ für den Kampf der weißen Blutkörperchen gegen Tuberkulosebakterien sei. Auch die Anfälligkeit für Malaria oder HIV könnte demnach erhöht sein. Zu diesem Thema haben Schaible und Kollegen Wissenschaftler vom schwedischen Karolinska Institut eingeladen.

Das Leibniz Center Infection (LCI), das die Tagung ausrichtet, ist ein virtueller Zusammenschluss dreier norddeutscher Institute der Leibniz-Gemeinschaft. Dazu gehören das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und das Heinrich-Pette-Institut in Hamburg, sowie das Forschungszentrum Borstel. Das Symposium zum Thema Ko-Infektionen läuft bis Donnerstag.

http://www.fr-online.de/wissenschaft/doppel-infektion-weckt-schlummernde-keime/-/1472788/7124338/-/index.html
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