Eine Meta-Analyse kommt in PLoS Medicine (1) auf der Basis von Dokumenten der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA – darunter zum Teil unveröffentlichte Studien – zu dem Ergebnis, dass auch die neueren Antidepressiva allenfalls bei sehr schweren Depressionen stärker wirken als Placebos. Die Hersteller haben dies umgehend zurückgewiesen. Vonseiten der FDA und des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), die jüngst eine positive Bewertung der Medikamente vorgenommen hatte, liegen keine Stellungnahmen vor...
Es handelt sich um die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Fluoxetin (Fluctin) und Paroxetin (Tagonis), um den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin (Trevilor) und das schwer klassifizierbare Nefazodon: Alles Wirkstoffe, die zu den „besten“ derzeit verfügbaren Medikamenten gegen Depressionen zählen. Ursprünglich sollten auch die SSRI Sertralin und Citalopram in die Analyse einbezogen werden. Sie wurden herausgenommen, weil die Studien den Qualitätsansprüchen der Autoren nicht genügten...
Kürzlich berichteten US-Forscher im New England Journal of Medicine (2008; 358: 252-260), dass Negativstudien zu Antidepressiva seltener in Fachzeitschriften publiziert werden als Positivstudien. Gerade bei Wirkstoffen wie den Antidepressiva, bei denen die Placebo-Wirkung sehr hoch ist, könne dies sehr schnell zu falschen Empfehlungen in den Leitlinien führen, warnten damals die Autoren....."
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