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Antidepressiva nur bei schweren Depressionen wirks

BeitragVerfasst: Montag 10. März 2008, 09:26
von Konstantin
Eine Meta-Analyse kommt in PLoS Medicine (1) auf der Basis von Dokumenten der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA – darunter zum Teil unveröffentlichte Studien – zu dem Ergebnis, dass auch die neueren Antidepressiva allenfalls bei sehr schweren Depressionen stärker wirken als Placebos. Die Hersteller haben dies umgehend zurückgewiesen. Vonseiten der FDA und des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), die jüngst eine positive Bewertung der Medikamente vorgenommen hatte, liegen keine Stellungnahmen vor...

Es handelt sich um die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Fluoxetin (Fluctin) und Paroxetin (Tagonis), um den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin (Trevilor) und das schwer klassifizierbare Nefazodon: Alles Wirkstoffe, die zu den „besten“ derzeit verfügbaren Medikamenten gegen Depressionen zählen. Ursprünglich sollten auch die SSRI Sertralin und Citalopram in die Analyse einbezogen werden. Sie wurden herausgenommen, weil die Studien den Qualitätsansprüchen der Autoren nicht genügten...

Kürzlich berichteten US-Forscher im New England Journal of Medicine (2008; 358: 252-260), dass Negativstudien zu Antidepressiva seltener in Fachzeitschriften publiziert werden als Positivstudien. Gerade bei Wirkstoffen wie den Antidepressiva, bei denen die Placebo-Wirkung sehr hoch ist, könne dies sehr schnell zu falschen Empfehlungen in den Leitlinien führen, warnten damals die Autoren....."

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=31489

Antidepressiva nur bei schweren Depressionen wirks

BeitragVerfasst: Montag 10. März 2008, 13:18
von Sato
Logisch hat diese Erkenntnis einen Aufschrei verursacht, Antidepressiva
gehören zu den am Häufigsten verschriebenen Medikamenten.
Leider gibt es auch Präparate darunter, die wirken - sie können bewirken,
daß eine Person Suizid begeht.

Antidepressiva nur bei schweren Depressionen wirks

BeitragVerfasst: Montag 10. März 2008, 13:22
von Sato
Das paßt übrigens auch dazu:

Placeboeffekt in der Luxusvariante

"Der Medikamentenpreis beeinflusst, wie gut die Scheinmedikamente wirken.

Ein teures Scheinmedikament wirkt besser als ein billiges. Damit hat neben dem Aussehen einer Tablette auch ihr Preis einen Einfluss auf die Stärke des Placeboeffektes, haben amerikanische Verhaltensforscher um Dan Ariely von der Duke-Universität in Durham herausgefunden. Sie gaben Versuchspersonen angebliche Schmerzmedikamente, jedoch ohne jeden Wirkstoff. Allein die Erwartung, dass die teure Medikamentenvariante auch ihr Geld wert sei und besser wirke, erhöhte den schmerzstillenden Effekt des Scheinmedikaments. Neben dem eigentlichen medizinischen Wirkstoff haben demzufolge auch die subjektiven Erwartungen und sogar die Preisinformation einen Einfluss auf den Therapieerfolg..." Dan Ariely (Duke-Universität, Durham), Mitteilung der Duke-Universität
http://www.dur.ac.uk/news/