MCS und Familie vereinbaren ?

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Beitragvon Kewarra » Dienstag 1. Februar 2011, 10:09

Ich suche auf diesem Wege Kontakt zu anderen Müttern mit mittelschwerer MCS, (Elektrosens. Allergien,Duftst.etc) die inmitten von nichtbetroffenen Familienmitgliedern leben (Mann, Kinder). Ich bin an einem Punkt, wo mir meine Kreativität nicht mehr weiterhilft, wie wird das Problem woanders gelöst? Oder ist das auf Dauer nicht zuvereinbaren ? Bitte Nachricht auf PM bei Interesse !
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 1. Februar 2011, 10:13

wenn ein familienmitglied mcs hat, muss die ganze restliche familie leider sich nach der kranken person richten, alles andere kommt einer körperverletzung mit vorsatz gleich und sollte eigentlich innerhalb einer familie selbstverständlich sein.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Kira » Donnerstag 3. Februar 2011, 16:50

Clarissa hat es auf den Punkt gebracht!
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Beitragvon Kewarra » Donnerstag 3. Februar 2011, 17:40

Hallo Klarissa und Kira, klar macht das meine. Familie auch, darüber bin ich heilfroh,aber meine Empfindlichkeit verschlechtert sich soweit, dass ich alles, was von "draußen" kommt, nicht mehr vertrage. Es kommt und geht ständig jemand ,und ums Haus. (leider beengt) sieht es mittlerweile aus wie auf dem Basar...trotzdem fuer mich nicht mehr o.k., die können sich doch nicht ständig duschen ...von den Waschbergen ganz zu schweigen...Habe einSchulkind und einen lebenslustigen Teenager und einen aktiven Mann mit Arbeit, Sport und Freizeitvergnügen..es geht ständig raus und rein...ein bisserl schlecht zu erklären...aber trotz Rücksichtnahme ein ständiger Kraftakt, der immer anstrengender wird.
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Beitragvon Clarissa » Donnerstag 3. Februar 2011, 18:08

ist schon klar was du meinst und was du erlebst. ich kenne das nur zu gut, meine frau breaucht nur 2 minuten draussen zu sein und manchmal bringt sie gerüche wieder mit rein, das es mich gleich wieder anspringt.
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Beitragvon Kira » Freitag 4. Februar 2011, 04:47

Auch wir erleben das Tag für Tag - es läßt sich halt nicht ganz vermeiden, solange unsere lieben Mitmenschen/Umwelt nicht anfängt umzudenken. Denke, das mit dem Haushalt sollte dich nicht zu sehr belasten (das lernt man irgendwie mit der Zeit), außerdem können Mann und Kinder anpacken und dich entlasten.
Ich für meinen Teil, habe von mir aus meine persönlichen Aktivitäten zugunsten meiner Familie wesentlich eingeschränkt um sie nicht noch mehr zu gefährten, lebe genauso chemikalienfrei wie sie, etc.
- Editiert von Kira am 04.02.2011, 04:48 -
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Beitragvon Tohwanga » Freitag 4. Februar 2011, 15:45

Ich denke für Kewarra ist es sehr schwer. Wie viele von uns, ist die Aktzeptanz unserer Erkrankung, mit der erforderlichen Toleranz und Rücksichtnahme, grad im familiären Umkreis nicht gegeben.

Es fehlt vielen einfach schlicht und ergreifend die Vorstellungskraft gepaart mit dem Nicht-Wahrnehm-Vermögen. Sie riechen nicht die Duftstoffe, die sie mit reintragen, was dann natürlich zu Konflikten kommt. Schnell wird die Kritik persönlich genommen und schon ist der Familien- oder Ehestreit im vollem Gange.

Es ist schwierig für die "Einzelschicksale" in der Familie, alle Familienmitglieder auf seine "Seite" zu bringen. Wir haben es ja schon oft hier im Forum gelesen, da ist die Tocher an MCS erkrankt und der Vater lacht sie aus und raucht schön weiter, da ist die Mutter erkrankt und ihre Kinder nennen sie völlig spinnerk und parfümieren sich mal grad extrem extra, da ist der Vater erkrankt und wird aus der Rolle des Ernährers und Familienoberhauptes gedrängt .... u.v.m.

Ich denke gerade mcs-betroffene Familien haben es sehr schwer und schwerer als manche alleinlebende/r MCS-Erkrankte/r. Der eine geht arbeiten und trägt die Gerüche mit nach Haus, die anderen gehen in die Schule und bringen etliches mit der Kleidung und den Haaren rein, dann sind noch Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte der Familienmitglieder immer ein Graus für den MCS-Betroffenen, der allein zu Hause sitzt und eigentlich seinen safen Wohnraum schützen und clean halten möchte. Auch wenn die volle Akzeptanz da ist, gibt es immer wieder Krach und Reibereien -psychischen Stress- , die/den man als MCS-Betroffener dann auch noch zusätzlich tragen muss.
Tohwanga
 

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Beitragvon Kewarra » Sonntag 6. Februar 2011, 17:10

Vielen Dank an alle, es hat mich etwas getröstet zu erfahren,dass es nicht mir nur so geht sondern dass andere auch so empfinden. Tohwanga hat es auf den Punkt gebracht. Meine Maenner sind vom Alltag so geschlaucht,dass. Haushalthilfe nicht stattfindet . Ich kann in meinem Haus doch nicht 3 Personen ausweichen....mir bleibt dann nichts weiter übrig als mir in der Nähe eine Unterkunft zu suchen...? Oder ? Ich habe ja nicht mal. ein eigenes Zimmer, der "Nachzuegler". War nicht geplant...Das ist es ja, was wenn die Mutter gehen muss...? Ich kann schlecht zu meiner Familie sagen ...bitte alle möglichst zu Hause bleiben...?
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Beitragvon Kira » Sonntag 6. Februar 2011, 17:52

@Kewarra,
Zitat "mir bleibt dann nichts weiter übrig als mir in der Nähe eine Unterkunft zu suchen...? Oder ?
Das ist es ja, was wenn die Mutter gehen muss...?" Meine Frage: Wieso??
Finde das die Familie hier zusammenhalten sollte und nicht umgekehrt. Für deine Männer hast du Verständnis, haben die das auch für dich - dann wäre das kein Thema denke ich :0) Möchte dich nicht verletzen, aber so ganz kann ich dem nicht folgen.
Wenn jemand in der Familie krank wird/ist steht man ihm zur Seite...oder? Auch ich stehe hinter meinen beiden erkrankten Männern, es ist nicht immer leicht aber wo ein Wille da ein Weg!!Für mich ist es selbstverständlich für sie da zu sein, und kein Opfer ist für mich zu groß! Gemeinsam kann man das schaffen, glaube mir und verliere nicht den Mut:0)
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Beitragvon Mia » Montag 7. Februar 2011, 07:27

Ein Zimmer als Rückzugsraum wäre schon wichtig, wenn man in einer Familie lebt. Läßt sich das bautechnisch vielleicht verwirklichen? Oder die Verteilung der Räume neu regeln? Das größte Zimmer für die Kinder gemeinsam und dadurch Platz gewinnen? Das muß ja nicht für immer sein; nur solange, bis ein erwachsenes Kind ausziehen kann.

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Beitragvon Kewarra » Montag 7. Februar 2011, 16:37

Hallo Kira ! Leider habe ich oft erlebt, dass Männer gar nicht oft hinter ihren erkrankten Frauen stehen.(nicht alle). Mein Mann will keine Veränderungen, gespielte Normalität und meine Befindlichkeiten sind einfach nur lästig. Bei Frauen ist das Einfühlungsvermögen denke ich anders und auch die Fähigkeiten zum Verzicht. Ich gebe alles für meine Familie aber das ist nicht umgedreht unbedingt so. Räume toleriere ich im Haus nur wenige wegen Parkett und Heizung, das macht es schwierig. LG Kewarra
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Beitragvon Seelchen » Montag 7. Februar 2011, 18:24

Ich kann deine Situation gut verstehen,denn ich kenne das alles aus 12 Jahren MCS in Isolation.Ich schreibe dir auch gerne eine pm mal dazu.
Welche Möglichkeiten gibt es für dich denn überhaupt nun?
Ich wünsche dir schon einmal viel kraft und Mut und bitte gib nicht auf...
Seelchen
 

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Beitragvon Melville » Montag 7. Februar 2011, 21:03

Kannst Du keinen Raum für Dich abzweigen oder abtrennen? Dann hättest Du zumindest eine "Rückzugshöhle".
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Beitragvon mirijam » Montag 7. Februar 2011, 22:33

Hallo Kewarra,

es ist zwar schön, dass du alles für deine Familie gibst, doch jetzt scheinst du vor der Herausforderung zu stehen, deiner Familie klar zu machen, dass sie an der Reihe sind, etwas für dich zu geben, zu tun. Vermutlich hatten sie bisher noch nicht die Gelegenheit in ihrem Leben, den Sinn von Geben und Nehmen zu lernen. Man kann nicht entweder nur geben oder nur nehmen. Man muss beides können. Sonst ist man eine Art sozialer Krüppel.
- Editiert von mirijam am 07.02.2011, 22:36 -
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Beitragvon Kira » Montag 7. Februar 2011, 23:14

@Kewarra,
wünsche dir von Herzen die nötige Kraft und Stärke die du jetzt brauchst. Eine Entscheidung, was du jetzt tun sollst kann dir keiner hier abnehmen - aber wenn es so ist wie du es schreibst, wird es Zeit, das du jetzt an dich denkst. Wenn deine Familie eh nicht hinter dir steht, warum opferst du dich dann noch auf?
Mirijam hat das schön geschrieben und das solltest du für dich einmal überdenken. Auf jeden Fall gib nicht auf, auch du wirst deinen Weg finden:0)
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Beitragvon Kewarra » Sonntag 13. Februar 2011, 17:57

Vielen Dank für Euere Beiträge! Tja warum opfere ich mich auf, weil ich meine Familie liebe und ohne sie nicht sein kann - ich habe dieses Jahr Silberne Hochzeit (HUCH !)- und auch finaziell abhängig bin. Habe trotz Suchens noch keine Alternative in der Nähe gefunden. Meine alleinlebende 70 jährige Mutter kommt noch dazu, sie wohnt in der Nähe, hat auch leichte MCS ist psyschich schwierig. Ist alles nicht so einfach, meine Kinder sind beide nicht gesellschaftlich überlebensfähig, Asperger Syndrom, Allergien, Schwermetalle, Müdigkeissyndrom Pollen-Nahrungsmittelallergien etc zuhauf, aber eben keine nennenswerten Duftstoffprobleme. Ich kann mich da nicht so zurücknehmen, da ein normales Leben auch so bei uns nie stattfindet.Ist alles schwierig bis aussichtslos. Liebes Seelchen, wir haben uns schon viele liebe Briefe geschrieben. Viele liebe Grüsse aus dem Allgäu an Dich, unser Hasennachwuchs macht sich gut !
Kewarra
 

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Beitragvon mirijam » Sonntag 13. Februar 2011, 21:52

@ Kewarra

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, von den Mitmenschen Rücksicht zu erwarten und zu fordern. Finanziell abhängig bedeutet nicht rechtlos. Was hat deine Familie von dir, wenn es dir immer schlechter geht und du nicht mehr die Kraft hast, ihr deine Liebe zu geben? Die Logik ist einfach: wenn du deine Familie liebst und für sie da sein willst, musst du sie dazu bringen, mehr Rücksicht zu nehmen.

Hinzu kommt, dass die Duftstoffe von den anderen zwar nicht so stark wahrgenommen werden, weil sie nicht sensibilisiert sind, und dennoch heißt das nicht, dass sie ihnen nicht schaden, denn gerade für das Gehirn (das beim Aspergersyndrom betroffen ist) sind die Duftstoffe besonders schädlich (sie werden leicht über die Nase aufgenommen und üben schädigende Wirkungen aus, da es sich um toxische Substanzen handelt, die nachweislich allergen und onkogen sind, besonders in Kombination mit Schwermetallbelastungen).
- Editiert von mirijam am 13.02.2011, 21:53 -
mirijam
 

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Beitragvon Kewarra » Montag 21. Februar 2011, 17:12

Hallo mirijam ! Meine Familie nimmt sehr wohl Rücksicht und ist schon lange duftstofffrei.Aber nach so vielen Jahren reicht das nicht mehr, da meine Empfindlichkeiten so überborden, dass ich einen "grösseren " Bereich für m i c h bräuchte, aber den nicht habe. Kurioserweise sehen sich meine gestressten Männer nicht in der Lage., unsere Wohnsituation zu verändern, da sie nur in ihrer starren Gewohnheit funktionieren können, wohl so ein ADHS Problem.
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Beitragvon mirijam » Montag 21. Februar 2011, 23:35

Hallo Kewarra,

es freut mich, dass deine Familie doch Rücksicht nimmt. ADHS ist natürlich eine große Belastung. Es gibt Hinweise, dass das ADHS durch Impfungen verursacht wird.
mirijam
 

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Beitragvon Kira » Dienstag 22. Februar 2011, 08:36

@Kewarra,
schau mal hier viewtopic.php?t=14451
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Beitragvon kf-forum » Dienstag 22. Februar 2011, 21:34

Entweder ALLE ziehen vollständig mit oder es wird nichts!!!!
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