DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 17:29

Dr. Bartram:


"Diese Erkenntnis weist darauf hin, dass psychische Auffälligkeiten

bei MCS -Patienten sehr wohl als somatopsychische Störungen

interpretierbar sind, im Gegensatz zur immer noch landläufigen

Interpretation als psychosomatische Störungen bzw. “Somatisierungsstörungen”

oder auch als psychiatrische Störungen."

http://www.dguht.de /umweltmedizin/mcs_neu.pdf


viewtopic.php?t=9121

http://www.csn-deutschland.de/blog/2008 ... k-handeln/
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Clarissa » Mittwoch 16. November 2011, 17:42

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Aussagen sind und bleiben Bullshit.
Ob Somatoform, Somatopsychisch, Psychiatrisch oder oder oder, ich bekomme Schaum vorm Mund wenn ich so etwas von sog. Fachleuten lesen muss.

Verdammt und zugenäht lernt endlich mal den WHO ICD 10, 11 auswendig, wenn ihr den wirklich beherrscht können wir uns ernsthaft unterhalten!

HALLO, ihr gehört allesamt auf die Couch oder unter Drogen gesetzt, damit ihr endlich aufhört dauernd solchen geistigen Diarrhö abzusondern.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
Benutzeravatar
Clarissa
Prof. Forum
 
Beiträge: 6492
Registriert: Montag 9. Januar 2006, 18:00

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Reyles » Mittwoch 16. November 2011, 17:44

@ Juliane

Kannst Du uns diese Aussage etwas erklären?

Somatopsychisch - psychosomatisch

Was müssen wir uns darunter vorstellen?
Reyles
Newcomer
 
Beiträge: 17
Registriert: Sonntag 28. August 2011, 08:33

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Josef » Mittwoch 16. November 2011, 17:51

\"In der Medizin wird meistens das betonte Wort nach vorne gestellt. Das Wort Soma kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Körper”. Wer an einer psycho-somatischen Erkrankung leidet, der hat also eine psychische Störung, die zu körperlichen Beschwerden führt. Depressionen beispielsweise können sich in Rücken- oder Magenschmerzen äußern, ohne dass eine körperliche Erkrankung vorliegt.

Im umgekehrten Fall handelt es sich um eine somato-psychische Erkrankung: Wer Krebs hat, der ist natürlich auch psychisch beeinträchtigt. Der Betroffene kann also eine Depression als Folge seines geschwächten körperlichen Zustandes haben.\"

Ich denke damit ist klar ausgesagt - es liegt bei MCS nach vorliegender Aussage (Dr.Bartram) eindeutig und unbestritten eine organische Erkrankung vor - in der Folge - daraus resultierend aber (natürlich)oft auch eine psychische Erklrankung.
- Editiert von Josef am 16.11.2011, 16:53 -
Josef
Newcomer
 
Beiträge: 19
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 10:38

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Clarissa » Mittwoch 16. November 2011, 17:52

@Reyles benutz doch einfach eine suchmaschine, begriff eingeben und dann lesen.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
Benutzeravatar
Clarissa
Prof. Forum
 
Beiträge: 6492
Registriert: Montag 9. Januar 2006, 18:00

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Reyles » Mittwoch 16. November 2011, 18:18

ah ja, danke Clarissa, das hat Herr Spritzendorfer auch gerade gemacht.

Hier wird steht was H. Spritzendorfer schreibt:

http://www.medizin-im-text.de/blog/95/p ... opsychisch
Reyles
Newcomer
 
Beiträge: 17
Registriert: Sonntag 28. August 2011, 08:33

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 18:24

Das ist inhaltlich korrekt,Reyles.

Nun das war eine Position, die Dr. Bartram früher so verteten hat. Jetzt hat er das neue Papier mit unterzeichnet. Das hört sich dann schon anderes an.

Ohnsorge hat -das habe ich je weiter oben eingetragen- schon länger Positionen verteten, wie sie auch in dem aktuellen LEID-Linien-Papier zu finden sind.

Übrigens behandet Kurt. E. Müller auch Stressreaktionen.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Mike » Mittwoch 16. November 2011, 18:48

Diese Leitlinien haben mir ganz schön die Augen geöffnet!
Mike
Durchstarter
 
Beiträge: 100
Registriert: Mittwoch 16. März 2011, 20:30

DBU

Beitragvon Cimon » Mittwoch 16. November 2011, 20:35

Ich zitiere aus Umweltmedizin.de:

"Viele Mißverständnisse aus dem Wege geräumt

Der Beginn des Jahres 1999 war für die Umweltmedizin ein Neubeginn in dem Bemühen, das klinische Fach Umweltmedizin weiter zu etablieren. Am 16. Januar 1999 trafen sich in Gießen Vertreter des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner (Dr. Fabig, Dr. Friedrichsen, Dr. Müller, Dr. Ohnsorge) und der Internationalen Gesellschaft für Umweltmedizin (International Society of Environmental Medicine (ISEM), Prof. Drexler, Prof. Eikmann, Prof. Gieler, Dr. Herr) zu einem Gedankenaustausch über die zukünftige Entwicklung des Faches Umweltmedizin...."

"...Insbesondere wurde vom dbu vorgeschlagen, daß sich die ISEM als wissenschaftliche Fachgesellschaft engagiert und tätig wird. Da in der Umweltmedizin in weiten Bereichen noch keine festen Strukturen bestehen, muß es die Aufgabe des dbu und der ISEM sein, an der Schaffung derartiger Strukturen mitzuwirken..."

"...Es wurde ein großer Bedarf an prospektiven gemeinsamen Studien gesehen, die durch Netzwerke mit entsprechenden Schwerpunktpraxen durchgeführt werden könnten. Da ISEM und dbu gleichermaßen an der Etablierung der Umweltmedizin interessiert sind, wollen beide Gesellschaften zukünftig ihre Aktivitäten bündeln..."

"..Das gemeinsame Vorgehen hinsichtlich der Verbesserung und Anerkennung von umweltmedizinischen ärztlichen Tätigkeiten in kassenärztlicher Sicht wird durch beide Seiten gesehen und als allgemeines Interesse verstanden..."

http://www.umweltmedizin.de/content/articles/511/539/164/index.html?catid=164&artid=3273&nosum=1
Cimon
Greenhorn
 
Beiträge: 20
Registriert: Mittwoch 7. September 2011, 09:06

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 20:57

Aus welchen Grund hat man denn damals eigenmlich den Gieler eingeladen??
Zwecks psychologischer Risiko-Kommunikation??
Zwecks Verpacken mit Ausschlussdiagnostik??
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 20:59

Was 1999 war wissen wir nun.

Ja und dann schrieb man das Jahr 2001:


Untersuchungsgang in der

Umweltmedizin

Mitteilung der Kommission „Methoden und

Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“

am Robert Koch-Institut (RKI)


RKI-Kommission „Methoden

und Qualitätssicherung in der

Umweltmedizin“

Mitglieder

Dr.med.A.Beyer (Umweltmed.Ambulanz

Berlin-Steglitz),

Prof.Dr.med. F.Daschner (Universitätsklinikum

Freiburg, Institut für Umweltmedizin

und Krankenhaushygiene),

Prof.Dr. rer.nat.W. Dott (Universitätsklinikum

Aachen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin),

Prof.Dr.med.H.Drexler (Friedrich-Alexander-

Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für

Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin),

Prof.Dr.med.H.Dunkelberg (Universität

Göttingen, Abt. Allg.Hygiene u.Umweltmedizin),

Prof.Dr.med.H.Eckel (Präsident der Ärztekammer

Niedersachsen,Vorsitzender des

Ausschusses Gesundheit und Umwelt der

Bundesärztekammer),

Prof.Dr.med.Th. Eikmann (Universität

Gießen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin),

Prof.Dr.Dr.med.A.D.Kappos (Hamburg),

Prof.Dr.med.V.Mersch-Sundermann

(Universität Gießen),

Prof.Dr.med.K.E. von Mühlendahl (Kinderhospital

Osnabrück, gemeinnützige

Kinderumwelt GmbH),

Dr.med.K. Müller (Isny – Deutscher Berufsverband

der Umweltmediziner, dbu),

Prof.Dr.med.D.Nowak (LMU München,

Klinikum Innenstadt, Institut

und Poliklinik für Arbeits- und

Umweltmedizin),

Dr.med. F.-A. Pitten (Universität Greifswald,

Institut für Hygiene und Umweltmedizin),

Dr.med.W. Stück,Koblenz – Ökologischer

Ärztebund),

Prof.Dr.M.Schwenk (Landesgesundheitsamt

Baden-Württemberg, Abt.Umwelthygiene,

Toxikologie, Stuttgart),

Dr.med.R.Suchenwirth (Niedersächsisches

Landesgesundheitsamt, Abt.Umweltmedizin/

Epidemiologie,Hannover),

Prof.Dr.med.M.Wilhelm (Universität Bochum,

Hygiene,Sozial- und Umweltmedizin).



Ständige Gäste

S. Strecker (Bundesministerium für Gesundheit,

Bonn),

Dr.med.N.Englert (Umweltbundesamt,

Berlin),



Dr.med.A. Hahn (Bundesinstitut für gesundheitlichen

Verbraucherschutz und Veterinärmedizin,

Berlin),

Dr. rer.nat. Ch.Krause (Umweltbundesamt,

Berlin),

Prof.Dr.med.W.Schimmelpfennig (Umweltbundesamt,

Berlin),

Dr.med.R.Türck (Bundesministerium für Umwelt,

Naturschutz und Reaktorsicherheit,

Bonn).

Geschäftsstelle im RKI

Dr.med.D.Eis (Geschäftsführer),

Dr.med.U.Wolf.

Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 12•2001 |

http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/29tlhyOSlfHfQ.pdf
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 21:02

Zitat


"Arzt-Patienten-Kommunikation

Patienten umweltmedizinisch orientierter

Praxen haben oft lange Leidenswege

mit häufigem Wechsel des behandelnden

Arztes hinter sich. Bei einem nicht

unerheblichen Teil muss dabei primär

an das Vorliegen einer Somatisierungsstörung

oder eines Angstsyndroms gedacht

werden. In hohem Maße sind solche

Patienten auf ihr subjektives Erklärungsmodell

für die von ihnen geklagten

Beschwerden fixiert. Der Arzt-Patienten-

Kommunikation und neuen Ansätzen

zum Aufbau einer tragfähigen

therapeutischen Beziehung kommen

deshalb hohe Bedeutung zu.......







Übersicht 1

Ärztliche Risikokommunikations-Aufgaben (aus [3])

Situation Aufgabe der Risikokommunikation

Der Patient kommt zum Erstgespräch Aufgreifen und Prüfen der Symptome: Vermitteln,

und schildert die Symptome welche Ursachen in Frage kommen können und

welche Diagnostik weshalb wie gemacht werden muss.

Problem: Diagnostische Unschärfen und diagnostische

„Überschärfe“.

Vermitteln,warum bestimmte Diagnostik nicht gemacht

werden sollte.

Der Patient hat bestimmte Vorstellungen Erhebung der subjektiven Krankheitstheorie des

über die Ursachen seiner Beschwerden Patienten,d. h. der wahrgenommenen Ursachen, Folgen,

der Eigentherapie und der Informationsquellen, auf der

die Krankheitstheorie beruht.

Problem: Die Bewertung der „blinden Flecken“ der

subjektiven Krankheitstheorie und die Entscheidung, ob

es sich hier um einen psychiatrischen Fall handelt.

Umweltmedizinische Befunde liegen vor; Erläutern und beraten,was zu tun ist.

Befunde positiv Eventuelles Problem: Wo liegen die Ursachen?

Umweltmedizinischer Befund unklar; Vermitteln der Befunde

keine eindeutige Aussage möglich Problem: Signifikanz der Befunde.Umgang mit

Unsicherheit, Umgang mit der subjektiven

Krankheitstheorie des Patienten.

Aufgabe:

alternative Ursachen suchen,

Krankheitsmodell spezifizieren,

von der Expositionsseite auf die Dispositionsseite

übergehen.......





Untersuchungsgang in der Umweltmedizin

Mitteilung der Kommission „Methoden und

Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“

am Robert Koch-Institut (RKI)


http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/29tlhyOSlfHfQ.pdf
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 21:09

Ob es eine Konsensbildung gab, ist nicht bekannt. Jedenfalls werden in dem RKI Papier als Mitglieder aufgeführt:



Dr.med.K. Müller (Isny – Deutscher Berufsverband

der Umweltmediziner, dbu),


Dr.med.W. Stück,Koblenz – Ökologischer

Ärztebund),


http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/29tlhyOSlfHfQ.pdf
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Mittwoch 16. November 2011, 21:15

Eine mögliche Interpretation (?) wäre:

Vermutlich sehen sich die Herren Umweltmediziner irgendwie \"gezwungen\", mit den Wölfen zu heulen.

Darüber, was sich hinter den Kulissen abspielt, kann man nur rätseln. Es sieht so aus, als müssen sich Bartram und Co. mit Eikmann, Mai und Co. arrangieren. Das ergäbe dann das oben genannte, von MCS-Leugnern schon lange gewünschte Bio-Psycho-Soziale Modell.

Da man allein mit der Psycho-Kiste wohl schwerer durchkommen wird, versucht man es eben auf Umwegen. Man \"führt\" die Patienten so zu sagen zum Psycho-Stempel allmählich einschleichend \"hin\". (siehe entsprechende Stellen in den Leitlinien).

Eine Art Trojanisches Pferd?
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 21:34

Wir müssen also Jemand finden der im Februar an Bord der Color Magic Informationen aus erster Hand einholt.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Mittwoch 16. November 2011, 21:48

Vielleicht könnte man als Möwe verkleidet sich ein wenig umhören? (kicher! kicher!)

Ich wüsste nicht, wen, doch es bieten sich m. E. ohnehin nur ganz wenige Erklärungen an. Da muss man nicht unbedingt Mäuschen spielen, um darauf zu kommen, was dahinter stecken könnte.
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 21:51

Wen? Frontal21 z.B.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Mittwoch 16. November 2011, 21:55

Genial, warum eigentlich nicht! Aber bitte keinem vorher erzählen. ;-)
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Mittwoch 16. November 2011, 22:11

Ich schreibe mal meine Kontakte an;)
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Donnerstag 17. November 2011, 07:41

Aber sammeln wir weiter.
Das hier ist mir im Sommer aufgefallen:

IMD mit neuem Internetauftritt
viewtopic.php?t=15594



IMD Umwelt-MCS (LTT)
viewtopic.php?t=15611


IMD Pharmakogenetik - Genetik der Entgiftung

viewtopic.php?t=15610



Dr. Volker von Baehr http://www.imd-berlin.de war 2008 Externer Sachverständige
RKI-Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“


September 2008

http://www.apug.de/archiv/pdf/ltt-addendum.pdf
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Donnerstag 17. November 2011, 09:32

Wer denkt, dass das DBU Papier alleine über die Zukunft von MCS Patienten induLa entscheiden wird, irrt sich.

Ich empfehle allen auch mal einen Blick auf andere Akteure auf dem Spielfeld zu richten:

viewtopic.php?t=16038


Da geht es dann um AWMF, bei denen in der Vergangenheit wohl noch kein DBU-ler aktiv war.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Osmanthus » Donnerstag 17. November 2011, 12:34

Wurde Prof. Pall über diese psycholastige "Leitlinie Umweltkrankheiten" des dbu informiert?
Er wurde doch vom dbu eingeladen, Vorträge zu halten und seine wichtigen Erkenntnisse zu vermitteln.
Osmanthus
Besserwisser
 
Beiträge: 258
Registriert: Samstag 26. September 2009, 23:15

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Lucca » Donnerstag 17. November 2011, 15:20

Fakten die man zur Kenntnis nehmen sollte:

Die dbu Leitlinie gibt 120 Literaturstellen als Referenz an.

Es werden lediglich ZWEI ältere Literaturstellen zu Pall als Referernz angeführt (von 2001 und 2004).
Die wichtigste Literaturstelle zu Martin L. Pall und dem Kapitel XX, im angesehenen Referenzwerk für Toxikologen, “General and Applied Toxicology, 3rd Edition” (John Wiley & Sons) fehlt ganz.

Dafür hält der dbu FÜNFZEHN Literaturstellen zu Bauer, Mai und Schwarz/Fachkrankenhaus Nordfriesland als Referenz für wichtig.

Der dbu führt auch Wesseley als Referernz an, den wohl dreisteste Gegner von MCS, CFS und Golfkriegs Krankheit.

Die aktuellsten Literaturstellen der dbu Leitlinie Umweltkrankheiten stammen aus dem Jahr 2009.
Wo sind die wichtigen Studien der letzten beiden Jahre?
Noch nicht gelesen? Oder passen sie nicht zum Konzept "Bio-Psycho-Sozial"?
Lucca
Forenjunkie
 
Beiträge: 1371
Registriert: Samstag 20. Januar 2007, 21:42

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Leckermäulchen » Donnerstag 17. November 2011, 15:46

eine irre Katastrophe ist das von einem schier unbegrenzbaren Ausmaß, wie mir scheint. Die haben sich allesamt kaufen lassen...
Leckermäulchen
Forenlegende
 
Beiträge: 1629
Registriert: Donnerstag 8. November 2007, 23:11

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Amazone » Donnerstag 17. November 2011, 15:46

Kurze Frage in die Diskussionsrunde:

Warum schreibt Ihr nicht an den dbu?


Amazone
Amazone
Forenlegende
 
Beiträge: 1560
Registriert: Dienstag 6. Februar 2007, 14:50

DBU Leitlinie

Beitragvon Lucca » Donnerstag 17. November 2011, 16:07

Was sollte das Anschreiben des dbu ändern Amazone?
Der dbu hat viel Zeit in das Schreiben dieser Leitlinie gesteckt und
sogar eine Kreuzfahrt arragiert um ihre Leitlinie vorzustellen.
Die Ärzte, die unterschrieben haben, wissen haargenau was MCS oder CFS ist.
Es liegt kein "Versehen" vor.

Mit der dbu Leitlinie Umweltmedizin haben sich der dbu und die Unterzeichner geoutet.

Was können Umweltkranke tun?
Zur Kenntnis nehmen und persönliche Konsequenzen ziehen.
Lucca
Forenjunkie
 
Beiträge: 1371
Registriert: Samstag 20. Januar 2007, 21:42

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Tohwanga » Donnerstag 17. November 2011, 17:48

doch ich finde Amazones Vorschlag gut.

Es sind unsere führenden Umweltmedziner. Dr. Bartram (mir persönlich bekannt und ich lege meine Hand für ihn ins Feuer, der steht hinter uns!), Dr. Huber, Dr. Müller, Dr. Ohnsorge, Dr. Bückendorf alles Umweltmediziner die uns seit Jahren unterstützen.
Wer bitte schön ist denn noch da? Dr. Binz, Dr. Kuklinski, Dr. Germann, Dr. Büchle, Dr. Deuser ... und sonst? Ich kenne keine weiteren Umweltmediziner.

Ja, es stößt einiges auf. Wobei genau gelesen werden muss. Wie rum und wo das Somato steht, siehe Ausführung von Herrn Spritzendorfer, muss auch richtig gelesen und interpretiert werden.

Eine Leitlinie für Umweltkrankheiten an sich war dringend erforderlich, ich glaube, diesem kann jeder zustimmen. Die deutschen Bürokraten brauchen sowas, damit sie sich irgendwo dran festhalten können.

Ob die nun so aussehen sollte? hmm. So wie ich verstanden habe ist sie ja noch nicht abgesegnet und letztendlich. Also können konstruktive Korrekturvorschläge gemacht und eingereicht werden.

Warum tuen wir das dann nicht?
Tohwanga
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Josef » Donnerstag 17. November 2011, 18:11

Herzlichen Dank für diese sachliche Stellungnahme; natürlich werde auch ich einige der Verfasser persönlich ansprechen , wenngleich ich bisher auch bei mehrmaligem Studium keinen Passage gefunden habe, welche die Tatsache effektiver Auslösung von MCS durch Chemikalien und einer echten organischen "Primärerkrankung Chemikaliensensitivität" grundsätzlich bestreitet/in Frage stellt.
Josef
Newcomer
 
Beiträge: 19
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 10:38

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Janik » Donnerstag 17. November 2011, 18:16

Medizinische Laien sollen Umweltärzten, die andere Ärzte zu Umweltmedizinern ausbilden, Änderungsvorschläge
für die von ihnen verfasste Leitlinie machen? meh

Tohwanga, jeder von uns weiß was eine Unterschrift bedeutet. Eine Unterschrift hat Konsequenzen.
Die Umweltärzte haben ihre Unterschrift unter dieses Papier gesetzt und es ist schlecht.
Sie wissen, dass sie im Kritikfeuer sind. Das Ding steht immer noch auf ihrer dbu Webseite und
der Flyer zur Bewerbung ihrer Kreuzfahrt, bei der sie besagte Leitlinie feiern wollen, ist auch noch online.

Nein, so einfach kommt keiner aus dieser Nummer, die den Umweltkranken die Luft zum Atmen nehmen wird.
Wer sich psychiatrisieren lassen will, bitte. Ich nicht. Deshalb akzeptiere ich auch keine
psycholastige Leitlinie Umweltmedizin, nur weil ein Arzt irgendwann nett war.

Tohwanga, lies das Teil von hinten nach vorne. Wer die Mehrzahl existierender MCS Studien gelesen hat,
der weiß wer da zitiert wird und dass es Studien und wissenschaftliche Nachweise gibt,
die eine völlig andere Sprache sprechen.

Ich sag Dir was hier los ist:
Das ist eine Leitlinie, die dazu gedacht ist, umweltbedingte Krankheiten abrechenbar zu machen
- für die Verfasser, ihre Praxen und ihre Kliniken.
Gleichzeitig macht sie den Diener vor Eikmann, dem RKI, UBA, etc..

Das nächste Ding ist dann den ICD-10 für MCS zu kippen. Versucht wurde auch das schon ein paarmal.
Die Belege stehen noch im Netz.
- Editiert von Janik am 17.11.2011, 19:14 -
Janik
Forenlegende
 
Beiträge: 1603
Registriert: Montag 15. August 2005, 11:52

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Amazone » Donnerstag 17. November 2011, 19:21

Endlich einer, der es erfasst hat, worum es dabei in erster Linie geht.

Danke, Janik, für "Aussprechen".
Amazone
Forenlegende
 
Beiträge: 1560
Registriert: Dienstag 6. Februar 2007, 14:50

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Donnerstag 17. November 2011, 23:56

Also noch einmal. Bitte aufmerksam lesen!

Zitat:

"Hierunter sind chronische Multisystemerkrankungen zu verstehen, deren Entstehung mit Risikofaktoren
aus dem

-somatischen,

-psychischen und

-sozialen Bereich

assoziiert ist

(„biopsycho-soziales“ Krankheitsmodell),

insbesondere:

· eine besondere Chemikaliensensitivität (Chemical Sensitivity/CS, Multiple Chemical
Sensitivity /MCS)

· Chronisches Erschöpfungssyndrom/CFS

· Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie

· Posttraumatisches Belastungssyndrom"


Aus den Leitlinien: http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf



Noch einmal:

"Deren Entstehung mit Risikofaktoren aus dem somatischen,

psychischen und

sozialen Bereich

assoziiert ist

(„biopsycho-soziales“ Krankheitsmodell)."

"Psychisch".

"Psycho"

"MCS"

"Entstehung"

"Psychisch"


Na klingelt's?
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Freitag 18. November 2011, 00:32

Dr. Tino Merz bringt es auf den Punkt:

"Im Folgenden soll gezeigt werden,

dass die Psychothese nicht nur nachweislich haltlos ist,

sondern auch ungesetzlich,

was leider auch von den Betroffenen zum eigenen Schaden bislang ignoriert wurde.

1948 Entdeckung von MCS durch Randolph, weil manche Patienten allergische Reaktionen nur auf gespritztes Obst zeigten

1966 erster Doppelblindnachweis für MCS

1987 Klinische Definition (Diagnosekriterien) von MCS, die bis heute gelten (Konsenskriterien)

1992, 1994, 1996, 1997 Erscheinungsdaten der vier Bände “Chemical Sensitivity” das Standardwerk für MCS von W. Rea, EHC, Dallas, auf der Erfahrungsbasis von 20 000 Patienten.

1995 Erfindung des “Ökochonder” und der Psychothese durch die Erlanger Studie.

1999 Entdeckung das chronisch pathologischen Kreislaufs der Mitochondriopathie durch Pall

2007 Weitgehende Aufklärung der Pathomechanismen, die zu MCS führen für Orgnophosphate, Carbamate, Lösemittel (VOC), die chlorierten Pestizide Chlordan, Lindan, Dieltrin und Altrin, Pyrethroide, Kohlenmonoxid (CO), Schwefelwasserstoff und Quecksilber. Die Mykotoxine erzeugen VOC (MVOC), also gehört auch Schimmel in diese Aufzählung.

Der “Stand der Wissenschaft” ist ein Rechtsbegriff.

Die Psychothese ist böswillig und unrecht auch im juristischen Sinn;

die Diffamierung der Kranken ist Körperverletzung von Kranken."



Den ganzen Artikel und weitere wertvolle Informationen zum tatsächlichen Stand der Wissenschaft und zu relevanten Rechtsbegriffen hier:

http://www.blog.dr-merz.com/?p=218
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Kira » Freitag 18. November 2011, 09:53

@Thowanga,
pass bitte auf das du dir nicht die Finger verbrennst …... ich habe schon Pferde kotzen gesehen ….lol
Lese dir die „LEIDlinie“ mal richtig durch!!!
Jeder Arzt und/oder Mediziner der behauptet, Umweltkrankheiten haben psychische Ursachen, und diese Behauptung unterschreibt und veröffentlicht, ist in meinen Augen ein Wolf im Schafspelz.
– denen geht’s nur um ihre eigenen Interessen, auf Kosten von uns Betroffenen.


@Josef,
auffallend ist wie sehr du dich für die Leitlinie und deren Befürworter einsetzt!
Schaue ich mir das hier an http://www.oebag.de /fileadmin/downloads/Dateien_all_User/Taetigkeitsprofil_2011_Spritzendorfer.pdf bekomme ich die Antwort. Auch dir geht’s nicht um die Betroffenen, sondern um den eignen Vorteil.

@Janik,
danke das du das Kind beim Namen nennst. Stimme dir da voll zu!!!!


Präventionsmässig gilt es hier aufzuklären ohne wenn und aber …...
um zu verhindern das individuell, sozial oder gesellschaftlich unerwünschte Zustände oder Entwicklungen eintreten …. hier weitere Benachteiligungen und /oder Ausgrenzungen von schwerkranken Menschen.
Es wird nur geredet und nichts getan. Aber auch wer nichts tut, macht sich schuldig und zeigt sich ignorant und feige. Selbstloses, nicht selbstsüchtiges Handeln wäre von Nöten - auch wir sind ein Teil des Ganzen, ein Teil der Welt und ein Teil der Gesellschaft.
- Editiert von Kira am 28.02.2012, 19:29 -
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

Bloggen statt Schweigen
Benutzeravatar
Kira
Alleswisser
 
Beiträge: 10331
Registriert: Dienstag 15. September 2009, 13:56

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Josef » Freitag 18. November 2011, 11:05

Ich werde mich ab sofort aus der Diskussion zu diesene Leitlinien zurückziehen - zu persönlich und inzwischen unsachlich erscheinen mir zwischenzeitlich manche - sehr persönlichen Angriffe.

Ich bedauere, daß mein jahrelanger ehrenamtlicher Einsatz für die Anerkennung von MCS, auch im Rahmen des gemeinnützigen Sentinel-Haus Stiftungsvereines ([u]neben![/u] meiner beruflichen aus meiner Sicht legitimen Tätigkeit für allgemeines schadstoffminimiertes Bauen im Rahmen des Sentinel-Haus Instituts und meines eigenen Büros)
- mit zahlreichen Publikationen pro MCS Anerkennung, Petititonen an Politiker, Anfragen an Parteien bzgl. Anerkennung in Österreich, Deutschland, der Schweiz - gerne stelle ich davon Kopien zur Verfügung;meine Mailadresse josef@spritzendorfer.de
als "eigennützig" empfunden wird.
Da ich persönliche Anfgriffe von Seiten uneinsichtiger Industrievertretern bei Forderungen nach mehr Produkttransparenz seit Jahrzenten(!) gewohnt bin, stellt dies für mich kein Problem dar.

[b]Selbst aber die wenigen wirklich engagierten Umweltmediziner,die sich intensiv für eine Anerkannung von MCS als "organische" Krankheit einsetzen - bereits öffentlich als "Verräter bzw. Wölfe im Schafspelz" zu diffamieren[/b] - nur weil in einer wissenschaftlichen Publikation unter "Referenzen" durchaus auch "nichtkonsensfähige" Literaturquellen aufgelistet oder zitiert werden, oder bei Tagungen auch Vertreter anderer Meinung auftreten dürfen finde ich ungerechtfertigt.

Die Zielsetzung der Praxisleitiline allgemeiner Umweltmedizin (nicht nur MCS bezogen!) - nämlich mit der Schaffung einer vernetzten Struktur - im Interesse der Patienten - eine Anerkennung umweltmedizinischer Behandlung unter anderem auch durch Krankenkassen zu erreichen, die längst fällige Aufnahme der Umweltmedizin in die allgemeine medizinische Ausbildung anzustossen, läge sicher im Interesse aller Patienten - vor allem auch jener, die sich nicht leisten können, zu den wenigen fachlich erfahrenen Umweltärzten Tagesreisen in Anspruch nehmen zu müssen. Ich verstehe, daß bei vielen MCS Betroffenen bereits alle Alarmglocken läuten, wenn irgendwo das Wort "psycho" auftaucht; damit aber Inhalte aus dem Zusammenhang zu reissen, und konkret aus diesen Leitlinien bereits einen neuen Komplott abzuleiten finde ich im konkreten Fall als unsachlich.
Bereits in der Einleitung ist defintiv erwähnt:

[u]Die jahrelangen Anstrengungen haben nun einen Stand erreicht, der es erlaubt, Leitlinien der klinisch-kurativen Umweltmedizin zu formulieren und die [b] Abgrenzung (!!!) [/b]der umweltmedizinischen Krankheiten gegenüber anderen Erkrankungen insbesondere gegenüber psychosomatischen, somatoformen und psychiatrischen Krankheiten zu ermöglichen. [/u]

Nur wer sich mit "Gegnern" und "Andersdenkenden" offen auseinandersetzt, kann auch fachlich "argumentieren" und erfolgreich Ziele erreichen.
Rundumschläge mit derart persönlichen Angriffen und Unterstellungen haben sich in der Vergangenheit noch nie hilfreich für eine gute und wirkliche wichtige Sache erwiesen.
Gerne stehe ich zu einem persönlichen Dialog (Telefon/Direktmail) zur Verfügung - denke aber, daß nur mit Sachlichkeit Probleme angegangen werden sollten und nicht mit persönlichen Diffamierungen und öffentlichen Angriffen.
Josef
Newcomer
 
Beiträge: 19
Registriert: Freitag 7. Oktober 2005, 10:38

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Freitag 18. November 2011, 11:38

Richtig ist, dass wir uns auf sachliche Auseinandersetzung beschränken sollten.


Zur Interpretation des Zitats


"Die jahrelangen Anstrengungen haben nun einen Stand erreicht, der es erlaubt, Leitlinien der klinisch-kurativen Umweltmedizin zu formulieren und die Abgrenzung der umweltmedizinischen Krankheiten gegenüber anderen Erkrankungen insbesondere gegenüber psychosomatischen, somatoformen und psychiatrischen Krankheiten zu ermöglichen."


Ich sehe das so:

MCS Kranke kann man eigentlich nicht therapieren. Was nützt die beste Klinik, wenn der Mensch nach stationärer Versorgung wieder in das alte Wohnumfeld zurück muss?
Was nützen im alten Wohnumfeld/Arbeitsumfeld Infusionen/Nahrungsergänzung/Diät etc?

Man müsste den Menschen ein gesundes Wohnumfeld und einen gesunden Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Erst dann machen auch andere Therapieversuche einen Sinn.

So und das wird wohl kein Staat in Angriff nehmen.

Was macht man also?

Man bedient sich der Ausschlusdiagnostik. Denn mit dieser Methode kann man immer zu einer -ich nenne es mal systemkompatiblen- Lösung kommen.

Die universitäre Umweltmedizin geht schon lange so vor. Man erinnere sich nur an Caroline Herr, die bis jetzt "immer etwas anderes gefunden" hat.

Die niedergelassenen Umweltmediziner haben das Problem, dass sie meist Untersuchungen und Therapie nicht abrechnen können. Mithin können sie dem Patienten letztlich auch nicht wirklich helfen. Denn eine neue Wohnung, eine neue Schule, eine neue Arbeitsstelle gibt es nicht auf Kasse.

Mit dem jetzt vorliegenden Ansatz hat ein niedergelassener Umweltmediziner möglicherweise den Einstieg bestimmte Leistungen abrechnen zu können und per Ausschlussdiagnostik dann auf jene allseits gesellschaftlich akzeptierte Diagnose zu gelangen.

Noch einmal:

Eine klinisch-kurativen Umweltmedizin kann es nur geben, wenn man für Kranke auch ein geeignetes Wohn- und arbeitsumfeld zur Verfügung stellt.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Freitag 18. November 2011, 11:51

Das Abdriften einer Gruppe von Umweltmedizineren in die Esoterik könnte man als die andere Seite der Medaille der Handlungsunfähigkeit/Ohnmacht angesichts Kollateralschaden -Erkrankungen wie MCS sehen.

Was machte der Mensch, wenn er durch Handlung nichts mehr bewirken kannn?

Er sucht sich seinen individuellen Ausgang. Das gilt auch für Mediziner.
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Tohwanga » Freitag 18. November 2011, 11:57

Herr Spitzendorfer ich bedaure das sehr.

@Juliane
JA!
Chemikalien-Sensible sollten ohne berufliche oder soziale Nachteile in unsere Gesellschaft integriert werden!

Baubiologische, ökologische, schadstofffreie, allergikergerechte, rauchfreie Wohnungen, auch im sozialen Wohnungsbau, müssen geschaffen werden!

Aber, dass hat erstmal nichts mit der umweltmedizinischen Leitlinie zu tun. Es sind zwei verschiedene paar Schuhe, die wir nicht vermischen können.

Der Staat ist gefordert. Klar will der sich nicht fordern lassen. Daher müssen wir immer wieder und aufs neue unsere Bedarfe anzeigen. Wir dürfen nicht verstummen.


Andere Seite der Medaille der Handlungsunfähigkeit/Ohnmacht. Momentan ist es doch so, dass beide Seiten keine Alternative bieten. Umweltmedizinische Leistungen sind nicht abrechenbar. Die Leitlinie würde zumindest dazu Beitragen, das die Umweltmedizin hier ihre Integration erhält.
Tohwanga
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Leckermäulchen » Freitag 18. November 2011, 12:34

Ich finde auch, wir sollten unbedingt sachlich bleiben - aber eben auch die Kirche im Dorf lassen. So wie Mirijam die Chronik oben aufgelistet hat, beginnend mit 1948 / Randolph, ist im Prinzip seitdem völlig klar wie es hätte weitergehen müssen, damit Seriosität / Glaubwürdigkeit seitens des Gesundheitssystems gewahrt geblieben wäre. Jede Vermischung von organischen Ursachen zugunsten psychischer Ursachen verbietet sich eigentlich von selbst.

Und mir stellt sich die Frage, ob Psycho nicht heute und auch in jüngerer Vergangenheit iduL (NS-Zeit) wesentlich häufiger missbraucht wird bzw. wurde als dass die Branche seriös nur mit denjenigen, die WIRKLICH psychisch Hilfe brauchen, arbeitet. Ich fürchte, der Missbrauch ist wesentlich größer...

Wenn ein Staat bzw. Politiker völlig unabhängig von des Volkes Überzeugung, von dem sie behaupten gewählt worden zu sein, das Geld ausgeben, wofür SIE es WOLLEN, geschieht das wohl immer auf dem Rücken der Schwachen und Schwächsten und solcher, die sie dazu schnellstmöglich machen wollen. Macht ist Geld und Geld ist Macht, leider!!! Aber es fragt sich, wie lange noch....denn ganze Zivilisationen sind auch in ferner Vergangenheit zugrunde gegangen, wofür es klare Ursachen gab: das Römische Reich, die Griechen (früher schon mal).
Leckermäulchen
Forenlegende
 
Beiträge: 1629
Registriert: Donnerstag 8. November 2007, 23:11

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Twei » Freitag 18. November 2011, 13:02

Hallo Josef,
ich lese Deine Beiträge gerne, da mir die Meinung von einem nichtbetroffenem aber helfendem Außenstehenden, wichtig erscheint. Du hast Dich ja nicht auf die Seite der Psychothese gestellt. Es gibt in der BRD nicht viele Personen, die sich für ein umweltfreundliches Bauen, geschweige denn für MCS-geeignete Baumaterialien einsetzen.

Ich habe mich bisher an diesem Thread nicht beteiligen können, da die dbu-Leitlinien sehr wissenschaftlich formuliert sind. Die vielen Fremdwörter, die vielen mir zu konträren willkürlichen Standpunkte und langen Satzformulierungen bringen mich durcheinander. Wenn ich darauf intensiv was schreiben würde, könnte eine Falschaussage meinerseits unbeabsichtigt erfolgen. Auch beeinflussen mich die Umweltgase von Draußen, meine Gedankenleistungsfähigkeit innerhalb meiner Wohnung.

Diskussionen laufen nicht immer friedlich ab. Manchmal muß man auch mal das Blatt vom Mund nehmen und sein Gegenüber so konfrontieren, dass er genötigt ist eine ehrliche Klaraussage zu tätigen (Vorbild: Bundestag).
Auch ich bin hier im Forum zum erhaschen eines persönlichen Vorteils, den ich aber gerne wieder mit anderen Teile - also letztendlich Gemeinwohl.

An MCS erkrankt zu sein ist wirklich sehr bitter und diese dbu-Leitlinien eine weitere bittere Zutat. Deshalb würde ich mich darüber sehr freuen, wenn Du der Diskussion weiterhin beistehst und Deine wichtige Arbeit für alle Umwelterkrankten in einer dankbaren Anerkennung siehst. mfg Twei
Benutzeravatar
Twei
Forumswisser
 
Beiträge: 3702
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 00:30

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Clarissa » Freitag 18. November 2011, 13:18

@ ALLE in der Sekunde wo ich in einem Artikel über oder MCS Betroffene lese und die Buchstabenfolge PSY........ auftaucht gehen bei mir sofort alle Alarmglocken an und ich sehe ein riesengroßes STOP-Schild. Wann werden die endlich aufhören die Öffentlichkeit zu belügen und organisch schwer kranke Menschen zu verunglimpfen und zu diskriminieren.

Vielleicht haben es diese bösartigen gewinnorientierten Menschen noch nicht gehört es gibt Gesetze (ADG) die man da in Anwendung bringen kann und das kann richtig teuer werden!

Ich werde auf jeden Fall so etwas nicht hinnehmen und werde immer dafür einstehen das MCS nichts aber auch wirklich überhaupt nichts mit den drei Buchstaben P S Y zu tun hat!
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
Benutzeravatar
Clarissa
Prof. Forum
 
Beiträge: 6492
Registriert: Montag 9. Januar 2006, 18:00

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Twei » Freitag 18. November 2011, 21:55

Vielleicht haben die Wandlungen der Umweltmedizin auch etwas mit den Regierungswechseln der letzten 13 Jahre zu tun. Gerade 1998 bis 2002 war ein größerer Umweltfaktor vorhanden. Demnach könnten ja die Minister für die Grundlagen der finanziellen Abrechnung und der Ausrichtung der Umweltmedizin verantwortlich sein. Und je unsozialer die Regierung wurde, um so weniger wurde an eine sozialverträgliche und saubere Umwelt gedacht.

Tohwanga brachte mich mit Ihrem Gedanken auf S.8, dass sie (die Leitlinien) ja noch nicht abgesegnet und letztendlich.... , und Josef auf S.5, dass die positiven Aussagen in dieser Dokumentation nicht übersehen...., auf die Idee, dass es angebracht wäre, wirklich eine eigene Richtlinie für Umweltmedizin bzw. MCS u.ä. entgegenzustellen.

1. Wir könnten die positiven Aspekte bzw. Sätze der dbu-Leitlinien zusammenfügen und eine positive Kurzfassung aufzeigen.

2. Wir könnten alle negativen Aspekte bzw. Sätze der dbu-Leitlinien zusammenfügen und eine negative Kurzfassung aufzeigen.

So wäre vieles schon wieder verständlicher, da diese Mischform zu Missverständnissen und verschleierten Falschaussagen führt.

Alles was mit psycho bezeichnet ist, gehört meiner Ansicht in die Leitlinien überhaupt nicht rein. (Bei mir hatte ein Psychologe durch eine 2 tägige Prüfung/Untersuchung auschließen müssen, dass ich nicht psychisch krank bin, sondern MCS habe. Letztendlich war ich dem Schlußwort dieses Mannes ausgeliefert - glücklicher Weise war dieser Dr. seines Faches würdig).

Also Psycho gehört überhaupt nicht rein. Eher müßten die im Umfeld lebenden Personen eines an MCS erkrankten Menschen aufgeklärt werden und das braucht auch kein Psychologe oder Psychiater sein.

3. Eine Aussetzung von giftigen Position und Medikamenten haben in den Leitlinien auch nichts zu suchen. Hier im Forum wurden genügend Untersuchungsmöglichkeiten erörtert, welche allesamt in die positiven Leitlinien ergänzt werden können bzw. zu unterstreichen sind.

4. Es könnten fasst alle Texte zitiert werden, so wie es sich bei wissenschaftlichen Abhandlungen gehört. Und schon kommt fast alles von Professoren, Doktoren und Fachleuten und ist somit kaum noch zu widerlegen.

Meine Erfahrung hat es gezeigt, dass man manchmal seine eigene Strategie und Fassung schreiben muß, wenn die anderen, die einen Besiegen wollen, eine Sprache oder Konstruktion gebrauchen, deren man nicht mächtig ist.... weil das von "denen" so gewollt ist. D.h. der Gegner zwingt dem anderen seinen Kampfstil auf, weshalb der andere von Anfang an der Unterlegene ist.


Vor einigen Jahren sagten mir die Ärzte, dass es ihnen Wohl daran gelegen sei, durch die Mithilfe des Patienten lernen zu wollen, indem sie auf die Behandlungswünsche und Rückmeldungen des Patienten eingehen, ihn anhören und neue Konzepte mit ihm gemeinsam zu entwickeln vermögen. Dieses würden eher Erfolge bringen, als die üblichen Medikationen und Behandlungskonzepte.
Vor ca. 10 Jahren hörte ich diese Worte einige Jahre lang von den Krankenkassen und einigen Ärzten und heute höre ich nur noch ein Einschmeicheln in das Vertrauen des Patienten und eine bevormundende dbu-Leitlinie.

Mit einer "Leitlinie für Umweltmedizinern von MCS-Erkrankten" wäre doch ein gutes Werk für die Medizin und eine Gegendarstellungsfassung geschaffen, die man auch vor Gericht, in Parlamenten und Organisationen verwenden könnte gegen falsche Behandlung.
Vielleicht finden sich auch einige Unterstützer, die wirkungsvolle Unterschriften leisten.
Benutzeravatar
Twei
Forumswisser
 
Beiträge: 3702
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 00:30

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Juliane » Freitag 18. November 2011, 22:14

Zur Erinnerung und besserem Verständnis der blumigen Leitlinientextes:


Ein RTL Video vom 02.04.2008 mit Aussagen von
Dr. Mai, einem der Autoren der vorliegenden Leitlinien.

http://www.rtl-regional.de/player.php?id=1679&tag=Umwelt&seite=6
Juliane
Alleswisser
 
Beiträge: 9305
Registriert: Freitag 16. Februar 2007, 21:54

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Freitag 18. November 2011, 22:41

Und noch einmal (bitte aufmerksam lesen).

Zitat:

\"chronische Multisystemerkrankungen, deren Entstehung mit Risikofaktoren

aus dem

-somatischen,

-psychischen und

-sozialen Bereich

assoziiert ist

(„biopsycho-soziales“ Krankheitsmodell),

insbesondere:

· eine besondere Chemikaliensensitivität (Chemical Sensitivity/CS, Multiple Chemical
Sensitivity /MCS)

· Chronisches Erschöpfungssyndrom/CFS

· Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie

· Posttraumatisches Belastungssyndrom\"


Aus den Leitlinien: http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.



Die Aussage ist klar. Die Anerkennung von MCS soll jetzt mit Hilfe der Taktik des Trojanischen Pferdes endgültig vereitelt werden. Alle sollen dabei mitprofitieren. Mit Ausnahme der Betroffenen.

Die einzigen Verlierer sind die Umweltkranken. Sie kriegen den Psychostempel aufgedrückt mit allen negativen, zum Teil verheerenden Konsequenzen. Das ist die traurige Wahrheit. Dann kann man sie auch \"adaptiv desaktivieren\".

Und wenn manche hier ganz gleich ob naiv oder bewusst die aktuellen Leitlinien als \"Erfolg\" bzw. \"Durchbruch\" bezeichnen, dann kann ich darüber nur lachen, denn ich weiß, dass diese Aussage in den Leitlinien (s. o. Zitat), die das \"Biopsycho-soziale Modell\" postuliert, rechtswidrig ist, weil sie zweifellos falsch ist, gegen den tatsächlichen Stand der Wissenschaft und somit gegen das Recht verstößt.

Das sind die Fakten. Man will die Umweltpatienten abspeisen.

- Editiert von mirijam am 18.11.2011, 22:17 -
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Kira » Freitag 18. November 2011, 22:59

Zitat von Seite 15:
\"Es wird empfohlen multifaktorielle Syndrome, welche häufig mit UME assoziiert sind, systematisch
zu erfassen (vgl. Risikogruppen und Folgeerkrankungen).
Hierunter sind chronische Multisystemerkrankungen zu verstehen, deren Entstehung mit Risikofaktoren
aus dem somatischen, psychischen und sozialen Bereich assoziiert ist („biopsycho-
soziales“ Krankheitsmodell), insbesondere:
· eine besondere Chemikaliensensitivität (Chemical Sensitivity/CS, Multiple Chemical
Sensitivity /MCS)
· Chronisches Erschöpfungssyndrom/CFS
· Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie
· Posttraumatisches Belastungssyndrom \"
http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
und weiter Zitat:
\"Es wird empfohlen, die mit den körperlichen und psychischen Beschwerden assoziierten Beeinträchtigungen
in Alltagsfunktionen (Arbeit, Haushalt, Freizeit, Sexualität) zu erfragen.\"
- Editiert von Kira am 18.11.2011, 22:01 -
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

Bloggen statt Schweigen
Benutzeravatar
Kira
Alleswisser
 
Beiträge: 10331
Registriert: Dienstag 15. September 2009, 13:56

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Kira » Freitag 18. November 2011, 23:35

Zitat von Seite 17:
"Folgende Gruppen stehen unter einem erhöhten Risiko chronische schwer
therapierbare Krankheitsbilder zu entwickeln:
· Personen mit multiplen Allergien oder multiplen Pseudoallergien
· Personen mit erhöhtem Level an Stressoren (s. 4.8),
· Personen mit ängstlicher Persönlichkeitsstruktur oder manifesten Angststörungen"
http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

Bloggen statt Schweigen
Benutzeravatar
Kira
Alleswisser
 
Beiträge: 10331
Registriert: Dienstag 15. September 2009, 13:56

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Samstag 19. November 2011, 00:17

Auf Seite 16 wird Folgendes behauptet (UME=Umwelterkrankungen?)-

Zitat:

"5.1 Prävalenz der UME

Die genaue Prävalenz UME ist nicht bekannt.

Die Beurteilung der Datenlage wird weiter erschwert

durch

unterschiedliche Definitionen und

Kriterien für UME.

Da die Diagnose und Einordnung

dieser Erkrankungen in Deutschland noch diskutiert werden,

sind keine verlässlichen Daten bekannt."


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf


Und noch eine dicke Lüge, auch wenn geschickt verpackt. Trotzdem scharf-schmerzend ins Auge stechend.


Richtig wäre gewesen, zu schreiben,

dass es offziell anerkannte Diagnose-Kriterien gibt, die einfach rechtswidrig ignoriert und missachtet werden,

dass die Umweltkrankheiten hier wegdiskutiert werden,

dass sehr wohl bekannte Daten und Zahlen verschwiegen, vertuscht und/oder verdreht werden.
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon mirijam » Samstag 19. November 2011, 00:46

Zitat

\"Diese Leitlinien sollen Grundlage der in Praxen, Ambulanzen und Kliniken umweltmedizinisch
tätigen Ärzten sein.

Es werden die Voraussetzungen geschaffen, Anamnese, klinische
Befunderhebung und diagnostische Methoden standardisiert, wissenschaftlich basiert, effektiv
und ökonomisch sinnvoll einzusetzen.

Das daraus resultierende bessere Verständnis der Pathophysiologie umweltmedizinischer Krankheiten erlaubt es, Therapiekonzepte zu optimieren und die Zielgenauigkeit der anzustrebenden Primärprävention zu verbessern.

Die Leitlinien sollen aber auch denjenigen Ärzten Hilfestellung sein, die in beratenden Funktionen bei
Behörden, Krankenkassen und Versicherungen tätig sind.

Weiterhin sollen sie die Bewertungsmaßstäbe im Berufskrankheiten- und Rentenrecht verbessern helfen und die Grundlagen
der Rechtssprechung auf diesem Sektor dem zeitgemäßen Wissen und Anspruch anpassen
helfen. (EVG= III-IV, Konsens: A / 100%).\"

Seite 5
http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf


Brennende Frage:

Welche genauen Konsequenzen für die Patienten hätte das \"Biopsycho-soziale Modell\". Welche konkreten rechtlichen Auswirkungen müssen diesbezüglich erwartet werden?

Und welche Konsequenzen hätte das \"Biopsycho-soziale Modell\" für die Durchsetzung der Rechte der MCS-Patienten, die sich aus der Behindertenrechtskonvention ergeben, z. B. bezüglich der Wohnungssituation, Duftstoffverbot in öffentlichen Einrichtungen und vieles mehr?

- Editiert von mirijam am 18.11.2011, 23:48 -
mirijam
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Leckermäulchen » Samstag 19. November 2011, 11:15

Ja, das ist es! Genau mirijam: dicke Lügen, geschickt umschrieben. Deshalb werden sie ja nicht etwa wahr. Was mich dabei am allermeisten ank…., ist dass man in jenen Kreisen nicht dazu steht und allen Ernstes glaubt, mit solchen Texten Boden zu gewinnen.

Natürlich: es werden die Diagnose und Einordnung dieser Erkrankungen in Deutschland noch diskutiert – aber das liegt ja ausschließlich an der Verbohrtheit und dem Interesse der Ignoranten in Lügen und Vertuschungen. Deshalb werden diese Diskussionen in Deutschland wohl auch noch endlos weitergeführt – und man wird infolgedessen es auch in dieser Weise weiter desinformativ zu formulieren suchen. Keineswegs aber liegt es daran, dass die verlässlichen Daten nicht bekannt sind. Also ist der Satz in sich natürlich völlig falsch, irreführend und nur für zum Thema noch nicht ganz genau Informierte ohne negativste Gefühle lesbar. Ich halte es langsam nicht mehr aus, wie versucht wird, glasklare bekannte Wahrheiten zu leugnen und an deren Stelle diese Lügen, Verdrehungen und Vertuschungen zu setzen, aber nirgends den direkten, unverstellten Weg zu mehr Gesundheit, bei Erstattung der dafür aufzuwendenden Kosten durch die Krankenkassen natürlich, nachvollziehbar durch dieses System, welches doch Gesundheitssystem heißt, aufgezeigt zu bekommen. Die Umweltmedizinische Irreleit-Linie dient dazu definitiv nicht.
Leckermäulchen
Forenlegende
 
Beiträge: 1629
Registriert: Donnerstag 8. November 2007, 23:11

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Tohwanga » Samstag 19. November 2011, 13:12

Nein, ich halte die Leitlinien nicht für psycholastig.

Es kann ja sein, und davon will ich mich gar nicht ausschließen, das man gern etwas hineinlesen will, weil das Thema einen besonders berührt und man involviert ist.

Aber ich kann in der handlungsorientierten umweltmedizinischen Praxisleitlinie, nach intensiver Durchsicht, keine psychiatrisierenden Aussagen oder gar Auswirkungen erkennen.

… sie dient dem Schutz der Bevölkerung …
… sie dient als Grundlage zur Weiterbildung …
Es wird deutlich auf den Missstand hingewiesen, …Trotz der Dringlichkeit zu handeln, unterblieb es, eine vernetzte Struktur zwischen klinisch-kurativ tätigem Umweltmediziner, Ambulanzen, Kliniken und forschender Umweltmedizin zu schaffen,…
…Die GKV erstatten umweltmedizinische Leistungen bi heute nicht….
Sogar an eine ungefähre Zahl wird sich herangewagt…wären ~ 4 Mio. Bundesbürger unmittelbar erkrankt… Fakten die wir uns in unseren Kämpfen mit Behörden, Ämtern, etc. zu nutze machen können, um zu belegen, dass wir kein Einzelschicksal sind.

Es wird deutlich darauf hingewiesen, dass … Risiken durch chemische Schadstoffe, Lärm oder Strahlung in Deutschland sehr unterschiedlich eingeschätzt werden….
Deutlich wird darauf hingewiesen, dass nun der Stand erreicht ist, wo … die Abgrenzung der umweltmedizinischen Krankheiten gegenüber anderen Erkrankungen insbesondere gegenüber psychosomatischen, somatoformen und psychiatrischen Krankheiten zu ermöglichen…

Es wird hier z.b. schon die große Fliegenklatsche rausgeholt und den Begutachtern auf die Finger geklopft. …Die Leitlinien sollen aber auch denjenigen Ärzten Hilfestellung sein, die in beratenden Funktionen bei Behörden, Krankenkassen und Versicherungen tätig sind…

Und geben auch Weisung in den rechtlichen Dingen: …Weiterhin sollen sie die Bewertungsmaßstäbe
im Berufskrankheiten- und Rentenrecht verbessern helfen und die Grundlagen der Rechtssprechung auf diesem Sektor dem zeitgemäßen Wissen und Anspruch anpassen helfen….

Die Leitlinie befindet sich in der S1-Phase und wird mit der S2-Phase verkomplettiert. Änderungsvorschläge und Diskussionsbeiträge sind erwünscht!!
…Weiterhin wird über Änderungsvorschläge etc. beraten bzw. die Leitlinie entsprechend überarbeitet…

Ich empfehle ein genaues Lesen der Leitlinie.

Zum besseren Verständnis habe ich hier einige Fachbegriffe versucht zu übersetzen:
Evidenzbasierung = auf beweismaterial gestützte Heilkunde
Randomisiert = zufällig
Exogen = von außerhalb kommende
Noxen = Stoffe/Schadstoffe
Assoziiert = verbunden
Psychisch = subjektive und innere Erlebnisseite, Lebens Regungen, Denken und Gefühlsleben
Epidemiologie = Ursachenforschung
Prävalenz = Häufigkeit
Vulnerabilität = Anfälligkeit / Verwundbarkeit
Multimorbidität = Mehrfacherkrankungen
Reversibilität = Umkehrbarkeit
Reaktive = rückwirkend, zurückholend
Äthiopathogenese = Gesamtheit aller Faktoren
Toxikologie = Giftkunde, Stoffkunde, Schadstoffkunde
Akkumulieren = anhäufen, speichern
Dysfunktional = umständlich, hilflos, nachteilig, ungünstig
Adjuvante _ ergänzende, unterstützende
Antidote = Gegengifte
Psychoedukation = Schulung von Menschen mit psychischer Störungen
Evaluation = Auswertung
Compliance = Regeltreue
Assesment = Beurteilung
Komorbider = begleitender
Multimodaler = zielführende
Multifanktoriellen = von vielen Faktoren abhängig
Mnestischen = das Gedächtnis betreffend
Obsolete = veraltet

Die drei Buchstaben Psy wurden 38 mal geschrieben. Daraus zu schließen, dass eine psychiatrisierende Leitlinie erstellt wurde, wobei die Psy-Buchstaben völlig aus dem Zusammenhang gerissen hier gezählt wurden, ist verleumdend.

Die Leitlinie ist sehr gut, deckt schonungslos die Missstände auf und ist sehr strukturiert und fundiert für eine umweltmedizinische Diagnose und Therapie. Es wird auf Fachkenntnis in den behandelnden Krankenhäusern oder Reha-Einrichtungen verwiesen. Siehe Seite 26.
oder auch z.B. Punkt 8. Patientenkommunikation
… viele Patienten schlechte Erfahrungen im Umgang (s. auch Verlauf) mit dem medizinischen
System allgemein und psychosomatischen Einrichtungen insbesondere gemacht. Vor
allem haben viele auch Enttäuschungen sowie Kränkungen und Abwertungen ihrer Person
erfahren („Ökochonder“, „Rentenerschleicher“, „paranoid“, „Simulant“ u.v.m.) …


Ich kann mich den harten Kritiken, die hier geäußert wurden nicht anschließen. Dies ist meine Meinung und ich äußere sie frei, auch auf die Gefahr hin, aus dem Forum ausgeschlossen zu werden.

Es werden die Punkte 6.3.1 Somato-psychische und/oder psycho-somatische Differentialdiagnose und 7.2.1 Psychoedukation verwandt, um zu belegen, dass die Leitlinie psycholastig sei.
Die Punkte besagen nur, dass MCS nicht nur allein stehen kann. Auch psychische oder andere körperliche Erkrankungen können begleitend einhergehen oder entstehen (...Die psychische Belastung der PUME (chronische Verlaufsform) ist vergleichbar mit Patientengruppen mit Diabetes, Asthma, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder rheumatoider Arthritis sowie Rehabilitationspatienten mit kardialen Erkrankungen oder mehreren somatischen Erkrankungen..., was aber nicht besagt, das MCS psychisch ist. Es wird ja auch deutlich gesagt, ...monokausale Zuschreibungen sollten vermieden werden.... Also, nur eine Ursache zu lassend sollte vermieden werden. Und ...Das Vorhandensein einer psychosomatischen Störung allein rechtfertigt keinesfalls den Ausschluss einer UME....


ok, noch einen Satz:
...Die häufigsten Symptome von PUME sind neurologischer/neuropsychologischer Natur: Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Merkfähigkeitsstörungen
werden aufgrund der meist (ca. 70%) neurotoxischen Natur der Exposition besonders häufig genannt (z.B. Lösemittel/VOC, Aldehyde, Biozide, Schwermetalle, mikrobielle Toxine ... Seite 23

MCS ist nun mal mit den drei Buchstaben Psy verknüpft. Ein gänzlicher Ausschluss ist nicht möglich. Wie sonst sind Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen, etc. zu beschreiben?

Psychisch = subjektive und innere Erlebnisseite, Lebens Regungen, Denken und Gefühlsleben

Wie sonst hätte die Leitlinie geschrieben werden sollen?
Tohwanga
 

DBU Online Umweltmedizinische Leitlinie erschienen

Beitragvon Janik » Samstag 19. November 2011, 14:26

Kenner der Materie brauchen nur die Literaturstellen der Leitlinie gelesen zu haben und wissen sofort wo die Reise hinführen soll.
Wissenschaftler, die wichtige Studien geschrieben haben, fehlen und
die ICD-10Codes werden nicht aufgeführt und sogar als nicht existent umschrieben.

Tohwanga, Deine Rosamunde Pilcher Romane zu diesem ernsten Thema kann ich nicht ernstnehmen.
Janik
Forenlegende
 
Beiträge: 1603
Registriert: Montag 15. August 2005, 11:52

VorherigeNächste

Zurück zu MCS & MCS Community

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste