MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Beitragvon Juliane » Dienstag 7. Februar 2012, 23:30

Müdigkeit

DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Seite 16


2.2.4.5 Multiple Chemical Sensitivity

Auch dieses Syndrom, das Müdigkeit mit umfasst, wird in Bezug auf Nosologie
und Ätiologie kontrovers diskutiert (179). Es wird von manchen
Autoren eine Schädigung durch sehr niedrige Konzentrationen mehrerer
Chemikalien gleichzeitig angenommen. Bisher steht ein Nachweis der Validität
dieses Zusammenhangs aus (180-184). Ebenso wie bei vermuteter
Amalgambelastung gibt es hier eine Assoziation mit psychischen Störungen
(185-187). Überzeugende Belege für eine Entstehung von Müdigkeit
durch elektromagnetische Felder liegen nicht vor (188-190).


Seite 24


Diagnosen wie CFS, Multiple Sensitivity-Syndrom, Amalgam-Belastung,
Elektromagnetische Überempfindlichkeit usw. werden oft von Patienten
selbst als Erklärung für ihre Beschwerden vorgebracht. Ärzte und Patienten
müssen sich gemeinsam um Erklärungen für diesen schwierigen Bereich
bemühen, gegensätzliche Auffassungen respektieren und eine biopsychosoziale
Sicht erarbeiten (187). Von allgemeinärztlicher Seite muss
ein Gegensteuern versucht werden, wenn bestimmte Auffassungen von
Patienten zu schädlichen Verhaltensweisen führen (Inaktivität, soziale Isolation,
Doctor-Shopping usw.).


Seite 27

Bei übertriebener somatischer Diagnostik besteht immer die Gefahr gemeinsamer
Somatisierung von Arzt und Patient.


Seite 43


Bei unspezifischen Befindensstörungen, die ohne pathologische somatische
Befunde oft mit starker Beeinträchtigung einhergehen, ist für Patient
und Arzt die Versuchung groß, sich vorschnell auf unzureichend
belegte (Pseudo-)Diagnosen zu einigen. Diese Etikettierungen entsprechen
z.B. biologischen (Eisenmangel, Hypotonie, Hypoglykämie), umweltmedizinischen
(MCS, Amalgambelastung, Allergien), infektiösen
(postvirale Syndrome, Candida) u. a. Hypothesen. Ihnen ist gemeinsam,
dass die entsprechenden Zusammenhänge wissenschaftlich nicht
dokumentiert oder sogar widerlegt, nicht plausibel und/oder im Einzelfall
nicht nachgewiesen sind. Allerdings fühlen sich Patienten häufig
mit solchen Diagnosen ernst genommen und entlastet. Problematisch
sind diese Etikettierungen, wenn sie einseitig somatisch ausgerichtet
sind oder ein notwendiges abwartendes Offenhalten verhindern. Damit
führen sie bei Arzt und Patient oft zu einer eingeengten Perspektive,
welche sowohl komplexe psychosoziale Faktoren außer Acht lässt und
entsprechende Lösungsmöglichkeiten verstellt (253), wie auch sich
anbahnende abwendbar gefährliche Verläufe vorschnell ausschließt.



Seite 48


Die Berücksichtigung der Besonderheiten im Interaktionsverhalten von
Patienten mit somatoformen Störungen führt zu therapeutischen Vorteilen
und Kostenvorteilen (286).



Seite 56


Diese Leitlinie wurde 2002 veröffentlicht und 2006 sowie 2010/11 überarbeitet.
Verantwortlich für die kontinuierliche Fortschreibung, Aktualisierung und
Bekanntmachung ist die Ständige Leitlinienkommission der DEGAM.
Eine erneute Überarbeitung ist vorgesehen bis 2015.




http://leitlinien.degam.de/uploads/media/DEGAM_LL_Muedigkeit_Langfassung_2011_2.pdf
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MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Beitragvon Juliane » Dienstag 7. Februar 2012, 23:39

Deutsche Gesellschaft für
Allgemeinmedizin und
Familienmedizin (DEGAM)


Teilnehmende Fachgesellschaft bei


AWMF Leitlinie

„Umgang mit Patienten mit nichtspezifischen,funktionellen und
somatoformen Körperbeschwerden“


http://www.funktionell.net/S3-LL%20Nicht-spezifische,%20funktionelle%20und%20somatoforme%20Koerperbeschwerden%20Langfassung.pdf
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Beitragvon Husky » Mittwoch 8. Februar 2012, 08:43

Hört sich sehr nebulös und unwissenschaftlich an.
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MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Beitragvon mirijam » Mittwoch 8. Februar 2012, 17:49

Die machen ihre eigene "Wissenschaft", ihre eigenen "Gesetze", die der dicken Profite ohne Ehre. Da werden sämtliche Fakten verdreht, vertuscht, geleugnet. Und fantastische eigene "Geschichten" aufgetischt.

Die einzige Behauptung, die in den oben angeführten Leidig-Linien stimmt, ist diejenige über die Kostenvorteile für die Schwindler.
mirijam
 

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Beitragvon Juliane » Sonntag 18. März 2012, 17:39

2014 werden Hausärzte angeleitet sein, wie sie ein Gespräch zu führen haben:


Leitlinienvorhaben Gesprächsführung (DEGAM)

viewtopic.php?t=17373
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MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Beitragvon mirijam » Sonntag 18. März 2012, 20:54

\"Seite 27

Bei übertriebener somatischer Diagnostik besteht immer die Gefahr gemeinsamer
Somatisierung von Arzt und Patient.\"

(siehe ersten Post von Juliane)


Wirklich witzig. Psychiatrie ist auch somatisch, d. h. somatopsychisch, weil biochemisch bedingt. Warum setzen die wohl bei psychischen Erkrankungen chemische Substanzen ein- Psychopharmaka?

- Editiert von mirijam am 18.03.2012, 21:04 -
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Beitragvon mirijam » Sonntag 18. März 2012, 21:02

Zur Weiterbildung für Psychiater empfehle ich folgende exzellente, echte, seriöse wissenschaftliche Literatur:

1) Explaining Unexplained Illnesses“ von Martin Pall

2) Chronisch krank durch Chemikalien. Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige, medizinisches Personal, Hausärzte und Gesundheitswesen. Von Hans-Ulrich Hill
mirijam
 

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Beitragvon mirijam » Sonntag 18. März 2012, 21:59

Für Patienten ist folgendes Buch sehr empfehlenswert:

Peter Lehmann - Der chemische Knebel
Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen


http://www.antipsychiatrieverlag.de/verlag/titel1/knebel.htm
mirijam
 

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Beitragvon Juliane » Sonntag 25. März 2012, 15:57

Dr. Bieger zur Degam Leitlinie Müdigkeit
viewtopic.php?t=17429


"Denn diese Leitlinie ist eine Anleitung zur systematischen Fehldiagnose des ME/CFS als Depression oder einer anderen psychischen Störung. In der Folge werden die Patienten zu Psychiatern geschickt und in psychosomatische Kliniken gezwungen, wo sie aufgrund der für sie ungeeigneten Behandlungsformen in der Regel noch kränker wieder herauskommen.


Angemessene medizinische Versorgung und Rentenzahlungen werden den Patienten infolge dieser Leitlinie weiterhin verweigert werden mit der Begründung, es läge allein in ihrer Hand, wieder gesund zu werden (Verhaltensstörungen).


http://www.cfs-aktuell.de/DEGAM%20Leitline-Kommentar-23%203%2012%20one.pdf

http://www.cfs-aktuell.de/DEGAM%20Leitline-Kommentar-23%203%2012.pdf
Juliane
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Re: MCS in den DEGAM-Leitlinie Nr. 2

Beitragvon Kira » Sonntag 22. November 2015, 09:33

siehe auch

Re: Henningsen Leitlinienmacher und Ärzteflüsterer viewtopic.php?f=91&t=16754&p=123274#p123274
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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