Landtag Baden-Württemberg Kleine Anfrage MCS

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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:18

Landtag von Baden-Württemberg
15. Wahlperiode


Drucksache 15 / 777
26. 10. 2011


Kleine Anfrage
des Abg. Jochen Haußmann FDP/DVP

und

Antwort
des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung,
Familie, Frauen und Senioren




K l e i n e A n f r a g e

Ich frage die Landesregierung:

1. Welche Erkenntnisse liegen ihr über die Multiple Chemikalien Sensitivität
(MCS) insbesondere hinsichtlich ihrer Entstehung, der Krankheitsmechanismen
und ihrer Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
vor?

2. Welche Erkenntnisse liegen ihr über die Zahl der Menschen, die von einer
MCS betroffen sind, vor und wie hat sich diese in den letzten fünf Jahren verändert?

3. Aus welchen Gründen wird MCS bisher von den Sozialversicherungsträgern
nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt?

4. Welchen Einfluss üben Duftstoffe auf Menschen aus, die von MCS betroffen
sind?

5. Liegen ihr Erkenntnisse über die von MCS-Betroffenen geäußerte Giftigkeit
von Duftstoffen vor?

6. Welche Bedeutung misst sie einer duftstofffreien Umgebung in öffentlichen
Räumen für die Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit MCS bei und
welche Schritte wird sie gegebenenfalls einleiten, um die Lage von MCS-Betroffenen
zu verbessern?

26. 10. 2011

Haußmann FDP/DVP

Begründung

Umwelterkrankungen stellen für betroffene Menschen eine wesentliche Beeinträchtigung
ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft dar. Dies trifft besonders
auf Menschen zu, die von einer Multiplen Chemikalien Sensitivität (MCS) betroffen
sind. Diese Personen sehen sich als insbesondere von Duftstoffen sehr nachteilig
betroffen an. Die Kleine Anfrage soll darlegen, weshalb diese Erkrankung
als solche von den Sozialversicherungsträgern bisher nicht anerkannt ist und vor
allem, welchen wissenschaftlichen Hintergrund es für die beschriebene Erkrankung
gibt und ob bei Duftstoffen von einer toxischen Wirkung ausgegangen werden
muss. Insbesondere geht es aber auch darum, welche Schritte die Landes -
regierung ggf. einleiten wird, um die Möglichkeiten der Teilhabe von Menschen,
die von MCS betroffen sind, zu verbessern.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:21

Mit Schreiben vom 16. November 2011 Nr. 52-0141.5/15/777 beantwortet das
Minis terium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren die

Kleine Anfrage wie folgt:

1. Welche Erkenntnisse liegen ihr über die Multiple Chemikalien Sensitivität
(MCS) insbesondere hinsichtlich ihrer Entstehung, der Krankheitsmechanismen
und ihrer Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
vor?

Unter dem Begriff MCS wird ein nicht einheitlich definierter Beschwerdekomplex
umweltassoziierter Befindlichkeitsstörungen verstanden; eine einheitliche
Definition für MCS gibt es nicht. Als Arbeitshypothese für wissenschaftliche Untersuchungen wurde von Cullen die Erkrankung einer MCS definiert als eine
Schädigung des menschlichen Organismus durch eine nachweisbare, chemische
Umweltbelastung, die initial einen toxischen (giftigen) Effekt hervorgerufen haben
kann und bei wiederholten Belastungen zu erneuten Symptomen führt. Karenz
(Vermeiden) der Schadstoffe führt zum Rückgang der Symptome. Die
Symp tome werden durch Chemikalien hervorgerufen, die messbar sind, allerdings
in sehr niedrigen Konzentrationen, die ein Vielfaches unter denen liegen,
die allgemein beim Menschen toxische oder irritierende Wirkungen haben. Ein
eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für den Zusammenhang zwischen den
beschriebenen Symptomen und einer chemischen Noxe konnte bisher aber nicht
erbracht werden.

Die Erscheinungsformen des MCS sind subjektiv. Sie betreffen mehr als ein Organsystem,und es gibt keine Untersuchungsmethoden, die aufgrund von funktionellen
Organbefunden die Symptome erklären können. Es gibt auch keine objek -
tiven Anzeichen für Organschäden oder Fehlfunktionen.
Als Auslöser einer manifesten Erkrankung stehen u. a. Lösemittel, Formaldehyde
oder Biozide im Verdacht. Infolge einer erhöhten Schadstoffinkorporation (Schad -
stoffaufnahme) kommt es bei diesen Stoffen zu Vergiftungserscheinungen. Als
Hypothese wird angenommen, dass bei MCS-Patienten nach der ersten Intoxika -
tion eine chemische Sensitivität gegenüber diesen Schadstoffen bereits bei sehr
niedrigen Konzentrationen entsteht, die bei nicht sensibilisierten Personen nicht zu
Symptomen führt.
Eine Zuordnung von chemischen Stoffen zu einzelnen Erkrankungen bei MCSPatienten
konnte in wissenschaftlich anerkannten Studien bisher nicht nachgewiesen
werden. Es besteht kein systematischer Zusammenhang zwischen Noxen- und
Beschwerdekategorien.

Psychische Erkrankungen können bei MCS-Patienten häufiger beobachtet werden,
als in allgemeinmedizinischen Kontrollgruppen. Die bei MCS-Patienten auftretenden
unspezifischen Symptome lassen sich aber keinen konkreten chemischen
Substanzen zuordnen. Es handelt sich jedoch fraglos um ein chronisches
Leiden von in der Regel mehrjähriger Dauer.
Juliane
Alleswisser
 
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:22

2. Welche Erkenntnisse liegen ihr über die Zahl der Menschen, die von einer
MCS betroffen sind, vor und wie hat sich diese in den letzten fünf Jahren verändert?

Bevölkerungsrepräsentative Prävalenzstudien zu MCS liegen nur in Form ein -
facher Umfragen vor. Die gewählten Studiendesigns genügen wissenschaftlichen
Anforderungen nicht. Die Prävalenz der von den Befragten selbst berichteten
ärztlichen „MCS-Diagnosen“ reicht von 0,2 bis 6 %, wobei unklar ist, was sich im
Einzelnen hinter einer derartigen Diagnose verbirgt.
MCS im weiteren Sinne, das heißt im Rahmen eines psychosomatischen Ge -
schehens oder im Kontext mit unerklärten Körperbeschwerden, kommt bei einem
erheblichen Anteil der umweltmedizinischen Patienten vor.
In Bezug auf demografische Merkmale haben die verschiedenen Studien – trotz
der Diskrepanzen bei den Fall-Selektionskriterien – einigermaßen konsistente
Ergebnisse geliefert. Die Patienten sind in der Regel im Alter zwischen 20 und
60 Jahren (mit einem Altersgipfel um das 40. Lebensjahr), Frauen sind mit einem
Anteil von 60 bis 85 % deutlich häufiger betroffen als Männer, was einem Geschlechtsverhältnis von etwa 2:1 bis 3:1 entspricht. Absolute Zahlen über Menschen,
die an MCS erkrankt sind, liegen dem Sozialministerium nicht vor. Insofern
kann auch zu Änderungen der Anzahl Erkrankter in den vergangenen Jahren
keine Aussage getroffen werden.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:24

3. Aus welchen Gründen wird MCS bisher von den Sozialversicherungsträgern
nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt?

Bei dem multiplen chemischen Syndrom handelt sich um Beschwerden, Symp -
tome oder Phänomene, die derzeit (bio-)medizinisch nicht erklärbar sind und die
vornehmlich einer besonderen individuellen Vulnerabilität zugeschrieben werden,
wobei nicht klar ist, ob eine solche tatsächlich besteht oder, wenn sie besteht,
welche krankheitsauslösenden Mechanismen ihr zugrunde liegen.
Der Begriff Syndrom trifft bei der MCS nur bedingt zu, da bei MCS kein einigermaßen
spezifizierter Symptomkomplex, sondern von Patient zu Patient verschiedene
Beschwerdebilder vorliegen und auch intraindividuell die Symptome beträchtlich
variieren. Außerdem impliziert die Bezeichnung MCS eine bestimmte,
bisher aber nicht belegte Ätiologie („chemical“). Deshalb wird unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten von der Verwendung des Terminus abgeraten.
Mit der aus medizinisch-terminologischer Sicht nicht sehr glücklich gewählten
Bezeichnung „MCS“ wird demnach – trotz des „C“ – keine ätiologisch gesicherte
krankhafte Eigenschaft benannt und keine Krankheit sowie keine Diagnose im
eigentlichen Sinne bezeichnet. Insofern kann MCS von den Sozialversicherungsträgern
nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt werden.
Die betroffenen Patienten erhalten selbstverständlich Leistungen der Sozialver -
sicherung, wie der Gesetzlichen Krankenversicherung, die zur Behandlung der
mit dem MCS einhergehenden Beschwerdebilder medizinisch notwendig und erforderlich
sind. Insoweit kommt dem MCS bzw. den damit einhergehenden Beschwerden
durchaus Krankheitswert im Sinne des krankenversicherungsrecht -
lichen Krankheitsbegriffes zu, ohne dass sich das MCS unter eine abschließende
Diagnose subsumieren lässt.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:26

4. Welchen Einfluss üben Duftstoffe auf Menschen aus, die von MCS betroffen
sind?

Manche Menschen berichten über eine besonders große Empfindlichkeit gegen -
über Duftstoffen. Gerade Menschen mit umweltbezogenen Gesundheitsstörungen,
wie MCS, leiden subjektiv stark unter Duftstoffen und anderen Chemikalien. Das
zeigte sich auch bei der sogenannten MCS-1-Studie, einer an mehreren Standorten
durchgeführten Studie, die das Robert Koch-Institut für das Umweltbundesamtes
(UBA) vornahm.
Nicht geklärt werden konnte bisher, ob die Beschwerden objektivierbare Reaktionen
des Körpers auf bestimmte Substanzen sind oder ob die subjektive Wertung der
Gerüche zu einer pathologischen (krankhaften) Reaktion führt. Als gesichert gilt lediglich, dass MCS-Patienten unter hohem Leidensdruck stehen. Infolge ihrer persönlichen Bewältigungsstrategie, die u. a. in der Vermeidung chemischer Stoffe, auch ohne objektivierbaren kausalen Zusammenhang besteht, resultieren oftmals soziale
und ökonomische Konsequenzen, wie Vereinsamung und Arbeitsplatzverluste.
Das Robert Koch-Institut hat insgesamt drei MCS-Projekte für das UBA durchgeführt.
In einer Studie zum Verlauf und zur Prognose des MCS-Syndroms berichten
93 Prozent der 109 Patienten, die sich selbst als MCS-krank einschätzten, besonders
geruchsempfindlich zu sein. Aber auch zwei Drittel der anderenUmweltambulanzpatienten
(die sich nicht als MCS-krank einschätzten) gaben an, Ge -rüche stärker oder qualitativ anders wahrzunehmen. Eine Zusatzuntersuchung ergab jedoch nicht, dass MCS-Patienten eine überdurchschnittliche Riechleistung
oder erhöhte Geruchsempfindlichkeit haben.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:27

5. Liegen ihr Erkenntnisse über die von MCS-Betroffenen geäußerte Giftigkeit
von Duftstoffen vor?

Neben den unter Punkt 4 genannten Wirkungen von Duftstoffen auf MCS-Patienten
ist darauf hinzuweisen, dass Duftstoffe, die in Kosmetika eingesetzt werden, beim
direkten Kontakt mit der Haut häufig Kontaktallergien (Typ-IV-Allergien) auslösen
können. Für Allergiker kann der unkontrollierte Einsatz von Duftstoffen in der Innenraumluft– etwa in öffentlichen Räumen, wie Kaufhäusern oder Büros – zum
Problem werden. Bisher ist allerdings unklar, ob Duftstoffe als typische Kontakt -
allergene (Substanzen, die bei Kontakt mit der Haut zu einer Entzündung [einem
Kontaktekzem] führen) auch bei Inhalation zu allergischen Symptomen führen können.
In Europa sind etwa 2 % der Kinder gegenüber Duftstoffen sensibilisiert.
Neben der allergischen Wirkung haben viele Duftstoffe auch eine irritative Wirkung
auf die Haut, Schleimhäute und Atemwege.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 19:30

6. Welche Bedeutung misst sie einer duftstofffreien Umgebung in öffentlichen
Räumen für die Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit MCS bei und
welche Schritte wird sie gegebenenfalls einleiten, um die Lage von MCS-Betroffenen
zu verbessern?


Aufgrund der Problematik des Einsatzes von Duftstoffen in öffentlichen Räumen
– nicht nur im Bezug auf die Lage von MCS-Patienten – empfiehlt das Sozial -
ministerium die Berücksichtigung des Hintergrundpapiers des UBA: „Duftstoffe:
Wenn Angenehmes zur Last werden kann“ (Hintergrundpapier April 2006). Im
Hintergrundpapier wurden folgenden Maßnahmen vorgeschlagen:

• Anwendung von Duftstoffen bekannt geben

„Prinzipiell sollten alle Personen frei entscheiden können, ob sie einer ‚Beduftung‘
ausgesetzt sein wollen oder nicht. Diese Wahlmöglichkeit fehlt in der Praxis
derzeit oft. Es gibt Menschen, die generell keine Anwendung von Duftstoffen
wünschen.
Bürgerinnen und Bürger sollten nicht ohne ihr Wissen oder ihren ausdrücklichen
Wunsch einer vielfältigen Mischung zusätzlicher Chemikalien/Duftstoffen ausgesetzt
sein.

Eine bessere Aufklärung über die Verwendung der Duftstoffe sowie der Grundsatz,
auf eine ‚Beduftung‘ von Innenräumen zu verzichten, könnten schon für viele
Menschen hilfreich sein.

Werden Duftstoffe im öffentlich zugänglichen Bereich eingesetzt, kann ein deut -
licher Hinweis helfen: ‚Die Raumluft dieses Warenhauses ist über die Klimaanlage
mit Duftstoffen angereichert‘. Dies gilt insbesondere für den Einsatz der Duftstoffe
um unangenehme Gerüche über die Klimaanlage zu maskieren.“

• Auf Raumbeduftung möglichst verzichten

„Aus Gründen der Vorsorge empfiehlt das UBA, Duftstoffe in öffentlichen Gebäuden,
wie Büros, Kaufhäusern und Kinos nicht einzusetzen, um die Gesundheit
empfindlicher Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu beeinträchtigen. Sofern
trotzdem Riech- und Aromastoffe in die Raumluft eingebracht werden sollen,
darf dies nur mit Zustimmung aller Raumnutzer erfolgen, um Belästigungen zu
vermeiden. Zurückhaltend sollten Bürgerinnen und Bürger mit Verdampfern (etwa
Teelichtern) umgehen, die mit Essenzen, Duftölen und sonstigen Flüssigkeiten
betrieben werden: Kommen diese Geräte zum Einsatz, kann sich die Konzentra -
tion der in die Innenluft gelangenden Stoffe oft unnötig erhöhen. Auch Produkte
mit esoterischem Hintergrund für den Bereich Wellness/Aromatherapie, bei denen
es zur verstärkten Anwendung und Inhalation kommt, sollten die Verbraucher
äußerst umsichtig nutzen.

Das UBA rät davon ab, Riech- und Aromastoffe gezielt über Lüftungs- und Klimaanlagen
in Gebäuden zu verbreiten, vor allem, falls dies ohne Kenntnis der
Raumnutzerinnen und -nutzer erfolgt.
Aus Sicht des UBA birgt ein solcher Zusatz im Zweifelsfall – bei bisher weit -
gehend unbekannten Risiken – eher gesundheitlichen Schaden als Nutzen für die
Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Das Sozialministerium wird auf seiner Homepage Empfehlungen des UBA zu
dieser Thematik einstellen, um betroffenen Bürgern und Institutionen den Zugang
zu den Informationen zum MCS zu erleichtern.

Altpeter

Ministerin für Arbeit und Sozialordnung,

Familie, Frauen und Senioren


http://www.landtag-bw.de/WP15/Drucksachen/0000/15_0777_d.pdf
Juliane
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Beitragvon Galaxie » Sonntag 26. Februar 2012, 23:07

Hallo Juliane,

wenn ich mir die Antwort des letzten Links zur PDF-Datei durchlese, ist das mal wieder üblich und erschreckend, wie hier immer weiter verfahren wird. In Hamburg waren die Antworten bei schriftlichen Kleinen Anfragen die beim Senat gestellt wurden von CDU und SPD ähnlich bzw. noch schrecklicher. Selbst die Anfragen wurden nicht richtig gestellt, trotz genügend Informationen.

Die schriftlichen Kleine Anfrage hier:\"das MCS nicht durch Schadstoffe verursacht sei, oder nicht nachweisbar ist flasch.\" Genug Ärzte haben das doch bei uns festgestellt, genauso das körperliche Schäden nachgwiesen wurden, was hier als Antwort ebenfalls verneint wird.... Da auch das UBA ja schon lange bescheid weiss, ist das pure unterlassene Hilfeleistung gegenüber uns und der Bevölkerung die geschützt werden muß. Keiner will sich die Finger krumm machen und auch nicht bei unseren kranken Rechtsystem. Hans Joachim Selenz gibt in seiner Hompage über den ehemaligen Richter Frank Fahsel des LG Stuttgart ein Kommentar von 2008 ab \"Justiz-Sumpf Deutschland\" unter Kommentare machte er das besonders in seinen Veröffentlichungen deutlich http://www.hans-joachim-selenz.de ....

LG
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- Editiert von Galaxie am 26.02.2012, 23:33 -
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Beitragvon Juliane » Montag 27. Februar 2012, 11:05

Es fragt sich auch, wer Frau Altpeter die Antwort formuliert hat.
http://www.sm.bwl.de/de/Ministerin_Katrin_Altpeter_MdL/113416.html">http://www.sm.bwl.de/de/Ministerin_Katrin_Altpeter_MdL/113416.html


Wenn man jetzt auf der Seite http://www.sm.bwl.de geht, findet man zum Suchbegriff MCS
folgende Antwort:



Umweltbezogener Gesundheitsschutz

Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit” (MCS)


http://www.sm.bwl.de/de/Umweltbezogener_Gesundheitsschutz/82041.html


Und man findet einen Verweis zum UBA:


Mehr zu »Umweltbezogener Gesundheitsschutz«

http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/effekte/mcs.htm
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Beitragvon Galaxie » Montag 27. Februar 2012, 13:36

Da kann man auch mal sehen wie verlogen das UBA ist. Bei uns haben doch genug MCS-Betroffene genügend Befunde über Schadstoffbelastungen, Polyneuropathie, Myopathie, Tox. Encephalopathie u.a. - wie kann das stänig geleugnet werden? Nur wiel das universitäre Ärzte mißachteten und weg diagnostizierten? Das sind nicht nur meine eigenen Ehrfahrungen.

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Beitragvon Amazone » Montag 27. Februar 2012, 15:31

Psychische Erkrankungen bei MCS-Patienten häufiger als in allgemeinmedizinischen Kontrollgruppen?

Dazu in der zusammenfassenden Beurteilung der RKI-Studie von Anke Bauer "Kein Hinweis auf aktuelle und ausgeprägte Somatisierungsstörung, Depressionen oder Angststörungen nach den Ergebnissen des SCL-90-R bei ca. 80% der umweltmedizinischen Patienten (I.-166-170; III.-1115-116)."

Quelle:
Umwelt-Medizin-Gesellschaft 20, 4/2007, S. 289-296

Welche Aussage hat die MCS-Multicenterstudie?
Eine Stellungsnahme des Deutschen Berufsverbands der Umweltmediziner (dbu)
Anke Bauer und Eberhard Schwarz

Abstrakt

Hintergrund und Fragestellung
Im Juli des Jahres 2002 wurde in Berlin die so genannte „MCS-Multicenterstudie“ vorgestellt. Die Studie war im Auftrag des Umweltbundesamtes unter der Federführung des Robert-Koch-Institutes (RKI) durchgeführt worden. Aufgrund erheblicher methodischer Probleme der Studie wurde 2005 eine zweite Analyse der Daten vorgestellt. Aufgrund der erheblichen Nutzung der Studienergebnisse durch Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Gutachtern und Gerichten haben wir untersucht, ob methodische Aspekte, Datenauswertung und Interpretation der Ergebnisse einer Konsistenzprüfung standhalten.

Methodik:
Es wurde überprüft,
ob bei der Durchführung der Studie die methodischen Anforderungen des Studiendesigns erfüllt wurden,
ob die Ergebnisse durch Zentrums-Effekte verzerrt werden,
ob die gewählte Methodik dazu geeignet war, die vorab formulierten Zielfragen zu beantworten und
ob die Interpretation der Ergebnisse durch die Autoren der Studie mit den tatsächlichen Ergebnissen aus den Abschlussberichten übereinstimmen

Ergebnisse:
Die MCS-Multicenterstudie hat methodische Mängel, dies sind insbesondere schwerwiegende Zentrumseffekte bei zentralen Variablen, uneinheitliches Vorgehen bei der Rekrutierung der Studienteilnehmer und bei der Verwendung von Ausschlusskriterien sowie insbesondere bei der Einschätzung umweltmedizinischer und psychischer Anteile an den Erkrankungen durch die untersuchenden Ärzte. Die Ziele der Studie konnten aufgrund unklarer Falleinteilungen von MCS-Fällen und Nicht-MCS-Fällen nicht erreicht werden. Die MCS-Multicenterstudie misst im wesentlichen Meinungsunterschiede zum Thema MCS und unweltmedizinischer Erkrankungen zwischen den Zentren.

Fazit:
Die Ergebnisse der MCS-Multicenterstudie sind aufgrund der methodischen Probleme nur schwer interpretierbar. Verwendet werden können nur Untersucher- und zentrumsunabhängige Ergebnisse.

________
Zusammenfassende Beurteilung (Seite 296)
1. Die MCS-Multicenterstudie hat methodische Mängel, dies sind insbesondere schwerwiegende Zentrumseffekte bei zentralen Variablen, uneinheitliches Vorgehen bei der Rekrutierung der Studienteilnehmer und bei der Verwendung von Ausschlusskriterien sowie insbesondere bei der Einschätzung umweltmedizinischer und psychischer Anteile an den Erkrankungen durch die untersuchenden Ärzte. Die eindeutige Einteilung von Fällen/Nichtfällen gelang nicht.
2. Die vorab formulierten Zielfragen der MCS-Multicenterstudie könnten aufgrund der unter 1. genannten methodischen Probleme nicht beantwortet werden.
3. Die Ergebnisse der MCS-Multicenterstudie sind aufgrund der methodischen Probleme nur schwer interpretierbar.
4. Die MCS-Multicenterstudie misst im wesentlichen Meinungsunterschiede zum Thema MCS und sonstiger umweltmedizinischer Erkrankungen zwischen den Zentren. Diese Unterschiede sind erschreckend groß.
5. Eine andere Auswahl von Zentren hätte andere Ergebnisse erbracht.
6. Insgesamt gab es nur wenig Unterschiede zwischen MCS und Nicht-MCS-Patienten der umweltmedizinischen Ambulanzen (sMCS oder f1MCS: s.o)
7. Im wissenschaftlichen Sinne interpretiert werden können jedoch untersucher- und zentrumsunabhängige Daten. Als durchaus interessante Ergebnisse bei den umweltmedizinischen Patienten der Multicenterstudie sind hier z.B. zu nennen:
Schwerwiegende gesundheitliche soziale Beeinträchtigungen (I.-240)
Ausgeprägter Leidensdruck (I. 240ff; I.-319)
Ausgeprägte positive Copingtendenzen („aktives problemorientiertes Coping“) (I.-201-202)
Wenig Tendenzen zum Selbstmitleid (I.-202)
Machen sich Mut bei der Krankheitsverarbeitung ((I.-202)
Geringe Tendenzen zur depressiven Verarbeitung (I.-202)
Kein Hinweis auf aktuelle und ausgeprägte Somatisierungsstörung, Depressionen oder Angststörungen nach den Ergebnissen des SCL-90-R bei ca. 80% der umweltmedizinischen Patienten (I.-166-170; III.-1115-116).
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Beitragvon Galaxie » Montag 27. Februar 2012, 20:40

Beim Robert-Kochinstitut wurde alles ignoriert ich habe ca. anfang 1999 dort mal angerufen und man gab mir die Antwort, das die nur psychologische Fragebogen haben und machen, als ich sagte:"ich habe eine SPECT-Untersuchung bzw. Befund mit und ohne Provokationstest von Dr. Labouvie http://www.labouvie.de und der Feststellung einer Tox. Encephalopathie und auch noch ein gleichen Befund von Dr. Bieler ohne Provokationstest." Interessierte das dort herzlich wenig.

In Riddorf/Bredstedt wurden meine Befunde mit Schadstoffbelastungen, Reaktionen auf IG = Interferongamma u.a. ignoriert u.s.w. und das gleiche beim Zentralinstitut für Arbeitsmedizin in Hamburg, war keine seriöse Studie....

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