Armut macht krank

Armut macht krank

Beitragvon Kira » Samstag 24. Mai 2014, 11:18

Armut macht krank ...oder Krank macht arm :?:
Wie ist eure Meinung hierzu :?:

Top-Thema | 12.03.2014
Armut macht krank

Sozialer Stand spiegelt sich im Gesundheitsverhalten

Das deutsche Gesundheitswesen gilt als eines der besten weltweit. Doch nicht alle Menschen profitieren gleichermaßen davon: Jene Menschen, denen es an Einkommen, Bildung und Perspektiven fehlt, erkranken häufiger als finanziell Bessergestellte. Auf dem „Kongress Armut und Gesundheit 2014“ beraten in dieser Woche Experten aus ganz Deutschland darüber, wie Gesundheit bei Menschen in belastenden Lebensumständen nachhaltig gefördert werden kann. ...


plus Video http://www.zdf.de/volle-kanne/armut-mac ... 93016.html


Pressestimmen zum Kongress Armut und Gesundheit 2014
Im Folgenden finden Sie Darstellungen des Kongresses in den Medien.

http://www.armut-und-gesundheit.de/Presse.1120.0.html
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(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Re: Armut macht krank

Beitragvon Leckermäulchen » Samstag 24. Mai 2014, 23:24

Sicher macht Armut auch krank, aber dass Armut generell krank macht, kann nicht behauptet oder bewiesen werden, denn ob jemand krank wird, ist auch von etlichen anderen Faktoren abhängig wie der Konstitution, dem sozialen Umfeld, dem Freundeskreis, den Möglichkeiten, sich das, was einen gesund erhält, zu organisieren bzw. in einer entsprechenden Gegend zu leben, außerdem den Auffangmöglichkeiten.

Es gibt sicher eine ganze Reihe Arme, die aber dennoch nicht krank werden, zumindest nicht in dem Sinne, dass sie als solche sich keine Gesundheitsangebote leisten können, die eh keine Krankheiten verhindern können, sondern dies meist nur vorgaukeln. Das liegt am System. Aber es können ja auch Unfälle bzw. Behinderungen eintreten.

Aber dass Kranksein arm macht, zumal wenn es chronisch ist bzw. man auf verschiedene kostenträchtige Hilfen etc. angewiesen ist, das ist, denke ich unbestritten, weil derartige Dinge ja immer mehr und mehr zusammengestrichen werden.

Es fängt ja schon an bei solchen „Banalitäten“ wie einer Brille, einer gesunden Zahnarztbehandlung (was ich noch nicht im eigentlichen Sinne als Krankheit bezeichnen würde, aber sehr wohl als arm machend!) und endet keinesfalls bei den nicht genehmigten Gehhilfen, Rollstühlen usw. und natürlich erst recht bei den für an „nicht existierenden“ Krankheiten wie MCS Leidenden notwendigen sehr kostenaufwändigen Hilfsmitteln, Therapien und Wohnvoraussetzungen.
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Hannibal64 » Mittwoch 4. Juni 2014, 00:14

richtig krank macht natürlich arm. insbesondere auch dann, wenn bestimmte Ereignisse eintreten, wo Versicherungen, Krankenkassen oder Sozialträger kneifen. gibts ja wohl unzählige Beispiele zu.

ein gutes Beispiel sind auch die ach so tollen Renten von durchschnittlich mtl. 700 Euro für Erwerbsgeminderte.


und das "Arme" eher sterben -also Armut nicht nur krank macht, sondern einen auch früher ins Grab bringt- mit Datenstand bis 2005 etwa 5 Jahe eher, als "Reiche", sagt eigentlich schon für sich ne ganze Menge, ohne noch weiter zu differenzieren. und da ist bis heute bestimmt nichts besser geworden.
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Leckermäulchen » Mittwoch 4. Juni 2014, 10:42

Hier lesen wir, wie es weiter geht:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/w ... -1.1979083

(Zitat)
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt eindringlich vor dem weiteren Abbau staatlicher Sozialleistungen in Ländern der Europäischen Union. "Zusammen mit anhaltender Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und hohen Steuern haben diese Maßnahmen zu mehr Armut und sozialer Ausgrenzung geführt", kritisiert die UN-Sonderorganisation in ihrem am Dienstag veröffentlichten "Weltbericht zur sozialen Sicherung 2014/2015". Darin beklagt die ILO auch, dass die Verwirklichung des grundlegenden Menschenrechts auf soziale Sicherheit für den größten Teil der Weltbevölkerung immer noch kaum mehr als ein Traum ist...... (Zitatende)
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Krankheit macht auch arm

Beitragvon Spritzendorfer » Donnerstag 12. Juni 2014, 14:48

Ich möchte gerne die Aussage auch "umkehren" - Krankheit (gerade MCS) macht tatsächlich auf Grund oft jahrelanger "Arztsuche" mit entsprechenden "Folgekosten" arm.
Aktuell versuchen wir eine Aufstellung von Ärzten und Beratungsstellen für MCS Betroffene zu erstellen - die bisher angeschriebenen Institutionen und Ministerien, auch Patientenvertreter der Bundesregierung etc. fühlen sich allesamt nicht dafür verantwortlich, dass es gerade auch für "Umweltpatienten" derzeit eine klassische 2 Klassengesellschaft gibt; qualifizierte umweltmedizinische Beratung für "Nur"- Kassenpatienten fast unmöglich ist.
Wir würden uns freuen, für eine Publikation Ärzte (flächendeckende Übersicht?) benannt zu erhalten, die MCS ernst nehmen und tatsächlich auch ohne "Zusatzkosten" therapieren. http://www.eggbi.eu/aktuelles-literatur/#c361
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Thommy the Blogger » Freitag 13. Juni 2014, 08:22

Hallo Herr Spitzendorfer,

unsere Erfahrung und die vergangenen 3 Jahre haben uns gelehrt, dass man keine Arztliste für MCS Kranke erstellen kann.
Wer heute noch ok ist, ist morgen das Gegenteil. Solche Ärzte, die im Eikmann Club sind oder mit ihm konform gehen und/oder psycholastige Leitlinien mittragen, fallen unter Ausschlusskriterium.
Wir raten Kranken sich gegenseitig zu informieren und Rat zu geben, wer aktuell bereit ist eine vernünftige MCS Diagnose zu stellen (stellen zu können),
kostenbegrenzte Diagnose betreibt und auch Behandlung anbietet.

Gruß,
Thommy the Blogger

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Armut macht krank und Krankheit macht arm

Beitragvon shadow » Mittwoch 23. März 2016, 16:01

Thomas Leif
16.03.2016 | 12:37 40


"Ich werde zunehmend wütend"

Interview Als Arzt und Vorsitzender des Mainzer Vereins "Armut und Gesundheit" kommt Gerhard Trabert zu dem Schluss: Armut macht krank und Krankheit macht arm

Thomas Leif: Herr Prof. Trabert, was ist Ihre Bilanz nach vier Stunden medizinischer Betreuung von armen Menschen?

Gerhard Trabert: Leider hat sich heute wieder in vielfältiger Weise bestätigt, dass es gut ist, dass es uns gibt, da das derzeitige Gesundheitsversorgungssystem zu große Lücken aufweist. Das zeigt zum Beispiel der Patient, der aus dem Strafvollzug entlassen wird oder die Menschen in dieser Unterkunft (eine Unterkunft für Geflüchtete, d. Red.), die weggeschickt werden, obwohl sie krank sind, und von den niedergelassenen Kollegen nicht behandelt werden, da sie kein Krankenversicherungsdokument besitzen. Dies alles verstehe ich häufig nicht mehr.

Und das persönliche Gefühl? Gestresst? Genervt? Ein bisschen kaputt nach so vielen Stunden?

Ich fühle mich müde und (lächelt) ich bin manchmal vermutlich auch etwas genervt, ja, gestresst. Ich habe dennoch ein gutes Gefühl, dass wir als Team präsent sind und dass wir hier sind. Dies jede Woche erneut psychisch auszuhalten ist nicht immer einfach. Die besonders belastende Erfahrung und Erkenntnis dabei ist, dass es brutale Realität ist, dass zahlreiche Menschen nicht in unserem normalen Gesundheitssystem aufgefangen und betreut werden.
...

https://www.freitag.de/autoren/der-frei ... ign=buffer
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Dienstag 5. Juli 2016, 18:00

03.07.2016
dpa

Mehr Menschen in Europa von Armut bedroht

Das Armutsrisiko in der EU steigt: Das zeigen Daten der europäischen Statistiker. Auch in Deutschland gingen die Zahlen zuletzt nach oben.


Die Europäische UnionGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! ist weit entfernt von ihrem Ziel, die Zahl der von Armut bedrohten Menschen in Europa bis 2020 deutlich zu senken. Der Wert sollte bis dahin von mehr als 118 Millionen im Jahr 2010 auf weniger als 100 Millionen gesenkt werden.

Waren 2010 aber noch 23,8 Prozent der EU-Bürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, stieg der Anteil in den folgenden vier Jahren auf 24,4 Prozent an. Das entsprach rund 122 Millionen Menschen in der EU.
...

http://www.kn-online.de/News/Nachrichte ... ut-bedroht
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Sonntag 11. September 2016, 17:56

08. September 2016

Bundesverfassungsgericht

Hartz-IV-Urteil – jetzt wird Armut ansteckend



Auch von 615 Euro Rente muss man abgeben, sagt das Bundesverfassungsgericht. Hartz IV macht die Familien kaputt, dafür werden Besserverdiener mit Samthandschuhen angefasst.

Bevor der Staat Hartz IV zahlt, erzwingt er die Unterstützung von Partner und Familie – wenn alle in einem Haushalt leben. Das ist rechtens, entschied jetzt das Bundesverfassungsgericht. Das Urteil ist wenig überraschend – es segnet nur die gängige Praxis ab. Worum geht es?
...

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/har ... 48254.html

derwesten.de
10.09.2016
dpa

Altersarmut hat deutlich zugenommen

Passau.
In den vergangenen Jahren hat die Altersarmut in Deutschland einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" zufolge deutlich zugenommen. Demnach waren nach den aktuellsten Daten aus dem Jahr 2014 mehr als 5,6 Millionen Menschen über 55 Jahre von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
...

http://www.derwesten.de/politik/zeitung ... 81400.html
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Armut kann tödlich sein

Beitragvon Nachtigall » Dienstag 11. Oktober 2016, 13:40

Fred-Jürgen Beier
Ausgabe 4016 | 10.10.2016 | 06:00 23


Armut kann tödlich sein

Gesundheit Wer wenig Geld hat, lebt viele Jahre kürzer als andere Menschen. Wieso nimmt die Gesellschaft das hin?

Die Diskussion über Armut und Reichtum wird in Deutschland endlich wieder geführt. Dabei erstaunt jedoch ein blinder Fleck in der politischen Debatte: Die enormen sozialen Unterschiede in der Lebenserwartung spielen kaum eine Rolle. Dabei liegen die wissenschaftlichen Fakten schon lange auf dem Tisch. Die Gesundheitswissenschaften, neudeutsch Public Health genannt, weisen seit Jahrzehnten darauf hin, dass auch in reichen Industriegesellschaften sozial Benachteiligte bei Gesundheit und Lebenserwartung deutlich schlechter abschneiden als sozial besser Gestellte und dass diese Unterschiede in den letzten Jahren zugenommen haben.
...

https://www.freitag.de/autoren/der-frei ... ign=buffer


Einkommen in Deutschland
"Arm bleibt arm, reich bleibt reich"
Die Einkommensverteilung in Deutschland wird undurchlässiger. Das ist eines der Ergebnisse des Verteilungsberichts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Parallel dazu ist die Ungleichheit bei Einkommen so groß wie noch nie.

Von: Charlie Grüneberg

Stand: 10.10.2016
...

http://www.br.de/nachrichten/einkommen- ... d-100.html
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Becky » Dienstag 11. Oktober 2016, 20:42

Ja,

ich bin krank geworden in einem kleinen Appartment mit kaputter Heizung, die man angeblich im Winter nicht reparieren konnte und nur auf volle Pulle einstellen konnte den ganzen Winter oder ganz aus. Durch dauerhafte 32 Grad oder mehr und ein Thermostat, dass dann hochschaltete bei geöffnetem Fenster, ist der billige Laminatkleber, der wohl aus China kam und ganz billig, also auch ganz giftig war, super in meine Bronchien und Lunge und ich musste am Schluss auf dem Balkon im Winter schlafen, weil ich im Raum keine Luft mehr bekam.
Formaldehyd heisst das Zeug, das aus dem Laminatkleber ausdampft. Gift fuer die Lunge.

Jetzt hab ich seit 2007 diese ganz fiesen Einschränkungen. Keine Klimaanalgenluft, sonst Atemnot, Spray hilft kaum, keine Laminatböden. Schwierig in Zuegen, Bussen, Hotels, Arbeit uvm... Ich kann mich da nicht lange aufhalten, oder gar schlafen.

Bloss weil am Laminat gespart wurde und das billigste eingebaut wurde,.. atmet ja nur der Mieter ein das Gift.

Ja, Armut macht krank und Krankheit macht arm. Ich kann nicht in Billighotels schlafen...uvm..habe die Arbeit verloren weil ich nicht mehr ins Buero konnte, zu viel Formaldehyddaempfe....

Das schlimme ist, es interessiert niemanden, weiter wird ueberall Laminat eingebaut und sonstige giftige Formaldehyd bildende Stoffe, die auch fuer Gesunde auf Dauer nicht gesund sind. Steter Tropfen hölt den Stein...
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Hannibal64 » Freitag 21. Oktober 2016, 01:50

Becky hat geschrieben:Das schlimme ist, es interessiert niemanden, weiter wird ueberall Laminat eingebaut und sonstige giftige Formaldehyd bildende Stoffe, die auch fuer Gesunde auf Dauer nicht gesund sind. Steter Tropfen hölt den Stein...


ja, nun, die Grundsätze des heutigen hiesigen Wertesystems beruhen auf Wachstum, Wachstum und nochmals Wachstum; schließlich müssen die Zinsen bedient und ansehnliche Dividenden erwirtschaftet werden.

Sog. Kollateralschäden der Industriegesellschaft, wie Umweltgite, wo deshalb einige wenige sprübar erkanken -aus eher mittleren und unteren Schichten-, sind da nur hinderlich. Im Übrigen ist selbst das Krankheitswsesen (Gesundheitswesen kann man ja nicht mehr sagen) ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.

Warum also sollte aus Sicht der Profiteure des Systems dem Wohl des Einzelnen mehr Beachtung geschenkt werden?
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Nachtigall » Montag 31. Oktober 2016, 10:24

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Re: Armut macht krank

Beitragvon Leckermäulchen » Montag 31. Oktober 2016, 14:21

Genau das habe ich - zumindest sinngemäß - gestern erst aus den Medien vernommen. Es war nur verklausulierter ausgedrückt. Ich könnt' mich ausschütten vor "Lachen" und mein Portemonnaie dazu, zumindest in der ersten Woche, also solange überhaupt noch was drin ist. Beiseite legen könnte man ja die Knöpfe alter Hemden, Blusen, Bettbezüge... :lol: :lol: :lol:
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Nachtigall » Dienstag 1. November 2016, 11:19


Altersarmut
Nahles nimmt von Lebensleistungsrente Abstand


Eigentlich wollte die Sozialministerin langjährige Geringverdiener bei der Rente besserstellen. Doch das bisherige Reformkonzept hält Nahles nicht mehr für sinnvoll.

31. Oktober 2016
Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, ks
...

http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-10/b ... ltersarmut


Gesetzentwurf

Neues Rentenkonzept nimmt Gestalt an

Die Altersvorsorge gehört zu den verbliebenen Vorhaben der Koalition. Nun zeichnet sich ab, was Andrea Nahles und die Union konkret wollen. Für Betriebsrenten steht bereits ein Gesetzentwurf.

Montag, 31.10.2016
...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 19073.html
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Donnerstag 3. November 2016, 19:22

03.11.2016
fdi/dpa

Bilanz der Regierung

14,5 Millionen Menschen lebten schon mal von Hartz IV

Hartz IV ist keine Randerscheinung, sondern ein Massenphänomen. Rund zehn Millionen Erwachsene und mehr als vier Millionen Kinder hatten bereits einschlägige Erfahrungen.
...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... ml#ref=rss
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Hannibal64 » Freitag 4. November 2016, 21:16

solange private Vorsorge auf Grundsicherungsleistungen angerechnet und gf. noch versteuert werden, alles nur Veralberung....

kleine Rechnung:

etwa 60% der SVpfl. Verdiener haben 30.000 oder weniger p.a.

Durchschnittsentgelt 2016 (West): 36.267 Euro

Aktueller Rentenwert 2016 (West): 30,45


unterstellen wir 40 Arbeitsjahre zu diesen max. 30.000 mit Bezug auf das aktuelle Durchschnittsentgelt von 36.267 sind das 0,827 Entgeltpunkte pro Jahr.

0,827 EP x 40 J. x 30,45 AR = 1.007,29 EUR mtl. Rente mit Alter 65 oder 67 oder zukünftig 71....

unterstellen wir einen 3-jährigen früheren Rentenbezug, gibts den Rentenabschlag von 3,6% pro Jahr. also Zugangsfaktor nicht 1,0 sondern 0,892.

ist dann 0,827 x 40 x 30,45 x 0,892 = 898,50 EUR mtl. Altersrente mit 62/64/68,

Bruttorente!

abzgl. KV, mind. 7,3%

abzgl. PV, mind. 2,35%


= 811,80 Euro Nettorente pro Monat...


da kann man den Lebensabend doch fröhlich genießen...
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Re: Armut macht krank

Beitragvon PappaJo » Samstag 5. November 2016, 06:35

Da muß ich mir keine Sorgen machen, ich bekomme wesentlich weniger wenn ich so lange leben sollte! :cry:
"Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen."
Abraham Lincoln
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Leckermäulchen » Samstag 5. November 2016, 20:46

Ist bei mir genauso, PappaJo.

Meine Rente wäre weniger als die Hälfte von dem, was Hannibal erwähnt. Und schließlich wird ja eine Erhöhung des Rentenalters schon seit längerem diskutiert. Auch ich glaube kaum, dass ich das "Taschengeld" als Rente überhaupt bekommen werde, obwohl ich ganz bestimmt nicht vorhabe, die nächsten Jahre zu sterben. Aber bis es soweit ist, wird das Alter bestimmt weiter nach oben geschoben. Und dann kann ich garantieren, dass was anderes dazwischenkommt.

Rente ab 70 evtl. :lol: :lol: - oder 85 :lol: :lol: :lol: :lol: (für die, die dann gern noch arbeiten wollen)

Ich frage mal ganz blöd:
Wer von denjenigen, die das Alter erreichen und das Geld brauchen,
a) hat dann noch einen Arbeitsplatz :?:
b) ist dann noch gesund :?:
c) kommt dann noch mit Veränderungen, Neuerungen, Umorganisationen am Arbeitsplatz leicht und behende zurecht :?:
...
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Hannibal64 » Mittwoch 9. November 2016, 23:05

Leckermäulchen hat geschrieben:Ich frage mal ganz blöd:
Wer von denjenigen, die das Alter erreichen und das Geld brauchen,
a) hat dann noch einen Arbeitsplatz :?:
b) ist dann noch gesund :?:
c) kommt dann noch mit Veränderungen, Neuerungen, Umorganisationen am Arbeitsplatz leicht und behende zurecht :?:
...


na, DAS wissen die Verantwortlichen doch auch.

es geht ausschließlich darum, die Beiträge durch die Arbeitgeber entweder zu reduzieren oder zumindest auf jetzigem Stand einzufrieren; dafür eben mehr "Eigenverantwortung" auf die Versicherten auslagern. Also private Vororge.

die immerwährende Hochsetzung des Rentenalters ist nichts anderes als eine saftige Rentenkürzung.

2014 beispw. waren nur 28,7% aller Rentenneuzugänge "Regelaltersrente".

Der Rest hatte vorzeitigen Rentenbezug mit entsprechenden Abschlägen.


Die Büchse der Pandorra wurde in den Jahren 2000-2005 geöffnet (Schröder/Fischer), mit unsäglichen Reformen (für die AN) und versteckten Tricks (schlechtere Bewertung von Zeiten, geringere Anpassungen, Nachholfaktor u.ä.) und die Einführung von blödsinniger Riester-, Rürup- und Eichelrente.

Hätte man stattdessen um 4% paritätisch die Beiträge angehoben (also das was der AN in Riester spran soll), wären heute rund 37 Mrd. Euro mehr in der Kasse, jährlich. Damit könnte man locker alles mögliche finanzeren...

BRD ist übrigens eines der wenigen Länder WELTWEIT, wo die ArbeitNEHMER höhere Sozialabgaben haben wie die Arbeitgeber. Fette Abzüge, mäßige Leistungen, ist das soziale Fazit für die BRD heutiger und künftiger Zeitrechnung.

Bemerkenswerterweise betreffen diese unsäglichen Reformen der letzten Jahre nur normale Arbeitnehmer. Beamte genießen weiter Vollversorgung von rund 72% vom letzten Bruttogehalt, Dienstunfähigkeitspension, Beihilfe PKV usw. usf. Durchschnittspension mtl. 2.600 Euro.
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Mittwoch 7. Dezember 2016, 18:00

sueddeutsche.de
5. Dezember 2016
Von Thomas Öchsner, Berlin


Armutsrisiko: Der Preis der Großstadt

Das Klischee vom armen Osten ist überholt

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Eine Studie zeigt: Besonders hoch ist das Risiko in westdeutschen Großstädten.
...

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3281194
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Mittwoch 14. Dezember 2016, 09:34

13.12.2016
ssu/AFP/dpa-AFX


Armutsbericht

Mehr als zwei Millionen deutsche Haushalte sind überschuldet

Die Zahl der überschuldeten Personen in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht gestiegen. 2,05 Millionen Haushalte konnten demnach 2015 ihre Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht pünktlich erfüllen.
...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 25617.html
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Re: Armut macht krank

Beitragvon shadow » Freitag 16. Dezember 2016, 18:37

15. Dezember 2016 von Christina Deckwirth | 4 Kommentare

Armuts- und Reichtumsbericht: Bundesregierung zensiert unliebsame Studie


Das Fazit der Forscher ist so banal wie brisant: Wer mehr Geld hat, dessen Interessen werden bei politischen Entscheidungen in Deutschland stärker berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines Forscherteams des Osnabrücker Professors Armin Schäfer, die dieser im Auftrag der Bundesregierung für den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht verfasst hat. Doch noch brisanter als dieses Ergebnis ist: Die Bundesregierung möchte, dass die Öffentlichkeit davon lieber nichts erfährt – und hat die relevanten Passagen kurzerhand aus dem Bericht gestrichen.

Armuts- und Reichtumsbericht: Neuer Schwerpunkt Reichtum
...

https://www.lobbycontrol.de/2016/12/arm ... ame-studie

https://twitter.com/lobbycontrol/status ... 4834244608

https://twitter.com/lobbycontrol/status ... 6977002496
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Soziale Ungleichheit in der Welt nimmt weiter zu

Beitragvon Kira » Montag 16. Januar 2017, 12:04

16. January 2017

Soziale Ungleichheit in der Welt nimmt weiter zu

Davos (dpa) - Noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte war der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt wie heute. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Entwicklungsorganisation Oxfam vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt hat.
...

http://www.sueddeutsche.de/news/wirtsch ... -99-889485

WEF 2017: Wohlstandsschere laut Oxfam-Studie so weit geöffnet wie nie
Von moneycab - 16. Januar 2017

Davos – Noch nie in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte war der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt wie heute. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Entwicklungsorganisation Oxfam vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt hat. Laut von Oxfam zusammengestellten Daten besitzen die acht reichsten Menschen der Welt – allesamt Männer – gemeinsam ein ähnlich grosses Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit. Das reichste Prozent der Menschheit besitzt demnach seit 2015 mehr als der gesamte Rest.
...

http://www.moneycab.com/2017/01/16/wef- ... et-wie-nie
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Re: Armut macht krank

Beitragvon Kira » Mittwoch 8. Februar 2017, 11:03

08.02.2017
dpa-infocom GmbH

5,7 Millionen Ältere von Armut oder Ausgrenzung bedroht

Berlin - Die Zahl der von Armut oder Ausgrenzung bedrohten älteren Menschen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren auf fast sechs Millionen gestiegen. Waren 2010 noch 4,9 Millionen Menschen im Alter von 55 und älter betroffen, stieg deren Zahl seither auf zuletzt 5,7 Millionen.
...

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/i ... droht.html


und das mal nur zur Info
Liste der reichsten Menschen weltweit 2017

https://de.statista.com/statistik/daten ... e-weltweit
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Re: Armut macht krank

Beitragvon shadow » Montag 27. Februar 2017, 18:27

24.02.2017

Regierungsstreit um Armutsbericht

Nahles wirbt für gestrichene Passagen

Das Kanzleramt hat den Armutsbericht um brisante Kapitel entschärft. Jetzt stellte das Sozialministerium das Protokoll einer Expertenrunde zum Thema ins Internet. Es zeigt, wie unzufrieden die Ministerin mit der Streichung ist.

von Rainer Woratschka

...

http://www.tagesspiegel.de/politik/regi ... 39644.html


24. Februar 2017 von Christina Deckwirth

Armuts- und Reichtumsbericht: Machtkampf um heikle Passagen

◾Die Empörung und unser Protest gegen die Streichungen im Armuts- und Reichtumsbericht hatten offenbar Wirkung.
◾Innerhalb der Bundesregierung setzt sich die Auseinandersetzung um die gestrichenen heiklen Passagen fort.
◾Das Arbeitsministerium fordert, das Kapitel zu Lobbyismus wieder in den Bericht aufzunehmen.

Heikle Passagen im Regierungsbericht
...

https://www.lobbycontrol.de/2017/02/arm ... e-passagen
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Re: Armut macht krank

Beitragvon shadow » Samstag 25. März 2017, 19:37

tagesthemen‏
@tagesthemen

"Ein echtes Armutszeugnis für diese Bundesregierung." Anna Kyrieleis (@akyberlin) kommentiert den #Armutsbericht
14:42 - 23. März 2017

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Armut in Deutschland - ein verdrängtes Problem

Beitragvon shadow » Mittwoch 12. April 2017, 19:28

Bericht Entwurf des Armutsberichts stärker gekürzt als bekannt

Nachrichtenagentur: Redaktion dts 12.04.2017, 07:32

Bericht: Entwurf des Armutsberichts stärker gekürzt als bekannt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Armuts- und Reichtumsbericht ist innerhalb der Bundesregierung offenbar stärker abgeschwächt worden als bisher bekannt. Mehrere Passagen zum Einfluss von Lobbyisten, von Armut und Reichtum auf die Demokratie entfielen, berichtet "Zeit-Online". Berichtsentwürfe zeigen demnach, dass im Zuge der Abstimmung des Ursprungstextes im Arbeits- und Sozialministerium sowie mit den anderen Ressorts weite Bereiche umformuliert und verkürzt wurden.
...

http://www.wallstreet-online.de/nachric ... r-gekuerzt

Stark zensiert: Kabinett will umstrittenen Armutsbericht beschließen

Epoch Times/12. April 2017 /Aktualisiert: 12. April 2017 10:17

Der Armuts- und Reichtumsbericht ist innerhalb der Bundesregierung offenbar stärker abgeschwächt worden als bisher bekannt. Mehrere Passagen zum Einfluss von Lobbyisten, von Armut und Reichtum auf die Demokratie entfielen, berichtet "Zeit-Online".
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http://www.epochtimes.de/politik/deutsc ... 93964.html


Politisches Feuilleton | Beitrag vom 12.04.2017



Der geschönte Armutsbericht der Bundesregierung
Wer arm ist, zählt wenig

Von Christoph Butterwegge

Nach langem Streit zwischen Sozialministerium und dem Kanzleramt beschließt das Kabinett am heutigen Mittwoch den fünften Armuts- und Reichtumsbericht. Einen Vorteil haben die Streitereien, meint Christoph Butterwegge: Sie machen transparent, was vertuscht werden sollte.

Das war mal wieder eine schwere Geburt: Wie ihre schwarz-gelbe Vorgängerregierung hat es die Große Koalition wegen interner Meinungsverschiedenheiten nicht geschafft, den Bericht über die Lebenslagen in Deutschland fristgerecht vorzulegen. Das hätte nämlich schon zur Mitte der Legislaturperiode passieren sollen, also vor anderthalb Jahren.

Zensiert!
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http://www.deutschlandradiokultur.de/de ... _id=383639
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Re: Armut macht krank

Beitragvon shadow » Dienstag 25. April 2017, 18:37


Die Reportage, Quelle: NDR

Zu stolz für die Stütze

21.04.2017 | 29 Min. | Verfügbar bis 21.04.2018 | Quelle: NDR



Weil sie sich gedemütigt fühlen, hungern manche lieber, als noch einmal zum Amt zu gehen. So auch der 13-jährige Kamille und seine Mutter. Beide leben von 113 Euro im Monat.

http://www.ardmediathek.de/tv/Die-Repor ... d=42229372
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