Golfkriegssoldat-Kampf um Anerkennung

Golfkriegssoldat-Kampf um Anerkennung

Beitragvon mirijam » Mittwoch 21. Juli 2010, 16:28

Alexander Izett ist schwerst am Golfkriegssyndrom erkrankt (Zusammenhang mit MCS).

Seine Knochen lösen sich langsam auf, er leidet unter unerträglichen Schmerzen und ist erst 36 Jahre alt. Seine erbärmliche Situation hat ihn auch schon an Selbstmord denken lassen, doch Alexander Izett gab nicht auf und trat sogar in den Hungerstreik, um ein unabhängiges Gutachten zu erzwingen.

Sein Mut und seine Zuversicht haben sich gelohnt. Ein englisches Gericht erkannte seine Krankheit an. Das könnte für viele Betroffene eine positive Wende bringen und eine Warnung an Nichtbetroffene sein . Somit wäre Alexander Izett ein Held.

Seine Geschichte und sein Erfolg:

Gericht erkennt Impfungen als Auslöser für Golfkriegssyndrom an.

LONDON afp Ein britisches Gericht hat Impfungen als möglichen Auslöser für das seit 1991 bekannte "Golfkriegssyndrom" anerkannt. Das Berufungsgericht für Kriegsrenten gab damit gestern einem früheren britischen Soldaten Recht, der für einen Einsatz im Irak geimpft worden war, jedoch nie dort eingesetzt wurde. "Ich hoffe, dass das Urteil einen Schock auslösen wird und dass das Verteidigungsministerium jetzt die Wahrheit sagen wird", so der 33-jährige Exsoldat Alex Izett. Er litt nach der Impfung unter psychischen Problemen, Knochenerweichung und Muskelschwund. Das britische Verteidigungsministerium werde nicht gegen die Entscheidung in Berufung gehen, sagte Staatssekretär Lewis Moore. Es gebe allerdings keinen medizinischen Beweis dafür, dass Impfungen tatsächlich das Golfkriegssyndrom auslösen könnten. Nach dem Golfkrieg 1991 hatten rund 100.000 US-Soldaten sowie tausende britische, kanadische und französische Soldaten über Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Kurzatmigkeit, chronische Müdigkeit, psychische Probleme und andere Beschwerden geklagt. Unter den zahlreichen Hypothesen gelten giftige Gase oder die Verwendung von uranhaltiger Munition als mögliche Auslöser.

http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/05/06/a0054


"Ich habe einen Teil von meinem Ich wieder"

Dort, wo Manchester United schon manchen glorreichen Sieg errungen hat, ganz in der Nähe vom Old Trafford Stadion, befindet sich das Berufungsgericht für Kriegsrenten in Manchester. Und dieses War Pensions Appeal Tribunal hat dem britischen Ex-Soldaten Alexander Izett (36), der im Landkreis Osnabrück lebt, den größten Erfolg seines Lebens beschert.

Izett ist nach eigenen Angaben der erste Soldat, der nun auch per Gerichtsbeschluss die Bestätigung hat, dass er am Golfkriegssyndrom leidet - obwohl er nie am Golfkrieg teilgenommen hat. Die Entscheidung von Ende September könnte Rechtsgeschichte machen, weil nun möglicherweise Dutzende andere Golfkriegsveteranen von Regierung und Verteidigungsministerium Wiedergutmachung für Erlittenes fordern könnten.
Die Entscheidung bringt für Izett zwar keine finanziellen Verbesserungen. "Aber es gibt mir eine innere Zufriedenheit", sagt der 36-Jährige. "Ich habe einen Teil von meinem Ich wieder - im Wissen, dass ich die ganze Zeit doch Recht hatte." Es sei der Beweis, "dass Verteidigungsministerium und Politiker uns auf dem Gewissen haben".

Hinter Izett liegt ein zehn Jahre langer Kampf für Gerechtigkeit. Unzählige Erkrankungen haben den zweifachen Familienvater zermürbt, die Ehe mit seiner Frau Gina (39) zeitweise an den Rand des Scheiterns gebracht. Depressionen, Magengeschwüre, Osteoporose und Karies: Das Gericht in Manchester bestätigt, dass all diese Leiden durch eine Serie von Impfungen verursacht worden sind, die Izett Anfang 1991 zur Vorbereitung auf seinen Einsatz im Golfkrieg verabreicht wurden.

Binnen 24 Stunden erhielt Izett Injektionen. Mittel gegen Milzbrand, Keuchhusten, Hepatitis, Gelbfieber, Cholera. Die Dosis und die Kombination der Impfstoffe waren aber offensichtlich verhängnisvoll, ließen Izett krank werden. "Und von einer Impfung X weiß ich bis heute nicht, was sich dahinter verbirgt", sagt Izett, der mit seiner Familie in Bersenbrück lebt. Sein harscher Vorwurf: "Man hat mit den Soldaten experimentiert." Ab 1987 war er als Unteroffizier des britischen Pionierkorps in Osnabrück stationiert. 1991 sollte er am Golfkrieg teilnehmen. Dazu kam es aber nicht: Zwei Tage vor seinem Abflug war der Krieg zu Ende.

"Die vergangenen Jahre waren eine schwierige Zeit", sagt Izetts Ehefrau Gina. "Aber wir haben durchgehalten. Man liebt sich ja schließlich", sagt Gina. Alex erinnert sich: "Je mehr ich über das Golfkriegssyndrom geforscht habe, je schlimmer Erkrankungen wurden, desto mehr habe ich mich verraten gefühlt." Die Situation heute ist für die Eheleute immer noch kritisch. Alex: "Manchmal bleibe ich die ganze Nacht auf, schlafe tagsüber, ziehe mich aus meiner Umwelt zurück, versuche zu fliehen."

Zu Ende ist für ihn der Kampf noch nicht. Izett will erreichen, dass das Verteidigungsministerium ihm nicht wie bislang nur 70 Prozent Kriegsrente, sondern mindestens 80 Prozent zugesteht. "Nur dann bekäme Gina einen Anteil an Witwenrente", sagt Alex. Und es bleibt noch ein Ziel: "Ich habe immer noch keine Entschuldigung von der Regierung. Aber die werde ich kriegen. Selbst wenn es noch 20 Jahre dauert."

http://www.neue-oz.de/_archiv/noz_print/nordwest/2006/11/15085362.html
mirijam
 

Golfkriegssoldat-Kampf um Anerkennung

Beitragvon Wüstenfieber » Mittwoch 21. Juli 2010, 20:30

Erschütternd was man diesen Soldaten angetan hat und noch immer lässt man sie abtropfen.
Alex kann man nur wünschen dass er es schafft!
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Golfkriegssoldat-Kampf um Anerkennung

Beitragvon Mia » Donnerstag 22. Juli 2010, 07:14

Alex und seiner Frau wünsche ich weiterhin ganz viel Kraft und Mut, gegen das Unrecht zu kämpfen! Ich bewundere, dass Alex schon so viel erreicht hat und für seine Würde eingetreten ist!
Gerade die Würde ist es, die man Umweltopfern als erstes nehmen will, wenn sie Mißstände aufdecken und anprangern.
Man glaubt, eine Riesenschweinerei aufdecken zu helfen und muß erkennen, dass keine einzige Institution an der Aufklärung interessiert ist. Im Gegenteil, man erfährt heftigsten Gegenwind von denen, die mitverantwortlich sind.

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Re: Golfkriegssoldat-Kampf um Anerkennung

Beitragvon shadow » Mittwoch 21. Dezember 2016, 10:05

ZeitenSchrift Nr. 53

Impfungen: Der Spritze zum Opfer gefallen

Mit einem Gerichtsurteil versetzte ein britischer Veteran dem Impf-Imperium einen empfindlichen Schlag. Er leidet am Golfkriegssyndrom, obwohl er gar nie am Golfkrieg teilnahm.

Seine Zähne fallen ihm aus, weil sich der Kiefer langsam auflöst. Er geht am Stock, kann sich nur vorsichtig bewegen. Bereits hat er sich die Kniescheibe gebrochen, die Schulter auch und einige Rippen – die Folge seiner fortschreitenden Osteoporose. Und als ob das nicht genug wäre, machen ihm seine Magengeschwüre und sein Nierenleiden zu schaffen, seine neurologischen Probleme (Lähmungserscheinungen), seine Allergien, seine Schlafstörungen, seine Depressionen.

Heute ist Alexander Izett 36 Jahre alt und ein körperliches Wrack. Das war nicht immer so. Ende der 80er Jahre trat der gebürtige Schotte in den Dienst der britischen Armee ein und wurde in Osnabrück stationiert. Alex war jung, gesund und voller Ideale. 1991 sollte er am Golfkrieg teilnehmen, doch dazu kam es nicht: ...

https://www.zeitenschrift.com/artikel/i ... r-gefallen
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