Henningsen Begutachtung.. erschienen 5/2012

Henningsen Begutachtung.. erschienen 5/2012

Beitragvon Juliane » Mittwoch 18. Juli 2012, 01:26

erschienen 08.05.2012


Begutachtung bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
Autorisierte Leitlinien und Kommentare

Wolfgang Schneider / Peter Henningsen / Ralf Dohrenbusch / Harald J. Freyberger / Hanno Irle / Volker Köllner / Bernhard Widder (Hrsg.)

Zitat des Verlagstextes:


Der Standard der Begutachtung der beruflichen Leistungsfähigkeit und von Kausalitätsfragen in Psychosomatik, Psychotherapie, Psychiatrie und Klinischer Psychologie

Die Begutachtung der beruflichen Leistungsfähigkeit bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen in unterschiedlichen Versicherungs- und Rechtskontexten hat in den letzten zehn Jahren erheblich an Bedeutung zugenommen. Jedoch weist die Begutachtung von psychischen und psychosomatischen Krankheiten inhaltlich und methodisch erhebliche Probleme auf, die sich insbesondere auf die Validität der gutachterlichen Bewertung auswirken.
Die Autoren des vorliegenden Buches haben im Rahmen einer interdisziplinären und multizentrischen Kooperation Standards zur Begutachtung der beruflichen Leistungsfähigkeit und von Kausalitätsfragen bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen mit dem Ziel entwickelt und evaluiert, die Begutachtung zukünftig methodisch einheitlicher, valider und den Prozess der Entscheidungsfindung transparenter zu gestalten. Diese Standards sind von den relevanten Fachgesellschaften der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) als Leitlinie autorisiert worden.
Die Manualisierung des Begutachtungsleitfadens sowie die ausführliche und kompetente Darstellung der unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen sowie Praxisbeispiele erleichtern die praktische Anwendung für ärztliche und psychologische Gutachter, Juristen und Versicherungsmitarbeiter.

http://www.verlag-hanshuber.com/vkat/einzeltitel.php?isbn=978-3-456-84978-2
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Henningsen Begutachtung.. erschienen 5/2012

Beitragvon Juliane » Mittwoch 18. Juli 2012, 01:27

Hintergrundinformation AWMF Leitlinien-Detailansicht gültig bis 31.03.2017

Leitlinien-Detailansicht
Umgang mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden
Registernummer 051 - 001

Stand: 15.04.2012 , gültig bis 31.03.2017

Adressaten:
Die Leitlinie richtet sich an alle medizinischen Berufsgruppen, die mit der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden befasst sind, dabei v.a. an Ärztinnen/Ärzte; an behandlungsergänzende Fachberufsgruppen, dabei v.a. an Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten und Physiotherapeutinnen/ Physiotherapeuten; an Wissenschaftler, Verbände, Fachgesellschaften, Politiker und Ökonomen, die das Gesundheitswesen beraten und gestalten und nicht zuletzt an die Öffentlichkeit zur Information über gute diagnostische/therapeutische Vorgehensweisen.

Patientenzielgruppe:
Die Patientenzielgruppe dieser Leitlinie umfasst die in der Praxis aller medizinischen Disziplinen relativ große Gruppe von erwachsenen Patienten mit anhaltenden nicht-spezifischen, funktionellen bzw. somatoformen Körperbeschwerden. Kinder und Jugendliche, sowie Patienten mit klar definierten, hinreichend organisch begründeten Erkrankungen der jeweiligen Fachgebiete stellen keine Zielgruppen dar. Die neben der Behandlerleitlinie entstehende Patientenversion richtet sich direkt an diese Patientenzielgruppe und an ihre Angehörigen.

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-001.html


Verfügbare Dokumente
Langfassung der Leitlinie "Umgang mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden"
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-001l_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf


Leitlinienreport
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-001m_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf

Kitteltaschenversion

http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001kt_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf


Leitlinie für den Schreibtisch
http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001st_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf

Praxistipps und Algorithmen
http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001pta_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf


Schlüsselempfehlungen
http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001se_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf

Statements und Empfehlungen ohne Hintergrundkommentare und Quellen

http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001sta_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf


Federführende Fachgesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)
Visitenkarte
Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)
Visitenkarte

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-001.html


Arbeitsgruppe Somatoforme Störungen
Leitung: PD Dr.med. Constanze Hausteiner-Wiehle, Prof. Dr.med. Peter Henningsen

http://www.mri.tum.de/kliniken/arbeitsgruppe-somatoforme-st%C3%B6rungen
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Beitragvon Christoph » Mittwoch 18. Juli 2012, 08:23

[quote]Hintergrundinformation AWMF Leitlinien-Detailansicht gültig bis 31.03.2017[/quote]

Was für ein Zufall, die Leitlinie hatte ich vor ein paar Tagen erst auf dem Schirm.

Der Hit ist die "Empfehlung 103":

[quote]Mögliches Schon- und Vermeidungsverhalten hinsichtlich angenommener Auslöser der Beschwerden (Bewegung, Anstrengung, Umwelteinflüsse wie Chemikalien, Lebensmittel oder Lebensmittelzusätze) sollte in der Behandlung thematisiert werden. Eine Tolerierung kurzfristiger Schonung und Vermeidung zur Angstminderung und Beziehungsstabilisierung kann im Einzelfall sinnvoll sein, grundsätzlich sollte aber zur (Wieder-)Aufnahme sozialer und körperlicher Aktivität und zur (Re-) Exposition geraten werden (Evidenzgrad: 2b).[/quote]

...mit nachfolgendem Kommentar (Auszug):

[quote]Besonders Patienten, die ihre Beschwerden primär auf Umwelteinflüsse zurückführen, zeichnen sich in der Regel durch ausgeprägte Vermeidung und damit häufig stark reduzierte körperliche (und soziale) Aktivität aus. Der Aktionsradius dieser Patienten ist in der Regel stark eingeschränkt: sie glauben, multiple Substanzen, Orte, Menschen, Tätigkeiten meiden zu „müssen“ (Staudenmayer 1999; Saito et al. 2005; Hausteiner et al. 2007a), um sich in der Welt wieder sicher zu fühlen.[/quote]

...gipfelnd in:

[quote]Mittel- und langfristig und in nicht-direktiver Form empfiehlt es sich, den Patienten an eine Re-Exposition heranzuführen: nur über die Auseinandersetzung mit den vermeintlich schädigenden Agentien kann der Patient vermehrt wieder in eine aktive, handlungsfähige Position mit besserer Selbstwirksamkeit gelangen[/quote]

Na, da gehts uns doch gleich viel besser, oder?
Christoph
 

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Beitragvon Mia » Mittwoch 18. Juli 2012, 17:03

Na, dann sollen sich diese klugen Leute erst einmal all den chemischen Subsstanzen aussetzen, denen wir unfreiwillig in Arbeitsräumen oder bewohnten Innenräumen oft über Jahre ausgesetzt waren und die unsere Organe und Nervenfasern geschädigt haben.
Wir hätten da zur Auswahl: Lösungsmittel, Holzschutzmittel der 70er und 80er Jahre, häufig angereichert mit Lindan o.ä., chemische Inseltengifte, aus der Reihe der Pyrethroide, eingeatmeter Tonerstaub aus Laserdruckern, Benzindämpfe aus den alten Zapfsäulen bei der Arbeit als Tankwart, Desinfektionsmittel aus dem Krankenhausbereich oder Arztpraxen im täglichen beruflichen Kontakt und noch vieles, vieles mehr.
Und nicht vergessen, wir waren einmal größtenteils kerngesunde Leute wie sie!

Mia
Also ran an die Versuche, liebe Damen und Herren der federführenden Fachgesellschaft
o.ä.!
Mia
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Beitragvon Juliane » Mittwoch 18. Juli 2012, 18:10

Mitgearbeitet an der Leitlinie haben u. a.

Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) (Mandatsträgerin: Caroline Herr)
Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) (Mandatsträger: Dennis Nowak)

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (Mandatsträger: Markus Herrmann)

http://www.funktionell.net/
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Beitragvon Juliane » Mittwoch 18. Juli 2012, 18:25

Seite 8

S3- Leitlinie „Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden" (051-001): Sämtliche Statements und Empfehlungen ohne Hintergrundkommentare und Quellen


Arbeits- und Umweltmedizin

Multiple Chemikalienunverträglichkeit (MCS)

Elektro-Hypersensitivität

Sick building syndrome

Amalgamüberempfindlichkeit

Beschwerden, die auf Expositionen mit Holzschutzmitteln, Lösungsmitteln, Insektiziden und Schwermetallen bezogen werden

Arbeitsplatzbezogene Schulter- und Rückenschmerzen

http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/051_D-Ges_Psychosom_Med_u_aerztliche_Psychotherapie/051-001sta_S3_Nicht-spezifische_funktionelle_somatoforme_Koerperbeschwerden_2012-04.pdf
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Beitragvon Juliane » Dienstag 9. Oktober 2012, 05:29

Sihe auch


MCS in DRV Leitlinie August 2012 „Rehabedürftigkeit bei psychischen Störungen“

DRV LL 2012 - Rehabedürftigkeit psych. Störungen
viewtopic.php?t=18660
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Beitragvon Palau » Dienstag 9. Oktober 2012, 23:03

Zitat von Christoph:

"Mittel- und langfristig und in nicht-direktiver Form empfiehlt es sich, den Patienten an eine Re-Exposition heranzuführen:
nur über die Auseinandersetzung mit den "vermeintlich schädigenden" Agentien kann der Patient vermehrt wieder in eine aktive, handlungsfähige Position mit besserer Selbstwirksamkeit gelangen"

In meinen Augen ist dieses Vorgehen der Re-Exposition schwere Körperverletzung.

Die Verfasser der Leitlinien sind wohl nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Es wäre notwendig, diesen Herrschaften Aufklärungsmaterial zum aktuellen Stand der Wissenschaft zukommen zu lassen, fragt sich nur wie.
Palau
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Re: Henningsen Begutachtung.. erschienen 5/2012

Beitragvon Kira » Sonntag 25. Januar 2015, 10:31

aus
Lexikon der Psychiatriekritik

von Dr. Hans Ulrich Gresch


Psychosomatische Störungen


Prolog: Alles psychisch?

Ein Mensch zum Arzt, er hat dies oder das. Der Doktor untersucht ihn. Er sagt, er könne so recht nichts finden, was für dies oder das verantwortlich sei. Doch so schnell gibt er sich nicht geschlagen. Wenn der Arzt nicht mit bloßem Auge sehen oder mit den Händen ertasten kann, was dem Menschen fehlt, so ist er heutzutage noch lange nicht aufgeschmissen. Moderne medizinische Apparaturen und Labore helfen ihm herauszufinden, worunter sein Patient leidet und woran es liegt.

Allein, nicht immer. Der Mensch kommt zum zweiten Termin, um die Ergebnisse der aufwändigen Tests und Durchleuchtungen zu erfahren, doch der Doktor zuckt nur mit den Schultern, nichts gefunden! Der Mensch schaut ihn ratlos an. So etwas hat der Arzt nicht gern. Niemand soll ratlos seine Praxis verlassen, unter dies und das leidend - ratlos nach wie vor, ohne eine Erklärung seines misslichen Befindens - auch wenn der Doktor mit seinem kleinen Mediziner-Latinum am Ende ist.

Also rückt sich der Mediziner hinter seinem Schreibtisch zurecht, nimmt eine aufrechte, stramme Positur ein, blickt seinem Patienten zugleich milde und streng ins Auge und spricht also: Es könnte etwas Psychisches sein.

Dies wird und muss auch dem Patienten einleuchten:
•Wenn weder der erfahrener Arzt, noch die modernen Apparaturen und Labore Licht ins Dunkel von diesem oder jenem, was den Menschen plagt, zu bringen vermochten,
•was denn, wenn nicht der ureigentliche Mensch, also seine Psyche, sollten wohl dafür verantwortlich sein, dass es ihm schlecht geht.

Und der Doktor hat ja auch nicht ewig Zeit. Also, Mensch, nimm den schwarzen Peter und gib wenigstens bis zur Chronifizierung Ruhe!

Fakten und Fiktionen ...

http://lexikon.ppsk.de/lexikon/krankhei ... stoerungen
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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