Erfahrung zu GdB? Klage.

Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Dienstag 26. April 2016, 18:37

Hallo Zusammen,

bin seit Sommer 2015 beim Antrag GdB. Erster Bescheid waren 20%, nach Widerruf 40%. Aber auch die 40% spiegeln meine Lage nicht korrekt wieder. Kann seit Sommer letzten Jahres nicht mehr im Büro arbeiten. Hatte eine Phase mit HomeOffice dazwischen, ansonsten AU seit letztem Jahr. Meine Familie ist ausgezogen. Lebe vollkommen isoliert, kann mich zumindest in geschlossenen Räumen nicht in der Nähe anderer Menschen aufhalten. Öffentliche Verkehrsmittel, Arbeitsplatz, normales soziales Leben sind nicht mehr möglich.

Habe jetzt ein Klageverfahren laufen, aktuell werden Berichte der Ärzte vom Gericht angefordert.

Hat jemand Erfahrung mit Klageverfahren? Was kommt auf mich zu? Anwalt meinte, ziemlich sicher Begutachtung. Da schwant mir schon schlimmes. Irgendwelche Tips was ich beachten sollte? Nehme an, ein Gutachter würde vom Gericht bestellt werden. Wie damit umgehen?

LG Markus
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon dixidae » Freitag 29. April 2016, 22:27

Hallo Markus,
du kannst auch jederzeit einen Verschlimmerungsantrag stellen. So hab ich es getan. Im ersten Anlauf hatte ich nur 10 GdB, nach 6 Monaten habe ich einen Verschlimmerungsantrag gestellt. In der Zwischenzeit hatte ich mehrere neue ärztliche Atteste. Hab dann 50 bekommen. Da der GdB nicht auf die Art der Erkrankung oder die Diagnose erteilt wird, sondern auf die Einschränkung im Alltagsleben, habe ich auch in einer Art Liste auf ca 4 Seiten meine Einschränkungen aufgezählt.
Wenn Du Arbeitnehmer bist, solltest Du bei einem Gdb ab 30 beim Arbeitsamt die Gleichstellung beantragen, Du hast dann den gleichen Kündigungsschutz wie ein Schw.behinderter mit 50 GdB. Viele Erfolg!
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Hannibal64 » Mittwoch 18. Mai 2016, 13:17

alles halb so wild. erstmal Ruhe bewahren, das dauert eh vmtl. Monate. Anwalt ist mE unnötig und kostet bei einer Niederlage oder Vergleich nur Geld.

Das Gericht schreibt die Ärzte an und holt Berichte ein, sofern diese nicht vorliegen.

Entweder wird dann nach Aktenlage entschieden oder es wird ein Gutachter bestimmt. Bei MCS/CFS gerne psychologische Beurteilung. Da geht man hin, trägt seine Beschwerden vor. Auf Fallstricke und Fangfragen eben aufpassen. Gut vorbereiten, Auswirkungen #+ Beschwerden klar definieren, alles *konkret* aufzählen was im Alltag nicht geht, Listen und eigene Aufzeichnungen helfen dabei.

Und dann mal weiter sehen. Wichtig wäre, wenigstens die 50% zu erreichen.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Dienstag 12. Juli 2016, 12:36

Hallo Zusammen,

habe Post vom Amtsgericht bekommen. Gutachter: Dr. med. Michael Schnütgen, Mannheim (Neurologie, Psychiatrie). Hat jemand Erfahrung mit ihm oder generell was ich zu beachten habe.

Bin vorsichtig gesagt skeptisch. Habe zu viel erlebt. Am Anfang war ich noch unbedarft und optimistisch.

Was mich von vornherein skeptisch stimmt:

1. Fachrichtung.

2. Berichte über seine GA Tätigkeit im Netz. Die wenigen die ich gefunden habe, waren übereinstimmend negativ. Es war nicht nur Unzufriedenheit über die Tendenz des Gutachtens, sondern es wurde wohl auch viel sachlich falsch dargestellt.

3. Beigefügter Fragebogen, z.B.: "Welche regelwidrigen körperlichen Zustände liegen bei dem Kläger auf ihrem Fachgebiet vor?" usw. Beim ganzen Fragebogen, der bezogen auf das Fachgebiet des Arztes ist, kann nicht viel bei rauskommen. Wie ein Querschnittsgelähmter, der vom HNO beurteilt wird.

Irgendwelche Ideen oder Tips, wie ich vorgehen kann? Hannbial64 Du meintest ja, "gut vorbereiten". Kannst Du das vielleicht etwas konkretisieren?

Ach ja: mein Zustand ist katastrophal. Bin völlig isoliert und habe trotzdem keinen einzigen beschwerdefreien Tag. Lebe inzwischen alleine, Frau und Kinder weg. Im Büro zu arbeiten ist völlig unmöglich. Im Gegensatz zu vielen Betroffenen, bin ich auch zuhause nicht beschwerdefrei (obwohl mein Haus noch am besten geht und sehr MCS freundlich ist). Öffentliche Verkehrsmittel kann ich nicht verwenden, auch Autos von anderen nicht. Natürlich kann ich kurzzeitig Einkaufen gehen, zum Arzt, oder sonstwohin wo meine Benommenheit und Übelkeit losgeht. Aber eben nicht dauerhaft und nicht beschwerdefrei. Sozialleben selbstredend nicht vorhanden: kein Besuch von Freunden/Bekannten/Verwandet (weder aktiv noch passiv), keine Ausflüge mit meinen Kindern, kein Umgang mit meinen Kindern, kein Besuch von öffentlichen Veranstaltungen etc pp.

DAS ist meine Behinderung. DAS sind meine Barrieren und nicht das was im Fragebogen steht.

Bin für jede Rückmeldung dankbar.

Viele Grüße.

P.S. Brief des Gerichts liegt neben mir und knocked mich gerade aus. Kann meinen Text nicht nochmal durchgehen. Fehler und unklare Schreibweise bitte ich zu entschuldigen.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Clarissa » Dienstag 12. Juli 2016, 15:29

Schenk dir den Fragebogen und liefere im Prinzip diesen Post ab.
Nimm eine bevollmächtigte Vertrauensperson mit und lass dich nicht abwimmeln. Schreib das Gericht und den Bösachter parallel an und teilen ihnen mit das du aufgrund der Schwere und Hilflosigkeit auf eine bevollmächtigte Person angewiesen bist, da du bei einer Intoxikation nicht mehr in der Lage bist Fragen oder Abläufe richtig zu verstehen, bzw dich in der Öffentlichkeit normal zu bewegen.

Beschwere dich über den Gestank des Fragebogens und schildere deine Probleme und die Auswirkungen.
Fordere das in den Räumen keine Raumsprays oder ähnliches verwendet wird, der Gutachter und Personal keine Duftstoffe tragen dürfen.

Bei Zuwiderhandlung wäre das ein schwerer Angriff auf deine körperliche Unversehrtheit, was wiederum ein Straftatbestand wäre.

Fordere den GA auf seine Qualifikation bezüglich Umwelterkrankungen nachzuweisen.

Alles immer bitte auch an das Gericht in Kopie zur Kenntnisnahme.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Clarissa » Dienstag 12. Juli 2016, 17:53

Hier noch ein Link für dich, danke Kira für deine Hilfe, http://dr-merz.com/pages/recht-bekommen ... rgehen.php
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Hannibal64 » Dienstag 12. Juli 2016, 20:30

rokker33 hat geschrieben:
Irgendwelche Ideen oder Tips, wie ich vorgehen kann? Hannbial64 Du meintest ja, "gut vorbereiten". Kannst Du das vielleicht etwas konkretisieren?

.



Mit vorbereiten meine ich, konkrete Antworten und Sachverhalte darlegen zu können, keine Worthülsen. VORHER aufschreiben, aus dem Kopf geht das (bei uns) nicht (mehr).

Ich spiele mal beispielhaft Gutachter zu deinen Aussagen (Text nach dem Pfeil), Antworten auf solche o.ä. Fragen solltest du haben:

mein Zustand ist katastrophal.
-> was meinen Sie mit katastrophal, beschreiben Sie mal?

Bin völlig isoliert und habe trotzdem keinen einzigen beschwerdefreien Tag.
-> warum gehen Sie nicht unter Leute? Was sind Ihre Beschwerden?

Lebe inzwischen alleine, Frau und Kinder weg.
-> warum sind die weg?

Im Büro zu arbeiten ist völlig unmöglich.
-> warum ist das unmöglich?

Im Gegensatz zu vielen Betroffenen,
-> wieviel Betroffene kennen Sie denn?

bin ich auch zuhause nicht beschwerdefrei (obwohl mein Haus noch am besten geht und sehr MCS freundlich ist).
-> was ist denn MCS-freundlich?
-> (ganz blöde könnte der auch fragen, was MCS ist)

Öffentliche Verkehrsmittel kann ich nicht verwenden, auch Autos von anderen nicht.
-> ach, aber ihr eigenes geht? wieso denn das?

Natürlich kann ich kurzzeitig Einkaufen gehen, zum Arzt, oder sonstwohin wo meine Benommenheit und Übelkeit losgeht.
-> was heißt denn kurzfristig? wie lange sind Sie bei Ärzten oder "sonstwohin"?

Sozialleben selbstredend nicht vorhanden: kein Besuch von Freunden/Bekannten/Verwandet (weder aktiv noch passiv), keine Ausflüge mit meinen Kindern, kein Umgang mit meinen Kindern, kein Besuch von öffentlichen Veranstaltungen etc pp.
-> das ist bei vielen anderen nach einer Trennung auch der Fall. wie gehen Sie damit um?


-> wie sieht denn ihr allgemeiner Tagesablauf so aus? beschreiben Sie mal...

-> wohin fahren Sie in Urlaub?
-> wie oft fahren Sie in Urlaub?
-> welche Hobbies haben Sie?

usw. usf.


Bei MCS u.ä. unterstellt man hier in BRD grundsätzlich eine psychische Störung, sprich Einbildung der Symptome. Der Gutachter soll das -je nach Richter- herausfinden oder die Unterstellung bestmöglich bestätigen.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Twei » Mittwoch 13. Juli 2016, 07:44

Der Grad der Behinderung ist nicht rein körperlich definierbar, sondern mehr inwiefern der Betroffene darunter zu leiden hat.

Das Leid ist psychisch definiert.

Also sollte man in einem solchen Fragebogen sein Leid kundtun, damit letztendlich dem Gericht ersichtlich wird, wie stark der Betroffene tatsächlich zu leiden hat, um so den tatsächlichen Grad der Behinderung gerichtlich festsetzen zu können.

Jeder sollte meiner Meinung nach selbst entscheiden, wie er seinen Weg zu gehen hat.
Jeder Arzt, Gutachter oder auch Richter handelt unterschiedlich, weshalb es da kein hundertprozentiges Ding gibt :roll:

Ich hatte auch mal so einen Fragebogen. Nach langen Überlegungen schrieb ich da wirklich alles hin, was mich im Leben tagtäglich behindert, wie mein Tagesablauf aussieht und dass ich aufgrund der MCS selbst in meiner Wohnung nie zur Ruhe komme, da ich laufend von den Expositionen der Nachbarn belästigt werde, dass es manchmal Tage gibt an denen ich vergeblich versucht habe mehrmals zu lüften, dass das Wäschewaschen und Trockenen katastrophale Zustände sind.. usw...., dass mir selbst dieser Fragebogen erhebliche gesundheitliche Probleme bereitet, weil da Druckerfarbe drauf war und irgendeine Parfümbelastung... - ich schrieb auch auf, welche gesundheitliche Reaktionen erfolgen, dass ich deshalb Magen- und Darmprobleme habe, Muskelverspannung, Krämpfe, Schmerzen, Schwindel und vieles mehr.....

Der Fragebogen war völlig ausgefüllt mit Rückseiten und sogar quer an den Rändern, weil der Platz nicht ausreichte.

Davon machte ich mir Kopien, eine gab ich meinem Hausarzt, eine blieb bei mir und das Original wurde per Einschreiben zum Arzt versendet.

Der Besuch beim Neurologen war auch nicht einfach. Aber der Arzt wollte mich ja in dieser Verfassung sehen. Ich erzählte ihm vom Problem des Herkommens ..., des Wartens ... ich mußte draußen warte, wegen der Geruchsbelästigung im Gebäude, die Schwestern mußten mich reinrufen .... ein Bekannter war auch dabei und lotete für mich immer aus, ... im Arztzimmer wurde ich sofort heftig irritiert wegen so einem Handreinigungszeugs ..... weshalb ich dem Arzt auch keine Hand geben wollte, wegen der gesundheitlichen Folgen ....
- alle oben erzählten Erlebnisse teilte ich dem Arzt erst einmal mit .....

Am Ende schätzte der Neurologe meine Beschwerden folgerichtig ein und übersandte dem Gericht seinen Bericht ....
Für mich war damit nach jahrelangem Hin und Her der Ärztelauf, Rentenverfahren, GdB-verfahren bzw. Gerichtsverfahren endgültig vorbei.

Meine Meinung nach ist kein Weg gut, weil jeder gemessen am Betroffenen sich "Ungerecht" anfühlt ... aber irgendeinen muß man gehen - und zwar so, wie man selbst mit seinem Gewissen und seiner persönlichen Art damit zurechtkommt :roll:
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Twei » Mittwoch 13. Juli 2016, 10:36

Nachtrag:

Warum gab ich auch meinem Hausarzt eine Kopie :roll:
- weil dieser mein Arzt des Vertrauens ist und diese Informationen ja braucht, wenn er etwas über mich berichten muß bzw. Behandlungen begründen muß,

- weil ich ebenfalls kein Vertrauen zum Neurologen bzw. dieser Untersuchung hatte. Ich befürchtete, dass eventuell mein Antwortschreiben keine ausreichende Beachtung findet und falls es zum Gerichtsprozess kommt, dass diese Antworten dann dem Richter nicht vorliegen ;)
So habe ich eben immer ausreichend Material für einen Rechtsanwalt, Richter usw... :)

Außerdem hatte ich für MCS alles ziemlich kurz zusammengefasst und dachte mir, dass ich dann nicht immer wieder alles neu Schreiben oder Erklären müßte, wenn es mal wieder notwendig ist.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Mittwoch 13. Juli 2016, 10:40

Was ratet ihr, wenn der sogenannte Gutachter diese Fragen stellt, die Hannibal64 darlegt und die ganz vom wichtigen ablenken: Von dem, wie Twei es schildert. Und er zudem noch diese Fragen stellt, die einem von Anfang an diffamieren, bzw dies dann irgendwann im einseitigen Fragenkatalog angewendet wird. Das ist in der Psychologie und Soziologie so geregelt, dass in den Fragebögen oft nur wenige einzelne Fragen hinterher berücksichtigt werden, dass andere war nur Einschleimung drumherum:

Falls auch mal eine Frage dabei ist, die wichtig wäre, heißt das noch lange nicht, dass der sog. Gutachter die entscheidenden Dinge berücksichtigt im Gutachten. Auch sollen Richter nicht immer die gesamten Gutachten lesen. Dass kommt auch noch dazu. Aber bei Twei war es anders. Twei, wurden Dir auch unverschämte Fragen gestellt und wieso wurden die dann doch nicht hochgespielt?

Wie kann denn jetzt rokker33 erreichen, dass er einen anderer sog. Gutachter aufsuchen kann, als der, der ihm genannt wurde? Bei diesem nennt er ja bereits schon Probleme. Falls der Weg über den Gutachter bei rokker33 überhaupt in Frage kommt.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Mittwoch 13. Juli 2016, 13:19

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 11:36
...Außerdem hatte ich für MCS alles ziemlich kurz zusammengefasst und dachte mir, dass ich dann nicht immer wieder alles neu Schreiben oder Erklären müßte, wenn es mal wieder notwendig ist.....

Im Fragebogen für den GA mit angefügt, oder als Notizen, die Du beim Termin mit dabei hattest? War eigentlich beim Hausarzt zu der Zeit schon von ihm MCS akzeptiert? Weißt Du ob der GA Deinen Hausarzt kontaktiert hat, und weißt Du - oder vermutest Du - das die Akzeptanz durch Deinen Hausarzt so den GA in die Richtige Richtung gebracht hat? Oder war es dieser GA, der einfach einen gesunden Menschenverstand behalten hat, um seine Fachrichtung nicht über alles zu setzen?
Zuletzt geändert von Tüpfelponcho am Mittwoch 13. Juli 2016, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Twei » Mittwoch 13. Juli 2016, 13:20

@Tüpfelponcho
... wurden Dir auch unverschämte Fragen gestellt....


Ich persönlich finde die Fragen nicht unverschämt. Wer MCS hat und schon jahrelang stark eingeschränkt ist, der kann diese Fragen auch adäquat beantworten. Natürlich wird man teils von den Expositionen des Raumes im Denken und Verhalten behindert, aber genau darauf sollte man den Gutachter auch drauf hinweisen; schließlich beweist das nur, dass eine geregelte Arbeit und Verantwortung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Frage kommt.

In Wirklichkeit war ich glücklich, dass mir Fragen gestellt wurden und mir ein Gehör verliehen wurde.
Wie sollen denn sonst die staatlichen Institutionen von unserem Leid erfahren?

- Eventuell durch anonyme Beiträge in Foren oder auf Hompages?

Nein - das wird sich so gut wie keiner durchlesen.

Glaubhaft ist nur die Ausweisung mit einem Personalausweis und die persönliche "Zeugenaussage" des Betroffenen - nur das ist "AMTLICH" ;) - und so interpretiere ich auch das Aussagen und Vorzeigen meiner Person beim Gutachter.

Wer sein Leid nicht beklagt, dem kann leider auch nicht geholfen werden.... :roll:

Nur wo ein Kläger ist, ist auch ein Richter :o


Wie oben schon mal erwähnt - jeder Fall wird individuell behandelt.

Und ja - man kann sich auch einen anderen Gutachter aussuchen lassen, aber nur durch Internetinformationen vermag man einen Gutachter nicht gerecht beurteilen zu können. Nachdem was ich über meinen Gutachter damals ergoogelt habe, hätte der eher mit einer Note 4-5 von 6 abgeschnitten. Man darf nicht vergessen, dass es auch psychisch kranke oder auch egozentrische Menschen etc. gibt, die manches falsch verstehen und sich deshalb anschließend mit Rache im Internet oder sonst wo befriedigen.

Daher sind solche Interneteinträge grundsätzlich fragwürdig..... :(

- Und dann fragt es sich, ob der andere Gutachter "besser" ist? Und wenn man sich seine Gutachter selbst aussuchen kann, dann sind am Ende diese wiederum für den "Verteidiger" nicht Glaubhaft genug ... und es wird ein Gegengutachten verlangt ... daher versucht das Sozialgericht einen "Unabhängigen" auszuwählen.

Letztendlich kann man ebenfalls auch noch gegen ein Gutachten widersprechen, gegen ein Urteil ebenfalls .... - das ist unser "Rechtsstaat" .... aber von "automatisch" bekommt man kein Recht, sondern man muß drum Kämpfen :|
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Mittwoch 13. Juli 2016, 13:49

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 13:20
...Und wenn man sich seine Gutachter selbst aussuchen kann, dann sind am Ende diese wiederum für den "Verteidiger" nicht Glaubhaft genug...


Leider kann es aber in der Praxis so sein, dass bei beiden Zeitdruck die Überhand nehmen kann, und von Unabhägigkeit ganz und gar nicht die Rede sein kann. Der Richter kennt den Gutachter und weiß der arbeitet am schnellsten. Er kennt auch schon soviele Gutachten von ihm, dass er es nicht groß noch alles intensiv durchlesen muss, die ähneln sich nämlich, was da zu erwarten ist. Easy Geldmaschinerie ist dann, wenn das so abläuft im Vordergrund, der Gutachter verdient schnell ne Menge.

Und die Frage, wer weiß, wie das denn mit den Rechten bzgl. des Gutachters ist. Dürfen die Vorschläge nur vom Sozialgericht ausgehen?

Oder wird vom Sozialgericht ein anderer vorgegeben, sofern das Gericht die Begründungen anerkennt, dass dieser GA nicht geeignet ist, da er nicht ausreichend Fortbildung zum Bereich Umweltkrankheiten hat. Und selbst auch keine Erfahrung mit Umwelterkrankten in der Praxis hat zum Beispiel. Rokker33s Beschreibung läßt aufmerken. Wenn der jetzt übel ist, aber ein anderer besser?

rokker33 schrieb am 12. Juli 2016, 13:36

...Berichte über seine GA Tätigkeit im Netz. Die wenigen die ich gefunden habe, waren übereinstimmend negativ. Es war nicht nur Unzufriedenheit über die Tendenz des Gutachtens, sondern es wurde wohl auch viel sachlich falsch dargestellt. ...
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Mittwoch 13. Juli 2016, 14:02

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 13:20
...Glaubhaft ist nur die Ausweisung mit einem Personalausweis und die persönliche "Zeugenaussage" des Betroffenen - nur das ist "AMTLICH" ...


Meine Sicht ist so Twei. Dann müssen die Leute, die das von einem fordern, auch entsprechend sicherstellen, dass Räume ohne schädliche Reinigungsmittel, mit Fenstern, und genügend Abstand zu Personen mit parfümiertem schädlichem Waschmittel, dass sie für den Termin nicht lange genug weglassen, bereitgestellt werden.

Ich finde es auch unverschämt, dass bei diesen Forderungen nicht gleich jedemenge Entschuldigungen mitgesendet werden, dass ja leider für unsere Gesundheit noch niemand sorgt und wie leid es ihnen tut!

Es muss auch Außnahmen geben, die einem nicht gleich unterstellen man sei nicht existent! Amtlich über alles, über den gesunden Menschenverstand, macht keinen Sinn.

Vielleicht könnte man solche Artikel wie die unten als Ausdruck als erstes an alle versenden, um anzusprechen, dass es bisher in keiner Weise einen Hinweis in dem Schreiben gegeben hat, inwiefern diejenigen, die die hier genannten Chemikalien verwenden, diese vor dem Termin in welcher Weise entfernen werden.

Folgen einer Deo-Pflicht für Angestellte
http://www.csn-deutschland.de/blog/2010 ... erletzung/

Kirsten verträgt kein Parfüm
http://www.csn-deutschland.de/blog/2011 ... in-parfum/
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Donnerstag 14. Juli 2016, 16:22

Vielen Dank für die Rückmeldung bisher. Mir geht es zur Zeit nicht so gut. Melde mich die Tage, wenn ich etwas fitter bin.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Clarissa » Donnerstag 14. Juli 2016, 17:36

rokker33 hat geschrieben:Vielen Dank für die Rückmeldung bisher. Mir geht es zur Zeit nicht so gut. Melde mich die Tage, wenn ich etwas fitter bin.

GUTE Besserung.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon lilly » Donnerstag 14. Juli 2016, 22:06

Hallo Markus!
Da ich nur wenig über dich weiss, kann ich nicht sagen, ob meine Ausführungen hilfreich sind.
Ich habe keine schriftlich bescheinigte MCS, dafür aber eine recht seltene Muskelkrankheit. Und weil sich kaum ein Arzt damit auskennt,
hat das Versorgungsamt auch Schwierigkeiten bei der Einschätzung.
In der Regel gibt es höchstens 40 Prozent, auch wenn man im Rolli sitzt, aber ab und zu mal laufen kann. Da war es dann wichtig, alle
weiteren Beschwerden anzugeben, wie z.B. Hashimoto, Migräne, Asthma, oder Atemprobleme, die eigentlich Teil dieser Erkrankung sind.
Ich war sehr erstaunt darüber, dass etwa Migräne fast soviel "zählt", wie eine unheilbare, lebensbedrohliche Muskelkrankheit.
Kommt scheinbar auch auf den Bekanntheitsgrad an, Migräne hat man mal gehört, da muss man nicht extra die Suchmaschine bemühen...
Habe gesagt, dass die Migräne immer nach Duftstoffexposition auftritt, meist 3 Tage anhält, und ich keine Medis dagegen nehmen kann,
weil unverträglich. Das alles entspricht der Wahrheit, und wurde mir -oh Wunder- geglaubt.
Ich wünsche dir viel Erfolg, und dass der Stress bald Vergangenheit ist.
Liebe Grüsse Lilly ;)
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Kira » Freitag 15. Juli 2016, 09:11

@Markus,
zuerst einmal gute Besserung und weiterhin viel Kraft, als auch Durchhaltevermögen.

Jedoch auch das sollte man wissen und im Auge behalten

Gutachter/ Arbeitsmedizin Erlebnis viewtopic.php?f=41&t=21618

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"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Freitag 19. August 2016, 10:21

Hallo,

vielen Dank an Alle für die Kommentare. Entschuldigt die späte Reaktion, aber wie schon geschrieben, geht es mir nicht gut und die wenigen guten Stunden am Tag müssen auch auf notwendige Dinge aufgeteilt werden.

Nach Rücksprache mit meinem Anwalt haben wir beschlossen, den Termin wahrzunehmen. Alles andere ist ohnehin, wie auch von Euch angemerkt, weiteres Glücksspiel. Immerhin ist der Arzt Neurologe, Internist und Psychologe. Zwar kein Umweltmediziner, aber Umweltmedizin ist in unserem Medizinsystem ohnehin aussortiert. Ich werde es also Anfang November bei ihm versuchen.

Einen Fragebogen vom Arzt selbst habe ich nicht bekommen, hatte aber für den Antrag GdB seinerzeit ein 3 seitiges Schreiben beigefügt mit meiner Einschränkung. Insofern sollte das wesentliche vorliegen.

Anstatt Euren Kommentaren einzeln zu antworten, hier kurz eine Rückmeldung auf die Posts:

@Hannibal: danke für die Darstellung der Fragen. Im Prinzip logisch, dass die Fragestellungen in diese Richtung gehen. Verdeutlicht aber den Ablauf sehr gut. Habe beschlossen ein Tagesprotokoll anzulegen. Die Frage, was "ich den ganzen Tag so mache" wurde mir oft gestellt und auch ich selbst habe mir diese oft gestellt. Oftmals kann ich mich kaum erinnern, was die letzten Tage so war.

@dixidae: Hinweis "Verschlimmerung". Ich war letztes Jahr sehr aktiv und hatte viele Arztbesuche. Viel konnte mit Standarddiagnose nicht gefunden werden und die Lage ist schon sehr schlimm. Mein Anwalt (als Aussenstehender) sagt immer: was kann denn noch schlimmer werden. Und er hat Recht. Für eine Verschlimmerungsantrag würde mir sehr wahrscheinlich die Begründung fehlen. Ich bin auch froh, dass ich mich im Vergleich zu letztem Jahr auf sehr niedrigen Niveau stabilisiert habe. Das Vorgehen für Verschlimmerungsantrag wäre gerechtfertigt gewesen, wenn ich den Antrag schon vor 3-4 Jahren gestellt hätte.

@Clarissa: ich bevorzuge eher einen weniger aggressiven Kurs. Zumindest im Vorfeld. Ich wehre mich zwar schon, wenn vom Arzt grobe Falschaussagen kommen. Aber ich denke immer es ist wenig hilfreich schon im Vorfeld auf Konfrontation zu gehen. Die Seiten von Dr.Merz habe ich schon letztes Jahr gefunden. Ich hatte auch persönlichen Kontakt mit ihm. Meine Meinung dazu sage ich hier lieber nicht. Nur so viel: ich finde seine Darstellungen in konkreten Fällen nicht hilfreich. Zu abstrakt.

@Twei: danke für Deine Erfahrungen. Ich denke auch, dass es wichtig ist möglichst authentisch zu sein. Den Rest hat man eh nicht in der Hand. Erzwingen wird man es nicht können.

Generell ist mir klar und habe ich auch oft erlebt, dass unser Medizinsystem überhaupt nicht auf die Krankheit eingestellt ist. Aber ich für mich habe entschieden, dass ein Jammern darüber leider nicht hilft. Ich kann nur versuchen, so viel wie möglich zu erreichen. Ich will ich auch nicht in sinnlosen Kämpfen gegen Windmühlen verlieren, weil ich gar nicht die Kraft dazu habe.

Leider geht es schon wieder weiter: die KK will dass ich einen Reha Antrag stelle, um meine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Haha, der war gut. Zeit habe ich bis Ende Oktober. Auf der einen Seite ist man mit einem super trägen System konfrontiert, das 1,5 Jahre braucht um einen GdB zu entscheiden. Auf der anderen Seite wird man nach 4 Monaten KG aufgefordert eine Reha zu machen, ansonsten wird das KG gestrichen. Eine Reha, für die es quasi keine Angebote gibt. Aber ich mache dafür besser einen neuen Thread auf.

Viele Grüße,
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Samstag 20. August 2016, 09:40

@rokker33
Ich finde Deine Kritik an Dr. Tino Merz hier sehr unangemessen, da er es ist der über jedemenge Erfahrung verfügt. Die Behörden sind das Problem. Wie kann man das verwechseln. Und vor allem: Wieso sprichst Du nicht ihn auf diese angeblichen Sachen an. Ist das hier ein Start einer Sache hinter seinem Rücken. Auch bei anderen Sachen hast Du soweit ich sehe etwas übersehen. m. E. Was einen angelichen Konfrontationskurs betrifft. Der Konfrontationskurs geht von den Behörden aus, es geht nur um Deine rechtmäßigen Verteidigungen auf diese unfaßbare ignorante Vorgehensweise der Behörden von Anfang an! Beziehungsweise die ganzen Rechte, die man uns von Anfang an einfach wegstreicht.

...unser Medizinsystem überhaupt nicht auf die Krankheit eingestellt ist. ...

...die KK will dass ich einen Reha Antrag stelle, um meine Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Haha, der war gut. ...



@Twei @rokker33 @all
Darf ich da mal vorgreifen, da Du noch keinen neuen Thread hast - kann dieser Artikel hilfreich sein zu der Sache?

DRV Berlin – Tut sich da was? – Da tut sich was!
http://www.csn-deutschland.de/blog/2010 ... -sich-was/

@Twei, dies hier war der Ablauf? Siehe Twei`s Beitrag vom 17. Januar 2009, 13:31 im Thread - MCS Kranke - Diskriminierung bei Behörden -
viewtopic.php?f=40&t=6267#p40043


Soviele Termine für Twei, wie sehr haben die Dich gesundheitlich geschädigt! - Kann man denn diese Körperverletzung nicht abstellen? Hat jemand noch Tipps, wie man das noch mehr verhindern kann? Übersehe ich da was? Ab wann kann man denn in diesen ganzen Abfolgen versuchen einen Anwalt miteinzubeziehen?

Einen oder mehrere Zeugen mitnehmen ist wichtig, hat mindestens einer im Forum geschrieben.

Diktiergerät, Bild- und Tonaufnahmen verlangen oder selbst mitbringen, und falls man die nicht selbst mitbringen kann, natürlich genug Zeit zur Überprüfung mit abspielen lassen zuhause verlangen.

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 14:20
...Wie sollen denn sonst die staatlichen Institutionen von unserem Leid erfahren? ...


Natürlich nicht auf die Weise, indem man uns Expositionen aussetzt! Wenn man jemandem vorher schriftlich mitteilt, dass das bei diesen ganzen Vorladungen der Fall ist, und derjenige das ignoriert, hat das nichts damit zu tun, dass er von unserem Leid etwas wissen will! Er verursacht eine Fortschreitung der Erkrankung.

Es müßte ausdrücklich eine Person von den Behörden eingesetzt werden, die erst mal auf Duftstoffe verzichtet. Ein Raum muss hergerichtet werden und befreit werden von Putzmitteln. Dann bei einem Termin muss überprüft werden, ob auch wirklich Duftfreiheit gewährleistet ist. Wenn nicht, wird der Termin auf einen nächsten verschoben! Das ist doch offensichtlich! Das ist das ALLERMINDESTE. Wo ist der geeignete Transport dorthin? Wo ist das Interesse?

Die Probleme mit Masken gibt es auch bzw. deren sehr eingeschränkte helfende Wirksamkeit. Gibt es im medizinischen Bereich Masken mit elektronischem Antrieb, die das anstrengde Atmen unter Masken unterstützen? Mit Filterpatrone mit Aktivkohle wie bei einer Pressluftflasche, die einem bei großer Ignoranz unterstützen? Ja, aber die Krankenkasse will es nicht übernehmen? Zu teuer? Kann zur Zeit voraussichtlich nur wenig recherchieren, falls jemand etwas weiß?
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Samstag 20. August 2016, 19:17

@Twei
Noch Danke für Deine Beiträge und Antworten!

... Eine Behinderung ist im Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) wie folgt definiert:
"Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. ...

... Der Grad der Behinderung (GdB) und der Grad der Schädigungsfolgen (GdS) sind also ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung aufgrund eines Gesundheitsschadens. ...

http://www.vdk.de/deutschland/pages/the ... derung_gdb

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 08:44
Der Grad der Behinderung ist nicht rein körperlich definierbar, sondern mehr inwiefern der Betroffene darunter zu leiden hat.

Das Leid ist psychisch definiert. ...


Wieso soll das Leid dann psychisch definiert sein? Das wäre eine einseitige und ungleichmäßige Interpretation zu dem oberen Zitat, wer nimmt die denn bitte vor? Da steht nichts im geringsten von einer Gewichtung.

Das mit den Fragen meinte ich so, dass einem irrelevante Fragen gestellt werden, die einen nicht zu Wort kommen lassen. So wie Du das im Thread - MCS Kranke - Diskriminierung bei Behörden – am 17. Januar 2009, 13:31 geschrieben hast: viewtopic.php?f=40&t=6267#p40043

...Ich hatte über meinen Hausarzt einen Kurantrag "zur Teilhabe am sozialen Leben" bei der Krankenkasse gestellt. Diese änderte die Begründung einfach selbständig um und meinte, daß dieser Antrag hervorragend zu Rehabilitierung ins Berufsleben geeignet wäre und verwies ihn zur Rentenstelle.

Die Rentenstelle verlangte von mir einen weiteren seitenlangen Antrag zu stellen, auf der zur "Rehabilitation ins Berufleben" stand. Ich kam mit den Fragestellungen Überhaupt nicht klar. Nichts traf auf mich zu, schon alleine die Überschrift nicht. ...


- Das ist je besonders relevant, wenn das Gegenüber keine Ahnung von MCS hat. Wie soll der dann die Fragen stellen, die am meisten mit der Krankheit zu tun haben? Ist es dann nur eine Ausnahme, dass Twei hier dann nicht unterbrochen wurde?

Twei schrieb am 13. Juli 2016, 08:44
... Der Besuch beim Neurologen war auch nicht einfach. ...Ich erzählte ihm vom Problem des Herkommens ..., des Wartens ... ich mußte draußen warte, wegen der Geruchsbelästigung im Gebäude, die Schwestern mußten mich reinrufen .... ein Bekannter war auch dabei und lotete für mich immer aus, ... im Arztzimmer wurde ich sofort heftig irritiert wegen so einem Handreinigungszeugs ..... weshalb ich dem Arzt auch keine Hand geben wollte, wegen der gesundheitlichen Folgen ....
- alle oben erzählten Erlebnisse teilte ich dem Arzt erst einmal mit ..... ...


@rokker33
...Mein Anwalt (als Aussenstehender) sagt immer: was kann denn noch schlimmer werden. Und er hat Recht. ...

Na, dass die Barrierefreiheit bei Dir in einem zu geringem Maß beachtet wird. Ich hoffe Du hast das nicht in Bezug dazu geschrieben. In den Blogs schreiben soweit ich weiß einige den Vorschlag, die Behörden sollten diese Artikel lesen.

Siehe auch:
Werden Chemikaliensensible genauso behandelt wie andere Behinderte auch, oder ignoriert man ihre Behinderung?
http://www.csn-deutschland.de/blog/2008 ... hinderung/

Für Menschen mit Chemical Sensitivity existiert keine Barrierefreiheit
http://www.csn-deutschland.de/blog/2008 ... efreiheit/

Duft in öffentlich Räumen
viewtopic.php?f=37&t=8471
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Twei » Samstag 20. August 2016, 21:17

@Tüpfelponcho

...Wieso soll das Leid dann psychisch definiert sein? ...
Tüpfelponcho
weil:
... Leid ist immer subjektiv. Was tatsächlich als Leid empfunden wird, hängt vom Individuum ab, also von eigenen Erfahrungen und Einstellungen. ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Leid am 20. August 2016 um 20:44 Uhr

....Der Grad der Behinderung (GdB) und der Grad der Schädigungsfolgen (GdS) sind also ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung aufgrund eines Gesundheitsschadens. ...
Zitat s.o.
Dieses ist die Summe aller Dinge.

...Das wäre eine einseitige und ungleichmäßige Interpretation zu dem oberen Zitat, wer nimmt die denn bitte vor? Da steht nichts im geringsten von einer Gewichtung. ...
Tüpfelponcho

Aber ohne dem Leid würden die körperlichen Behinderungen bzw. Krankheiten nicht ausreichend in ihren Auswirkung berücksichtigt sein ... daher wird jedes GdB-Verfahren immer Individuell entschieden und benötigt häufig auch eine Nachbeurteilung bzw. ein "Widerspruchsverfahren" :shock:
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Sonntag 21. August 2016, 08:30

Tüpfelponcho hat geschrieben:@rokker33
Ich finde Deine Kritik an Dr. Tino Merz hier sehr unangemessen, da er es ist der über jedemenge Erfahrung verfügt. Die Behörden sind das Problem. Wie kann man das verwechseln. Und vor allem: Wieso sprichst Du nicht ihn auf diese angeblichen Sachen an. Ist das hier ein Start einer Sache hinter seinem Rücken. Auch bei anderen Sachen hast Du soweit ich sehe etwas übersehen. m. E. Was einen angelichen Konfrontationskurs betrifft. Der Konfrontationskurs geht von den Behörden aus, es geht nur um Deine rechtmäßigen Verteidigungen auf diese unfaßbare ignorante Vorgehensweise der Behörden von Anfang an! Beziehungsweise die ganzen Rechte, die man uns von Anfang an einfach wegstreicht.


Das kam wohl falsch an. Ich möchte mitnichten Dr. Merz persönlich angreifen. Eigentlich auch nichts mehr dazu schreiben, weil ich eben nicht eine Diskussion darüber startete möchte. Aber da Du mir so über den Mund fährst und damit kein falsches Bild entsteht eine kurze Stellungnahme: ich sagte nur, dass seine Ausführungen in der Sache wenig hilfreich sind. Es ist eine abstrakte Kritik am "System", die mir in meiner persönlichen Situation nicht geholfen hat und ich auch nicht sehe, wie mir das zukünftig helfen sollte. Das ist eine reine sachliche Feststellung. Er war einer der Ersten den ich vor über einem Jahr kontaktierte. Konkrete Hilfe habe ich allerdings, bis heute, von anderen sehr erfahrenen und engagierten Menschen erhalten. Ärzten. Die das Thema auch mutig und mit viel Leidenschaft im "System" vertreten.

Dass man mit der Krankheit selten Gehör findet und alles zu einem Kampf und doppelter Belastung wird, ist sehr einfach selber zu erleben. Das brauche ich nicht nochmal nachlesen. Da sammelt jeder seine persönliche Erfahrung. Die spannende Frage ist, wie damit umgehen.

Also belassen wir es bitte dabei, dass jeder selber entscheiden kann, mit welcher Hilfe er weiterkommt.
Guten Tag, Guten Tag, ich will mein Leben zurück ...
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Sonntag 21. August 2016, 08:41

Tüpfelponcho hat geschrieben:@Twei
@rokker33
...Mein Anwalt (als Aussenstehender) sagt immer: was kann denn noch schlimmer werden. Und er hat Recht. ...

Na, dass die Barrierefreiheit bei Dir in einem zu geringem Maß beachtet wird. Ich hoffe Du hast das nicht in Bezug dazu geschrieben.


Es ging um den Hinweis, es jetzt bei den 40% belassen und später einen Verschlimmerungsantrag zu stellen. Dass die Barierrefreiheit zu wenig beachtet wird, ist meines Erachtens kein valider Grund für einen Verschlimmerungsantrag. Fakt ist einfach: ich bin heute bereits weit mehr als 40% eingeschränkt. Aus heutiger Sicht wären 40% vor 4-5 Jahren angemessen gewesen. Dann hätte ich letztes Jahr einen Verschlimmerungsantrag stellen können. Stand heute muss ich diese zwei Schritte in einem erreichen. Deswegen das Klageverfahren.

Bitte nicht persönlich nehmen, ist als offene Frage gedacht: hast Du denn persönlich ein Klageverfahren inklusive Begutachtung schon durchgemacht? Ich frage nur, weil ich neben allgemeinen Tips, vor allem sehr an konkreter Erfahrung interessiert bin.

Viele Grüße, Markus
Guten Tag, Guten Tag, ich will mein Leben zurück ...
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Montag 22. August 2016, 10:01

Hallo rokker33!
Sorry, ich arbeite noch an einer längeren Antwort. Bis dahin auf jeden Fall viel Erfolg!

hinzugefügt: Deine erste Antwort von den beiden hatte ich zudem auch bisher übersehen. Es wird wahrscheinlich noch sehr lange dauern, bis ich antworte, da mir mehreres dazwischengekommen ist.
Zuletzt geändert von Tüpfelponcho am Dienstag 23. August 2016, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Clarissa » Montag 22. August 2016, 13:23

Ich kann hier nur für mich sprechen aber MCS und die div. Einschränkungen werden nicht richtig (hoch genug) bewertet.
Ich bin bis zum LSG gegangen und kam nicht durch.

Für mich, kann ich nur resümieren das man mit MCS doppelt und dreifach bestraft wird.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Kira » Dienstag 23. August 2016, 08:13

Hallo rokker33 bitte halte das hier auch im Hinterkopf viewtopic.php?f=92&t=11259&p=100854
mirijam hat geschrieben: ... denn ein Psychostempel ist ein Psychostempel und damit ist man eben offiziell psychisch krank, auch wenn man es in Wirklichkeit nicht ist. Das ist eine unbestreitbare Tatsache. Und solche Kompromisse sind gefährlich.
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon Tüpfelponcho » Dienstag 23. August 2016, 09:59

@Clarissa @Kira Vielen Dank für die vorherigen und auch für diese Hinweise!

@rokker
Dieses Thema kann ich nur unterstreichen:

Mia schrieb am 29. Juli 2011, 08:57 auf Seite 1 im Thread - Gründung eines geheimen Dachverbandes – viewtopic.php?f=73&t=15990#p86262

Ich habe nur allgemein von meinem Umfeld gesprochen, das sich hätte engagieren können, als ich von einer Amtsärztin aufs Schlimmste gemobbt wurde.
Damals war ich leider noch zu schwer krank und schwach, um mich zu wehren und saß dieser Person allein gegenüber, völlig geschockt von deren infamen Lügen. Heute hätte ich unseren Anwalt und meine halbe Verwandschaft zum Termin mitgenommen, um Stärke zu demonstrieren, denn Öffentlichkeit mögen diese Personen gar nicht. Sie agieren lieber im stillen Kämmerlein.

Mia


Wenn das mitnehmen eines Diktiergeräts (oder das bestehen darauf das eins zur Verfügung gestellt wird oder Bild und Tonaufnahmen inclusive Überprüfungsmöglichkeit, d.h. mitgabe hinterher und anhören/sehen), was auch Clarissa schon ansprach mit Übertreibung abgelehnt wird. Würdet ihr dann ganz offen mit der Psychiatrisierung, die so einigen angehängt wird um sie um ihre Rechte zu bringen, dann als Argument ausführen? Welche Argumente noch, um die Sachen zu verlangen?

Siehe auch Kira`s Beitrag vom 21. August 2016, 08:34 im Thread - Blogseite von Dr. Tino Merz -
viewtopic.php?f=91&t=15385#p125758 und die Blogartikel, die ich schon postete usw.

Es gibt Gutachter, m.E. die sich selbst als herausragend darstellen, weil sie auf die Fragen hin, sich darauf beschränken zu sagen: Bei mir können Sie nicht nur einen Zeugen mitnehmen, sondern sogar 2! Die genannten verlangten Aufzeichnungen aber werden mit Scheinargumenten abgewehrt oder mit der Beschränkung auf Zeugen davon abgelenkt. Die können ja selbst durch Krankheit ausfallen usw.
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Re: Erfahrung zu GdB? Klage.

Beitragvon rokker33 » Donnerstag 12. Januar 2017, 16:55

Hallo zusammen,

wollte nur kurz das Ergebnis der Begutachtung kund tun, damit der Thread nicht ohne Ergebnis bleibt: es wurden 50% GdB mit erneuter Prüfung in 2 Jahren empfohlen. Das Gericht ist diesem Gutachten ohne Prozess gefolgt. Ich habe akzeptiert. Der Gutachter hat eine psychosomatische Störung diagnostiziert. MCS steht aber in der Diagnoseliste dabei.

Besten Dank für die Antworten.

Viele Grüße.
Guten Tag, Guten Tag, ich will mein Leben zurück ...
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