Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Beitragvon mirijam » Freitag 29. April 2011, 11:26

Danke an Kira für den wichtigen Fund.

"Flüchtige Chemikalien aus Farben und Möbeln verändern Lungenzellen schon in geringer Konzentration

(7.4.2011) Aus Farben und Möbeln ausgasende Chemikalien können schon in relativ geringer Konzentration Lungenzellen angreifen. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nachgewiesen. "Auch bei Konzentrationen unterhalb akut-toxischer Werte zeigen sich deutliche Veränderungen in den Zellen", berichtet Privatdozent Dr. Martin von Bergen, Leiter des UFZ-Departments für Proteomik.

Bei ihren Versuchen setzten die Forscher um von Bergen die Zellen über 24 Stunden Luft aus, in der die Lösungsmittel Chlorbenzol und Dichlorbenzol in geringer Konzentration enthalten waren. Bei den anschließenden Untersuchungen zeigten sich an den Zellen deutliche Veränderungen. "Die Chemikalien haben oxidativen Stress in den Zellen ausgelöst", erklärt von Bergen. Erkennbar sei das daran gewesen, dass die Zellen in zunehmender Menge Proteine produziert hätten, die dazu geeignet sind, ein schädliches Überangebot von reaktiven Sauerstoffverbindungen zu bekämpfen. Ebenfalls beobachtet wurde, dass geschädigte Zellen den sogenannten programmierten Zelltod starben. Mit dem programmierten Zelltod wird dafür gesorgt, dass für den Fortbestand eines Organismus' hinderliche Zellen gezielt entfernt werden.

Auf die Spur dieser Verbindungen kamen die Wissenschaftler durch die Ergebnisse aus epidemiologischen Studien, wie LARS und LISA, in denen der Einfluss von Innenraumschadstoffen auf das Risiko von Kindern an Allergien oder Entzündungen der Atemwege zu erkranken untersucht wird. Dr. Lehmann, Leiterin des Departments Umweltimmunologie: "In den vorangegangenen Studien haben wir gefunden, dass das unreife Immunsystem von Neugeborenen und Kleinkindern durch den Kontakt mit Umweltschadstoffen, wie z.B. flüchtigen organischen Verbindungen, prägend beeinflusst werden kann. Außerdem lösen diese Chemikalien bei Kindern Entzündungen der Atemwege aus. Mit den Studien an Zellkulturen von Lungenzellen lernen wir nun, wie diese Stoffe wirken können."

Wie Dr. von Bergen weiter berichtet, müssen die durch die Zellversuche gewonnen Erkenntnisse nun in größeren Zusammenhängen überprüft werden. "Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung besteht mit der engen Verknüpfung von mechanistischen Studien und Kohortenstudien die einmalige Chance, Hinweise aus den jeweilig anderen Studien kreuzweise zu überprüfen. Es muss zum Beispiel weiter untersucht werden, wie sich die Veränderungen der Zellen auf das Immunsystem des Gesamtorganismus auswirken", sagt er. "Grundsätzlich hat die Frage nach der Belastung in Innenräumen an Bedeutung gewonnen, da wir immer mehr Zeit in diesen zubringen. Um den steigenden Anforderungen der Energieeffizienz zu genügen, wird ein Minimum an Luftaustausch gefordert, was wiederum in einer generellen Forderung nach einem Minimum an Emissionen von flüchtigen Chemikalien münden sollte, da unsere Studien zeigen, dass die behandelten Zellen eine eindeutig stressbedingte Reaktion zeigten - auch wenn mit den bisher üblichen Tests keine Toxizität gezeigt werden konnte".

Bis zu einer belastbaren Abschätzung der Wirkung einzelner Substanzen ist es sicherlich noch ein weiter Weg, aber nur mit der weiteren Untersuchungen wird es letztendlich möglich sein, das Risiko für lebenslange Erkrankungen aus unseren Wohnzimmern zu vermindern."

Quelle: Pressemitteilung 7.4.2011, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ),
http://www.umwelt-medizin-gesellschaft.de/


viewtopic.php?t=15480
mirijam
 

Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Beitragvon Juliane » Freitag 29. April 2011, 16:38

Die Pressemitteilung vom 7. April 2011
http://www.ufz.de/index.php?de=21382
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Re: Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Beitragvon Kira » Samstag 12. Juli 2014, 11:40

Schadstoffliste
Belastung in Innenräumen

Zur Belastung in Innenräumen können eine Vielzahl von chemischen Stoffen, biogenen Teilchen, Fasern, Radioaktivität sowie elektrische und magnetische Felder beitragen. Mit dem Auftreten ist vorallem in Innenräumen zu rechnen. Dort können sich die Stoffe anreichern und einen bedeutenden Risikofaktor für Gesundheit und Wohlbefinden darstellen.

Nur wenige Schadstoffe lassen sich eindeutig an einem typischen Geruch erkennen. Viele Betroffene wissen oft nicht, dass sie unter den Auswirkungen zu leiden haben. Bei ...


... Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen Informationen liefern über häufig vorkommende Schadstoffe in der Raumluft, mögliche Quellen und häufig beobachtete Auswirkungen.

Schimmelpilze ...
Formaldehyd ...
Pestizide - "Holzschutzmittel", "Schädlingsbekämpfungsmittel" ...
Flüchtige organische Verbindungen - "Lösemittel" ...
Glykole - "Wasserlacke", "lösemittelfrei" ...
Asbest ...
PCB - Polychlorierte Biphenyle ...
PAK - Polyaromatische Kohlenwasserstoffe ...
Weichmacher ...
Schwermetalle ...
Isocyanate ...
Magnetfelder, elektr. Felder - "Elektrosmog" ...
Ozon ...
Radon ...

http://www.umweltinstitut.org/archiv/ar ... liste.html
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Re: Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Beitragvon Molly2 » Freitag 18. Juli 2014, 07:05

Bei der Recherche nach der Wirkung von Pyrethroiden ,wie z.B. Deltametrin, haben wir erfahren, dass sich diese Gifte bei der Vernebelung von Innenräumen in Holz oder Kunststoffe eindringen und nach gewisser Zeit auch wieder austreten können. Abwaschen von Möbeln nach einer Vernebelung bringt daher gar nichts. Und da diese Gifte in der Regel geruchslos sind, kommt man den verbliebenen Giften nur schwer auf die Spur, wenn sie sich im normalen Hausstaub befinden.

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Re: Chemikalien in geringer Konzentration giftig

Beitragvon Nachtigall » Dienstag 6. September 2016, 09:04

Hier ist auch eine aufschlussreiche Infoseite ( ...möchte jedoch keine Werbung für die machen :oops: )

Schadstoffe in der Raumluft
http://www.luftanalyse-zentrum.de

Schadstoffquellen
http://www.luftanalyse-zentrum.de/schadstoffquellen

Schadstoffbelastung in Räumen
http://www.luftanalyse-zentrum.de/schad ... ung-raeume
Nachtigall
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Informationen zu vielen Innenraumschadstoffen

Beitragvon Kira » Dienstag 19. September 2017, 16:34

Informationen zu vielen Innenraumschadstoffen

© AGÖF Stand: 29.08.2017

http://www.agoef.de/schadstoffe/schadst ... ungen.html

Übersichtstabelle Substanzen und Substanzgruppen chemischer Innenraumschadstoffe


Diese Übersichtstabelle wurde uns freundlicherweise von unserem Mitgliedsinstitut AnBUS in Fürth zur Verfügung gestellt, Autoren: Jörg Thumulla und Martin Pritsch

http://www.agoef.de/schadstoffe/schadst ... uppen.html


Flüchtige organische Verbindungen - VOC/ SVOC/ MVOC

http://www.agoef.de/schadstoffe/chemisc ... -mvoc.html

zum weiteren Anklicken
Chemische Schadstoffe

Asbest


Bitumen und Teer


Chloranisole


Flammschutzmittel


Formaldehyd


Holzschutzmittel


Insektizide


Isothiazolone aus Wandfarben


Künstliche Mineralfasern


Nikotin


Organozinn Verbindungen


PAK


PCB


Phenole und Kresole


Schwarzstaub/ MagicDust


VOC/ SVOC/ MVOC


Weichmacher

http://www.agoef.de/schadstoffe/chemisc ... -mvoc.html

und mehr ...
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