Muskelschwäche

Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Samstag 16. Juli 2016, 06:43

Häufig habe ich das Gefühl, als wenn ich den Nervenimpuls nicht auf den Muskel übertragen kann (z.B. Bewegung von meinem Bein). Da ist irgendwie eine Blockade. Betroffen sind nicht nur die Muskeln in meinen Armen und Beinen sondern auch die Bewegung der Augen. Außerdem ist dann auch das Scharfstellen schwierig. Allen diesen Bereichen ist gemeinsam, dass die Übertragung von der Nervenzelle durch den Botenstoff Acetylcholin (Ach) auf den nikotinsichen Acetylcholinerezeptor (n AChR) der Muskelzelle erfolgt.

Diese Symptome treten auch bei einer Myasthenia Gravis auf. Das ist eine Erkrankung (häufig autoimmun), bei der die Übertragung des Nervenimpulses auf die Muskelfaser (nikotinscher Acetylcholinrezeptor) gestört ist. Dadurch kann es unter anderem zu folgenden Symptomen kommen:

Zitat von http://www.jameda.de/krankheiten-lexikon/myasthenie/
• Belastungsabhängige Ermüdung der Muskulatur
• Anfangs: Sehen von Doppelbildern und Zufallen der Augenlider
• Bewegungsmüdigkeit von Armen und Beinen bis hin zu Lähmungserscheinungen
• Ansaugen von Speisebrei in die Luftröhre mit Hustenattacken, Atemnot und möglicher Lungenentzündung
• Manchmal krisenhafte Verschlechterung mit Muskellähmungen am ganzen Körper und Erstickungsgefahr



Lilly, kennst Du einige gute Seiten zu Myasthenia Gravis? Bitte füge die Links dorthin hier an. Kennst Du Erklärungen zu Myasthenia Gravis, wenn es keine Autoimmunerkrankung ist?
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Samstag 16. Juli 2016, 13:47

Liebe Sternentänzer!

Ich bin mit dem PC so unerfahren, dass ich mir das mit den Links erstmal zeigen lassen muss...
Es gibt auch das Congenitale Myasthene Syndrom (CMS), da spielt das Immunsystem keine Rolle. Es handelt sich dabei um einen angeborenen Konstruktionsfehler
der Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel. Diese Erkrankung wird manchmal erst im Erwachsenenalter sichtbar.

Leider kenne ich noch keine empfehlenswerten Seiten über Myasthenie, bin selbst auf der Suche, und dabei schon auf viel Unsinn gestossen. Es gibt eine Seite
von Betroffenen, die ich sehr hilfreich finde. Schicke dir eine PN.

Die MG habe ich etwas vernachlässigt, weil bei mir tatsächlich die MCS eine viel grössere Rolle spielt.

Liebe Grüße Lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Samstag 16. Juli 2016, 16:50

Hier ist eine Homepage zum Thema Myasthenia Gravis und verwandte Erkrankungen (von Lilly vorgeschlagen -DANKE! )
http://www.myasthenia-gravis.de/was-ist-mg

Ich finde die Informationen unter "Was meiden" interessant. Gibt es unter uns MCSlern auch Personen, die mit den dort erwähnten Medikamenten schlechte Erfahrungen gemacht haben? Wenn ja, mit welchen?

http://www.myasthenia-gravis.de/was-vermeiden
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Clarissa » Samstag 16. Juli 2016, 17:23

Oh da steht so vieles drauf was ich zu mir nehme, ich habe sehr oft krämpfe und da hilft bei mir nur chinin, ich trinke ab und zu alkoholfreies bier ....... da hoffe ich doch das mir mg erspart bleibt, hab so schon reichlich.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Samstag 16. Juli 2016, 17:32

Ich muss noch dazusagen, dass die Homepage teilweise etwas veraltet ist, es sind z.B. viel mehr Schmerzmittel und Antibiotika
sehr unverträglich.
Habe selbst teilweise sehr schlechte Erfahrungen, z.B. mit Echinacea, was minimal in einem Zahngel beim ZA enthalten war, musste mich
3 Stunden dort ausruhen, und kam danach kaum nach Hause.
Anfangs sind mir nach einer halben Banane die Beine weggeknickt, wegen Magnesium. Inzwischen vertrage ich das einigermassen gut.
Ich mache nur ungern Experimente mit Medis, besonders welche, die neu sind, weil niemand abschätzen kann, wie verträglich die bei MG
sind. Bin nicht gerne das Versuchskaninchen, wenn ich nicht muss... Von Pall empfohlenes NAC geht bei mir garnicht.
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Sonntag 17. Juli 2016, 14:13

Liebe Sternentänzer!

Habe das noch gefunden: http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 73306.html

Bin gespannt auf das Ergebnis der Studie über die Thymektomie, habe die damals machen lassen, bin mir aber
unsicher über einen positiven Effekt.
Die Entfernung der Zahnmetalle mit anschliessender Ausleitung war hingegen prompt spürbar.
Es ist wie so oft, nichts genaues weiss man nicht...

Natürlich bin ich heilfroh, dass es mir relativ gut geht mit der MG, eine Chemo würde doch unsereins wahr-
scheinlich den Rest geben.

Wünsche allen einen schönen Sonntag,
Lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Dienstag 19. Juli 2016, 06:46

Liebe Lilly,
in dem von Dir genannten Artikel fand ich folgende Stelle, die den Mechanismus ganz gut beschreibt:

Nicola von Lutterotti
Muskelschwäche Myasthenie
28.04.2016
FAZ
http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 73306.html
"...Zugrunde liegt dem neuromuskulären Leiden gleichsam ein Missverständnis des Immunsystems. Denn fehlgeleitete Antikörper besetzen und schädigen dabei die muskulären Andockstellen von Acetylcholin, einem wichtigen neuronalen Botenstoff. Vom Gehirn ausgesandte Bewegungsimpulse können in der Folge nur noch schlecht und im Extremfall gar nicht mehr von den Nerven an die Muskeln übermittelt werden. Die Muskeln ermüden daher viel rascher oder stellen ihren Dienst ganz ein..."
...
Zu den klassischen Symptomen der Myasthenie zählt, neben einer allgemeinen Mattigkeit, eine Muskelschwäche im Bereich der Augen, die sich in herabhängenden Lidern und Doppeltsehen äußert. Zieht das Autoimmunleiden die Gesichts- oder auch Halsmuskeln in Mitleidenschaft, was ebenfalls häufig geschieht, bereiten dem Betroffenen das Halten des Kopfes, das Sprechen, das Kauen und Schlucken oder auch das Atmen teilweise erhebliche Mühe. Darüber hinaus kann die Erkrankung auch auf die Muskeln anderer Körperregionen übergreifen, darunter die Arme und Beine und der Rumpf.


Wie Du habe ich meine Bedenken bei einer körpereigenen Blutstammzelltherapie. Die Medikamente, die eingesetzt werden um das Immunsystem auszuschalten, sind wahrscheinlich ziemlich stark - wenn die Vorgehensweise so ist wie bei einer Stammzellentransplantation bei Leukämie.

Liebe Grüße
Sternentänzer
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Dienstag 19. Juli 2016, 12:01

Liebe Sternentänzer!

Mir tun all diejenigen sehr leid, die sich aufgrund der Schwere ihrer Symptome auf solch einen Versuch
einlassen müssen.
Ich weiss zwar nicht, was mein Immunsystem dazu veranlasst hat, plötzlich falsch zu reagieren, aber
ich habe wohl großes Glück, dass ich momentan mit Mestinon auskomme.
Der Arzt in der Charite hat über meine Dosierung von 120 mg pro Tag gelacht (das ist ja schon Homöopathie),
jetzt nach einem Jahr bin ich bei 20 mg, und er lacht wenigstens nicht mehr.
Sein Rat, die 120 mg einfach wegzulassen, hatte nämlich zu einer erheblichen Verschlimmerung bei mir
geführt. Ich verlasse mich jetzt lieber auf mein Gefühl, als auf die Experten.

Viele liebe Grüße, Lilly
lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Samstag 23. Juli 2016, 14:50

Hallo Lilly,
ich habe auch immer versucht auf meinen Körper zu hören. Meine Ärzte waren meistens überfordert.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Damit jeder einen Überblick bekommt, worüber wir sprechen, will ich ein paar Ausschnitte aus der Wikipedia zu dem Botenstoff/Neurotransmitter Acetylcholin hier einstellen.

Motorische Endplatte
Ein Bild über die motorische Endplatte gibt es unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Motorische_Endplatte
Schaut sie Euch an. Dann werdet Ihr merken, dass es gar nicht so kompliziert ist, wie es sich bei den anderenTexten zuerst anhört.


Acetylcholin
Der erste Absatz klingt etwas kompliziert. Lasst Euch davon nicht abschrecken!

Biologische Funktion im Nervensystem
Acetylcholin vermittelt zum Beispiel die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel an der neuromuskulären Endplatte. Weiterhin stellt es den Transmitter dar, der die Übertragung von der ersten auf die zweite der beiden hintereinandergeschalteten Nervenzellen im vegetativen Nervensystem, also sowohl im Sympathikus als auch im Parasympathikus, vermittelt. Im parasympathischen Teil des vegetativen Nervensystems ist es zudem der Transmitter der zweiten Nervenzelle am Endorgan. Daneben stellt ACh einen wichtigen Transmitter im zentralen Nervensystem dar. Viele kognitive Prozesse sind an Acetylcholin als Botenstoff gebunden. So besteht beispielsweise bei der Alzheimerschen Krankheit durch Absterben von hauptsächlich Acetylcholin produzierenden Nervenzellen ein Mangel an Acetylcholin.

Acetylcholin gehört nach γ-Aminobuttersäure (GABA) und Glycin zu den Neurotransmittern, die im Gehirn am häufigsten vorkommen.

Biosynthese und Metabolismus
Acetylcholin wird durch das Enzym Cholinacetyltransferase aus Acetyl-CoA und Cholin zusammengesetzt. Es wird aus dem Cytosol über einen, in die Vesikelmembran integrierten, Protonen/Acetylcholin-Antiporter in neurosekretorische Speichervesikel aufgenommen. In jedem Vesikel sind 5.000 bis 10.000 Acetylcholinmoleküle enthalten. Pro Synapse gibt es etwa eine Million Speichervesikel.
Durch das Enzym Acetylcholinesterase kann es nach Freisetzung in den synaptischen Spalt und Bindung an den Acetylcholinrezeptor wieder in Cholin und Essigsäure (beziehungsweise Acetat) gespalten und unwirksam gemacht werden.

Acetylcholin wirkt an verschiedenen Rezeptoren. Manche dieser Rezeptoren werden auch durch Nikotin stimuliert. Man nennt sie darum nikotinische Acetylcholinrezeptoren. Die Nikotinwirkung wird durch sie vermittelt. Andere Acetylcholin-Rezeptoren werden durch das Pilzgift Muskarin stimuliert. Diese nennt man darum muskarinische Acetylcholinrezeptoren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylcholin


xxxxxxxxxxxxxxxx


Nikotinischer Acetylcholinrezeptor
Nikotinische Acetylcholinrezeptoren (nAChR), auch kurz Nikotinrezeptoren, sind membranständige Rezeptoren in verschiedenen Nervenzellen und in Muskelfasern, die als Substrat den Neurotransmitter Acetylcholin (ACh) binden, doch auch durch Nikotin und ähnliche nikotinerge Substanzen aktiviert werden können.

Gut untersucht sind die nikotinergen Rezeptoren an der neuromuskulären Endplatte, wo Impulse von Nervenzellen auf Muskelfasern synaptisch übertragen werden. Für die Öffnung des Ionenkanals müssen an einen Rezeptor jeweils zwei ACh-Moleküle binden, was bei hohen Transmitterkonzentrationen eher vorkommt als bei niedrigen.

Aufbau
Dieser Rezeptor wird als Prototyp seiner Klasse angesehen. Er ist verwandt mit dem ionotropen Serotonin-(5-HT3)-Rezeptor, dem GABAA-Rezeptor und dem Glycin-Rezeptor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nikotinis ... inrezeptor
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Samstag 23. Juli 2016, 15:00

http://images.slideplayer.org/3/1344471 ... lide_4.jpg

Auf diesem Bild wird der Sympatikus (fight or flight) dem Parasympatikus (rest and digest) gegenüber gestellt
Wer mehr wissen will kann unter https://de.wikipedia.org/wiki/Parasympathikus nachschlagen
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Sonntag 24. Juli 2016, 10:10

Mögliche Stoffe bzw. Mechanismen, die bei Muskelschwäche eine Rolle spielen könnten:

Stickoxide NO und ONOO:

Durch die Arbeiten von Pall (http://www.csn-deutschland.de/Protokoll ... allARG.pdf)
und anderen wissen wir, dass die Bildung von Stickoxiden NO ONOO bei uns MCSlern eine wichtige Rolle spielt.

Acetylcholin wird durch die Acetylcholinetransferase gebildet.
Meine Überlegung ist folgende: Anfangs ist mehr NO vorhanden, das die Freisetzung von Acetylcholin stimuliert. Weil aber NO sehr rasch zu ONOO umgewandelt wird, kann es dann durch ONOO zu einer Hemmung der Acetylcholinetransferase kommen und damit zu einer Verminderung der Bildung von Acetylcholine (Ach). Dadurch steht dann wahrscheinlich für die Übertragung des Nervenimpulses auf den Muskel nicht genügend vom Botenstoff zur Verfügung und es kommt zur schnelleren Ermüdung der Muskulatur bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Ich halte diesen Artikel von dem Team um Gaudry-Talarmain für sehr wichtig, weil es auch für andere Symptome bei denen Acetylcholin eine Rolle spielt (Sympatikus-Parasympatikus), eine Erklärung sein könnte.

“ …Altogether these results indicate that NO and ONOO modulate presynaptic cholinergic metabolism in the micromolar range, NO (up to 100 microM) being a stimulating agent of ACh release and ONOO- being an inhibitor of ACh synthesis and choline acetyltransferase activity…”

Morot Gaudry-Talarmain Y1, Moulian N, Meunier FA, Blanchard B, Angaut-Petit D, Faille L, Ducrocq C.
Nitric oxide and peroxynitrite affect differently acetylcholine release, choline acetyltransferase activity, synthesis, and compartmentation of newly formed acetylcholine in Torpedo marmorata synaptosomes.
Nitric Oxide. 1997 Aug;1(4):330-45.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9441905


„ …Insgesamt weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass NO und ONOO den präsynaptischen cholinergen Metabolismus modulieren, in einem mikromolaren Bereich, in dem NO (bis zu 100 microM)als ein stimulierendes Mittel zur Freisetzung des Ach und ONOO als ein Inhibitor der Ach Synthese und Cholin Acetyltransferase Aktivität wirken…“ (Gaudry-Talarmain et al. 1997)
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Sonntag 24. Juli 2016, 12:30

Liebe Sternentänzer!

Du bist ja ganz schön auf Zack! ;)
Bisher dachte ich, dass es bei MG nur darum geht, dass die AchR durch Antikörper blockiert und/oder zerstört werden. Aber natürlich
ist es auch wichtig, dass genügend Acetylcholin vorhanden ist.
Gut möglich, dass durch ONOO garnicht genug davon gebildet werden kann. Das würde auch den "Erfolg" von Cholinesterasehemmern
erklären, die dafür sorgen, dass das Acetylcholin nicht so schnell wieder zerfällt.

Da ich Chemie in der Schule als erstes Fach abgewählt habe, fällt es mir nicht so leicht, das alles bis ins Detail zu verstehen, aber so
einen Überblick zu bekommen ist schon sehr hilfreich.
An anderer Stelle habe ich erwähnt, dass ich vor 2 Jahren angefangen habe, einige Vitalstoffe auszuprobieren, die Martin Pall empfiehlt.

Eigentlich war das ein Versuch, die MCS zu behandeln, ich war dann sehr überrascht, dass sich daraufhin die Muskelschwäche bei mir
sehr rasch und sehr deutlich spürbar verbessert hat.
Ich konnte binnen kurzer Zeit die Cholinesterasehemmer von 420mg auf 20mg reduzieren, was einfach mal unglaublich ist.
Und weil ich weniger Medis nehme, hat sich auch die MCS etwas verbessert, habe viiiel seltener Migräne.

Für mich ist ein Zusammenhang offensichtlich, und durch deine Beiträge, liebe Sternentänzer, kann ich mir das jetzt besser erklären.
Man glaubt ja immer an einen Zufall....
Ich danke dir ganz herzlich für deine Hilfe, und hoffe dass es auch dir bald bessergeht.

Liebe Grüße, Lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Mittwoch 27. Juli 2016, 06:14

Histamin

Vielleicht verbindet Ihr mit Histamin, genauso wie ich, Allergien. Da MCS keine Allergie ist, habe ich Histamin lange Zeit nicht weiter beachtet. Allerdings kann es auch bei uns eine wichtige Rolle spielen, weil es durch viele Stoffe (Medikamente, Lebensmittel …) im Körper freigesetzt wird.
http://www.histaminbase.at/histaminliberator.php

Wenn der TRPV1 Rezeptor aktiviert wird, dann werden die Stoffe SP und CGRP freigesetzt. Diese wiederum stimulieren die Mastzellen, so dass sie Histamin ausschütten.

In dem Ausschnitt unten wird darauf hingewiesen, dass Histamin ein Antagonist des nikotinischen Acetylcholinrezeptors ist. Dadurch kann der Botenstoff Acetylcholin (Ach) nicht an seinem Platz am Rezeptor andocken und das Signal kann nicht auf den Muskel übertragen werden.

“…It was therefore concluded that histamine blocks not only the specific ACh binding site but also interacts with the ACh-channel site. The present experiments strongly suggest that histamine can act as an antagonist to modulate nicotinic cholinergic transmission. …”

M. Ariyoshi, H. Hasuo, K. Koketsu, Y. Ohta, and T. Tokimasa
Histamine is an antagonist of the acetylcholine receptor at the frog endplate.
Br J Pharmacol. May 1985; 85(1): 65–73. PMCID: PMC1916774
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1916774/


“…Es wurde daher der Schluss gezogen, dass Histamin nicht nur die spezifischen Ach Bindungsstelle blockiert sondern auch mit dem ACh-Kanal interagiert. Die vorliegenden Experimente deuten stark darauf hin, dass Histamin als Antagonist bei der zu modulierenden nikotinischen cholinergen Übertragung wirkt. ...“ )
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Mittwoch 27. Juli 2016, 14:55

Hallo zusammen!

Je mehr ich von Betroffenen erfahre, desto weniger glaube ich, dass die Ernährung überhaupt keinen Einfluss
auf die Muskelschwäche hat.
Bei PMC habe ich neulich folgendes gefunden:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/article ... -17-51.pdf

Zwar handelt es sich hier um einen Einzelfallbericht, aber ich habe schon öfters Berichte von Betroffenen gelesen,
die zeitweise hochdosiertes Vitamin D (z.B. 10000IE) einnehmen, und dadurch einen erheblichen Kraftzuwachs
erfahren.
Bei MG sind die D-, sowie die B12-Werte oftmals unterirdisch. Andere Vitalstoffe sind vielleicht noch nicht
im Fokus, die Tests werden nur in absoluten Ausnahmefällen von der KK bezahlt.

Wenn jemand von euch auf ähnliche Berichte stösst, bitte immer her damit !

Alles Gute Lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Kira » Montag 1. August 2016, 19:26

Muskelschwäche durch defekte Mitochondrien

Die Behandlung der sekundären Mitochondriopathie
 Zuletzt aktualisiert: Montag, 27. Juli 2015 09:37  Veröffentlicht: Samstag, 18. Juli 2015 16:58

Therapiemonitoring mit den Labormarkern Adenosintriphosphat (ATP) und dem Entzündungsmarker TNF-alpha

Von: Wolfgang Huber und Volker von Baehr

Aus: Umwelt-Medizin-Gesellschaft (UMG) 2/2012

Eine Störung der Mitochondrienfunktion lässt sich durch Bestimmung des intrazellulären Adenosintriphosphat (ATP) nachweisen und quantifizieren. ATP ist ein Nukleotid und besteht aus einem Adenosinrest, einem Zucker (Ribose) und 3 Phosphatresten. Die Bindungen zwischen den drei Phosphaten sind sehr energiereich, weshalb ATP die universelle Form unmittelbar verfügbarer Energie in jeder Körperzelle darstellt. ATP wird für nahezu alle zellulär ablaufenden biochemischen Prozesse benötigt. Dazu zählen neben der Muskelkontraktion auch die Synthese von organischen Molekülen und der aktive Stofftransport durch Biomembranen. ATP ist dabei Cosubstrat verschiedener Kinasen (Phosphat-übertragende Enzyme), z.B. der cAMP-abhängigen Proteinkinase A, der
Ca-abhängigen Proteinkinase C oder der Insulin-stimulierten Proteinkinase. ATP ist zudem Agonist purinerger Rezeptoren im zentralen als auch im peripheren Nervensystem. Somit ist ATP an der Durchblutungsregulation und der Vermittlung von Entzündungsreaktionen beteiligt.

Gesamter Text:

Anhänge:

Diese Datei herunterladen (umg-2.12-Huber_vBaehr.pdf)Originalartikel [DE, PDF] 199 kB
https://europaem.eu/attachments/article ... vBaehr.pdf

https://europaem.eu/de/bibliothek/artik ... driopathie
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Mittwoch 3. August 2016, 11:36

Danke Kira! :)

Ich habe lange geglaubt, dass die Ernährung kaum Einfluss auf die Muskelschwäche hat.

http://www.dmg-online.de/2009/08/hilft- ... ia-gravis/

Zum Glück konnte ich andere Erfahrungen machen, seit ich mich besser informieren kann. Durch die "Recherche" und teilweise Umsetzung von Möglichkeiten hat sich meine MG jedenfalls sehr verbessert.
Nicht zu unterschätzen ist auch das Gefühl, wenigstens teilweise handlungsfähig zu sein. Ich forsche weiter...

Liebe Grüße Lilly
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Freitag 12. August 2016, 16:49

Habe diesen Aufsatz über Myasthenie von A. Meisel, dem Chef der Myasthenie-Ambulanz der Charite gefunden:

http://leibnizsozietaet.de/wp-content/u ... sel-A..pdf

Immerhin scheint der Professor zu wissen, dass der Bedarf an Cholinesterasehemmern sehr individuell ist.
Ich spüre eine deutliche Wirkung von 20 mg, während andere über 1000 mg brauchen.

Würde ihn gerne fragen, ob das etwas mit einer verminderten Entgiftungsfunktion zu tun haben könnte, fürchte aber
als Kassenpatientin nicht durchgelassen zu werden.

http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=37331

In dieser Tabelle sind auch Cholinesterasehemmer aufgeführt, allerdings die, die gegen Alzheimer eingesetzt werden.
Im Gegensatz zu Mestinon überwinden diese die But-Hirn-Schranke.
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Clarissa » Freitag 12. August 2016, 18:17

Schreib ihn doch einfach an , sag ihm das du GKV bist und ihn bittest dir trotzdem zu antworten.

Meine Erfahrung dazu: Ab und zu klappt es, wenn nicht beim ersten Mal dann einfach noch einmal nachhaken.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Donnerstag 18. August 2016, 13:44

Liebe Clarissa! :D

Ich danke dir für diese gute Idee, bin selbst nicht darauf gekommen, hab' einfach zu lange hinter dem Mond gelebt :lol: .
Schreiben ist viel besser, als dahin zu fahren, wegen der Probleme mit Konzentration etc..
So kann ich in Ruhe meine Frage präzise formulieren, und vielleicht habe ich Glück und bekomme eine Antwort....

Alles Gute Lilly ;)
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon lilly » Sonntag 26. März 2017, 09:57

Auf diesen Seiten findet man viele Infos über die verschiedenen Myasthenien. Es sieht auch so aus, als würden die Seiten regelmässig aktualisiert.
Ist sehr umfangreich, dafür wenig Text, aber auch Skizzen etc., ich klicke mich da bestimmt bei Gelegenheit auch mal durch.

http://neuromuscular.wustl.edu/synmg.html

Liebe Grüße, Lilly ;)
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Montag 27. März 2017, 10:39

Danke Lilly für diese Seite! Die werde ich mir in Ruhe anschauen.
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Mittwoch 12. Juli 2017, 06:44

Hemmung des nikotinischen Acetylcholinrezeptors durch Monoterpene

Lozon Y1, Sultan A1, Lansdell SJ2, Prytkova T3, Sadek B1, Yang KH3, Howarth FC4, Millar NS2, Oz M5.
Inhibition of human α7 nicotinic acetylcholine receptors by cyclic monoterpene carveol.
Eur J Pharmacol. 2016 Apr 5;776:44-51. doi: 10.1016/j.ejphar.2016.02.004. Epub 2016 Feb 2.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26849939

Abstract
Cyclic monoterpenes are a group of phytochemicals with antinociceptive, local anesthetic, and anti-inflammatory actions. Effects of cyclic monoterpenes including vanilin, pulegone, eugenole, carvone, carvacrol, carveol, thymol, thymoquinone, menthone, and limonene were investigated on the functional properties of the cloned α7 subunit of the human nicotinic acetylcholine receptor expressed in Xenopus oocytes. Monoterpenes inhibited the α7 nicotinic acetylcholine receptor in the order carveol>thymoquinone>carvacrol>menthone>thymol>limonene>eugenole>pulegone≥carvone≥vanilin


Abstrakt
“Zyklische Monoterpene sind eine Gruppe von pflanzlichen Inhaltsstoffen mit antinocizeptiver, lokal betäubender und antientzündlicher Wirkung. Die Effekte der zyklischen Monoterpene einschließlich Vanillin, Pulgone, Eugenol, Carvone, Carvacrol, Carveol, Thymol, Thymochinone, Menthon und Limonen wurden untersucht im Hinblick auf die funktionale Eigenschaft der geklonten alpha7 Untereinheit des menschlichen nikotinischen Acetylcholinerezeptor exprimiert in Xenopus Oocyten.
Monoterpene hemmten den alpha7 nikotinischen Rezeptor in der Reihenfolge

Carveol>Thymoquinone>Carvacrol>Menthon> Limonen>Eugenol> Pulegone> Carvon>Vanillin


Xenopus Oocytes - Froscheier
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Mittwoch 12. Juli 2017, 06:52

Im Artikel angegebene Monoterpene und wo sie vorkommen


Carveol: Kümmel, Zitrusöle

Thymochinon: Schwarzkümmel

Carvacrol: Bohnenkraut, Majoran-, Origanum- u. Thymianöl

Menthon: Geranium- und Pfefferminzöl

Thymol: Vork: ätherische Öle aus Thymian, Oregano und Bohnenkraut
Verw: Zahnpasta, Mundwässer, gegen Hautpilze

Limonene: Ist enthalten in Pomeranzenschalenöl, in Kümmelöl, in Dillöl, in Korianderöl, in Zitronenöl (ca. 65 %)[6] und in Orangenöl (meist >90 %)[7]. Es weist einen orangenartigen Geruch auf. Dagegen ist (S)-(–)-Limonen in Edeltannen- und in Pfefferminzöl enthalten und riecht nach Terpentin. Das racemische Limonen kommt unter anderem im Kienöl, im sibirischen Fichtennadelöl, Neroliöl, Muskatnussöl und Campheröl vor.


Eugenol: Nelkenöl (Gewürznelke), Basilikum, Bayöl (Hautantiseptikum, Haarwässer), Dentalmaterialien, Pimentöl, Zimtöl (Süßspeisen, Currypulver, Kosmetik, Mundwässer), Parfümierung von Seifen, Hyazinthen, Jasminöl, Kaskarillaöl (Parfümzwecken in Tabacken, aromatische Bitterliköre), in Labdanum (Fixateureigenschaft in Parfüms), Lorbeeröl, Muskatnuss, Myrrheöl, Patchuliöl (fixierender Parfümrohstoff Herrenparfüms, Seifenherstellung, Kosmetik), Pimentöl, Rosenöl

Pulegon: mit einem angenehmen, an Pfefferminze und Campher erinnernden Geruch.
Pulegon dient als Grund- oder Ausgangsstoff für die Herstellung von Parfumölen für Seifen- und Waschmittel, als Bestandteil von Insektenrepellentien und zur Synthese von Menthol.

Carvone: Enthalten in Kümmelöl, Dillöl, Mandarinenschalen, Ingwergrasöl

Vanillin: in niedrigen Konzentrationen enthalten in : Olivenöl, Butter, Himbeeren, Lychee-Früchten, Aroma von geröstetem Kaffee, Ahornsirup, Vollkornprodukten, Haferflocken
Verwendung: „…unter anderem in Speiseeis, Backwaren und Schokolade. Daneben ist Vanillin einer von vielen Duftstoffen bei der Parfümherstellung und zur Geschmacksverbesserung von Pharmazeutika und Vitaminpräparaten, wo er in kleinen Mengen zur Abrundung und Fixierung von süßen, balsamischen Düften verwendet wird. …“

Quellen: Wikipedia deutsch und Römpp CD 2006
Sternentaenzer
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Re: Muskelschwäche

Beitragvon Sternentaenzer » Donnerstag 13. Juli 2017, 06:22

Monoterpene aktivieren auch den TRPV3 Rezeptor

Bernd Nilius
Mammalian Transient Receptor Potential(TRP) Cation Channels, Band 2
P 1201
„…In addition to tempertures, TRPV3 is activated by monoterpenes such as carvacrol, thymol, carveol. 6-tert-butyl-m-cresol, dihydrocarveol, menthol, camphor, borneol, eugenol, cresol (a phenol from coal or wood tar), cinnamon, thujone(from the genus Thuja) and the acydclic monoterpenes e.g. linalool, geraniol and propofol…”


Schaut auch noch auf diesen Pfad:
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Sternentaenzer
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