Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Beitragvon Juliane » Samstag 20. März 2010, 12:32

Ambulante Therapie von Umwelterkrankungen

Fr, 22.09.2000 16:17 / Peter Ohnsorge

http://www.umweltmedizin.de/content/articles/511/539/171/index.html?catid=171&artid=514&nosum=1&sID=91bea5586d662a2e62f642449491e023


Ambulante Therapie von Umwelterkrankungen

Fr, 22.09.2000 16:17 / Peter Ohnsorge


http://www.facharzt.de/content/red.otx/171,514,0.html?sID=bcb48f4d006f5cf16ac0d5f582ae4a87
Juliane
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Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Beitragvon Juliane » Samstag 20. März 2010, 12:38

Zitat aus dem Text:


Psycho-soziale Hygiene spielt wichtige Rolle


Psychisch auffällige Effekte sollten fachlich fundiert angegangen werden. Schon gleich nach erstellter Verdachtsdiagnose einer Umwelterkrankung wäre eine begleitende psychotherapeutische Diagnostik und gegebenenfalls Führung sinnvoll. Dabei müssen neben der Behandlung reaktiver psychischer Alterationen auf Neurotoxine auch psycho-soziale Ängste mitbeachtet und behandelt werden. Wenn überhaupt können Psychopharmaka nur in einigen Fällen einen passageren und kurzzeitigen Therapieversuch darstellen.

Schließen sich die psychotherapeutischen Untersuchungen und Behandlungen erst am Ende der Diagnostik und Therapie an, glaubt möglicherweise der Patient, er werde wieder abgeschoben – wie er es meist schon vorher erlebt hat. Von Anfang an ins diagnostische und therapeutische Team mit eingebunden akzeptiert der Patient den Psychotherapeuten besser, der aus diesem Grunde mit ins Behandlungsteam von Umwelterkrankten gehört.

Auch das soziale Umfeld reflektiert sehr oft die innere Spannung, die im Rahmen einer chronischen, aufzehrenden Umwelterkrankung entsteht. Ehepartner oder andere Familienangehörige, Arbeitskollegen, Mitschüler oder Freunde stellen sich meist nicht auf die für den Patienten geänderte Lebenssituation ein, da ihnen das daraus resultierende Verhalten zunächst völlig uneinsichtig ist.

Durch die oft selbst zu bezahlenden Veränderungen des Belastungsumfeldes können finanzielle Engpässe, sogar Nöte entstehen. Der Patient kann manchmal nicht weiter an seinem bisherigen Arbeitsplatz arbeiten, neue verträgliche Arbeitsplätze finden sich nicht so schnell. Hier müssen ebenfalls verhaltenstherapeutische Maßnahmen Hilfestellung leisten, eventuell sind auch Sozialarbeiter einzuschalten.

Ein Stressmanagement sollte der umweltkranke Patient sowohl im Beruf als auch in der Partnerschaft bewältigen. Falls nötig, kann dazu psychotherapeutische Hilfe angeboten werden, um einer psychoimmunologischen Irritation vorzubeugen. Ein optimierter Biorhythmus beruhigt die individuelle Stresssituation wesentlich.
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Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Beitragvon Juliane » Samstag 20. März 2010, 12:56

Ohnsorge 2003 in Wien:


"Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Ausschlusskriterien

• Schwere Hauterkrankungen
• Ansteckende Erkrankungen
• Multiple Sklerose
• Anfallserkrankungen
• Manifeste psychiatrische Störungen
• Malignomerkrankung


Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Aktiver Tag mit Hyperthermie

Vorbereitung ca. 4-5 Tage vorher oral mit Antioxidantien,Vitaminen, Spurenelementen
•Inhalation (Selen);
•Niacin (50 mg), Vitaminen und Spurenelementen
•Training .Erwärmende Bewegungsübung auf dem Fahrradergometer (aerob)
Zeit = 5 – 10 Minuten in Abhä ngigkeit vomWohlbefinden und der erreichten Mobilisation
•Hyperthermie I = Saunagang 1 bei 50 C und 70%Luftfeuchtigkeit, mit Bürsten
Zeit = 15 – 30 Minuten je nach Befindlichkeit
•Massage Körperpartien nach subjektiver Befindlichkeit (z.B.Gelosen , Verspannungen)
•Ausruhen im Sitzen, dabei 3 Liter Tee/Wasser trinken

Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Aktiver Tag mit Fieberbank

•Inhalation (Selen)
•Training. Erwärmende Bewegungsübung auf
dem Fahrradergometer (aerob)
•Fieberbank, mit Kerntemperaturerhöhung
um ca. 1-1,5 Grad Celsius z.B. auf 38,5 C
•Duschen warm/kalt

Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Passiver Tag

Der passive Tag ist als Entspannungstag zwischen den aktiven
Tagen zu sehen
• Inhalation (Selen)
• Lehmwickel
• Lymphdrainage
• Entspannung: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
• Ruheraum-Lagerung, zusätzlich Leber/Lehmwickel
• Infusion zur Rehydratation
•Antioxidantien, ggf. Glutation


Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Aktiver Tag mit Hyperthermie

Fortsetzung
•Hyperthermie II ggf. III wie oben
je nach Befindlichkeit
•Kalte Güsse (Knie, Schenkelguß, Schwalldusche)
•Bauch – Colon – BehandlungDuschen warm/kalt
•Ruheraum-Lagerung, zusätzlich Leber/Lehmwickel
•Infusion zur Rehydratation inclusive
•Antioxidantien, ggf. Glutation


Umweltmedizinische, ambulante, physikalische
Ausleitungstherapie

Aktiver Tag mit Fieberbank
Fortsetzung

•Ausruhen im Sitzen, dabei 3 Liter
Tee/Wasser trinken
•Ruheraum-Lagerung
•Leberwickel
•Infusion zur Rehydratation
•Antioxidantien, ggf. Glutation"


Dr.med Peter Ohnsorge
Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner

MCS - ein Berufsrisiko?
2. Fachdialog
20. Mai 2003
Diplomatische Akademie Wien




umweltnet.at/filemanager/download/7929/
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Beitragvon Juliane » Samstag 20. März 2010, 13:28

Die Therapiestudie nachlesbar bei apug:


Evaluation eines Ansatzes zur Behandlung toxisch belasteter Personen: eine kontrollierte Therapiestudie
(Laufzeit: 20.11.2000 – 19.11.2002)

Im Rahmen der vorliegenden umweltmedizinischen Studie wurde die Wirksamkeit eines komplexen Therapieansatzes bei Patienten mit Multipler Chemikalienüberempfindlichkeit (MCS) (oder ähnlichen chronischen Beschwerden in Zusammenhang mit toxischer Belastung) untersucht. Die Therapie wurde als Ganzes untersucht, Rückschlüsse auf die Wirksamkeit einzelner Therapiebestandteile waren nicht angestrebt.

Einer Therapiegruppe, die das vollständige Behandlungsprogramm erhalten hat, wurde eine Therapiegruppe mit abgeschwächtem Behandlungsprogramm und eine Wartegruppe (als Kontrollgruppe) gegenübergestellt. Die Therapie umfasste verschiedene chemische, physische und psychische Therapielemente (Gabe von Vitaminen und Spurenelementen, Wärmetherapie, Bewegungsübungen, Lymphdrainage, Kalte Güsse, ..., Entspannungstechniken). Ingesamt wurden jeweils 12 Patientinnen pro Gruppe untersucht. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) gefördert.

Ziel
Es wurden folgende Projektziele und Instrumente vereinbart:

Ziel der Untersuchung war es, Behandlungseffekte der Therapie in ihrer Gesamtheit zu dokumentieren, es sollte ausdrücklich keine Differenzierung der Wirksamkeit der einzelnen Therapieelemente vorgenommen werden.
Zur Dokumentation der Wirksamkeit sollte dem Patientenurteil zu Befinden und Emotionalität sowie zu möglichen Symptomveränderungen besondere Bedeutung zugemessen werden.
Es sollten verschiedene psychometrische Verfahren, neuropsychologische Tests sowie HumanbiomonitoringHumanbiomonitoring: Das Human-Biomonitoring (HBM) ist eine wichtige Methode zur Bewertung der korporalen Schadstoffbelastung von Einzelpersonen und Bevölkerungsgruppen-Untersuchungen angewendet werden.
Ergebnis

Anhand der Patientenangaben zum Gesundheitszustand, zu Lebensqualität, allgemeiner Befindlichkeit, störungsbedingten Beeinträchtigungen etc. konnten nach Auswertung des Forschungsnehmers deutlich günstigere Werte bei den Patienten der beiden Therapiegruppen festgestellt werden im Vergleich zu den Patienten der Wartegruppe. Zwischen den beiden Therapiegruppen mit vollständiger und abgeschwächter Behandlung wurden keine signifikanten Unterschiede ermittelt. Die neuropsychologischen Tests lassen bei erster Auswertung eine etwas größere Verbesserung der Reaktionen bei den Therapiegruppen gegenüber der Wartegruppe erkennen. In den Variablen des Humanbiomonitorings zeigen sich keine Behandlungseffekte.

http://www.apug.de/risiken/umweltmedizin/mcs-therapiestudie.htm
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Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Beitragvon Juliane » Sonntag 20. Juni 2010, 16:50

Ein neueres Papier zur Therapie:


"Therapeutisches Mittel


• Meiden von erkannten
und erkennbaren
Gefahrenstoffen
• Analyse des
Wohnumfeldes und ggf.
Sanierung
• Analyse des
Arbeitsumfeldes und ggf.
Arbeitsplatzwechsel
•Verbesserte
Luftzirkulation
•Optimierung der
Luftbefeuchtung
•Meidung gefährlicher
Umgebungen


• Substitutionstherapie
mit Antioxidantien
• besondere Zusätze zur
Nahrung, z.B. bestimmte
Vitamine, Substitution
mit Mineralstoffen und
Spurenelementen

reaktionen
• Neutralisation freier
Radikale
• Gabe von vielfach
ungesättigten
Fettsäuren
Patienten • spezielle
Rotationsdiäten
• Klinisch ökologische
Testung und
Neutralisationstherapie


Restauration eines
Tag –Nacht – Rhythmus
•Geregelte Ernährung


•Verhaltenstherapie,
•Entspannung
•Hypnose"


http://www.i-gap.org/app/dokumente/Berlin_ohnsorgehandout_100410.pdf
Juliane
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Ohnsorges Therapievorschläge im Sept. 2000

Beitragvon Frank-N-Furter » Sonntag 20. Juni 2010, 19:56

Mit welchen Studien ist denn die Zweckmäßigkeit dieser Therapievorschläge die Dr. Ohnsorge anführt abgesichert?

•Verhaltenstherapie,
•Entspannung
•Hypnose
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Beitragvon Frank-N-Furter » Sonntag 20. Juni 2010, 20:30

Was ist Hypnose und wann ist eine Anwendung indiziert?
Aus der Webseite der Deutschen Gesellschaft Hypnose und Hypnotherapie zitiert:


"Subjektiv wird der hypnotische Trancezustand vom Patienten in der Regel als Tiefentspannung empfunden, wobei manchmal lebhafte innere Bilder oder Gefühle zugänglich werden, die als wesentlich intensiver und "realer" wahrgenommen werden, als im Wachzustand. Suggestionen werden in Trance leichter angenommen und können für Heilungsprozesse benutzt werden.

Direkte und indirekte Suggestionen öffnen den Zugang zu verborgenen Fähigkeiten und unbewussten Potentialen. Der Patient erfährt in Trance, dass er über innere Ressourcen verfügt, von denen er vorher nichts wusste.

Hypnose kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Verfahren zur Therapie von psychischen, psychosomatischen oder körperlichen Störungen eingesetzt werden."


"Indikationen für Hypnose


Beispiele:

Depressionen
Ängste
psychosomatische Störungen
Zwänge
sexuelle Störungen
posttraumatische Störungen
Persönlichkeitsstörungen
Psychosen
Süchte und Abhängigkeiten
Schmerz (organisch, psychogen, jatrogen)
Zahnbehandlung (Angst, Schmerz)
Geburten und Geburtsvorbereitung
Operationen und Operationsvorbereitung
Erste Hilfe
Aufmerksamkeits-/Verhaltensstörungen und Hyperkinesien bei Kindern "

http://www.dgh-hypnose.de/con/home&Nr=277
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Beitragvon bling.bling » Montag 21. Juni 2010, 20:31

Kann sein, dass Ohnsorge sich auf diesen Artikel im Dt. Ärzteblatt bezieht:

Multiple Chemical Sensitivity Schädigung durch Chemikalien oder Nozeboeffekt: Synergistische Wirkung erwägen

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/art ... t&id=12308

Passage:

"Nach meiner zehn Jahre langen Erfahrung mit Umweltgeschädigten gibt es auch Patienten, die dem Bereich "sowohl als auch" zuzuordnen sind. Welche praktischen Erfahrungen haben die Autoren im Rahmen der Verhaltenstherapie mit sogenannten MCS-Kranken oder mit "Pseudo-MCSKranken" oder Kranken, die sowohl psycho-somatisch als auch somato-psychisch erkrankt sind?
Noch besser als die Verhaltenstherapie wird sicherlich die Hypnosetherapie helfen, das MCS-Syndrom besser verstehen zu können (zum Beispiel Suggestibilität, Ängstlichkeit und anderes des Patienten beziehungsweise Geruchs- oder Geschmackskonditionierung). Ähnlich wie beim MCS-Syndrom werden bei der Hypnose sehr viele Organsysteme simultan beeinflußt."
bling.bling
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Beitragvon Lucca » Sonntag 26. Juni 2011, 13:08

Wie ist der aktuelle Stand? Was wird jetzt als Therapie angeboten?
Lucca
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