Die Umwelt macht Wangenerin krank

Die Umwelt macht Wangenerin krank

Beitragvon Kira » Mittwoch 17. August 2011, 17:34

Diesen Bericht bekam ich heute von ganz lieben Freunden aus dem Allgäu zugeschickt.
http://www.schwaebische.de/region/allgaeu/wangen/stadtnachrichten-wangen_artikel,-Die-Umwelt-macht-Wangenerin-krank-_arid,5119316.html

Die Umwelt macht Wangenerin krank

Marlene Winands hat ihre Umweltkrankheit in Gedichten verarbeitet und diese in einem Büchlein herausgegeben. (Foto: Fromm)Wangen / kf Marlene Winands leidet an Multiple Chemical Sensitivity (MCS), einer Umweltkrankheit, bei der die Betroffenen auf alle möglichen Arten von Duftstoffe reagieren. Schon der Kontakt mit Menschen, die ein herkömmliches Shampoo benutzen und ihr T-Shirt mit Weichspüler waschen, kann deshalb Auswirkungen haben.

"Da reicht schon die geringste Menge – und es geht los", sagt die 59-Jährige. Zuerst röten sich die Augen, die Nase läuft, das Herz schlägt schneller. Dann folgen Müdigkeit, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen.

Die ersten Symptome kamen vor rund zehn Jahren. Plötzlich taten beim Zeitung lesen die Zähne weh, und auch die Wohnung der Mutter konnte Marlene Winands nicht mehr betreten "Wahrscheinlich lag's am Schimmelpilz", weiß die Wangenerin heute. Nach und nach kamen mehr und mehr Unverträglichkeiten hinzu.

Eine Belastung sei die Krankheit auch deshalb, weil der Kontakt zu anderen Menschen immer

seltener und schwieriger werde. Menschenmassen gehen gar nicht. "Ich kann nicht einkaufen gehen. Keine Konzert, nicht einmal einen Gottesdienst besuchen", sagt Marlene Winands.

Regelmäßig Besuch bekommt die Wangenerin von ihren beiden Schwestern. Außerdem hilft ihr eine Frau im Haushalt, putzt für sie und kauft ein. Alle drei haben sich auf die Umweltkrankheit eingestellt und benutzen die gleichen Produkte wie Betroffene. Auch für den Sohn, der regelmäßig aus Zürich anreist, liegt spezielle Naturfaser-Kleidung bereit.

"Regen Kontakt mit der Außenwelt habe ich nur am Telefon", sagt die Wangenerin. Außerdem notiert sie ihre Gefühle und Gedanken auf Umweltpapier, oft in Form von Gedichten. Diese hat sie in einem Büchlein mit dem Titel "Krank durch die Umwelt" zusammengefasst.

Wer das Büchlein "Krank durch die Umwelt" von Marlene Winands bestellen will, kann die Autorin unter der Telefonnummer 07522-80156 anrufen. Der Preis beträgt fünf Euro plus Porto. Weitere Informationen zu MSC gibt es im Internet unter http://www.csn-deutschland.de.

(Erschienen: 17.08.2011 10:20)
"Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm."
(Jupp Müller, deutscher Schriftsteller)

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Beitragvon Melville » Mittwoch 17. August 2011, 20:39

Wir können stolz sein auf Marlene. Sie ist so krank und trotzdem rührig. Hut ab.
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Die Umwelt macht Wangenerin krank

Beitragvon Jens » Donnerstag 18. August 2011, 20:20

Es ist doch erstaunlich, dass Frau Winands trotz ihrer umfangreichen
Erkrankung die Schwäbische Zeitung dazu bewegen konnte den Artikel zu
schreiben.
Der Versband ist wirklich gut geschrieben und eignet sich hervoragend
Nichtbetroffe über die Entbehrungen und Einschränkungen zu informieren.
Ich habe von ihr schon ein paar Büchlein gekauft und an Bekannte verschenkt.

Es geht ganz einfach: € 5,00 plus € 1,45 Porto per Brief an:
Marlene Winands, Baumannstr. 76/22 88239 Wangen im Allgäu
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Beitragvon Kewarra » Samstag 20. August 2011, 19:56

Marlene wohnt bei mir quasi um die Ecke, mal sehen ob ich mir einige Heftchen persönlich abholen kann, vor längerer Zeit hatte sie mich schon mal angeschrieben, leider war ich da körperlich nicht in der Lage, den Arm zu heben...dass die schwaebische Zeitung etwas ueber MCS veröffentlicht hätte ich nicht gedacht, die ist normalerweise stinkkonservativ und oede ! Toll!!
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Beitragvon Galaxie » Sonntag 21. August 2011, 13:33

Marlene Winands hat ja noch Glück, das ihre Famlie rücksicht nimmt und sich ihr anpasst, denn bei vielen ist das ja garnicht der Fall und das führt zur totalen Einsamkeit ohne jegliche Hilfe-. Wenn es ein Duftsoffverbot und Chemieverbot in Kosmetika und Körperpflegeprodukten und anderen Waren etc. geben würde, dann hätten MCS-Erkrankte doch etwas mehr Lebensqualität. Auf soetwas sollte man bei Veröffentlichungen möglichst immer hinweisen.

Die meisten denken ja nicht daran...

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Die Umwelt macht Wangenerin krank

Beitragvon mirijam » Sonntag 21. August 2011, 15:15

Sie werden daran denken müssen, eines Tages...

Ein Verbot wird es erst geben, wenn zu viel kaputt ist, leider. Es sei denn, der Konsument denkt vorher um, was bei vielen erfahrungsgemäß zu spät und gezwungenermaßen geschieht (erst wenn sie krank geworden sind).
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Die Umwelt macht Wangenerin krank

Beitragvon Palau » Sonntag 21. August 2011, 18:43

Dank an Kira für den Hinweis auf die Telefonnummer und an Jens für den Hinweis auf die Adresse.
Habe schon ein paar Gedichtbändchen zum Verschenke bestellt.

Anbei eine Erinnerung an den Bericht von Frau Winands im CSN BLOG (April 2010)

http://www.csn-deutschland.de/blog/2010/04/21/es-wird-immer-schwerer-die-krankheit-mcs-zu-verschweigen/

Es wird immer schwerer die Krankheit MCS zu verschweigen


Überall werden Umwelterkrankte aktiv

Als Auftakt in Blick auf den MCS – Aufklärungsmonat Mai 2010 möchten wir verschiedene Projekte von Umweltkranken vorstellen. Wir werden von Menschen berichten, die so krank sind, dass sie nicht mehr arbeiten können und in ihrem Wohnumfeld völlig isoliert leben müssen, weil sie so extrem chemikaliensensibel sind. Von Menschen, die täglich mit Schmerzen und teils nur schwer vorstellbaren Restriktionen leben müssen, aber dennoch bestrebt sind, ein Zeichen zu setzen und auf ihre Art die Mitmenschen darüber aufzuklären, was sich hinter den drei Buchstaben MCS verbirgt.

Der erste Bericht, den wir präsentieren, ist von Marlene WINANDS , eine ehemalige Zahnarzthelferin, die täglich auf Hilfe anderer angewiesen ist, um ihren Alltag leben zu können. Marlene hat trotz ihrer schwierigen Lebensumstände durch ihre schwere Chemikalien-Sensitivität nie aufgegeben, ihr Zeichen zu setzen, damit Mitmenschen wachwerden. Ganz gemäß ihrem Leitspruch:

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Bild der Welt verändern“ (Spruch aus Afrika).

Marlene Winands: Eine Betroffene für Betroffene

Ich hatte mich entschlossen, meine Gedanken zu veröffentlichen, die ich aufgrund der MCS–Erkrankung niedergeschrieben hatte. Zeitgleich musste ich das Problem mit meiner Papierunverträglichkeit lösen. Ich tröstete mich, weil ich ohnehin zum Thema passend auf MCS–gerechtem Papier drucken lassen wollte. Eine schwierige Hürde – aber noch lange nicht die letzte!

Im Jahr 2004 ließ ich die erste Broschüre mit dem Titel „MCS – Eine Betroffene für Betroffene“ auf BIO–TOP–Papier drucken. Silvia Müller war mir behilflich bei der Publikation, indem sie im CSN–Forum und in der Pure Nature INFOBOX meine Broschüre kommentierte.

Ich zitiere einen Auszug von ihrem Eintrag am 14.05.2004 im Allergieforum:

…Die Gedichte von Marlene sind kritisch, klären auf und regen zum Nach– und Umdenken an. Betroffene werden sich oft selbst erkennen mit ihren Gedanken, Wünschen, …Ideal zum Weiterreichen an Ärzte, Verwandte, Familienangehörige, Freunde und Arbeitskollegen, die nicht verstehen wollen oder aber gerne mehr wissen möchten.

Bald darauf bekam ich Post von Mitbetroffenen. Ich freute mich über jede Bestellung. Die Rückmeldungen waren alle positiv. So wusste ich, dass ich genau das Richtige getan hatte.

Im Jahr 2005 gab ich die zweite Broschüre „MCS – Eine Betroffene von Betroffenen“ bekannt. Rückmeldungen vermehrten sich. Zu meiner eigenen Erfahrung und meinen Gefühlen als Schwerstbetroffene hörte ich immer mehr von den ungeheuerlichen Unrechtsbehandlungen, menschenunwürdigen Diskriminierungen, Psychiatri-sierungen und den zahlreichen Problemen meiner Leidensgenossen. All das ermutigte mich weiterzumachen. Ich trotzte den Ganzkörperschmerzen und nutzte meine schweren Leiden, um in kleinsten Schritten die ehrenamtliche Arbeit fortzusetzen. Ein starkes Verantwortungsgefühl „für uns alle“ baute sich in mir auf.

Ich muss bemerken, dass ich Computer und Internet nicht nutzen kann. Das lässt die Elektrosensibilität nicht zu. Wenigstens habe ich Naturpapier und Telefon (Piezzo). Es geht mühsam und im Schneckentempo, aber es geht vorwärts!

Ich feilte lange an einem Artikel mit der Überschrift: „UMWELT – Erkrankungen ein Thema, das es offiziell nicht geben soll. Darüber kann ich als Schwerstbetroffene nicht schweigen.“

Mein Vorhaben war, diesen z.B. bei FOCUS anzubieten. Trotz großer Bemühungen ist es mir nicht gelungen, diesen brisanten Artikel bei FOCUS, Stern, Süddeutsche Zeitung, Schwäbische Zeitung unterzubringen. In der Zeitschrift „Umwelt–Medizin–Gesellschaft“ 1/2008 wurde er in der Originalfassung veröffentlicht.

Meine innere Kraft, mein Wunsch und meine Bemühungen, in der Öffentlichkeit etwas zu bewirken, blieben nicht erfolglos. Es öffneten sich Türen. Ich konnte Redaktionen finden, die bereit waren, eine Anzeige mit dem Hinweis auf die MCS-Broschüren zu veröffentlichen:

Schrot & Korn Nov. 2006
Kraut & Rüben Dez. 2006
BIO 1/2008.
Im Fliege–Magazin Sept. 2009
In der Reformrundschau Sept. und Dez. 2009 war eine Anzeige mit dem Hinweis auf mein neues Büchlein „Krank durch die Umwelt“ zu lesen.
Eine Rezension erschien 04/2009 in der Zeitschrift Umwelt–Medizin–Gesellschaft.
In der VdK–Zeitung ist eine Veröffentlichung vorgesehen.
Im Spätfrühjahr soll eine Lesung des Büchleins in meinem Wohnort stattfinden.
Obwohl ich mir mit meiner kleinen Lebensflamme jeden Tag neu erkämpfen muss, kann ich nicht schweigen. Die Freude über jeden Schritt der gelingt, ist groß.

Mit meinen Ausführungen möchte ich jedem von Euch Mut machen, aktiv zu werden! Ich möchte ein Zeichen setzen, dass man als Umweltkranker bis hin zum Behinderten nicht verstummen sollte. Nur wir können (mit Hilfe von anderen, die gibt es auch) dafür sorgen, dass Umwelterkrankungen in der Gesellschaft publik werden, damit Bewusstsein entsteht!

Autor: Marlene Winands für CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. April 2010

Das Büchlein von Marlene Winands

ist zum Preis von 5 € unter folgender Anschrift erhältlich:

Marlene Winands, Baumannstr. 76/22, 88239 Wangen im Allgäu
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Beitragvon Lois » Sonntag 4. September 2011, 17:49

Die innere Kraft von Frau Marlene Winands ist unglaublich! Sie kämpft für uns alle, obwohl sie selbst schwer betroffen ist.

Meine Hochachtung!

Wir sollten alle diesem Beispiel folgen, denn nur wenn wir gehört werden, werden wir stärker!

Ermutigung
In einem kleinen Regentropfen spiegelt sich die ganze Welt,
der kleine Grashalm hat die Kraft, durch den Asphalt zu wachsen,
und auch in uns steckt so viel mehr, als wir oft meinen. (Jochen Mariss)

Gruß Lois
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Beitragvon Suzi says » Montag 5. September 2011, 18:28

Die Westallgäuer Zeitung hat den Bericht über Marlene Winands ebenfalls veröffentlicht und ergänzt.
Leider ist der Artikel nur in der Printausgabe. Der Titel ist "Leben wie vor dem Schaufenster"
Suzi says
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Die Umwelt macht Wangenerin krank

Beitragvon Blonde Babe » Samstag 17. September 2011, 20:54

Nett, sogar die Coordination gegen BAYER Gefahren berichtet über Marlene:

http://www.cbgnetwork.org/3698.html
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Beitragvon Lois » Montag 4. Juni 2012, 12:45

Hallo,

wer kann Marlene Winands aus eigener Erfahrung weiterhelfen?

Sie braucht dringend eine neue Schlaf-Pritsche!

Verträgt jedoch kein Holz, kein Latex und kein Kautschuk!

Wer Rat weiß, meldet sich bitte bei Marlene Winands Tel.: 07522/80156

Besten Dank im Voraus.

Die Übermittlerin Lois
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Beitragvon Gundermann » Montag 4. Juni 2012, 12:56

Gib Feldbett Alu in Google ein.
Kuschelig bequem sind sie nicht, aber safe.
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Beitragvon Kira » Montag 4. Juni 2012, 13:16

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