Wie man MCS zukünftig diahnostizieren will

Wie man MCS zukünftig diahnostizieren will

Beitragvon Juliane » Montag 21. November 2011, 11:38

Jeder der in Zukunft einen niedergelassenen Umweltmediziner aufsucht, kann sich jetzt informieren auf welche Art und Weise man MCS diagnostizieren will:

Das planen die Damen und Herren vom DBU:


Zitat Seite 15 oben:

"4.5 Anamnese von multifaktoriellen Syndromen

Es wird empfohlen multifaktorielle Syndrome, welche häufig mit UME assoziiert sind, systematisch zu erfassen (vgl. Risikogruppen und Folgeerkrankungen).

Hierunter sind chronische Multisystemerkrankungen zu verstehen, deren Entstehung mit Risikofaktoren
aus dem

-somatischen,

-psychischen und

-sozialen Bereich

assoziiert ist

(„biopsycho-soziales“ Krankheitsmodell),

insbesondere:

· eine besondere Chemikaliensensitivität (Chemical Sensitivity/CS, Multiple Chemical
Sensitivity /MCS)

· Chronisches Erschöpfungssyndrom/CFS

· Chronische Schmerzsyndrome, Fibromyalgie

· Posttraumatisches Belastungssyndrom"


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf




15- Zitat:

"4.7 Anamnese von Ursachenüberzeugungen

Es wird empfohlen,

die Ursachenüberzeugung bzw.

subjektive(n) Krankheitstheorie(n)

sowie

Ressourcen, Bewältigungsstrategien und

krankheitsfördernde Mechanismen

zu erfragen.

Diese stellen für die Entwicklung chronifizierter Krankheitsbilder wichtige Prädiktoren dar
(Bauer et al. 2003, Schwarz et al. 2006-2007) (EVG= III, Konsens: A / 100%).


4.8 Anamnese von Stressoren

Es wird empfohlen, aktuelle Stressoren

(biologische,

biochemische,

biophysikalische und

psychosoziale Stressoren (z.B. Beruf, Partnerschaft, Schule, Familie)) und

biographische Belastungsfaktoren

zu erfragen.

Personen mit deutlich erhöhtem Level an Stressoren gehören

zu den Risikogruppen bezüglich der Entwicklung einer UME.

Sie tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko, chronifizierte Folgeerkrankungen entwickeln."


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf




Zitat Seite 24:

"6.3.1 Somato-psychische und/oder psycho-somatische Differentialdiagnose?

Es wird empfohlen,

anzuerkennen, dass

Erkrankungen aus beiden Bereichen

gleichzeitig vorkommen und

sich gegenseitig verstärken können.

Es wird empfohlen, den PUME zu vermitteln,

dass seelische Folgen oder Primärerkrankungen zu ihrem Krankheitsbild beitragen können und

gleichfalls behandlungsbedürftig sein können."


http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
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Wie man MCS zukünftig diahnostizieren will

Beitragvon Juliane » Montag 21. November 2011, 12:37

Einigkeit über die Art und Weise der Anamese/Diagnostik :


Zitat, Seite 35:

Abschließende Konsensbestimmung:

4.4. Anamnese weiterer funktioneller somatische Syndrome - Konsens: 100 %
4.5. Anamnese multifaktorieller Syndrome – 1 Gegenstimme, Konsens: 92%
4.6 Anamnese Beeinträchtigungen - Konsens: 100%
4.7 Anamnese Ursachenüberzeugungen - Konsens: 100%
4.8 Anamnese psychosozialer Stressoren - Konsens: 100%

6.3 Psychologie – Konsens: 100%

http://www.dbu-online.de /fileadmin/grafiken/Sonstiges/Leitlinie_Langfassung_11_2011_Umweltmed.Praxis.pdf
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Wie man MCS zukünftig diagnostizieren will

Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 19:11

Zitat (s. o.)


"Anamnese von Ursachenüberzeugungen


Es wird empfohlen,

die Ursachenüberzeugung bzw.

subjektive(n) Krankheitstheorie(n)

sowie

Ressourcen, Bewältigungsstrategien und

krankheitsfördernde Mechanismen

zu erfragen.

Diese stellen für die Entwicklung chronifizierter Krankheitsbilder wichtige Prädiktoren dar."


Erklärung:

"Prädiktor" ist ein Begriff aus der Psychologie.

Bedeutung:

"Die Prädiktor-Variable ist diejenige, mit deren Hilfe im Rahmen der Regressionsanalyse eine abhängige Variable (Kriterium)vorhergesagt werden soll."

"Die einfache Regressionsanalyse ist ein Verfahren, das dazu dient, ein Merkmal mit Hilfe eines anderen Merkmals vorherzusagen, das an denselben Objekten/Personen oder Erscheinungen erhoben wurde.

Sie wird angewendet, wenn man aufgrund von bereits vorliegender Information andere Information, die zeitlich erst später anfallen wird, vorhersagen möchte.

Die multiple Regressionsanalyse ist ein Verfahren zur Vorhersage einer Kriteriums-Variablen aufgrund mehrerer Prädiktor-Variablen."


http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/Praediktor.html

http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/Regressionsanalyse.html

http://psychologie.fernuni-hagen.de/lernstats/ls/glossar/multiple_Regression.html


Nach Aussage der o. g. umweltmedizinischen Leitlinien sind also

1) "die Ursachenüberzeugung bzw. subjektive(n) Krankheitstheorie(n) etc." der Umweltpatienten die sog. Prädiktorvariablen;

2) "die Entwicklung chronifizierter Krankheitsbilder"- die sog. abhängige Variable.


Interpretation in Bezug auf die Betrachtungsweise der Umweltkrankheiten durch die Entwerfer und Vertreter der oben vorgestellten Leitlinie:

Wenn also der Patient berichtet, chemische Schadstoffe haben sein Krankheit verursacht und lösen bei ihm Symptome aus, weshalb er versucht

diese Chemikalien zu meiden,

dann schließt der Arzt daraus,

dass sich die Krankheit zu einer chronischen Krankheit entwickelt hat bzw. entwickeln wird,

weil der Patient von den Chemikalien als Ursache überzeugt ist.


Was tut also der Arzt in diesem Fall?

Er verordnet eine entsprechende Behandlung- z. B. die in der Leitlinie empfohlene Psychoedukation.

Oder gar die "adaptive Desaktivierung"?
mirijam
 

Wie man MCS zukünftig diagnostizieren will

Beitragvon mirijam » Montag 21. November 2011, 19:15

Analyse und Diskussion der aktuell vorgestellten umweltmedizinischen Leitlinie hier:

viewtopic.php?t=16581
mirijam
 

Wie man MCS zukünftig diagnostizieren will

Beitragvon Juliane » Sonntag 26. Februar 2012, 11:21

Ursachenüberzeugungen

viewtopic.php?t=17231
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Wie man MCS zukünftig diagnostizieren will

Beitragvon Mia » Sonntag 26. Februar 2012, 14:38

Man muß also schon ganz vergiftet und tot sein, bevor man zugibt, dass schädliche Gase und Stoffe krank machen.
Kohlenmonoxidgase sind ebenfalls geruchsfrei und nicht sichtbar. Dennoch sind sie schädlich und sogar tödlich.
Defekte Gasheizungen werden zur Todesfalle, weil man dem Gas nicht mehr Geruchsstoffe beimischt, die eine Vergiftung durch ausströmendes Gas ankündigen würden.
Komplett destruktiv das Ganze.

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