Immense wissenschaftliche Literatur zu Umwelterkrankungen

Immense wissenschaftliche Literatur zu Umwelterkrankungen

Beitragvon Tüpfelponcho » Sonntag 31. März 2019, 10:57

Wissenschaft
Umweltmedizin

Immense wissenschaftliche Literatur
Tüpfelponcho
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Re: Immense wissenschaftliche Literatur zu Umwelterkrankunge

Beitragvon Tüpfelponcho » Sonntag 31. März 2019, 11:04

Wissenschaft

Der wissenschaftliche Fundus


Die zur Verfügung stehende wissenschaftliche Literatur zu Umwelterkrankungen oder zu Vergiftungen im Niedrigdosisbereich bei langer und sehr langer Exposition ist immens * .



Dort findet sich alles, was zum Verständnis notwendig ist.

Aber die Öffentlichkeit hat sich einreden lassen, dass hier immenser Forschungsbedarf bestünde – letztlich haben das auch die Betroffenen geglaubt und sich desorientieren lassen.



Darstellung dieser Wissenschaft(en) leisten in wichtigen Teilen seitenstarke Standardwerke: „Food Allergy“ (Brostoff & Chalacomb, 1032 Seiten), „Neurotoxicity Guidebook“ (Singer 1990, 210 Seiten), „Neuropsychological Toxikology“ (Hartmann 1995, 523 Seiten), „Chemical Sensitivity“ (Rea 1992 (Pathomechanismen), 1994 (Umweltdaten), 1996 (Organversagen), 1997 (Therapie), 4 Bände, 2923Seiten), Einflüsse der Ernährung und von Naturstoffen auf Erkrankungen und zwar organische wie psychische (Werbach 1993, 700 Seiten, 1994, 344 Seiten, 1991, 360 Seiten, 1997, 330 Seiten) insgesamt 1 700 Seiten) etc. zusammen etwa 5700 Seiten der wichtigsten gesicherten Erkenntnisse.

Diese Standardwerke fußen auf mehreren 10 000 Originalarbeiten



Vielfach handelt es sich um den Forschungsstand nach etwa einem Jahrhundert Forschung (vgl. u. Wurzel der Umweltmedizin).

Neu daran ist nur das ungläubige Staunen der Welt in jüngster Zeit.


„Low Levels High Stake“ von Ashford und Miller ist die systematische universitäre Aufarbeitung und Überprüfung dieses Wissens auf höchstem Niveau (MIT) (Ashford & Miller, 1998, 439 Seiten).
Historisch gesehen gibt es Arbeiten über TE seit 1904, MCS wurde 1948 entdeckt (vgl. Kap. I). Die Reihe der Entdeckungen im so wichtigen Bereich der Nahrungsmittelallergien (verzögerte und maskierte Allergien) beginnt mit Rinkel 1930. Die Zeitschrift Journals of Nutritional & Environmental Medicine gibt es seit 1990. Sie wird getragen von drei nationalen wissenschaftlichen Gesellschaften (USA, UK, AUS).


Der wissenschaftliche Fundus ist ausreichend

Derjenige Leser, der in der Wissenschaftssite nur einige – umstrittene – Studien und vielleicht 200 bis 300 neuere Originalarbeiten erwartet hat, muss sich umorientieren.

Es geht hier nicht um Forschungsbedarf. Wer davon meint ausgehen zu müssen, befindet sich auf dem Niveau der 60er, höchstens der 70er Jahre.


Erste zusammenfassende Erkenntnisse gibt es seit 1962 – Therton Randoph für die Umweltmedizin und Rachel Carson für die Toxikologie (Carson 1962).

Beide treffen Voraussagen, die sich später bestätigen: der Innenraum als Hauptplatz für chronische Vergiftungen (Randolph) und Inseken und Vogelsterben (Crson).

Von 1994 datiert ein Dreifach-Kongress-Band über MCS organisiert von höchsten Stellen der US-Administration (Mitchel 1994): Ein Workshop des NRC (National Research Council, höchstes Gremien der USA in Sachen Wissenschaft) 1987 und zwei Proceedings des Gesundheitsministeriums in den Jahren 1991 und 1994.

Der Vergleich der beiden Diskussionsniveaus dort und hier zeigt den Unterschied: während dort jene „Skeptiker“ mit ihren Psychothesen nur eine – genau betrachtet schwache – Stimme unter vielen sind, sind sie hier dominant.

Mit anderen Worten eine wissenschaftliche Diskussion ohne Vorzensur außerwissenschaftlicher Beimengungen hat in Europa bisher nicht stattgefunden.

Das skizzierte wissenschaftliche Niveau ist international durch die höchsten Autoritäten anerkannt. Alle wichtigen Umweltkrankheiten sind von der WHO anerkannt durch Aufnahme in den Thesaurus der 10. Ausgabe der Internationalen Klassifikation der Diagnosen der WHO (ICD-10).

Durchweg alle Klassifikationen ordnen die Umweltkrankheiten als organische Erkrankungen ein (s. u.).

Psychosomatische Erkrankungen sind nicht darunter. Diese Frage ist wissenschaftlich seit Anfang den 80er Jahren entschieden.

In diesem Jahrzehnt erfolgten auch die wesentlichen Definitionen: SBS 1982, TE 1985, MCS 1987, CFS 1992.


Da die diversen Psychothesen keine anerkannten wissenschaftlichen Grundlagen vorzuweisen haben, bleibt diese Diskussion in Teil II außen vor.
Sie sind keine wissenschaftlichen Thesen, sondern Versicherungsrecht, welches sich als Wissenschaft tarnt.


Warum eine ganze Nation drei Jahrzehnte an der Sache vorbeidiskutiert, wird in Teil III analysiert. In Teil II wird die Wissenschaft dargestellt.

Es ist zweifelsfrei so, dass die wissenschaftliche Literaturlage ausreicht, alle wesentlichen Fragen zu beantworten.

Es ist weniger der mangelnde Fleiß von Seiten all derer, die sich hier seit zwei Jahrzehnten engagiert haben – da gab es doch auch etliche Akribie – sondern die Orientierung. Ihnen und der Öffentlichkeit wurde erfolgreich eingeredet, es bestehe erheblicher Forschungsbedarf. So wurde und wird der wissenschaftliche Fundus bis heute nicht genutzt.

Man hat den Betroffenen und den Umweltmedizinern erfolgreich eingeredet in die falsche Richtung zu schauen oder anders ausgedrückt wegzugucken, als gäbe es da etwas Unanständiges zu sehen.

* Ich wurde einmal gebeten, das Wort durch „zahlreich“ zu ersetzen, weil ‚immens’ = ‚überwältigenden’ sei und deshalb abschrecke. Hier liegt ein Teil des Problems, viele wollen gar nicht wissen, wie viele Möglichkeiten sie haben. Das wird dann von der Gegenseite effektiv genutzt, deren Wissen i. Ü. keineswegs immens ist.

...

von Dr. Tino Merz
http://dr-merz.com/pages/umweltmedizin/wissenschaft.php
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