Exspot enthält Permethrin

Exspot enthält Permethrin

Beitragvon Sileah » Freitag 9. Januar 2009, 12:36

Pyrethroide / Pyrethrine - Kleintier
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?perldocs/toxsyqry.htm?inhalt_c.htm
Allgemeine Toxikologie

1. Chemisch-physikalische Eigenschaften

Extrakte aus Blüten verschiedener Chrysanthemenarten waren schon in der alten chinesischen Kultur als Mittel gegen Ungeziefer bekannt. Die Lichtempfindlicheit des natürlichen Wirkstoffes der Chrysanthemen (Pyrethrum) hat zur Synthese von abgeleiteten Verbindungen, den Pyrethroiden, geführt. Diese synthetischen Pyrethroide sind mit Stickstoff, Schwefel oder Halogenen substituiert und weisen im Vergleich zu Pyrethrum eine höhere Lipophilität und Photostabilität auf.

2. Quellen

Pyrethroide werden als Insektizide und Akarizide zur Bekämpfung von Schädlingen verwendet. Viele Spritzmittel und Köder zur Fliegenbekämpfung in Rinderställen enthalten Pyrethroide. Außerdem kommen diese Verbindungen als Ektoparasitika in Shampoos, Ohrclips, Tauchbädern, Halsbändern und Aufgußlösungen am Tier zur Anwendung.

3. Kinetik

Pyrethroide werden, ausser bei Reptilien, dermal kaum resorbiert. Nach oraler Aufnahme liegt die Bioverfügbarkeit um 60%, bei inhalativer Aufnahme erfolgt die Resorption nahezu vollständig. Im Magen-Darm-Trakt und in der Leber findet eine rasche Biotransformation statt, so daß innerhalb von 6 Stunden die ursprünglich aufgenommene Menge weitgehend ausgeschieden ist. Ein Großteil der Metaboliten liegt in Form von Konjugaten vor.
Katzen sind wegen der verminderten Aktivität ihrer Glucuronyltransferase besonders empfindlich gegenüber Pyrethroiden; Katzen dürfen deshalb nicht mit pyrethroidhaltigen Aufgußpräparaten behandelt werden.
Pyrethroide werden häufig mit einem gering toxischen Synergisten (Piperonylbutoxid; orale LD50 für die Ratte 7.5 g/kg) kombiniert, der die Biotransformationsfähigkeit der Arthropoden vermindert und somit die Pyrethroidwirkung verstärkt. Weitere Synergisten der Pyrethroide: Tropital (LD50 für die Ratte 4 g/kg), S 421(= Octachlordipropylether; LD50 für die Ratte 8 g/kg), Sulfoxid (LD50 für die Ratte 2 g/kg), N-Octylbicycloheptendicarboxymid (= MGK-264).

4. Toxisches Prinzip

Allen Vertretern dieser Stoffgruppe ist eine hohe toxische Selektivität für Arthropoden und eine dementsprechend niedrige Toxizität für Säugetiere, Vögel und Reptilien gemeinsam. Bei Reptilien wird empfohlen, Pyrethroide nach vorsichtiger Anwendung sofort wieder mit lauwarmem Wasser abzuwaschen.
Oft sind Vergiftungen nicht auf die in den Präparationen enthaltenen Pyrethroide zurückzuführen, sondern werden durch zusätzliche Bestandteile des Insektizid-Präparates verursacht. In Frage kommen hier Lösungsmittel (Isopropanol, aliphatische Kohlenwasserstoffe) oder Mischungen mit Organophosphaten oder Carbamaten.
Als Nervengifte verzögern die Pyrethroide das Schließen von Na+-Kanälen in der Membran von Neuronen.
Durch die verlängerte Depolarisation kommt es zur ZNS-Erregung.
Desweiteren wirken irritierend auf Haut, Schleimhäute und Augen. Nach Inhalation von Pyrethroiden treten Rhinitis, Larynxödem, sowie Reizungen der unteren Atemwege auf. In seltenen Fällen können durch Pyrethroide allergische Reaktionen ausgelöst werden.

5. Toxizität bei Labortieren

Die orale Toxizität der Pyrethroide ist stark abhängig vom verwendeten Träger und es sind beträchtliche Unterschiede zwischen einzelnen Studien festzustellen. Im allgemeinen sind wässrige Suspensionen der Pyrethroide weniger toxisch als ölige Darreichungsformen.

Akute orale LD50 (in mg/kg Körpergewicht):

Maus Ratte Kaninchen Huhn
Allethrin 480 585-1\'100 4\'290
Alphamethrin 70-400
Barthrin 54.5
Bifenthrin 54
Bioresmethrin 8\'600-8\'800
Cyfluthrin 300-600 250-1\'200
Cyhalothrin 144-166
Cypermethrin 35-138 40-800 960 > 2\'000
Cyphenothrin 318-419
Deltamethrin (= Decamethrin) 3\'450 30 bis > 5\'000 1\'000-5\'000
Depallethrin 920
Emphenthrin 1\'680-2\'280
Fenpropathrin 18-71
Fenvalerat 450-3\'200 > 1\'600
Fluvalinat 156-222 261 bis > 3\'000
Lambdacyhalothrin 56-79
Permethrin > 5\'000 910-4\'000 4\'000 > 3\'000
Phenothrin > 10\'000
Phthalthrin (= Tetramethrin) 1\'000 > 5\'000
Prallethrin 460-640
Pyrethrum (= Pyrethrine) 273-900 200-1\'200
Resmethrin 1\'390 1\'400-1\'600
Tefluthrin 22

6. Umwelttoxikologie

Pyrethroide besitzen bessere Umwelteigenschaften als frühere Generationen von Insektiziden, wie die Organophosphate oder die chlorierten cyklischen Kohlenwasserstoffe: Sie sind weniger toxisch für Säuger, Vögel und Reptilien, sowie chemisch und enzymatisch relativ gut abbaubar. Trotzdem ist ihre hohe Toxizität gegenüber Fischen und aquatischen Kleinlebewesen problematisch, denn es treten immer wieder akzidentelle Gewässerverschmutzungen mit Pyrethroiden auf. Der LC50-Wert von Permethrin für die Larven der Regenbogenforellen beträgt zum Beispiel nur 0.6 µg/Liter. So kam es 1993 zu einem ausgedehnten Fischsterben im Bach Goldach in der Ostschweiz: Auf 20 km Länge wurde der gesamte Fischbestand bis zum Bodensee hin vernichtet. Die Ursache war Permethrin, das als Mottenschutzmittel in einer Textilreinigungsfirma angewandt wurde und über die Kläranlage in hohen Konzentrationen in den Bach gelangte. Beunruhigend ist auch die hohe Beständigkeit dieser Stoffe in Innenräumen: Synthetische Pyrethroide persistieren zum Beispiel in Teppichen über Jahre und können für Allergiker gefährlich werden.

II. Spezielle Toxikologie - Kleintier

1. Toxizität

1.1 Akute orale LD50
Sie liegt für die meisten Vertreter dieser Substanzgruppe bei 0.5-5 g/kg Körpergewicht.
Katzen reagieren wegen ihrer verminderten Glucuronyltransferaseaktivität empfindlicher gegenüber Pyrethroiden als Hunde

2. Latenz

Nach 1-4 Stunden kommt es zur Ausbildung der Vergiftungssymptomatik.

3. Symptome

3.1 Allgemeinzustand, Verhalten
Depression, Ataxie, anaphylaktischer Schock

3.2 Nervensystem
Hyperästhesie, Tremor, Ohrzucken, Krämpfe

3.3 Oberer Gastrointestinaltrakt
Hypersalivation, Erbrechen

3.4 Unterer Gastrointestinaltrakt
Durchfall

3.5 Respirationstrakt
Dyspnoe, Tod wegen Atemlähmung

3.6 Herz, Kreislauf
Tachykardie, Kreislaufschwäche

3.7 Bewegungsapparat
Keine Symptome

3.8 Augen, Augenlider
Keine Symptome

3.9 Harntrakt
Keine Symptome

3.10 Fell, Haut, Schleimhäute
Zyanotische Schleimhäute, allergische Hautreaktionen wie Urtikaria, Pruritus, Hyperämie der Haut

3.11 Blut, Blutbildung
Keine Symptome

3.12 Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation
Keine Symptome

4. Sektionsbefunde

Die postmortale Untersuchung ergibt keine für die Vergiftung spezifischen Veränderungen.

5. Weiterführende Diagnostik

Es gibt keine praktikablen Nachweisverfahren. Die Analyse von Fett, Leber oder Gehirn könnte zwar eine Pyrethroid-Exposition bestätigen, dies ist aber kein Beweis für die Todesursache.

6. Differentialdiagnosen

- Vergiftung mit Carbamaten, Organophosphaten, Strychnin, Metaldehyd, 4-Aminopyridin, Amphetaminen, Theobromin
- Gastroenteritis
- Kardiomyopathie
- Nebennieren- oder
- Schilddrüsenneoplasie

7. Therapie

7.1 Notfallmaßnahmen
- Kreislauf stabilisieren
- Atmung stabilisieren
- Krämpfe behandeln

7.2 Dekontamination und Elimination
- Reinigung von Fell und Haut mit mildem Detergens.
- Emesis muß ausgelöst werden, wenn die Tiere nicht schon aufgrund der Vergiftung erbrechen.
- Wiederholt Aktivkohle und Laxantien.

7.3 Weitere symptomatische Maßnahmen
- Antiemetika, wenn das Erbrechen anhält: Metoclopramid oder Domperidon.
- Behandlung der Arrhythmie.

8. Fallbeispiele

8.1 Eine Katze (1 kg, männlich) ist vom Besitzer mit permethrinhaltigem Hundespray gegen Insekten behandelt worden.
Symptome 2 Stunden später: Hypersalivation, Zittern, Muskelkrämpfe.
Therapie: Baden mit lauwarmem Wasser und mildem Shampoo, Aktivkohle repetitiv, Diazepam.
Verlauf: Besserung, Entlassung
(Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum).

8.2 Eine Katze (7 Monate, männlich) wurde vom Besitzer mit einem pyrethroidhaltigen Aufgußpräparat behandelt.
Symptome: Exzitation, Zittern, Mydriasis, Kaubewegung mit Verletzung der Lippen, Emesis, Hyperthermie (41.2°C).
Therapie: Waschen mit Wasser und mildem Shampoo, Valium, Medetomidin, Prednisolon, Abkühlen mit kaltem Wasser.
Verlauf: Besserung nach 24 Stunden, Entlassung
(Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum).

8.3 Eine Kater (1 Jahr, 4.5 kg) wurde mit einem permethrinhaltigen Aufgußpräparat behandelt, welches nur für Hunde zugelassen ist (100 mg Permethrin/kg Körpergewicht).
Symptome 4 Stunden später: Hypersalivation, Tremor, Krämpfe.
Therapie: Waschen mit mildem Detergens, Diazepam, Pentobarbital, Methocarbamol.
Verlauf: Weil alle Massnahmen erfolglos waren, wurde der Kater schliesslich euthanasiert
(Hansen, 2001).

9. Literatur

Appel KE (1993) Zu Neurotoxizität und Toxikokinetik von Pyrethroiden. Bundesgesundheitsblatt 6, 219-228

Gfeller R & Messonier S (1997) Small Animal Toxycology and Poisonings. Mosby, St. Louis, pp 229-231

Hansen SR (2001) Pyrethrins and pyrethroids. In: Small Animal Toxicology (ME Peterson and PA Talcott, eds) Saunders, Philadelphia, pp 687-694

Humphreys DJ (1988) Veterinary Toxicology, Bailliere Tindall, pp 173-174

Mount ME, Moller G, Cook J, Holstege DM, Richardson ER & Ardrans A (1991) Clinical illness associated with commercial tick and flea product in dogs and cats. Vet Hum Toxicol 33, 19-27

Murphy MJ (1994) Toxin exposures in dogs and cats: pesticides and biotoxins. J Am Vet Med Assoc 205, 414-421

Pham HC, Navarro-Delmasure C, Clavel P, van Haverbeke G & Cheav SL (1984) Toxicological studies of deltamethrin. Int J Tissue React 6, 127-133

Talcott PA & Dorman DC (1997) Pesticide exposures in companion animals. Vet Med 92, 167-181

Valentine WM & Beasley VR (1989) Pyrethrins and pyrethroids. In: Kirk X, Saunders, Orlando pp 137-140

Whittem T (1997) Pyrethrin and pyrethroid intoxication in cats. Comp Cont Educ Prac Vet 17, 489-495

Windholz M (1983) The Merck Index, Merck & Co, Rahway, New Jersey

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[b]Hersteller-Info[/b]


http://www.exspot.de/files/blutsauger.pdf

[i][...]verträglich eingestuft > Keine Warnhinweise für die Anwendung vorgeschrieben > Nach Verteilung des Wirkstoffes können Kinder einen mit exspot® behandelten Hund unbedenklich streicheln > Permethrin wird auch zur Behandlung von Läusen beim Menschen angewendet und wird zur Zeit weltweit am häufigsten zur Behandlung der Scabies (Krätze) im Säuglings-, Klein-, und Kindesalter eingesetzt. (D. Albeck, Hj. Cremer (Hrsg.), Hautkrankheiten im Kindesalter, 1999)[/i]
- Editiert von Sileah am 09.01.2009, 11:57 -
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Exspot enthält Permethrin

Beitragvon Sileah » Freitag 9. Januar 2009, 12:39

Symptome der Permethrinvergiftung
Nerven- und Muskeldysfunktionen sind die typischen klinischen Symptome bei Pyrethroidvergiftungen (Valentine 1990a). Am häufigsten sind Übererregbarkeit, Hypersalivation, Erbrechen, Diarrhoe, milder Tremor, Ataxie und Erschöpfung zu beobachten. In schweren Fällen kommt es ausserdem zu Hyper- oder Hypothermie, Dyspnoe, schweren Tremor, Desorientierung und Krämpfen (Zerba 1988; Valentine 1990a; Meyer 1999; Richardson 2000).
Die klinischen Symptome beginnen in der Regel innerhalb weniger Stunden nach Exposition, können jedoch, besonders bei dermaler Absorption auch später eintreten (Valentine 1990a).
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Exspot enthält Permethrin

Beitragvon Sileah » Freitag 9. Januar 2009, 13:00

Da ist nicht nur Permethrin drin in dem Link, betrifft also nicht nur Exspot
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Exspot enthält Permethrin

Beitragvon Karlheinz » Samstag 10. Januar 2009, 10:38

Ich hab mal Spray mit Permithrin zum imprägnieren von Klamotten als Mückenschutz in nem Outdoorladen gesehen. Erstaunlich das sowas erlaubt ist. Auch mal im Radio eine Empfehlung von einer Ärztin für ein Mückenschutzmittel, Autan hilft ja nur bedingt. Hab dann später gesehen, dass auch Pyrethroide drin waren. No Bite wars glaub ich. Erstaunlich dass man sowas verkaufen darf.
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