Dr. Schwarz in Eppendorfer Zeitung 1/2008 zu MCS

Dr. Schwarz in Eppendorfer Zeitung 1/2008 zu MCS

Beitragvon Amazone » Samstag 24. Januar 2009, 18:56

Dr. Schwarz zum Thema MCS in der Eppendorfer Zeitung für Psychiatrie:

http://www.vitanas.de/_downloads/eppendorfer/Eppendorfer_2008-01.pdf
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Beitragvon Juliane » Samstag 24. Januar 2009, 19:18

Das kleingedruckte vergrößert:


" Manchen stinken irgendwann

schon Alltäglichkeiten:

frischbedrucktes Papier, Parfüm,

Nahrungsmittel – bei umweltkranken

Patienten summieren sich die Reizreaktionen.

Bis einesTages nichtsmehr geht.

Neben Erschöpfung leiden sie meist

auch an diversen psychischen Symptomen

wie Depressionen oder Angsterkrankungen.

Viele verlieren dieArbeit.

Hilfe ist teuer, und der Leidensweg lang.

Vor allem aber kennt sich kaum jemand

aus mit dem ebenso vielfältigen wie

komplizierten Störungskomplex, zu dem

Begriffe wie MCS (Multiple Chemical

Sensitivity), Nahrungsmittel- und Implantations-

Intoleranzen, elektromagnetische

Sensitivität, Chronic Fatigue

Syndrome (Chronisches Erschöpfungssyndrom)

und neurotoxische

Störungen gehören.

Folge:Viele Umwelterkrankte werden

als Hypochonder, Öko-Phobiker oder

Somatisierungs-Erkrankte abgetan und

erhalten fälschlicherWeise eine psychiatrische

Diagnose. Herkömmliche psychologische

und neuropsychiatrische

Behandlungsmodelle hätten bei diesen

Patienten aber nur begrenzten Erfolg,

weiß Dr. Eberhard Schwarz. Der

ärztliche Direktor des FachkrankenhausesNordfriesland

in Bredstedt, das in

Kürze zu den „Fachkliniken Nordfriesland

gGmbH“ gehören wird, schätzt,

dass nur fünf Prozent seiner

Umweltmedizin-Patienten vornehmlich

eine psychiatrische Erkrankung haben.

Seit 1992 werden in der Bredstedter

Institutsambulanz MCS-Patienten diagnostiziert

und therapiert, seit Oktober

1995 auch im stationären Bereich. Die

Klinik ist die einzige inDeutschland, die

-außerhalb von Privatkliniken – im

Rahmen der vertragsärztlichen

Regelversorgung sechs Betten dafür

vorhält. Nirgendwo in Deutschland sind

und werden so viele Daten über MCS und

andere umwelterkrankte Menschen

wie in Bredstedt,wo

jährlich 230 Menschen stationär und 300

ambulant behandelt werden.

Erfolg stellte sich dort bei den Patienten

erst ein, nachdem somatische Behandlungsansätze

hinzugezogen wurden.

Mittlerweile wird für jeden Patienten

eine individuelle Therapie entwickelt,

die verschiedene Module enthält.

Der gesamte Behandlungsprozess

dauere jedoch meist Jahre. Da bei den

meisten Patienten auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten

zum Symptom-

Komplex beitragen, spielt die Ernährung

einewesentlicheRolle.Viele müssen ihr

Leben komplett umstellen.Und das birgt

ein weiteres Problem. Wer an MCS

erkrankt, dem droht nicht selten ein finanzielles

Desaster. Viele müssen ihre

Arbeit aufgeben. Und für Hartz IVEmpfänger

ist der Kauf von Biokost ein

hartes Brot.

Darüber hinaus stellt sich für Betroffene

ein weiteres Problem: Den

passenden Arzt die richtige Behandlung

zu bekommen. „Normale“ Haus- oder

Fachärzte kennen sich mit gesundheitlichen

Problemen, die durch

Umweltbelastungen hervorgerufenwerden,

nicht aus oder erkennen dieses

Krankheitsbild nicht an. Für eine

Spezialisierung auf dieses Gebiet aber ist

vor allem viel Erfahrung nötig, sagt der

65-jährige Dr. Eberhard Schwarz, der

dringend Nachwuchs für sein Fachgebiet

sucht."


Na, den Nachwuchs hat Schwarz ja passend gefunden.
Juliane
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Beitragvon Juliane » Samstag 24. Januar 2009, 19:30

"Klinik ist die einzige in Deutschland, die

-außerhalb von Privatkliniken – im

Rahmen der vertragsärztlichen

Regelversorgung sechs Betten dafür

vorhält"



" Bredstedt,wo

jährlich 230 Menschen stationär und 300

ambulant behandelt werden"


Also 38 Patienten pro Bett:


Also pro Patient neuneinhalb Tage stationär?
Juliane
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Beitragvon Eddy » Samstag 24. Januar 2009, 21:01

@Juliane

Interessante Bettenbelegung, traurig welchen Stellenwert man der Hilfe MCS Kranker in Deutschland einräumt, 230 Menschen wird eine stationäre Behandlung angeboten. Man könnte evtl. ausrechnen, wie viele Jahre benötigt werden, um allen MCS Kranken per dato, dieses Angebot zur Verfügung zu stellen.
Eddy
 

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Beitragvon Yol » Samstag 24. Januar 2009, 22:58

@ amazone

Danke für den Link. Da gibt es 3 Seiten, der gesamte Bericht ist mit Seite 5 angegeben, die 4 + 5 sind nicht erreichbar. Gibt es auf Seite 5 noch interessantes zum Thema?
LG
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Beitragvon Amazone » Sonntag 25. Januar 2009, 00:26

@ Yol,

leider habe ich die Seite 5 auch nicht gefunden. Vielleicht kann Juliane oder jemand anderer ihr/sein Glück mal versuchen.


Gruß Amazone
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Beitragvon Sileah » Sonntag 25. Januar 2009, 07:19

[quote]Also pro Patient neuneinhalb Tage stationär?[/quote]Teilweise ja. Bei \"Erstbehandlungen\" bekommt man, je nach KK, 3 Wochen. Dann werden die Vakzine *kontrolliert* bzw neu eingestellt. Das sind dann die (mickrigen) 9 Tage :-(

*edit*

Es gibt auch Patienten, die ambulant Infussionen bekommen...und selbst bezahlen.
- Editiert von Sileah am 25.01.2009, 06:21 -
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Beitragvon Westi » Sonntag 25. Januar 2009, 15:14

Hallo Amazone,
interessante Äußerungen von Dr. Schwarz sind das.
Aber wie komme ich an Seite 5 dieser Zeitung, wo ja ein ausführlicher Bericht zum Thema steht?
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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 15:42

Seite 5 hin, Seite 5 her.

Für mich stellt sich erstens die Frage, was soll eine Umweltmedizinische Abteilung
in einer psychiatrischen Einrichtung wie den nordfriesischen Kliniken.Und zweitens frage ich mich, wieso erscheint der Bericht über die sechs Betten
in dieser Psychiatrie-Zeitung?

Das mal hier zur Zeitung:

"Der Eppendorfer will seit 1986 Abbild möglichst vieler Aspekte psychiatrischen Seins sein. Berichte werden sowohl aus den Bereichen Psychiatrie und Gerontopsychiatrie als auch aus der Suchthilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie veröffentlicht. Betroffene und Angehörige kommen ebenfalls zu Wort. Buchbesprechungen und Veranstaltungshinweise ergänzen das Spektrum der vielseitigen und aktuellen Informationen. Der Eppendorfer gilt dabei in Norddeutschland als anerkanntes und gern gelesenes Blatt. Unter den Lesern sind sowohl Ärzte, Pflegekräfte, Sozialpädagogen und Psychologen, Mitarbeiter in Kliniken und Behörden als auch Angehörige, Politiker, Journalisten sowie Betroffene zu finden...."


http://www.vitanas.de/de/vitanas/presse_medien/eppendorfer/eppendorfer_zeitung.php

Und hier führen die Links hin:

http://www.vitanas.de/de/vitanas/ueber_vitanas/vitanas.php

http://www.ameos.eu/
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Beitragvon Juliane » Sonntag 25. Januar 2009, 17:45

In der Tat, das ist natürlich die Grundfrage:

Was sollen Menschen mit MCS/CFS ind einer Psychoklinik?

Erzählt er ja selbst, der Dr. Schwarz:



" Herkömmliche psychologische

und neuropsychiatrische

Behandlungsmodelle hätten bei diesen

Patienten aber nur begrenzten Erfolg,

weiß Dr. Eberhard Schwarz"
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Beitragvon Maria Magdalena » Sonntag 25. Januar 2009, 17:56

Vielleicht versucht man einfach nur zwischen den Stühlen zu sitzen, damit man nicht nur einen einzigen Stuhl zur Verfügung hat. Mehr sind besser. Mehr Möglichkeiten, mehr Quellen... Dabei muss man aber außerordentlich geschickt sein, wenn man nicht herunterrutschen will. Kein leichtes Kunststück, fürwahr.
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Beitragvon Sileah » Sonntag 25. Januar 2009, 18:03

Vielleicht ist es einfach so, dass die KK für psychische Krankheiten bezahlen, für Umweltkranke eher nicht?

Vielleicht (Hypothische Frage ;-) ) sind jetzt 2/3 an Spielsucht Erkrankte in Riddorf, wo zuvor nur Umweltkranke waren.
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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 18:11

Natürlich geht es nur ums Geld.
Um was auch sonst.

Das hatten wir hier schon vor einem Jahr in der Diskussion.
Ein Antrag an DIMDI,

eingereicht von

Fachkrankenhaus Nordfriesland gGmbH Dr. Schwarz

Dr. med.Christian Roßbach

http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/vorschlaege/vorschlaege2006/094-umweltmedizinische-komplexbehandlung.pdf
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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 18:14

Ich wiederhole mich nochmal:

Die Explosion ländlicher Psycho-Kliniken hat einen ganz schlichten Hintergrund. Früher hatte jede Kleinstadt ihr Krankenhaus. Da konnte man das noch bezahlen. Steigenden Kosten und bestimmte politischer Verhältnisse bringen immer mehr Krankenhäuser in private Hände.

Was bietet sich für ländliche Krankenhäuser denn am Besten an, wenn so ein Haus an Privatinvestoren fällt. Man macht eine Psychoklinik daraus.. Und schon läuft der Laden wieder.

Die Kliniken und der Medizinbetrieb unterliegen denselben Marktgesetzen, wie jede andere Firma. Deshalb muss man ständig Patienten in die Praxen und Kliniken bringen. Besonders gut funktioniert das Geschäft mit der Psychomasche. Unternehmerisch gesehen ist das sicher eine prima Idee eine "Multimodale umweltmedizinische Komplexbehandlung" unter "Einbeziehung der klinischen Psychologie" anzubieten. (Bredstedt) oder "Diagnose- und Therapie chronischer Lifestyleerkrankungen" (INUS) anzubieten.

Man muss halt immer die richtige Idee zur richtigen Zeit haben.

Und die Industrie und die Kostenträger freuts, wenn als Nebeneffekt MCS Patienten in die richtige Kiste verpackt werden. Da stören die dann nicht mehr, diese "Patienten mit umweltmedizinischen Störungen". Besonders dann, wenn man sie schlussendliche" adaptiv desaktiviert" hat.
Franz
 

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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 18:17

Merksatz


Die Industrie und die Kostenträger freuts, wenn als Nebeneffekt MCS Patienten in die richtige Kiste verpackt werden. Da stören die dann nicht mehr, diese "Patienten mit umweltmedizinischen Störungen". Besonders dann, wenn man sie schlussendliche" adaptiv desaktiviert" hat.
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Beitragvon Maria Magdalena » Sonntag 25. Januar 2009, 18:24

Wir lassen uns aber nicht desaktivieren, stimmt's? Die richtige Idee zur richtigen Zeit?..
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Beitragvon Sileah » Sonntag 25. Januar 2009, 18:24

Kennt irgendjemand von Euch Dr. Schwarz P E R S Ö N L i C H [b]??[/b]

Ich finde [u]NICHT[/u] dass ihm seine Umweltpatienten egal sind, im Gegenteil!
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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 18:44

Es geht nicht um die persönlichen Qualitäten eines Dr. Schwarz.
Es geht um die "Vermarktung" von MCS Patienten.

Wer einen solchen Antrag bei DIMDI stellt, macht das aus betriebswirtschaftlichen nicht aus im weitesten Sinne humanitären Überlegungen.

Also nach dem Motto, wie passt denn so ein MCS Patient am Besten ins Konzept.
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Beitragvon Sileah » Sonntag 25. Januar 2009, 18:48

Dass Riddorf zu 2/3 leer stand, liegt sicher nicht an Dr. Schwarz, eher an den KK.

Was soll eine Klinik dann machen? Nur noch psychiatrische Fälle aufnehmen und die letzten (!) 6 Betten für MCS-Kranken auch noch streichen (lassen)?

Oder soll er eine MCS-Klinik haben, in der nur Privat-Patienten sind?

Als ob da die fette Auswahl wäre...
- Editiert von Sileah am 25.01.2009, 17:49 -
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Beitragvon Maria Magdalena » Sonntag 25. Januar 2009, 18:56

Natürlich sind Patienten ihrem Arzt nicht egal, denn ohne sie müsste er nach einem neuen Beruf Ausschau halten. Wie wäre es mit der Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln? Der absolute Trend, ich meine natürlich nach der Psychokiste. Man hat wahrscheinlich auch weniger Alpträume...(Anmerkung: mir gefällt die neue Schreibweise nicht: Albträume)


- Editiert von Maria Magdalena am 26.01.2009, 18:31 -
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Beitragvon Sileah » Sonntag 25. Januar 2009, 19:05

Es gibt noch Ärzte mit Berufsehre...aber was red ich. Wer ihn kennt, würde so nicht von ihm schreiben.

Mir passt das auch nicht, dass Psychlogie/Psychiatrie mit MCS gemischt wird. Noch weniger passt mir, dass es fast keine MCS-KH in D gibt.

EOD
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Beitragvon Franz » Sonntag 25. Januar 2009, 19:33

So, in Riddorf stehen also Betten leer.
Mir kommen nicht die Tränen.
In Deutschland gibt es zu viele Betten in Psychokliniken.
Es gibt in Deutschland eine "Psycho-Blase". Und die wird über kurz oder lang platzen. Kein anderes Land auf der Welt leistet sich soviele Psycho-Patienten
wie die Bundesrepublik. Es wird der Punkt kommen, wo niemand mehr die Kosten
für die Psychopathologisierung der Patienten bezahlen kann.

MCS Patienten gehören nicht in den Einzugsbereich von Psychokliniken.
Für MCS muss es MCS-Kliniken geben.
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Beitragvon Janik » Sonntag 25. Januar 2009, 21:45

Warum bekommen Umweltpatienten dann Absagen, wenn Betten leer stehn?
Die KK hatte Übernahme bei meiner Bekannten zugesagt.
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Beitragvon Janik » Sonntag 25. Januar 2009, 21:59

Sileah,
ich möchte auch betonen, dass niemand etwas gegen Dr. Schwarz hat.
Wovon MCS kommt, wissen wir alle. Es wäre angemessen es auch zu sagen gegenüber der Presse.

Der ICD-10, dass MCS eine körperliche Krankheit ist liegt allen vor:
http://www.csn-deutschland.de/dimdi_icd-schreiben.pdf

Das Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auch:
http://www.csn-deutschland.de/BMAS-Anhaltspunkte.pdf

Das dürfte reichen um in die richtige Richtung, nämlich MCS ist nicht psychisch, zu argumentieren.
Mehr will hier niemand!

Gruß,
Janik
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Beitragvon Westi » Sonntag 25. Januar 2009, 23:58

Hallo zusammen,

die Seite 5 des anfänglich zitierten Artikels hat alos keiner, oder?
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Beitragvon Juliane » Montag 26. Januar 2009, 00:12

Vielleicht kann uns Clarissa helfen die Seite 5 zu finden.
Aber ob uns das weiter bringt?
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Beitragvon Juliane » Montag 26. Januar 2009, 00:13

Der Internetauftritt ist auch sehr aussagekräftig.


"Umweltmedizin
Die Fachkliniken NF verfügen über mehr als 20jährige Erfahrung in der Behandlung von umweltmedizinischen Störungen.

Für unsere umweltmedizinischen Patienten stehen heute

eine Ambulanz
eine Krankenhausabteilung (stationäre Behandlung)
und eine Rehabilitationsabteilung
zur Verfügung


Welche Krankheitsbilder werden behandelt
Insbesondere werden chronische umweltmedizinische Gesundheitsstörungen und ihre häufigen Begleit- und Folgeerkrankungen behandelt.
Dies sind insbesondere ausgeprägte Chemikalienintoleranzen, MCS/ Multiple Chemical Sensitivity, Erschöpfungs- und Schmerzsyndrome, kognitive und affektive Störungen und verwandte Syndrome (z.B. Sick Building Syndrom, Holzschutzmittelesyndrom, neurotoxisches Syndrom u.a.m.)

Mitbehandelt werden sonstige Intoleranzen, insbesondere von Nahrungsmitteln und Medikamenten, sowie Allergien, Stoffwechselerkrankungen und seelische Störungen."




"Behandlungsdauer
Der Krankenhausaufenthalt wird individuell angepasst und beträgt in der Regel zwischen 3 Tagen und 3 Wochen.
Die Behandlungsdauer der rehabilitativen Maßnahmen beträgt in der Regel vier Wochen. Verlängerungen auf 6 - 8 Wochen sind in komplexen Fällen möglich"


http://www.fklnf.de/umweltmedizin.html
http://www.fklnf.de/umweltmedizin/krankenhaus.html#c142



Eindeutig formuliert, was man in Riddorf behandelt:


kognitive und affektive Störungen und verwandte Syndrome
z.B. Sick Building Syndrom,
Holzschutzmittelesyndrom, neurotoxisches Syndrom u.a.m.)

Mitbehandelt werden seelische Störungen
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Beitragvon Juliane » Montag 26. Januar 2009, 00:21

Seit zwanzig Jahren betreibt man in Nordfriesland Umweltmedizin.
Vielleicht kann uns jemand mal kurz die Geschichte erzählen.
Offenbar war die Klinik schon immer eine psychiatrische Klinik.
Oder ist diese Annahme falsch?

Der aktuelle Stand ist jedenfalls ziemlich eindeutig. Und ich erinnere mich,
dass hier mal Jemand schrieb, dass der Abschlussbericht auch auf dem Briefbogen der psychiatrischen Klinik erfolgt. Was dann inhaltlich in einem solchen Bericht steht,
kann man sich fast schon denken.
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Beitragvon Sileah » Montag 26. Januar 2009, 09:23

[quote]Sileah,
ich möchte auch betonen, dass niemand etwas gegen Dr. Schwarz hat.
Wovon MCS kommt, wissen wir alle. Es wäre angemessen es auch zu sagen gegenüber der Presse.
[/quote]Ja, sicher.

Es ist nur, dass ich eben von Patienten weiß, wie er mit schwer kranken MCS-Kranken umging, was er getan hat usw.

Ich werde das sicher NICHT in einem öffentlichem Forum schreiben.

Doch ihn als *Nullblicker* Raffzahn* dazustellen, ist einfach unzutreffend und respektlos :-(

Selbst in der kurzen Zeit, in der ich in Riddorf war, hab ich erlebt, dass ER sich am meisten für die (wenigen) MCS-Patienten eingesetzt hat.

Wer kennt ihn denn noch persönlich?

um Aussagen wie diese zu machen:
[i]Wie wäre es mit der Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln? Der absolute Trend, ich meine natürlich nach der Psychokiste. Aber immer noch besser als Leute aus dem Fenster oder vor den Zug springen zu lassen. Man hat wahrscheinlich auch weniger Alpträume...(Anmerkung: mir gefällt die neue Schreibweise nicht: Albträume)[/i]

Die einzige Psychologin, die ich in Riddorf traf, war seit Jahren MCS-krank und selbst Patientin. So jetzt aber wirklich: EOD
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Beitragvon Maria Magdalena » Montag 26. Januar 2009, 10:56

Sileah,

das war nur ein Vorschlag, um die Konten von Ärzten, die sich mit den Rechten, den Interessen und der Gesundheit von MCS-Patienten nicht so gut auskennen, vor dem Pleitegeier zu retten. Ich habe keine Namen genannt.

Wer jedoch liest, was dieses Unternehmen (s. o.) öffentlicht schreibt, propagiert, nämlich dass MCS und andere Umweltkrankheiten verwandt seien mit psychischen, kognitiven und affektiven Störungen, der wird sich schon seine Meinung bilden können. Lies doch endlich sorgfältig den Text, den Juliane 3-4 Beiträge drüber eingestellt hat.

Wer solche \"fantastischen\" Dinge schreibt, wird niemals der Realität ins Auge sehen können. Oder mache ich etwa bei Dir den Eindruck, als ob ich einen Vogel hätte?

- Editiert von Maria Magdalena am 27.01.2009, 14:01 -
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Beitragvon Juliane » Montag 26. Januar 2009, 12:03

Guten Morgen Sileah,

ich habe früher selber meine Brötchen mit der Arbeit mit jenen Menschen verdient, die man in die Psycho-Kiste einsortiert hat. Man lernt an der Universitäten und und den anschließenden Zusatzausbildungen nämlich immer nur durch die Psychobrille zu schauen. Der ganze Apparat hat einen Selbstlauf.

Nur mal ein einfaches Beispiel. Alle Jahre wieder hatte ich eine Kind, das zur Sprechstunde gebracht wurde, wenn Weihnachtszeit war. Das Kind war dann nicht wieder zu erkennen. Hatte Weinkrämpfe, Wutanfälle,wollte nicht essen, wanderte nachts durch die Wohnung kurzum die Eltern waren damit überfordert. Und was schlußfolgert man nach einer einseitig ausgerichteten Ausbildung? Natürlich, das Kind war überfordert mit den Weihnachtsvorbereitungen, den Flötenkonzerten auf Weihnachtsfeiern, den Besuchen von Großeltern und an Weihnachten den Besuchen der Großfamilie usw. usw.
Hätte ich damals schon was über MCS gewusst, wär mir vielleicht in meinen verbildeten Kopf gekommen, dass es auch an den Duftstoff-geschwängerten Veranstalungsräumen liegen könnte, dass es auch an den Kerzen in den Räumen liegen könnte, dass es auch an Weihnachtsgebäcken liegen könnte, dass es auch an Adventskränzen und Weihnachtbäumen liegen könnte. Dem Kind konnte man nicht helfen, weil ja alle Gespräche und verhaltenstherapeutische Maßnahmen nicht fruchteten.

Wenn man erst mal was darüber weiß, was Chemikalien, Schimmel, ätherische Öle etc. für Symptome hervorrufen können, ist man erstaunt und es fällt einem wie schuppen von den Augen.

Ich denke mal, dass es auch Herrn Dr. Schwarz irgendwann mal wie Schuppen von den Augen gefallen ist.

Das ist die eine Seite. Dass ein Mediziner erkennt, was den Patienten krank macht. Die andere Seite ist, wie mit der Erkenntnis umgehen?

Herr Dr. Schwarz hat also eine Nische geschaffen, in einem System, das nicht zulässt, das ein öffentlicher Diskurs über eine ungeliebte Krankheit geführt wird. Das Problem ist, wie bringt , wie kann man Geldhähne anzapfen, ohne mit den Spielregeln des herrschenden Systems in Konflikt zu geraten, um Patienten sozusagen in der Nische zu behandeln.

Das ist der Konflikt.

Nun hat die Klinik, wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen, fusioniert und folglich spitzt sich der Konflikt zu. Vor diesem Hintergrund sehe ich auch den Antrag an DIMDI.

Wie das Franz schon gesagt hat, letztendlich geht es immer um betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte.


In einem System, das von der "fünften Gewalt" beherrscht wird, bleibt dem Einzelnen,
in diesem Fall Herrn Dr. Schwarz, wenig Handlungsspielraum.

Ich gehe davon aus, dass man unter dem Druck gesellschaftlicher und ökonomischer Verhältnisse keine Nische für MCS Patienten schaffen kann. Auch Mediziner, die
das Beste wollen, müssen sich über kurz oder lang den sogenannten Sachzwängen
beugen. Bildlich: Das System frisst seine Kinder.

Es wird keine Nischen geben auf Dauer. Eine Veränderung wird es erst geben, wenn das System ins Wanken gerät. Bildlich, wie das Oskar Negt einmal treffend formuliert hat: Wenn die Oben nicht mehr wollen und die Unten nicht mehr können.

Bis dahin werden Menschen wie Herr Dr. Schwarz mit dem Konflikt leben müssen.
Das ist sicher subjektiv hart. Aber vergessen wir nicht, es es auch subjektiv hart für Millionen von Menschen, deren MCS niemals diagnostiziert wird.
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Beitragvon Sileah » Montag 26. Januar 2009, 12:16

Hallo Juliane!

Mit dem Posting kann ich leben ;-)

Dr. Schwarz ist wirklich zur Stelle (gewesen), wenn es Probs gab. ER hat sich bemüht.
Wenn er sich missverständlich in dem Bericht ausgedrückt hat, oder so rüber kommt ist das nat. nicht in unserem Sinne.

Nur zur Erinnerung: ich habe in den 18 Jahren MCS einiges erlebt. Ärzte, die keine Ahnung hatten, Gutachter die unverschämt waren usw.
Derzeit kämpfe ich gerade wegen der Wohnraumbegehung, Schwerbehinderungsanerkennung.

Ich trällere z.Z. nicht nur fröhlich vor mich hin ;-)
Mir wäre es, weiß die gute Macht, lieb, wenn es [b]genügend und angemessene Behandlung [/b]für MCS-Kranke gäbe.
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Beitragvon Alex » Montag 26. Januar 2009, 12:38

Pardon Sileah,
aber warum schreibst Du immer off topic und gehst nicht auf das ein was die anderen schreiben?
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Beitragvon Sileah » Montag 26. Januar 2009, 12:52

Mein OT ist in dem Fall nicht soo OT, denn ich habe in den 18 Jahren andere Ärzte getroffen- die anders "drauf" waren wie Dr.Schwarz.
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Beitragvon Clarissa » Montag 26. Januar 2009, 13:02

so und nun mal für alle die sich wundern über OT off topic die erklärung:

Der Begriff Off-Topic, auch Offtopic, off topic oder Out of topic, kurz auch OT, kommt aus dem Englischen und bedeutet etwa soviel wie abseits des eigentlichen Themas, oder ohne Bezug zum Thema. Vor allem bei der Kommunikation im Internet dient er als Hinweis dafür, dass ein Beitrag oder eine E-Mail ganz oder auch in Teilen nicht auf das eigentliche Thema Bezug nimmt. Hierdurch können die anderen Leser bereits vor dem Öffnen eines Beitrages erkennen, dass sich dieser nicht mit dem eigentlichen Thema befasst. Somit können sie Zeit sparen, indem sie diesen Beitrag überspringen.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Off_topic
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Juliane » Montag 26. Januar 2009, 14:11

Um wieder zum Thema zu kommen:

Vor Jahren habe ich in dem Buch von Schiele und Eder-Stein "Leben mit MCS"
eine interessante Passage gefunden:

Zitat:


"Ein engagierter Arzt ... der sich seit Jahren gegen die Psychiatrisierung ...kämpft, hat die gegenwärtige Situation sinngemäß so zusammengefasst:

Betroffene aus der Unterschicht landen im Knast wegen irgendwelcher Übersprungshandlungen, die als Straftat gewertet werden, hinsichtlich derer aber eigentlich Schuldunfähigkeit vorliegt,

Mittelschichtangehörige geraten wegen vergleichbarer Handlungen irgendwann in allzu engen Kontakt mit der Psychiatrie und

nur ganz wenigen, die etwa besonders intelligent, hartnäckig, selbstbewusst und gebildet sind oder über weitüberdurchschnittliche finanzielle Mittel verfügen, gelingt es, zu erkennen, dass sie nicht psychisch, sonderen körperlich krank sind."

(Zitat aus Schiele, Eder-Stein, Leben mit MCS , 2002)

Es sind in der Tat nur sehr wenige Patienten, die in der Bundesrepublik die Diagnose
MCS erhalten. Vermutlich geht die Zahl der MCS Erkrankungen und SBS Erkrankungen in die Millionen.

Wenn man sich das klar macht, wird auch klar, dass eine MCS Nische nichts an der Lage der MCS Kranken insgesamt ändert. Natürlich kann ein Arzt innerhalb einer solchen Nische für sich selbst als Legitimation anführen, Pionierarbeit zu leisten. Egal, ob man das jetzt tut, um das eigene Gewissen zu beruhigen oder im Dienst der Forschung.

Aber solange das System insgesamt sich gegen die ungeliebten Kollateralschäden der pathologischen Lebensweise sperrt, ist eine Nische sehr problematisch.

Was passiert mit einem Patienten, der 3 oder 6 Wochen in sauberen Räumen wohnen und biologisches Essen zu sich nehmen konnte, der vielleicht mit Nahrungsergänzungsmittel aufgepeppelt wurde und der dann wieder in die freie Wildbahn ausgesetzt wird, vielleicht noch mit einem Abschlussbereicht, der erneut Probleme mit sich bringt?

Nischen sind keine Lösung.

Die Lösung kann nur eine politische sein
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Dr. Schwarz in Eppendorfer Zeitung 1/2008 zu MCS

Beitragvon Westi » Montag 26. Januar 2009, 19:07

Hallo zusammen,

also ich verstehe den Inhalt nahezu aller Einträge zu diesem Thema überhaupt nicht.

Im Artikel auf Seite 1 der "Eppendorfer" wird die Aussage von Dr. Schwarz aus Bredstedt zitiert, dass nur rund 5 % seiner Umweltmedizin-Patienten vornehmlich eine psychische Erkrankung haben. Weiter sagt Schwarz, dass viele Umwelterkrankte fälschlicherweise eine psychische Diagnose erhalten.

(Es darf nicht nur der 3. Satz des Artikels gelesen werden!)

Der "ausführliche Bericht" auf Seite 5 dieser Zeitschrift, wo also nach meiner Vermutung näher auf das Thema eingegangen wird, ist den Foren-Teilnehmern offensichtlich unbekannt.

"Das hilft uns auch nicht weiter", schreibt jemand. Warum nicht, frage ich.

Nun, es ist aber auch nach meiner eigenen 10-jährigen Erfahrung mit MCS-Betroffenen so, dass in der Tat als Folge und Begleiterscheinung von MCS (wie z. B. Isolation, Abwenden von Freunden und der Familie, Trennung vom Partner, fehlende Geldmittel) psychische Erkrankungen auftreten können. Da brauchen wir uns nichts vormachen, das ist so.

Wenn Schwarz sinngemäß sagt, dass viele Haus- oder Fachärzte das Krankheitsbild MCS nicht anerkennen, hat er doch recht, oder?
Auch z. B. der liebe Prof. Dr. Nowack, München, schreibt wilde Aufsätze im Stil sturer und uneinsichtiger alter Männer, erkennt MCS als Ursache von z. B. Erwerbsunfähigkeit nicht an, hält gut bezahlte Vorträge, erstellt ebenfalls gut bezahlte Studien (finanziert durch Drittmittel) zum Thema, reißt sich um Gutachter-Aufträge und greift Praktiker wie zum Beispiel Dr. Bartram, Weißenburg, an. (Letzteres ist in eigener Sache geschehen).

Und dass Dr. Schwarz - ich kenne ihn nicht, nur seinen (ehemaligen)) Oberarzt J. Leiser - Geld verdienen will, ist legitim - Dr. Binz will und muss das auch.

Leider hat die 6-Betten-Abteilung für MCS-Betroffene nach meiner Kenntnis bisher noch keinen Patienten nachhaltig heilen können. (Ich lasse mich aber hier gerne vom Gegenteil überzeugen).
Und auch bei der Erstellung der MCS-Studie des Umweltbundesamtes ist Dr. Schwarz nicht hilfreich gewesen.
Westi
 

Dr. Schwarz in Eppendorfer Zeitung 1/2008 zu MCS

Beitragvon Maria Magdalena » Montag 26. Januar 2009, 19:19

@ Westi

Diese Vorgehensweise ist raffinierter, zugegeben, doch nicht raffiniert genug, um mich sonderlich zu beeindrucken. Einzelheiten behalte ich mir für den richtigen Zeitpunkt vor.

Ich habe nicht die geringsten psychischen Probleme und keine kognitiven oder affektiven Syndrome. Deshalb eigne ich mich nicht für die vorgeschlagene Behandlungsweise. Soll das Geld, das durch meinen Verzicht gespart wird, denjenigen zugute kommen, die es wirklich brauchen, den MCS-erkrankten Gift-Opfern.


- Editiert von Maria Magdalena am 26.01.2009, 18:22 -
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Beitragvon Sileah » Dienstag 27. Januar 2009, 04:39

@Westi: FULL ACK!

Genauso hab ich den Text auch verstanden.

Mit dem Unterschied, dass ich Leute kenne, denen es zumindest wesentlich besser geht, durch diverse Aufenthalte in Bredstedt.
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 27. Januar 2009, 08:55

Meine Güte nun schlägt aber der Aküwa (Abkürzungswahn) voll durch.

Was wollte Sileah mit FULL ACK aussagen? Das hier: FACK / Full Ack „Full Acknowledge“ „Volle Zustimmung“

@Sileah, würde es dir schwer fallen dein Netzjargon vielleicht a bisserl zu mäßigen bzw. es in deutschen Worten auszudrücken? Es ist nicht jede(r) hier im Forum ein http://www.Profi.

Hier mal ein Link zu den vielen Abkürzungen die so im Netz verwendet werden.

[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Abkürzungen_(Netzjargon)[/url]


- Editiert von Clarissa am 27.01.2009, 19:10 -
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon Juliane » Dienstag 27. Januar 2009, 09:10

Also mal wieder zurück zum Thema

@ Sileah und Westi

Da sich hier Niemand die Mühe macht, eingestellten Links nachzugehen,
kopiere ich den Text ein

(Zitatanfang)

"Formular für Vorschläge zur ICD-10 und zum OPS

Bei diesem Antrag handelt es sich um die erneute Eingabe des DIMDI-Antrages vom 30.03.2005




8. Vorschlag für (neuen) Kode, Text und Klassifikationsstruktur

(Bitte geben Sie auch Synonyme für das Alphabetische Verzeichnis an)

8-97x Multimodale umweltmedizinische Komplexbehandlung

Hinw.:Die Behandlung umfasst Patienten mit umweltmedizinischen Störungen, insbesondere

-Multiple Chemical Sensitivity,

- Chronic Fatigue Syndrome,

- Fibromyalgiesyndrom,

- Nahrungsmittelintoleranzen,

- elektromagnetische Sensitivität

die mindestens zwei der nachfolgenden Merkmale aufweisen:

- manifeste Beeinträchtigung der Gesundheit durch System- und Organdysfunktionen

- unzureichender Erfolg einer vorherigen unimodalen somatischen Therapie

- unzureichender Erfolg einer vorherigen unimodalen psychosomatischen/psychiatrischen Therapie

- die Grunderkrankung erschwerende psychische Begleiterkrankungen

- die Grunderkrankung erschwerende somatische Begleiterkrankungen

Die Behandlung setzt folgende Merkmale voraus:

- Die Anwendung dieses Codes setzt die Zusatzqualifikation "Umweltmedizin" bei der/dem

Verantwortlichen voraus.

- Einbeziehung der klinischen Psychologie

- Vermeidung der Exposition mit symptomauslösenden Substanzen im Rahmen des stationären

Aufenthaltes durch

- Unterbringung in speziellen umweltmedizinischen Räumlichkeiten (gemäß umweltmed.

Leitlinien "psychical working conditions" des Projektes EU-Hospitals)

- Qualifikation der Mitarbeiter (Einhaltung von umweltmed. Standards durch die Mitarbeiter)

- Individuelle Ernährung

- die gleichzeitige Anwendung von mindestens drei der folgenden aktiven Therapieverfahren:

- Psychoedukation (Erlernen eines individuellen Krankheitsmodells und Coping-Strategien im

häuslichen, sozialen und beruflichen Umfeld)

- medikamentöse und ernährungsmedizinische Unterstützung zur u.a. Modulation von

chronischen Entzündungsprozessen und Stoffwechselvorgängen

- adaptive Desaktivierung

- physikalische Therapien zur Unterstützung von u.a. Modulation von chronischen

Entzündungsprozessen und Stoffwechselvorgängen

- Psychotherapie.

- Überprüfung des Behandlungsverlaufs durch ein standardisiertes therapeutisches Assessment

und fallbezogene interdisziplinäre Überprüfung der Behandlung.

8-97x.0 Mindestens 1 bis höchstens 4 Behandlungstage

-97x.1 Mindestens 5 bis höchstens 11 Behandlungstage

8-97x.2 Mindestens 12 bis höchstens 18 Behandlungstage

8-97x.3 Über 18 Behandlungstage






9. Begründung des Vorschlags (bei redaktionellen Änderungen nicht erforderlich) *

Aktuell keine sachgerechte Abbildung der Leistungserbringung unter DRG. Zur Differenzierung der

entsprechenden Fälle ist ein neues Gruppierungsmerkmal erforderlich. Parallel erfolgt die Beantragung

einer umweltmedizinischen DRG beim InEK. Diese soll durch den beantragten OPS getriggert werden.

Ist Ihr Vorschlag für das Entgeltsystem erforderlich?


Ja" (Zitatende)


http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/vorschlaege/vorschlaege2006/094-umweltmedizinische-komplexbehandlung.
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Beitragvon Juliane » Dienstag 27. Januar 2009, 09:20

Und hier nochmal die Repeat-Taste:

Der Internetauftritt ist auch sehr aussagekräftig.


"Umweltmedizin
Die Fachkliniken NF verfügen über mehr als 20jährige Erfahrung in der Behandlung von umweltmedizinischen Störungen.

Für unsere umweltmedizinischen Patienten stehen heute

eine Ambulanz
eine Krankenhausabteilung (stationäre Behandlung)
und eine Rehabilitationsabteilung
zur Verfügung


Welche Krankheitsbilder werden behandelt
Insbesondere werden chronische umweltmedizinische Gesundheitsstörungen und ihre häufigen Begleit- und Folgeerkrankungen behandelt.
Dies sind insbesondere ausgeprägte Chemikalienintoleranzen, MCS/ Multiple Chemical Sensitivity, Erschöpfungs- und Schmerzsyndrome, kognitive und affektive Störungen und verwandte Syndrome (z.B. Sick Building Syndrom, Holzschutzmittelesyndrom, neurotoxisches Syndrom u.a.m.)

Mitbehandelt werden sonstige Intoleranzen, insbesondere von Nahrungsmitteln und Medikamenten, sowie Allergien, Stoffwechselerkrankungen und seelische Störungen."




"Behandlungsdauer
Der Krankenhausaufenthalt wird individuell angepasst und beträgt in der Regel zwischen 3 Tagen und 3 Wochen.
Die Behandlungsdauer der rehabilitativen Maßnahmen beträgt in der Regel vier Wochen. Verlängerungen auf 6 - 8 Wochen sind in komplexen Fällen möglich"


http://www.fklnf.de/umweltmedizin.html
http://www.fklnf.de/umweltmedizin/krankenhaus.html#c142



Eindeutig formuliert, was man in Riddorf behandelt:


kognitive und affektive Störungen und verwandte Syndrome
z.B. Sick Building Syndrom,
Holzschutzmittelesyndrom, neurotoxisches Syndrom u.a.m.)

Mitbehandelt werden seelische Störungen


Und auch noch zum Weiterlesen:


"Hier erhalten Sie unser therapeutisches Konzept, incl. des wissenschaftlichen Hintergrundes der Therapie:

Langversion

http://www.fklnf.de/fileadmin/downloads/Umwelt/2008_Konzept_Reha__Umwelt.pdf


(Zitatende)
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 27. Januar 2009, 14:53

Hat man es wirklich schon geschafft, Leute adaptiv zu desaktivieren, Sileah?

Ist ja 'n Ding! Hätte ich nicht gedacht, dass so was möglich ist. Ich kenn das eigentlich nur bei Allergien (Kortison) und bei Gaga (bunte kleine rundliche "Glücklichmacher", "Highmacher").

Geil...Wie viele seid ihr denn schon? Ich meine, denen es schon "besser" geht?
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Beitragvon Sileah » Dienstag 27. Januar 2009, 20:07

Neidisch? ;-)

So, jetzt aber wirklich

[size=16px]EOD[/size][size=8px]Man kann auf Clarissas Liste die Bedeutung erfahren ;-)[/size]
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Beitragvon Maria Magdalena » Dienstag 27. Januar 2009, 20:09

Neid ist für mich ein Fremdwort.

Es ist Neugier. Schwere Frage, was?
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Beitragvon Galaxie » Dienstag 27. Januar 2009, 21:13

Da passiert nicht viel, war im Mai da. Es hat gestunken wie in jeder anderen Klinik auch. Raucher und Parfümierte sassen mit Umweltkranken in ein Essensraum zusammen. Vor den Eingängen wurde gequalmt, was das Zeug hält. Personal trägt Duftstoffe und Parfüm an sich, sowie Rasierwasser. Kurierfahrer, tragenGel in den Haaren und fahren MCSler durch die Gegend. - Seit Ca. ende Sep. Sind Spielsüchtige in den 20 Betten gekommen und liegen neben den sechs Betten für Umweltkranke und rauchen sogar im Flur,wurde mir gesagt. Die haben auch gleich den Infusionsraum v. d. Umweltkranken bekommen und moderne Möbel und Bilder an den Wänden.

- Der Infusionsraum musste immer geschlossen bleiben und die Luftfeuchtigkeit beträgt nur 20%. Die Infusionschläuche enthalten Weichmacher; Biozidhaltige flüssigseifen auf WC´s, nachmittags und am Wochenenden Betreung vom Personal der Psychosomatik (beduftete) die ab und zu nach dem Rechten sehen. Mit Handys wird auf dem Gelände und im Krankenhaus telefoniert. Es wir auf den >Zimmern täglich geputzt und desinfiziert v. Raumpflegepersonal und in den Kopfkissen ist Parfüm und die Holzimmer mit Formaldehydhaltigen Möbeln ausgestattet, auch die Aufenthaltsraume etc.,

Grüsse v. Galaxie!
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Beitragvon Clarissa » Dienstag 27. Januar 2009, 21:19

Na das nenne ich eine Umgebung wo bestimmt psysich Kranke gesunden können aber umwelterkrankte ganz bestimmt nicht. Die gehen bei solchen Bedingungen wie die sprichwörtlichen Primeltöpfe ein.
Und allen Leugnern zum Trotz, im DIMDI
ICD-10-GM Version 2018 - Stand Oktober 2017 ist MCS immer noch im Thesaurus unter
T 78.4 zu finden und wirklich nur dort und an keiner anderen Stelle!
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Beitragvon green poison » Mittwoch 28. Januar 2009, 00:02

Da legst di nieda, meint mein Lebensabschnittspartner.
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Beitragvon Mia » Mittwoch 28. Januar 2009, 00:30

Wie ich erfahren habe, erfolgt die Allergietestung in der Fachklinik Bredstsdt bzw. Riddorf nicht mehr nach der Miller-Methode, sondern es werden den Patienten Tropfenlösungen unter die Zunge geträufelt. Selbst langjährige Patienten haut das um und haben sich so schlecht wie nie dort gefühlt. Das weiß ich aus dem Bericht eines Patienten, der Ende 2008 dort Patient war. Hat jemand auch davon gehört bzw. selber erlebt?

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Beitragvon Amazone » Mittwoch 28. Januar 2009, 15:32

Ohne Abkürzungswahn und Insiderjargon ;-) für alle, die daran interessiert sind:

Die Zeitung "Eppendorfer" Ausgabe 1/2008 mit dem ausführlichen Bericht über das Interview mit Herrn Dr. Schwarz habe ich angefordert (wo ein Wille ist, ist meistens auch ein Weg) und ist per Post zu mir unterwegs. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich die Seite 5 dann hier einstellen soll, aber mit vereinten Kräften kriegen wir das schon irgendwie hin.


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