Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Beitragvon Lucca » Donnerstag 29. Januar 2009, 19:41

Depleted Uranium - italienischer Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz
von Rebecca Evan

Corriere della Sera

Ein Gericht in Rom hat das italienische Verteidigungsministerium zur Zahlung einer Entschädigung von 545.000 Euro an Gianbattista Marica verurteilt. Der Soldat war nach einem achtmonatigen Einsatz in Somalia am Hodgkin-Lymphom erkrankt. Verantwortlich für die Erkrankung ist laut den behandelnden Ärzten radioaktives Material, das durch den Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran herrührt. Depleted-Uranium-Munition wurde während des Aufenthaltes Maricas in Somalia in der Zeit von 1992 bis 1993 verwendet.

In Italien ist die Angst vor dem Balkan-Syndrom groß: Etwa 20 italienische Soldaten, die in den vergangenen Jahren an Balkan-Missionen teilnahmen, sind an unterschiedlichen Tumorformen erkrankt, meldete der Corriere della Sera.

Nach Angaben des Verbands der Familienangehörigen der am Balkan-Syndrom erkrankten Soldaten sei die Rate an Hodgkin-Krankheitsfällen unter den Militärs doppelt so hoch wie in der italienischen Bevölkerung. Insgesamt seien bis zu 200 Soldaten an dem Syndrom erkrankt.

Wie das Gericht in Rom feststellte, war das italienische Verteidigungsministerium über die Gefährlichkeit des Urans informiert und hätte die Soldaten besser schützen sollen. Das Urteil des römischen Gerichts ist ein Erfolg für alle Familien, die wegen des Balkan-Syndroms Verwandte verloren haben, sagte Maricas Rechtsanwalt

Es ist der erste Fall, in dem das italienische Verteidigungsministerium zur Zahlung einer Entschädigung im Zusammenhang mit der radioaktiven und toxischen Uranmunition verurteilt wurde. Der Corriere della Sera und auch die österreichische Presse weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es die USA waren, die diese Munition in Somalia, im Balkan und im Irak eingesetzt haben.

Die deutsche Presse hat den Fall nicht aufgegriffen, obwohl auch deutsche Soldaten nach den Balkan-Einsätzen erkrankt sein sollen. Das Thema Uranmunition ist sowohl im Verteidigungsministerium als auch in der gesamten Regierungskoalition ein Tabu. Verharmlosend reagieren "Experten" beider Regierungsparteien auf kritische parlamentarische Anfragen - zum Beispiel von Abgeordneten der Linken. So gab die Bundesregierung noch im Frühjahr 2008 eine quasi völlige Entwarnung für Gefahren durch Uranwaffen aus - mit "wissenschaftlichen Belegen".

Quelle: corriere.it - Uranio impoverito, governo condannato a pagare risarcimento di mezzo milione
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Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Beitragvon sunday » Donnerstag 29. Januar 2009, 23:55

uranmunition!
die politiker und militärs, die sowas einsetzen und die wissenschaftler, die das verharmlosen, sind nicht nur grenzenlos dumm (bei solchen gelegenheiten fällt mir immer einsteins ausage zur menschlichen dummheit ein), sondern absolut pervers und geistesgestört.

seit hiroshima und tschernobyl weiß man um die folgen der radioaktivität für die menschen usw.
und wer trotzdem so etwas einsetzt, den sollte man mitsamt dem zeug in einen strahlensicheren bunker einsperren.
ob dann immer noch gesagt wird, das wäre harmlos?

und was ist mit den menschen in somalia? die munition liegt doch da mit sicherheit noch überall rum, verseucht die böden, wird vielleicht auch von spielenden kindern aufgehoben usw.

das schlimmste ist, daß überall auf der welt solche idioten die macht haben, ihre perversen ideen in die tat umzusetzen.

wenn jemand sagt, daß giftige chemikalien ihn krank machen, kommt er in die psychiatrie.

aber diese geistesgestörten bekommen orden, irrsinnig viel geld für waffen usw. (während gleichzeitig hunderttausende menschen verhungern) und fette gehälter.
genauso wie diese irren, die milliarden rausschmeißen, um den mars bewohnbar zu machen, dabei können sie noch nicht mal die erde bewohnbar halten, obwohl hier alles dafür reichlich vorhanden ist.

und ein großer teil der bevölkerung findet das auch noch gut, weil es ja so ein toller fortschritt ist (vielleicht die gleichen leute, die rauchen und sich parfümieren).

lg
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Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Beitragvon Maria Magdalena » Donnerstag 29. Januar 2009, 23:59

Ja, sogar viele Leute aus der Zivilbevölkerung auf der Balkan-Halbinsel sind an Krebs, als Folge der Uran-Einsätze dort, erkrankt und verstorben.

Übrigens, mir ist aufgefallen, dass der italienische Soldat, der entschädigt wurde, seltsamer Weise ein Namensvetter von unserem TV-Moderator Johannes B. (Baptist) Kerner ist. Der Soldat heißt Gianbattista Marica. Gian=Johann(es), Battista=Baptist.
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Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Beitragvon Anna-Lena » Freitag 30. Januar 2009, 00:26

Auch die Israelis sollen vor kurzem Uran gegen das palästinensische Volk eingesetzt haben.
Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?!

[quote]"und wer trotzdem so etwas einsetzt, den sollte man mitsamt dem zeug in einen strahlensicheren bunker einsperren"[/quote]
Stimme absolut zu.
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Soldat erhält 545.000 Euro Schadensersatz

Beitragvon Prinz von Hamburg » Donnerstag 26. Februar 2009, 00:20

Weitere Infos:
Die Kinodokumentation „Deadly Dust – Todesstaub“


http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/DU-Geschosse/wagner.html
Prinz von Hamburg
 


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